Biodynamische Präparate

Das Herzstück der biodynamischen Landwirtschaft

Biodynamische Präparate

27.10.2015

Außergewöhnlichstes Charakteristikum der Biodynamischen Wirtschaftsweise sind von Beginn an die Präparate. Ihre Anwendung ist für jeden Demeter-Betrieb verpflichtend.

Heilmittel für die Erde aus Substanzen der Natur

Der Mensch nimmt für ihre Herstellung Substanzen aus der Natur und setzt sie natürlichen Kräften aus, um sie dann in veränderter Form der Natur wieder zuzuführen. Die Biodynamischen Präparate werden Heilmittel für die Erde.

Die Kompostpräparate werden aus den Heilpflanzen Brennnessel, Schafgarbe, Kamille, Eichenrinde, Löwenzahn und Baldrian hergestellt. Dazu werden sie in tierischen Organhüllen wie Schädel, Darm oder Blase, zu denen sie – vereinfacht gesagt – in einer heilenden Beziehung stehen, über mindestens ein halbes Jahr im Boden vergraben. Dann werden sie dem Mist zugegeben, damit ein besonders wertvoller Kompost entsteht.

Bauer auf Komposthaufen
Durch die Präparate entsteht besonders wertvoller Kompost (Bild: Weingut Meinklang)

Ausbringung und Wirkung

Die Spritzpräparate werden in Kuhhörner gefüllt und vergraben: Hornkiesel als fein zermahlener Quarz und für Hornmist Kuhdung. Beide werden dann in Wasser rhythmisch verrührt und ausgespritzt. Hornmist ordnet und regt die Bodenprozesse an und wird bevorzugt zur Keimung der Pflanzen gespritzt. Hornkiesel fördert das dem Sonnenlicht entgegengerichtete Wachstum der Pflanzen und wird mehr zum Ende des Wachstums und zur Pflanzenreife hin gespritzt.

Und tatsächlich: Inzwischen haben australische Physiker gezeigt, dass Quarz Licht speichern und im Boden wieder abgegeben kann. Die Wirkung der Präparate wurde vielfach nachgewiesen, wenngleich die Wirkrichtung nicht immer eindeutig ist. Es wird eine generell ausgleichende, harmonisierende Wirkung beobachtet: Bei zu viel Nährstoffangebot senken sie die Erntemenge, bei suboptimalen Bedingungen steigern sie Qualität und Ertrag.

Das Hornmist-Präparat wirkt sich positiv auf Bodenfruchtbarkeit aus: Hohe Aktivität der Bodenlebewesen, ein hoher Gehalt an Biomasse und die ausgeprägte Verwurzelung der Pflanzen sind die erfreulichen Folgen. Die Wirkung des Hornkiesel-Präparates kann am besten mit einem sonnigen, warmen Sommertag verglichen werden. So beobachten es besonders die Gärtner, Obstbauern und Winzer. Sie wissen, dass die charakteristische Aromabildung damit gesteigert werden kann. Rein analytisch zeigt sich, dass die Haltbarkeit von Lagergemüse verbessert wird, Nitratgehalte reduziert sowie Zucker- und Vitamingehalte gesteigert werden. Die Biologisch-Dynamischen Präparate geben der Kulturlandschaft also einige der Kräfte wieder, die sie selbst bei bester Bewirtschaftung zwangsläufig einbüßt. So wird nachhaltig gewirtschaftet – im wahrsten Sinne des Wortes.

Unterschiedliches Pflanzenwachstum

Wer sein Auge schult, kann bereits durch exakte Pflanzenbetrachtung Unterschiede in der Morphologie von Nahrungspflanzen erkennen. Vergleiche an Gartenbohnen sind im Forschungslaboratorium am Goetheanum in Dornach (Schweiz) dokumentiert: Während die chemische Stickstoff-Düngung ungeordnetes, wucherndes Blattwachstum hervorruft, streben die biodynamisch geförderten Bohnen, die Schwerkraft quasi überwindend, geordnet der Sonne entgegen. Diese Harmonie in Vertikal- und Horizontalausbreitung vermittelt beim Betrachten Vitalität und fast so etwas wie Lebensfreude.

Sie werden in kleinen Mengen Mist, Pflanzenkompost oder Gülle beigegeben und dann damit aufs Land verteilt. Sie strukturieren den Kompostierprozess, fördern die harmonische Verrottung und dienen damit dem lebendigen Aufbau des Bodens. Nachweislich bewirken sie eine Verbesserung des Humusaufbaus und der Bodenstruktur.

Schafgarbenpräparat

Blüten in Hirschblase, fördert die Anpassungsfähigkeit an den Standort, wirkt belebend, fördert Kalium- Schwefelprozesse.

Zeichnung Schafgarbe

Kamillenpräparat

Kamillenblüten im Rinderdarm, macht den Dünger stickstoffbeständiger.

Zeichnung Kamille

Brennnesselpräparat

Brennnessel in Erde, wirkt strukturverbessernd auf den Boden.

Zeichnung Brennnessel

Eichenrindenpräparat

Eichenrinde in Schädel, bringt die formgebenden Kräfte genau dahin, wo sich sonst Pflanzenkrankheiten entwickeln könnten, regt Kalziumprozesse an.

Zeichnung Eichenrinde

Löwenzahnpräparat

Blüten im Rindergekröse. Kieselsäure wird angezogen.

Zeichnung Löwenzahn

Baldrianpräparat

Saft oder Auszug aus den Blüten, vergoren, kommt ohne tierische Hülle aus, vermittelt dem Boden die Fähigkeit, sich dem Phosphor- Angebot gegenüber richtig zu verhalten, wirkt zudem in Blüten- und Fruchtbildung.

Baldrian

 

Hornmist

Hörner mit Kuhfladen gefüllt. Ein halbes Jahr haben sie in der Erde Zeit, kosmische Kräfte und die Energie der tierischen Hülle zu sammeln. Die wohlriechende, dunkel-erdige Masse aus den Hörnern wird dynamisiert. Sie fördert mikrobielle Aktivität, bessere Durchwurzelung und Wasserspeicherfähigkeit des Bodens.

Hornmist

Hornkiesel

fein vermahlener Quarz im Kuhhorn, vermittelt Lichtenergie und fördert harmonische Wachstums- und Reifeprozesse, Fotosynthese der Pflanzen, stärkt Widerstandskraft der Pflanzen gegen Krankheiten und Schädlinge.

Hornkiesel

 

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Biodynamische Präparate
Das Herzstück der biodynamischen Landwirtschaft

Außergewöhnlichstes Charakteristikum der Biodynamischen Wirtschaftsweise sind von Beginn an die Präparate. Ihre Anwendung ist für jeden Demeter-Betrieb verpflichtend.

Heilmittel für die Erde aus Substanzen der Natur

Der Mensch nimmt für ihre Herstellung Substanzen aus der Natur und setzt sie natürlichen Kräften aus, um sie dann in veränderter Form der Natur wieder zuzuführen. Die Biodynamischen Präparate werden Heilmittel für die Erde.

Die Kompostpräparate werden aus den Heilpflanzen Brennnessel, Schafgarbe, Kamille, Eichenrinde, Löwenzahn und Baldrian hergestellt. Dazu werden sie in tierischen Organhüllen wie Schädel, Darm oder Blase, zu denen sie – vereinfacht gesagt – in einer heilenden Beziehung stehen, über mindestens ein halbes Jahr im Boden vergraben. Dann werden sie dem Mist zugegeben, damit ein besonders wertvoller Kompost entsteht.

Bauer auf Komposthaufen
Durch die Präparate entsteht besonders wertvoller Kompost (Bild: Weingut Meinklang)

Ausbringung und Wirkung

Die Spritzpräparate werden in Kuhhörner gefüllt und vergraben: Hornkiesel als fein zermahlener Quarz und für Hornmist Kuhdung. Beide werden dann in Wasser rhythmisch verrührt und ausgespritzt. Hornmist ordnet und regt die Bodenprozesse an und wird bevorzugt zur Keimung der Pflanzen gespritzt. Hornkiesel fördert das dem Sonnenlicht entgegengerichtete Wachstum der Pflanzen und wird mehr zum Ende des Wachstums und zur Pflanzenreife hin gespritzt.

Und tatsächlich: Inzwischen haben australische Physiker gezeigt, dass Quarz Licht speichern und im Boden wieder abgegeben kann. Die Wirkung der Präparate wurde vielfach nachgewiesen, wenngleich die Wirkrichtung nicht immer eindeutig ist. Es wird eine generell ausgleichende, harmonisierende Wirkung beobachtet: Bei zu viel Nährstoffangebot senken sie die Erntemenge, bei suboptimalen Bedingungen steigern sie Qualität und Ertrag.

Das Hornmist-Präparat wirkt sich positiv auf Bodenfruchtbarkeit aus: Hohe Aktivität der Bodenlebewesen, ein hoher Gehalt an Biomasse und die ausgeprägte Verwurzelung der Pflanzen sind die erfreulichen Folgen. Die Wirkung des Hornkiesel-Präparates kann am besten mit einem sonnigen, warmen Sommertag verglichen werden. So beobachten es besonders die Gärtner, Obstbauern und Winzer. Sie wissen, dass die charakteristische Aromabildung damit gesteigert werden kann. Rein analytisch zeigt sich, dass die Haltbarkeit von Lagergemüse verbessert wird, Nitratgehalte reduziert sowie Zucker- und Vitamingehalte gesteigert werden. Die Biologisch-Dynamischen Präparate geben der Kulturlandschaft also einige der Kräfte wieder, die sie selbst bei bester Bewirtschaftung zwangsläufig einbüßt. So wird nachhaltig gewirtschaftet – im wahrsten Sinne des Wortes.

Unterschiedliches Pflanzenwachstum

Wer sein Auge schult, kann bereits durch exakte Pflanzenbetrachtung Unterschiede in der Morphologie von Nahrungspflanzen erkennen. Vergleiche an Gartenbohnen sind im Forschungslaboratorium am Goetheanum in Dornach (Schweiz) dokumentiert: Während die chemische Stickstoff-Düngung ungeordnetes, wucherndes Blattwachstum hervorruft, streben die biodynamisch geförderten Bohnen, die Schwerkraft quasi überwindend, geordnet der Sonne entgegen. Diese Harmonie in Vertikal- und Horizontalausbreitung vermittelt beim Betrachten Vitalität und fast so etwas wie Lebensfreude.