Tierwohl bei Demeter

Das Wesen der Tiere verstehen

Tierwohl bei Demeter

27.10.2011

Die uns anvertrauten Tiere begreifen wir als Mitgeschöpfe und achten ihre Integrität. Wir ermöglichen eine ihrem Wesen gemäße Entwicklung, halten, füttern, pflegen, nutzen und züchten sie entsprechend und treten ihnen mit Respekt entgegen.“ So steht es in den Demeter-Richtlinien.

Tierwohl bedeutet für die biodynamischen Demeter-Bäuerinnen und -Bauern wesensgemäße Tierhaltung. Das ist mehr als artgerechte Haltung und zielt darauf ab, dass die Nutztiere sich ihrem Wesen nach verhalten können. Der Ansatz ist Kern der biodynamischen Agrarkultur und entspricht dem Impuls von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie: das Tier wird wie auch die Pflanze als Mitgeschöpf in dieser Welt  erkannt.

Bei Demeter gehören Tiere einfach zum individuellen Hoforganismus dazu. Sie prägen den Hof und das Leben der Menschen dort. Ohne ihren Mist gäbe es den wertvollen Kompost nicht, der Grundlage für die Zunahme der Bodenfruchtbarkeit im Biodynamischen ist. Im Unterschied zu allen anderen Bioverbänden ist bei Demeter die Tierhaltung auf Bauernhöfen Pflicht – in Ausnahmesituationen werden regionale Futter-Mist-Kooperationen erlaubt.

Demeter fragt also nicht ob, sondern wie wir Tiere halten. Wesensgemäße Tier-Haltung bedeutet, sich dem Tier empathisch gegenüberzustellen und in Beziehung mit dem Tier zu treten. Auf dieses Ideal arbeitet der Demeter e.V. mit seinen engagierten biodynamischen Praktikern hin.

Aktiv werden

Die Demeter-Richtlinien werden auch im Bereich Tierwohl mit dem Wissen und der Erfahrung aus Forschung und Praxis kontinuierlich weiterentwickelt. Die Demeter-Markengemeinschaft freut sich, wenn ihre Arbeit vom Verbraucher, den wir als Co-Produzenten verstehen möchten, geschätzt und unterstützt wird. Auf vielfältige Art können Konsumenten beim Demeter e.V. aktiv werden, auch zur Unterstützung der wesensgemäßen Tierhaltung.

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Bei Demeter werden die Tiere in kleinen Herden gehalten, um ein gesundes Rang- und Sozialverhalten zu ermöglichen. Jeweils 50 Legehennen bekommen beispielsweise immer einen Hahn zur Begleitung

Insgesamt werden pro Betrieb wesentlich weniger Tiere gehalten als in der industrialisierten Landwirtschaft, das ergibt sich allein aus dem flächengebundenen Futteranbau. Bei den Schweinen etwa finden sich in einem durchschnittlichen Demeterbetrieb mit ca. 20 Tiere fast 40 mal weniger Schweine als auf dem durchschnittlichen konventionellen Mastbetrieb.

Auch die Demeter-Ställe sind so beschaffen, dass die Tiere sich art- und wesensgemäß entwickeln können. Sie sollen sich ungehindert bewegen und ablegen, selbstverständlich mit genügend sauberer Einstreu, soweit möglich mit Bio-Stroh, weil die Einstreu auch die Basis für den für die Biodynamische Wirtschaftsweise so wichtigen Dünger darstellt. Für ausreichend Frischluft und Tageslicht im Stall muss gesorgt sein.

Den Tieren die Würde lassen bedeutet für uns zuallererst, dass Kühe ihre Hörner tragen, unsere Schweine Ringelschwänze und Legehennen ihren Schnabel ungekürzt haben dürfen. Diese ursprünglichen Organe der Tiere prägen deren Verhalten und machen ihr Wesen aus. Die Grundsatz lautet: Nicht die Tiere werden an das Haltungssystem angepasst, sondern das System an die Erfordernisse der Tiere. Auch wenn das in der Praxis aufwendig ist und natürlich mehr kostet, bedeutet Tierwohl für uns, Schritt für Schritt auf dieses Ideal hinzuarbeiten.

Auch das Futter entspricht bei Demeter dem jeweiligen Wesen der Tierarten. Wiederkäuer zum Beispiel erhalten ein hohes Maß an Raufutter und Grünfutter, möglichst über Weidegang. Hühner und andere Geflügeltiere bekommen ganze Körner.

Dabei gilt: Mind. 50 Prozent des Futters müssen vom eigenen Hof oder Betriebskooperationen stammen (Im Mittel über alle Tierarten). Die Versorgung mit 100 Prozent biodynamischem Futter ist angestrebt, Bio-Futter ist mit Einschränkungen erlaubt, konventionelles überhaupt nicht.

Eine gute Mensch-Tier-Beziehung – und die hängt ab von der inneren Haltung des Menschen zum Tier - fördert nachweislich die Tiergesundheit. Demeter. Landwirte betrachten den Menschen idealerweise als Leiter und Begleiter der Tierwelt und sehen ihre Aufgabe darin, ihrer Verantwortung für die Tiere als eigenständige Wesen gerecht zu werden. Wie dieser besondere Umgang mit dem Tier aussehen kann, vertiefen wir beispielhaft in diesem Artikel oder hier.

Im Falle von Krankheiten werden vorzugsweise biologische, anthroposophische, homöopathische und andere Naturheilverfahren angewendet.

Demeter-Nachwuchs gibt es ohne Embryotransfer und auch Sperma-Trennung nach Geschlecht ist verboten. Für eine natürliche Fortpflanzung ist das Halten von männlichen Tieren in der Herde anzustreben. Als erster Anbauverband entwickelt Demeter Brütereien und Elterntierherden für biodynamisches Geflügel. Ein Stierprojekt schafft Alternativen zur künstlichen Besamung von Kühen.

Ziel der biodynamischen Tierzucht ist eine zunehmende Unabhängigkeit von einer rein ertragsorientierten Züchtung sowie eine bestmögliche Anpassung der Tiere an die individuellen Gegebenheiten des jeweiligen Hofes, stabile Gesundheit und eine gute Lebensleistung statt kurzfristiger Hochleistung. Das heißt ein Demeter-Landwirt überlegt eher  „welche Tiere kann ich mit dem Futter ernähren, das mein Hof erzeugen kann“, statt „woher kann ich das Futter bekommen, das meine Tiere auch auf diesem Standort ihre Leistung bringen“ Robuste Rassen werden also gegenüber spezialisierten Hochleistungsrassen bevorzugt.

 

Tierwohl bei Demeter
Das Wesen der Tiere verstehen

Die uns anvertrauten Tiere begreifen wir als Mitgeschöpfe und achten ihre Integrität. Wir ermöglichen eine ihrem Wesen gemäße Entwicklung, halten, füttern, pflegen, nutzen und züchten sie entsprechend und treten ihnen mit Respekt entgegen.“ So steht es in den Demeter-Richtlinien.

Tierwohl bedeutet für die biodynamischen Demeter-Bäuerinnen und -Bauern wesensgemäße Tierhaltung. Das ist mehr als artgerechte Haltung und zielt darauf ab, dass die Nutztiere sich ihrem Wesen nach verhalten können. Der Ansatz ist Kern der biodynamischen Agrarkultur und entspricht dem Impuls von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie: das Tier wird wie auch die Pflanze als Mitgeschöpf in dieser Welt  erkannt.

Bei Demeter gehören Tiere einfach zum individuellen Hoforganismus dazu. Sie prägen den Hof und das Leben der Menschen dort. Ohne ihren Mist gäbe es den wertvollen Kompost nicht, der Grundlage für die Zunahme der Bodenfruchtbarkeit im Biodynamischen ist. Im Unterschied zu allen anderen Bioverbänden ist bei Demeter die Tierhaltung auf Bauernhöfen Pflicht – in Ausnahmesituationen werden regionale Futter-Mist-Kooperationen erlaubt.

Demeter fragt also nicht ob, sondern wie wir Tiere halten. Wesensgemäße Tier-Haltung bedeutet, sich dem Tier empathisch gegenüberzustellen und in Beziehung mit dem Tier zu treten. Auf dieses Ideal arbeitet der Demeter e.V. mit seinen engagierten biodynamischen Praktikern hin.

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Die Demeter-Richtlinien werden auch im Bereich Tierwohl mit dem Wissen und der Erfahrung aus Forschung und Praxis kontinuierlich weiterentwickelt. Die Demeter-Markengemeinschaft freut sich, wenn ihre Arbeit vom Verbraucher, den wir als Co-Produzenten verstehen möchten, geschätzt und unterstützt wird. Auf vielfältige Art können Konsumenten beim Demeter e.V. aktiv werden, auch zur Unterstützung der wesensgemäßen Tierhaltung.

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