Weltenbummlerin und Önologin

Winzerin Anne-Christin Trautwein am Kaiserstuhl

Weltenbummlerin und Önologin

12.06.2012

Nach Winzer-Ausbildung, Weinbau und Önologiestudium in Geisenheim sowie weinbaulichen Erfahrungen im Burgund und Australien ist sie jetzt eingestiegen in den Familienbetrieb hier am Kaiserstuhl. So setzt die junge Frau eine Tradition fort, die bis 1649 zurückreicht. „Obwohl ich von klein auf im Weingut mit unterwegs war, hatte ich anfangs gar nicht den Plan, Winzerin zu werden“, erzählt sie in ihrer offenen Art ganz unbefangen. Aber als die Eltern während eines Urlaubs der 17jährigen Schülerin das Weingut in Vertretung überließen, fing Anne-Christin Feuer. „Nach wie vor ist die Faszination für mich die Arbeit mit der Natur“, sagt sie ganz passend zum Leitmotiv des Betriebes: Leben für eine Versöhnung mit der Natur. Dazu kommt inzwischen die Leidenschaft für die Kellerarbeit, den Ausbau der Weine. „Da tritt mir eine Persönlichkeit des jeweiligen Weines entgegen, die ich fördern, zu Reife und Entfaltung bringen will.“

Bereits 1980/81 haben die Trautweins die Umstellung auf Bio begonnen, wurden 1986/87 Bioland-Partner und sind seit dem 2004er Jahrgang anerkannter Demeter- Betrieb. Gerade die Biodynamische Wirtschaftsweise ermöglicht neue Entwicklungen. „Biodynamischen Weinbau sehe ich als den besten Weg, um nachhaltig wirkliche Qualität zu erreichen “, plädiert Anne-Christin Trautwein voller Überzeugung für Demeter-Reb- und Agrarkultur. „Der ökologische Anbau ist für mich grundlegend eine Selbstverständlichkeit. Dank der biodynamischen Maßnahmen, allem voran die Kompostwirtschaft und der Präparate-Einsatz, ist unser Boden noch einmal fruchtbarer geworden. Er ist feinkrümeliger, riecht auch anders. Und im Wein erlebe ich immer mehr Saftigkeit, genau das, was ich erreichen will.“

Die neun Hektar Weinberge erstrecken sich entlang eines Naturschutzgebietes mit Blumenwiesen und sogar Orchideen über vulkanischem Ursprungsgestein mit mächtigen Lösschichten. Das prägt nicht nur die Landschaft am Ostrand des Kaiserstuhls, sondern natürlich auch die Weine.

Das Weingut Trautwein widmet sich besonders der Burgunderfamilie, Chardonnay und Gewürztraminer. Zum Gut gehört außerdem eine Hausbrennerei für edle und vielfach prämierte Destillate und ein über 200 Jahre alter Sektkeller im Kirchberg. Anne-Christin gestaltet überall mit, im Weinberg, im Weinkeller und in der Vermarktung. „Das ist auch der Reiz, alle Zügel mit in der Hand zu halten und das Produkt von der Blüte im Weinberg bis schließlich als Wein in der Flasche zu begleiten“, freut sie sich. Sie will an der Zukunft arbeiten. Das verbindet sie mit anderen jungen Menschen im biodynamischen Demeter-Netzwerk. Deshalb war die Weltenbummlerin nach der Heimkehr an den Kaiserstuhl auch gleich begeistert über die Aktion „Demeter zeigt Gesicht“. Gemeinsam mit Gleichgesinnten wie etwa Spitzenkoch Simon Tress von der „Rose“ oder Winzerkollege Philipp Rieger will sie mit eindrucksvollen Plakaten mit den jeweiligen Charakterköpfen und durch vielfältige Aktionen anstecken in ihrer Begeisterung für Demeter. Da geht es beispielsweise bei „Beats & Öxle“ um heiße Musik und feine Zungen, im Gespräch mit den Gästen um den richtigen Zeitpunkt für Rebenschnitt, Traubenernte und Weinabfüllung und philosophierend auch um den richtigen Zeitpunkt für die Meilensteine im Leben. Für Anne-Christin Trautwein ist einer davon gerade frisch gesetzt.

Durch die Mitarbeit im Familienbetrieb arbeitet sie daran, „hier alles nicht etwa größer, sondern tiefer werden zu lassen und wahren Genuss zu ermöglichen und weiter zu entwickeln“. Kein Wunder also, dass ihre Freunde schon genau schauen, welche Getränke sie bei abendlichen Treffen anbieten und den Rat der jungen Winzerin suchen. Und mit der Freundin dem ersten Jahrgang entgegenfiebern, den Anne-Christin von Anfang an begleitet hat. Ob dann zur zweiten Traube im Gault Millau 2012 noch eine dritte kommt ist dabei fast Nebensache. Aber schön klingt dennoch, was die Experten dazu geschrieben haben: „Nomen est omen – auf das, was Elfriede und Hans-Peter Trautwein (und jetzt eben dann auch Anne-Christin – Anmerkung des Demeter Journal) seit Jahren in ihrem Demeter-Betrieb erzeugen, ist stets Verlass! Hier gesteht man den hochwertigen Weinen gerne eine längere Reifephase zu, was sowohl den sehr auf Balance und Harmonie ausgerichteten Weißweinen, wie auch selbstredend den bestens strukturierten roten Gewächsen sehr gut tut … eine überwältigende Auswahl an differenziert herausgearbeiteten Geschmackserlebnissen, allesamt die zweite Traube wert.“

Weltenbummlerin und Önologin
Winzerin Anne-Christin Trautwein am Kaiserstuhl

Nach Winzer-Ausbildung, Weinbau und Önologiestudium in Geisenheim sowie weinbaulichen Erfahrungen im Burgund und Australien ist sie jetzt eingestiegen in den Familienbetrieb hier am Kaiserstuhl. So setzt die junge Frau eine Tradition fort, die bis 1649 zurückreicht. „Obwohl ich von klein auf im Weingut mit unterwegs war, hatte ich anfangs gar nicht den Plan, Winzerin zu werden“, erzählt sie in ihrer offenen Art ganz unbefangen. Aber als die Eltern während eines Urlaubs der 17jährigen Schülerin das Weingut in Vertretung überließen, fing Anne-Christin Feuer. „Nach wie vor ist die Faszination für mich die Arbeit mit der Natur“, sagt sie ganz passend zum Leitmotiv des Betriebes: Leben für eine Versöhnung mit der Natur. Dazu kommt inzwischen die Leidenschaft für die Kellerarbeit, den Ausbau der Weine. „Da tritt mir eine Persönlichkeit des jeweiligen Weines entgegen, die ich fördern, zu Reife und Entfaltung bringen will.“

Bereits 1980/81 haben die Trautweins die Umstellung auf Bio begonnen, wurden 1986/87 Bioland-Partner und sind seit dem 2004er Jahrgang anerkannter Demeter- Betrieb. Gerade die Biodynamische Wirtschaftsweise ermöglicht neue Entwicklungen. „Biodynamischen Weinbau sehe ich als den besten Weg, um nachhaltig wirkliche Qualität zu erreichen “, plädiert Anne-Christin Trautwein voller Überzeugung für Demeter-Reb- und Agrarkultur. „Der ökologische Anbau ist für mich grundlegend eine Selbstverständlichkeit. Dank der biodynamischen Maßnahmen, allem voran die Kompostwirtschaft und der Präparate-Einsatz, ist unser Boden noch einmal fruchtbarer geworden. Er ist feinkrümeliger, riecht auch anders. Und im Wein erlebe ich immer mehr Saftigkeit, genau das, was ich erreichen will.“

Die neun Hektar Weinberge erstrecken sich entlang eines Naturschutzgebietes mit Blumenwiesen und sogar Orchideen über vulkanischem Ursprungsgestein mit mächtigen Lösschichten. Das prägt nicht nur die Landschaft am Ostrand des Kaiserstuhls, sondern natürlich auch die Weine.

Das Weingut Trautwein widmet sich besonders der Burgunderfamilie, Chardonnay und Gewürztraminer. Zum Gut gehört außerdem eine Hausbrennerei für edle und vielfach prämierte Destillate und ein über 200 Jahre alter Sektkeller im Kirchberg. Anne-Christin gestaltet überall mit, im Weinberg, im Weinkeller und in der Vermarktung. „Das ist auch der Reiz, alle Zügel mit in der Hand zu halten und das Produkt von der Blüte im Weinberg bis schließlich als Wein in der Flasche zu begleiten“, freut sie sich. Sie will an der Zukunft arbeiten. Das verbindet sie mit anderen jungen Menschen im biodynamischen Demeter-Netzwerk. Deshalb war die Weltenbummlerin nach der Heimkehr an den Kaiserstuhl auch gleich begeistert über die Aktion „Demeter zeigt Gesicht“. Gemeinsam mit Gleichgesinnten wie etwa Spitzenkoch Simon Tress von der „Rose“ oder Winzerkollege Philipp Rieger will sie mit eindrucksvollen Plakaten mit den jeweiligen Charakterköpfen und durch vielfältige Aktionen anstecken in ihrer Begeisterung für Demeter. Da geht es beispielsweise bei „Beats & Öxle“ um heiße Musik und feine Zungen, im Gespräch mit den Gästen um den richtigen Zeitpunkt für Rebenschnitt, Traubenernte und Weinabfüllung und philosophierend auch um den richtigen Zeitpunkt für die Meilensteine im Leben. Für Anne-Christin Trautwein ist einer davon gerade frisch gesetzt.

Durch die Mitarbeit im Familienbetrieb arbeitet sie daran, „hier alles nicht etwa größer, sondern tiefer werden zu lassen und wahren Genuss zu ermöglichen und weiter zu entwickeln“. Kein Wunder also, dass ihre Freunde schon genau schauen, welche Getränke sie bei abendlichen Treffen anbieten und den Rat der jungen Winzerin suchen. Und mit der Freundin dem ersten Jahrgang entgegenfiebern, den Anne-Christin von Anfang an begleitet hat. Ob dann zur zweiten Traube im Gault Millau 2012 noch eine dritte kommt ist dabei fast Nebensache. Aber schön klingt dennoch, was die Experten dazu geschrieben haben: „Nomen est omen – auf das, was Elfriede und Hans-Peter Trautwein (und jetzt eben dann auch Anne-Christin – Anmerkung des Demeter Journal) seit Jahren in ihrem Demeter-Betrieb erzeugen, ist stets Verlass! Hier gesteht man den hochwertigen Weinen gerne eine längere Reifephase zu, was sowohl den sehr auf Balance und Harmonie ausgerichteten Weißweinen, wie auch selbstredend den bestens strukturierten roten Gewächsen sehr gut tut … eine überwältigende Auswahl an differenziert herausgearbeiteten Geschmackserlebnissen, allesamt die zweite Traube wert.“