Den Stier bei den Hörnern packen

Bio-dynamische Tierzüchtung fördern

Den Stier bei den Hörnern packen

11.04.2013

Müssen wir alles nutzen, was uns For­schungslabors als Fortschritt verkaufen wollen? Entfernen wir uns damit nicht zu sehr von natürlichen Lebenszusammen­hängen? Die künstliche Besamung von Kühen ist in der Landwirtschaft seit vie­len Jahren gängige Praxis - auch im Bio-Bereich, zum Teil auch bei Demeter-Kü­hen. Allerdings packt Demeter den Stier bei den Hörnern und fördert inzwischen gezielt die eigene, bio-dynamische Tier­zucht. Sie muss sich an den Anforderun­gen dieser nachhaltigen Wirtschaftsweise orientieren und zunehmend Unabhän­gigkeit von einer rein ertragsorientierten Selektion ermöglichen.

Keine Kälber aus dem Reagenzglas

Demeter-Bäuerinnen und -Bauern beob­achten ihre Tiere genau, sehen Stier und Kuh bei der vorsichtigen Annäherung und erleben neugierig ihre Herde mit der be­sonderen Energie des Stierwesens. Die bio-dynamischen Landwirte versuchen, bewusst zu entscheiden - auf der Basis der bio-dynamischen Werte. Die gehen auf Rudolf Steiner zurück, den Initiator von Waldorfpädagogik, anthroposophischer Medizin und spiritueller Landwirtschaft. Das Stierzuchtprojekt wurde seit 2005 durchgeführt. Acht Höfe hatten sich be­reit erklärt, zuchttaugliche Jungtiere groß zu ziehen. Auf vielen Demeter-Höfen le­ben inzwischen Stiere in der Herde, in Baden-Württemberg zum Beispiel auf über 50 Prozent. Im nächsten Schritt geht es nun darum, geeignete Zuchtmethoden zu erforschen. Dafür soll ein neues Projekt gestartet werden.

Hochleistungskühe brauchen viel Kraft­futter für ihre enorme Milchproduktion, haben eine geringe Lebenserwartung und sind häufig lcranldieitsanfällig. Sie passen nicht zum Bio-Hof, der auf wesensgemä­ße Fütterung mit frischem Grün und Heu ausgerichtet ist. Ziel ist es deshalb, für den Nachwuchs der Demeter-Kühe unabhän­gig zu werden von konventioneller Züch­tung und von Samenbanken, die Kälber aus dem Reagenzglas ermöglichen. Embryotransfer ist bei Demeter ohnehin aus­geschlossen. Stiere, die aus Embryotrans­fer gezogen wurden, dürfen nicht mehr auf die bio-dynamischen Betriebe. Den Einsatz von Tiefkühl-Sperma der Stiere, die mit reichlich Hormoneinsatz und Leihmüttern aus dem so genannten Emb­ryotransfer entstanden sind, hat Demeter in seinen konsequenten Richtlinien außer­dem ausgeschlossen. Ein Signal dafür, dass das Ideal stolzer Herden mit männlichen Tieren für die bio-dynamischen Höfe gilt.

Robust, verträglich, solide Lebensleistung

Damit es noch mehr in die Praxis kommt, ist noch viel zu tun: unabhängig forschen, vitale Elterntiere züchten und Rinderlini­en entwickeln, die robuste Gesundheit, verträgliches Wesen und solide Lebensleis­tung vereinen. Ein Ziel, an dem Verbrau­cherinnen und Verbraucher mitwirken können - zum Beispiel durch bewusste Kaufentscheidungen.

Den Stier bei den Hörnern packen
Bio-dynamische Tierzüchtung fördern

Müssen wir alles nutzen, was uns For­schungslabors als Fortschritt verkaufen wollen? Entfernen wir uns damit nicht zu sehr von natürlichen Lebenszusammen­hängen? Die künstliche Besamung von Kühen ist in der Landwirtschaft seit vie­len Jahren gängige Praxis - auch im Bio-Bereich, zum Teil auch bei Demeter-Kü­hen. Allerdings packt Demeter den Stier bei den Hörnern und fördert inzwischen gezielt die eigene, bio-dynamische Tier­zucht. Sie muss sich an den Anforderun­gen dieser nachhaltigen Wirtschaftsweise orientieren und zunehmend Unabhän­gigkeit von einer rein ertragsorientierten Selektion ermöglichen.

Keine Kälber aus dem Reagenzglas

Demeter-Bäuerinnen und -Bauern beob­achten ihre Tiere genau, sehen Stier und Kuh bei der vorsichtigen Annäherung und erleben neugierig ihre Herde mit der be­sonderen Energie des Stierwesens. Die bio-dynamischen Landwirte versuchen, bewusst zu entscheiden - auf der Basis der bio-dynamischen Werte. Die gehen auf Rudolf Steiner zurück, den Initiator von Waldorfpädagogik, anthroposophischer Medizin und spiritueller Landwirtschaft. Das Stierzuchtprojekt wurde seit 2005 durchgeführt. Acht Höfe hatten sich be­reit erklärt, zuchttaugliche Jungtiere groß zu ziehen. Auf vielen Demeter-Höfen le­ben inzwischen Stiere in der Herde, in Baden-Württemberg zum Beispiel auf über 50 Prozent. Im nächsten Schritt geht es nun darum, geeignete Zuchtmethoden zu erforschen. Dafür soll ein neues Projekt gestartet werden.

Hochleistungskühe brauchen viel Kraft­futter für ihre enorme Milchproduktion, haben eine geringe Lebenserwartung und sind häufig lcranldieitsanfällig. Sie passen nicht zum Bio-Hof, der auf wesensgemä­ße Fütterung mit frischem Grün und Heu ausgerichtet ist. Ziel ist es deshalb, für den Nachwuchs der Demeter-Kühe unabhän­gig zu werden von konventioneller Züch­tung und von Samenbanken, die Kälber aus dem Reagenzglas ermöglichen. Embryotransfer ist bei Demeter ohnehin aus­geschlossen. Stiere, die aus Embryotrans­fer gezogen wurden, dürfen nicht mehr auf die bio-dynamischen Betriebe. Den Einsatz von Tiefkühl-Sperma der Stiere, die mit reichlich Hormoneinsatz und Leihmüttern aus dem so genannten Emb­ryotransfer entstanden sind, hat Demeter in seinen konsequenten Richtlinien außer­dem ausgeschlossen. Ein Signal dafür, dass das Ideal stolzer Herden mit männlichen Tieren für die bio-dynamischen Höfe gilt.

Robust, verträglich, solide Lebensleistung

Damit es noch mehr in die Praxis kommt, ist noch viel zu tun: unabhängig forschen, vitale Elterntiere züchten und Rinderlini­en entwickeln, die robuste Gesundheit, verträgliches Wesen und solide Lebensleis­tung vereinen. Ein Ziel, an dem Verbrau­cherinnen und Verbraucher mitwirken können - zum Beispiel durch bewusste Kaufentscheidungen.