Alois Lageder - Demeter Weingut in Südtirol

Biodynamisches Fest auf dem Weingut Alois Lageder

Alois Lageder - Demeter Weingut in Südtirol

06.07.2012
Biodynamischer Weinbau, Pferde, Demeter Weingut Lageder
Demeter Weingut Lageder in Südtirol

Die Geschichte der Biodynamie bei Familie Lageder entstand bei der Großmutter im Hausgarten, so erzählt es Alois Clemens Lageder. Er vertritt die jüngste Generation des Weingutes, inzwischen die sechste. Von der berichtet er in gemeinsamer Runde, im gemütlichen Innenhof des Weinguts im Rahmen des Biodynamischen Festes auf dem Weingut der Familie Lageder. Rund 1.000 Gäste sind für diese Feierlichkeit nach Margreid gereist. Hier wird gemeinsam mit anderen Demeter-Landwirten und -Winzern, Mitgliedern des Demeter Vereins Italien, der Arbeitsgemeinschaft für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise aus Südtirol und den Schülern und Lehrern der Waldorfschule aus Meran und Bozen gefeiert.

Unter ganzheitlichen Aspekten und ganz im Sinne der biodynamischen Wirtschaftsweise wird das 1823 in Südtirol gegründete Weingut heute in der fünften Generation von Alois Lageder geführt. „Neben der biologisch-dynamischen Arbeitsweise fördere ich auf dem Weingut gerne vielfältige Kunst-, Kultur- und Musikprojekte als Erlebnis- und Inspirationsquelle für das Erlebnis Wein“, betont Alois Lageder. Wie das aussehen kann, zeigt auch ein Blick in das Programm (siehe unten) des Festtages: Seminare zu „Ernährung. Besondere Qualitätsmerkmale der biodynamischen Erzeugnisse in Bezug auf die Natur des Menschen“, „Die biodynamische Untersuchung antiker Getreidesorten“ bieten Hintergrundwissen und ganz praktisch wird es dann in Kursen für „Anthroposophisches Malen“, „Eurythmie“, „Pflanzenbestimmungen“, „Biodynamie im Hausgarten“, oder „Rindenschiffe schnitzen für Kinder“. Auch die Kunst kommt nicht zu kurz: das Fest wird untermalt von musikalischen Einlagen einer Bigband des Franziskanergymnasiums. Eine Ausstellung von Tafelzeichnungen Rudolf Steiners sowie die Vorführung zweier Filme „The challenge of Rudolf Steiner“ (Jonathan Stedall) und „The living vine“ von Alois Lageders jüngster Tochter Helena Lageder ergänzen den kulturellen Rahmen.

 

Alois Lageder setzt sich mit den Problemen der Zeit ganzheitlich auseinander. Das zeigt sich anschaulich im Neubau des Weinkellers in Margreid: „Uns war es wichtig, die sensible Weinbereitung mit Hilfe der natürlichen Schwerkraft zu unterstützen und wenn möglich auf den Einsatz von Pumpen in der Weinbereitung zur Schonung des Lesegutes zu verzichten“. Alois Lageder hat eine sehr innovative Lösung gefunden: ein 17 Meter hoher Kellerturm  erspart das Pumpen weitgehend, eine freiliegende Felswand klimatisiert den Keller durch die gezielte Nutzung der Geothermie und auch aktuelle Umweltfragen wurden beim Neubau des Weinkellers vor 17 Jahren souverän gelöst, wie z.B. die CO2-Emissionsfreiheit von Gebäude und Produktion durch natürliche Lüftung der Büroräume mithilfe einer multifunktionalen Dachkonstruktion und einer Photovoltaikanlage.

Die Umstellung des Weingutes auf die biodynamische Wirtschaftsweise entwickelte sich langsam aber stetig. Bereits in den 1970er Jahren begeisterte sich Alois Lageder für den “Landwirtschaftlichen Kurs” und andere Schriften Rudolf Steiners. Diese neue Sichtweise ließ ihn nicht los, die Faszination für die biodynamische Methode der Landwirtschaft wuchs und führte in den 1990er Jahren zu ersten Versuchen und schließlich zur Umstellung der 50 ha des Weingutes auf die biodynamische Wirtschaftweise. Kontinuierlich ging das vonstatten: „Die Umstellung auf die biodynamische Methode muss von allen Menschen auf dem Betrieb getragen werden, von der Weinbergspflege, in den Keller und bis zum Verkauf. Das hat zu einigen neuen Konstellationen im Weingut geführt,“ erklärt Alois Lageder. Und langsam ging es voran, denn noch steckte das Weingut in der Pionierphase und hilfreiche biodynamische Kollegen oder Weinbauberater gab es in Südtirol nicht.

Zertifiziert wird das Weingut für seine biodynamische Bewirtschaftung nach den Internationalen Demeter-Richtlinien seit 2004. Dynamisch blieb Biodynamischer Weinbau auf dem Demeter Weingut Lagederder Prozess aber auch nach der dreijährigen Umstellungszeit: „Ob im Weinberg oder im Keller, die Art der Herangehensweise bleibt eine experimentelle und da man mit der Natur zusammen arbeiten möchte, muss man sich jedes Jahr erneut intensivst auf sie einlassen“, erklärt Alois Lageder. Diese Faszination für die Biodynamie hat die jüngste Generation im Weingut längst angesteckt und auch die Mitarbeiter erreicht so stellen sich hier alle gemeinsam den Herausforderungen der Biodynamie. „Die klassische Monokultur im Weinberg aufzubrechen ist die eine erste Hürde, einen Hoforganismus zu entwickeln, wie er im Sinne der biodynamischen Methode angedacht ist, die andere“, erkennt der junge Winzerssohn Alois Clemens Lageder. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, leben bereits 70 Schafe und zwei Pferde  zwischen den Weinstöcken und den Flächen um das Weingut. Sie helfen bei der biodynamischen Arbeit und schenken dem Hof viel Freude. Lageders Faszination breitet sich aus: durch Workshops und Seminare zum biodynamischen Weinbau wächst das Interesse in der Region und mehr und mehr Weingüter der Umgebung wollen nun ebenfalls biodynamischen Wein anbauen - neun von ihnen stellen bereits um zur Demeter Anerkennung. 

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.aloislageder.eu/

Alois Lageder - Demeter Weingut in Südtirol
Biodynamisches Fest auf dem Weingut Alois Lageder

Die Geschichte der Biodynamie bei Familie Lageder entstand bei der Großmutter im Hausgarten, so erzählt es Alois Clemens Lageder. Er vertritt die jüngste Generation des Weingutes, inzwischen die sechste. Von der berichtet er in gemeinsamer Runde, im gemütlichen Innenhof des Weinguts im Rahmen des Biodynamischen Festes auf dem Weingut der Familie Lageder. Rund 1.000 Gäste sind für diese Feierlichkeit nach Margreid gereist. Hier wird gemeinsam mit anderen Demeter-Landwirten und -Winzern, Mitgliedern des Demeter Vereins Italien, der Arbeitsgemeinschaft für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise aus Südtirol und den Schülern und Lehrern der Waldorfschule aus Meran und Bozen gefeiert.

Unter ganzheitlichen Aspekten und ganz im Sinne der biodynamischen Wirtschaftsweise wird das 1823 in Südtirol gegründete Weingut heute in der fünften Generation von Alois Lageder geführt. „Neben der biologisch-dynamischen Arbeitsweise fördere ich auf dem Weingut gerne vielfältige Kunst-, Kultur- und Musikprojekte als Erlebnis- und Inspirationsquelle für das Erlebnis Wein“, betont Alois Lageder. Wie das aussehen kann, zeigt auch ein Blick in das Programm (siehe unten) des Festtages: Seminare zu „Ernährung. Besondere Qualitätsmerkmale der biodynamischen Erzeugnisse in Bezug auf die Natur des Menschen“, „Die biodynamische Untersuchung antiker Getreidesorten“ bieten Hintergrundwissen und ganz praktisch wird es dann in Kursen für „Anthroposophisches Malen“, „Eurythmie“, „Pflanzenbestimmungen“, „Biodynamie im Hausgarten“, oder „Rindenschiffe schnitzen für Kinder“. Auch die Kunst kommt nicht zu kurz: das Fest wird untermalt von musikalischen Einlagen einer Bigband des Franziskanergymnasiums. Eine Ausstellung von Tafelzeichnungen Rudolf Steiners sowie die Vorführung zweier Filme „The challenge of Rudolf Steiner“ (Jonathan Stedall) und „The living vine“ von Alois Lageders jüngster Tochter Helena Lageder ergänzen den kulturellen Rahmen.

 

Alois Lageder setzt sich mit den Problemen der Zeit ganzheitlich auseinander. Das zeigt sich anschaulich im Neubau des Weinkellers in Margreid: „Uns war es wichtig, die sensible Weinbereitung mit Hilfe der natürlichen Schwerkraft zu unterstützen und wenn möglich auf den Einsatz von Pumpen in der Weinbereitung zur Schonung des Lesegutes zu verzichten“. Alois Lageder hat eine sehr innovative Lösung gefunden: ein 17 Meter hoher Kellerturm  erspart das Pumpen weitgehend, eine freiliegende Felswand klimatisiert den Keller durch die gezielte Nutzung der Geothermie und auch aktuelle Umweltfragen wurden beim Neubau des Weinkellers vor 17 Jahren souverän gelöst, wie z.B. die CO2-Emissionsfreiheit von Gebäude und Produktion durch natürliche Lüftung der Büroräume mithilfe einer multifunktionalen Dachkonstruktion und einer Photovoltaikanlage.

Die Umstellung des Weingutes auf die biodynamische Wirtschaftsweise entwickelte sich langsam aber stetig. Bereits in den 1970er Jahren begeisterte sich Alois Lageder für den “Landwirtschaftlichen Kurs” und andere Schriften Rudolf Steiners. Diese neue Sichtweise ließ ihn nicht los, die Faszination für die biodynamische Methode der Landwirtschaft wuchs und führte in den 1990er Jahren zu ersten Versuchen und schließlich zur Umstellung der 50 ha des Weingutes auf die biodynamische Wirtschaftweise. Kontinuierlich ging das vonstatten: „Die Umstellung auf die biodynamische Methode muss von allen Menschen auf dem Betrieb getragen werden, von der Weinbergspflege, in den Keller und bis zum Verkauf. Das hat zu einigen neuen Konstellationen im Weingut geführt,“ erklärt Alois Lageder. Und langsam ging es voran, denn noch steckte das Weingut in der Pionierphase und hilfreiche biodynamische Kollegen oder Weinbauberater gab es in Südtirol nicht.

Zertifiziert wird das Weingut für seine biodynamische Bewirtschaftung nach den Internationalen Demeter-Richtlinien seit 2004. Dynamisch blieb Biodynamischer Weinbau auf dem Demeter Weingut Lagederder Prozess aber auch nach der dreijährigen Umstellungszeit: „Ob im Weinberg oder im Keller, die Art der Herangehensweise bleibt eine experimentelle und da man mit der Natur zusammen arbeiten möchte, muss man sich jedes Jahr erneut intensivst auf sie einlassen“, erklärt Alois Lageder. Diese Faszination für die Biodynamie hat die jüngste Generation im Weingut längst angesteckt und auch die Mitarbeiter erreicht so stellen sich hier alle gemeinsam den Herausforderungen der Biodynamie. „Die klassische Monokultur im Weinberg aufzubrechen ist die eine erste Hürde, einen Hoforganismus zu entwickeln, wie er im Sinne der biodynamischen Methode angedacht ist, die andere“, erkennt der junge Winzerssohn Alois Clemens Lageder. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, leben bereits 70 Schafe und zwei Pferde  zwischen den Weinstöcken und den Flächen um das Weingut. Sie helfen bei der biodynamischen Arbeit und schenken dem Hof viel Freude. Lageders Faszination breitet sich aus: durch Workshops und Seminare zum biodynamischen Weinbau wächst das Interesse in der Region und mehr und mehr Weingüter der Umgebung wollen nun ebenfalls biodynamischen Wein anbauen - neun von ihnen stellen bereits um zur Demeter Anerkennung. 

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.aloislageder.eu/