Gärtnerei Piluweri

Baden-Württemberg

Gärtnerei Piluweri


Adresse: 
Am Stockacker 1
79379 Müllheim-Hügelheim

Tel:
Telefon: 
07631-93610-10
Fax:
Fax: 
07631-9361069
E-Mail:
info [at] piluweri.de
Web:


Entdecken Sie hier die Besonderheiten dieses Betriebes mit seinen individuellen Schwerpunkten im sozialen, ökologischen oder biodynamischen Engagement

Soziales Engagement und gerechtes Wirtschaften

Wir engagieren uns für unsere Mitarbeiter: 
Der Betrieb wird von vier Betriebsinhabern geleitet. Jeder Betriebsleiter ist für einen Arbeitsbereich verantwortlich: Richard Specht für den Gewächshausanbau, Matthias Ludwig für den Anbau im Freiland, Michael Pickel für den Bereich Vermarktung, Horst Ritter für den Bereich Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit. Wichtige Entscheidungen werden gemeinsam im Konsensprinzip getroffen. In der Gärtnerei sind ganzjährig ca. 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Der überwiegende Teil der Mitarbeiter sind ausgebildete Gärtnerinnen und Gärtner. Jeweils mehrere Personen arbeiten zusammen in einem Team in den verschiedenen Arbeitsbereichen. Durch den hohen Ausbildungsstand, die große Kompetenz und Motivation der Mitarbeiter ist es möglich, dass viele Arbeiten in Eigenverantwortlichkeiten geplant und ausgeführt werden. In regelmäßigen Mitarbeiterbesprechungen und Teamsitzungen werden verbindliche Absprachen getroffen und eingebrachte Verbesserungsvorschläge diskutiert. Einmal jährlich findet zwischen dem zuständigen Betriebsleiter und den Mitarbeitern der verschiedenen Arbeitsbereiche ein Mitarbeitergespräch statt, bei dem ein gegenseitiges Feedback über Arbeitsbedingungen, Leistungen und Entwicklungen gegeben werden.
Wir integrieren und fördern benachteiligte Menschen: 
Seit der Betriebsgründung im Jahr 1996 bilden wir junge Menschen im Beruf Gärtner und Gärtnerin aus. Seit vielen Jahren gibt es drei Lehrstellen, die Ausbildungszeit beträgt generell drei Jahre. Während der dreijährigen Lehrzeit durchlaufen die Auszubildenden die Bereiche Jungpflanzenanzucht, Gewächshaus-Anbau, Freiland-Anbau und Vermarktung.. Durch die Vielseitigkeit des Betriebes werden sehr umfangreiche Fachkenntnisse vermittelt. Die Lehrlinge besuchen wahlweise entweder die staatliche Berufsschule oder nehmen an der freien Ausbildung am Bodensee teil. Bei der staatlichen Abschlussprüfung sind unsere Auszubildenden regelmäßig unter den Jahrgangs-Besten in Baden-Württemberg. Die Nachfrage nach unseren Lehrstellen ist sehr hoch.


Bei uns gibt es systematische Möglichkeiten zur methodischen oder fachlichen Fort- sowie Weiterbildung zu verschiedenen Themen: 
Im Rahmen von betriebsinternen Schulungen werden die Mitarbeiter durch die Betriebsleiter oder Mitarbeiterkollegen zu verschiedenen Themen weitergebildet: Im Laufe der letzten Jahre waren dies z.B. die Themen Düngung, Präparateherstellung, Verkaufsschulung, Arbeitsschutz, Erste Hilfe. Da der Betrieb in verschiedene Arbeitsbereiche unterteilt und spezialisiert ist, ist es wichtig, eine gegenseitige Wahrnehmung zu haben. Während der Saison gibt es dazu für alle Mitarbeiter jeweils eine Führung im Bereich Freiland, Jungpflanzenanzucht und Gewächshäuser. Dabei werden Veränderungen, Entwicklungen und Probleme angesprochen. In einer Besprechung am Jahresende werden aus allen Bereichen ein Rückblick und eine Auswertung der zurückliegenden Saison gegeben, ebenso einen betriebswirtschaftlichen Überblick über die finanzielle Situation des Betriebes. Nach Bedarf werden die Mitarbeiter in externen Schulungen weitergebildet ( Schweißkurs, Arbeitswirtschaft, Mitarbeiterführung , Unfallverhütung, Staplerkurse etc.)
Wir pflegen langfristige Beziehungen zu Abnehmern und Lieferanten: 
Die Gärtnerei vermarktet ihre Produkte auf allen Handelsebenen. Dementsprechend gibt es sehr verschiedene Handelsbeziehungen. Beziehung zu Endverbrauchern: Ca. 50% der Produkte werden über 5 Wochenmärkte, Ab-Hof-Verkauf und 400 Abo-Kisten direkt an Endverbraucher verkauft. Auf den Wochenmärkten und im Ab-Hof-Verkauf bestehen oft sehr langjährige Kontakte zwischen den Kunden und den Mitarbeitern der Gärtnerei. Es ist uns ein großes Anliegen, dass die Verkäuferinnen und Verkäufer gute Kenntnisse über den Anbau, die Kulturen, die Wirtschaftsweise und über den Betrieb selbst haben. Von Seiten der Kunden werden diese Kompetenz und die freundlich-sympathische Art des Bedient-Werdens sehr geschätzt. Bei den Abokisten-Kunden besteht weniger persönlicher Kontakt zu einzelnen Menschen. Dies versuchen wir durch regelmäßige eigene Informationen über verschiedene Themen, Beilegen des Demeter-Journals, des Saatgutbriefes u. ä. auszugleichen. Unbekanntes Gemüse oder Alt-Bekanntes wird durch beigelegte Rezepte schmackhaft gemacht. Daneben sind aber auch die gute Erreichbarkeit über Telefon, Fax und E-Mail, die pünktliche Belieferung, die Art und Weise, wie mit Reklamationen umgegangen wird, die Aktualität und Attraktivität des Internetshops und vieles mehr wichtige Gesichtspunkte für eine erfolgreiche Vermarktung und die Zufriedenheit der Kunden. An oberster Stelle jedoch steht immer die Qualität der Produkte. Beziehung zu Kunden im Handel: Neben dem Verkauf an Endverbraucher verkaufen wir ca. 30 % des Gemüses an Naturkost-Einzelhandel, andere Marktgänger und Abobetriebe, Gastronomie und Küchen sozialer Einrichtungen. Diese Kunden werden regelmäßig per Fax über das aktuelle Angebot informiert. Mit Beginn der Erntesaison werden die Naturkostgeschäfte von Montag bis Samstag täglich beliefert um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden und um einen optimalen Service mit frischen Produkten zu bieten. In regelmäßigen Kundengesprächen halten wir die Ladner über unseren Anbau, über Saatgut- und Züchtungsfragen und die Entwicklungen in der Gärtnerei auf dem Laufenden, mit dem Ziel, dass sie möglichst viel Wissen über die regionale Produktion an ihre Kunden weitergeben können. Ähnlich Fragen werden im Kontakt mit den Großhandelskunden behandelt. Hier steht im Besonderen immer wieder das Thema samenfeste Sorten im Vordergrund. Beim Zukauf von Produkten zur Ergänzung des eigenen Angebots sind regionale Demeter-Erzeugnisse immer die erste Wahl. Mit einigen Nachbarbetrieben gibt es Anbauabsprachen und ein regelmäßiger Austausch von Produkten.



Klimaverbesserung: 
Da die Mitarbeiter nicht nur als Mit-Arbeiter sondern auch als Mit-Menschen betrachtet werden, ist uns der zwischenmenschliche Austausch sehr wichtig. Einmal monatlich gibt es bei den Mitarbeiterbesprechungen eine Befindlichkeitsrunde, bei der die Möglichkeit besteht, Dinge anzusprechen die aus dem privaten, familiären oder kollegialen Bereich unser Befinden beeinflussen. Bei Konfliktsituationen, die wir intern nicht lösen können, wurde in der Vergangenheit immer wieder die Hilfe einer erfahrenen Supervisorin in Anspruch genommen. Einen großen Stellenwert haben in unserem Betrieb die gemeinsamen Mahlzeiten. Täglich gibt es ein reichhaltiges Frühstück und ein abwechslungsreiches, warmes Mittagessen, das von zwei Köchinnen zubereitet wird. Die Mitarbeiter leisten dazu einen finanziellen Beitrag, der Rest wird vom Betrieb bezuschusst. Im vergangenen Jahr wurden im Rahmen einer Betriebserweiterung auch neue Sozialräume und ein neuer Aufenthaltsraum gebaut, um Räumlichkeiten zu haben, die nicht nur funktionale Zwecke haben, sondern auch eine Atmosphäre, in der man sich wohl fühlt. Neben dem gemeinsamen Arbeiten ist auch das gemeinsame Feiern wichtig: Im Laufe des Jahres gibt es daher ein gemeinsames Sonnwendfeuer, ein Erntedank-Essen mit den Familienangehörigen und Freunden, Kinoabende im Sommer, Theaterbesuche mit anschließendem Essen und anderes mehr. Die Bezahlung orientiert sich am Niveau der tariflichen Vereinbarungen. Außerdem gibt es verschiedene Vergünstigungen, wie z. B. Einkaufsmöglichkeiten über den Naturkostgroßhandel und Nutzung betriebseigener Fahrzeuge und Maschinen, Zuschuss zur Verpflegung. Unser Ziel ist es, Mitarbeiter zu haben, die engagiert und bewusst in der biologisch-dynamischen Arbeit stehen, die gerne in diesem Betrieb arbeiten und für sich eine möglichst langfristige Perspektive darin sehen.


Wir beteiligen uns aktiv an Kulturinitiativen oder Projekten zur Förderung der Region bzw. Gemeindeentwicklung: 
Der Betrieb ist in folgenden Organisationen bzw. Verbands-Organen Mitglied und aktiv tätig: • Fachgruppe der Demeter-Gärtner Baden-Württemberg Beratungsdienst Ulm • langjährige Mitarbeit ( bis Febr. 2011 ) im Initiativkreis der Demeter-Gärtner (Horst Ritter), viele Jahre Mitarbeit im Kreis der Vertrauensleute Baden-Württemberg • aktive Mitarbeit im „ Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau" • Beirat des Initiativkreises bei der Bingenheimer Saatgut AG ( Horst Ritter) • geschäftsführender Vorstand von Kultursaat e.V ( Horst Ritter) • Mitglied des Treuhänderkreises des Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft ( Horst Ritter) • Mitglied der Assoziation der biologisch-dynamischen Pflanzenzüchter ADBP ( Richard Specht, Horst Ritter) • Mitglied beim Beratungsdienst Nützlingseinsatz • Mitglied der Prüfungskommission der Gärtner-Ausbildung im Regierungsbezirk Freiburg ( Matthias Ludwig) • Gründungsmitglied des Aktionsbündnisses Gentechnik-freie Region Oberrhein • aktive Mitarbeit in der regionalen Umweltschutz- und Anti-Atom-Bewegung • Unterstützung von verschiedenen Initiativen durch Sachspenden ( Tafelladen Müllheim, Haus Lichtblick Buggingen-Seefelden, Maulwürfe Freiburg ) Durch die mehrmalige Förderung des Betriebes im Rahmen des Agrarinvestitionsprogramms bestehen gute Kontakte zu der örtlichen Verwaltung, dem Landwirtschaftsamt und dem Regierungspräsidium Freiburg. Außerdem bestehen gute Kontakte zu politischen Vertretern verschiedener Parteien aus der Region ( Kommunal- und Landesparlament), die sich für verschiedene Themen unserer Arbeit interessieren.
Wir vermitteln aktiv ökologisch soziale und Demeter-Themen in unserem Umfeld: 
„Tue Gutes und rede darüber" - unter diesem Motto stellen wir unsere Arbeit in der Öffentlichkeit auf unterschiedlichste Weise dar. Durch gute Pressekontakte sind wir immer wieder Ansprechpartner für Journalisten zu Fragen des ökologischen Landbaus. Diese Kontakte machen es auch möglich, dass unsere eigenen Anliegen aufgegriffen und dargestellt werden. Unser Betrieb wurde in den vergangenen Jahren mehrmals für sein nachhaltiges Konzept und die biologisch-dynamische Züchtungsarbeit ausgezeichnet: 2005 Förderpreis ökologischer Landbau 1. Platz 2006 Förderpreis Nachhaltiger Mittelstand der Ethikbank, I.Platz 2007 Umweltpreis der Stadt Freiburg, 1. Platz Siehe auch: www.piluweri.de / aktuelles bei piluweri: die presse über uns Diese Würdigungen waren für uns immer die Gelegenheit die biologisch-dynamische Arbeit und die Saatgutproblematik einer interessierten Öffentlichkeit darzustellen. In Folge davon gab es viele interessierte Gruppen, die bei Führungen den Betrieb kennenlernen wollten. Die Transparenz unserer Arbeit und das daraus gewachsene Vertrauen ist auch ein wesentlicher Grund für den wirtschaftlichen Erfolg des Betriebes. Jedes Jahr im Sommer wird ein „Tag der Offenen Tür" im Rahmen der Aktion „Öko-Sommer Baden-Württemberg" veranstaltet. Während die Kinder sich bei einem abwechslungsreichen Kinderprogramm beschäftigen können, haben die Erwachsenen die Gelegenheit an fachkundigen Führungen durch den Betrieb teilzunehmen. Informationsstände befreundeter Organisationen wie z.B. von NABU, Slow-Food, Imkerverband, Aktionsbündnis gegen Gentechnik und Demeter-Vereinigung ergänzen das Informationsangebot für die Besucher und bringen auch neue Interessierte aus ihrem Umfeld mit auf den Betrieb. Ein großes Sommerfest mit Musik und einem vegetarischen Büffet mit eigenen Produkten bilden den Abschluss dieses gut besuchten Tages. Aber auch zu anderen Jahreszeiten haben Besucher die Gelegenheit beim Einkauf in der Gärtnerei unsere Arbeit mit den eigenen Augen zu verfolgen. Eigene Vorträge, Teilnahme an Diskussionen, Ausstellungen und Messen, eine professionell gestaltete Webseite und ein auf allen Liefer-Fahrzeugen, Verpackungsmaterialien, Anzeigen und Hofschildern durchgängiges Erscheinungsbild haben zu einem großen Bekanntheitsgrad beigetragen.
Besonderheiten unseres Betriebes (nicht abgefragt): 
Als Besonderheit ist zu erwähnen, dass wir in unserem Betrieb seit der Betriebsgründung Stille Gesellschafter beteiligt haben. Im Rahmen der Betriebserweiterung im Jahr 2010 haben wir unter dem Motto „ Ein fruchtbarer Boden für Ihr Geld..." mit Flyern und einer regionalen Öffentlichkeitsarbeit um Beteiligungen geworben. Dabei konnten sich die Interessenten zwischen einer Verzinsung in Gemüse oder in Geld entscheiden, wobei der überwiegende Teil sich für die Verzinsung in Naturalien entschieden hat. Auf diesem Weg ist es uns gelungen rund 85 Menschen an unserem Betrieb mit einer Gesamtsumme von ca. 640.000 € Kapital zu beteiligen. Für uns ist das ein großer Vertrauensbeweis und die Möglichkeit ,ein stückweit unabhängiger von Banken zu werden, für die Stillen Gesellschafter eine Möglichkeit, sich an einem ökologisch-sinnvollen und regionalen Projekt zu beteiligen und zu wissen, was mit ihrem Geld geschieht. Siehe auch: www.piluweri.de / aktuelles bei piluweri:geldanlage


Engagement in Ökologie und Nachhaltigkeit
Wir setzen uns für Landschaftspflege und ökologische Vielfalt ein: 
Der konsequente Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und die Vielseitigkeit unseres Anbaus haben direkte Auswirkungen auf die Artenvielfalt der Flora und Fauna. Jede Gemüsekultur hat ihre typische Begleitflora, die auch gleichzeitig die Lebensgrundlage für verschiedene Insekten und Kleinlebewesen bildet. Selbst in „geschlossenen" Kulturräumen finden wir eine stattliche Bachstelzenpopulation und immer wieder auch Erdkröten. Seit dem Bau der Gärtnerei, ringsum umgeben mit hauptsächlich Mais- und Sonderkultur-Flächen, hat sich die Artenvielfalt sichtbar verbessert. Dies ist uns durch folgende Maßnahmen gelungen: • Anlegen und Pflege von Hecken, vor allem auch mit Gehölzen, die eine Lebensgrundlage für Bienen und Wildinsekten bilden • Anpflanzung verschiedener Hochstamm-Obstbäume • Anlegen von Brachflächen • Einsaat von Blühstreifen auf den Gemüseflächen • Blumen- und Staudenrabatten auf dem Hofgelände • Aufhängen von Nisthilfen • Vermehrungsflächen von Gemüsekulturen bieten eine hervorragende Lebensgrundlage für viele Insekten (Doldenblütler, Zwiebelgewächse etc.) Außerdem werden vom Betrieb verschiedene Streu obstflächen gepflegt und neu angelegt. Dies ist ebenso wie die Pflege verschiedener Hochstamm-Bäume auf den bewirtschafteten Ackerflächen ein Beitrag zum Erhalt des typischen Landschaftsbildes am Oberrhein.
Wir arbeiten mit regenerativen Energien oder sind innovativ im Umgang mit Rohstoffen: 
Energie: Seit vielen Jahren bezieht die Gärtnerei ihren Strom von der EWS Schönau, um Alternativen in der Energiewirtschaft aktiv zu unterstützen. Vor 9 Jahren haben wir die Dachfläche unseres Betriebsgebäudes einer Bürger-Beteiligungsgemeinschaft kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Gemeinschaft betreibt auf diesem Dach eine Photovoltaikanlage. Damit haben wir schon lange vor dem großen PV-Boom ein deutlich sichtbares Zeichen gesetzt. Im Jahr 2011 wird auf dem Dach der neuen Betriebshalle auch eine zusätzliche PV-Anlage installiert. Dabei wird im Rahmen eines Pilotprojektes der Energieverbrauch der Kühlräume auf die tageszeitlich schwankende Energiemenge der PV-Anlage abgestimmt. Im beheizten Gewächshaus-Anbau sind eine ganze Anzahl von Maßnahmen ergriffen worden, um den Einsatz von Energie auf ein möglichst niedriges Niveau zu bringen: • Einsatz von Erdgas als Energieträgerund somit niedrigere Emissionen als bei Heizöl • Einsatz von PC- gesteuerter Klimaregelung • Reduzierung der Temperaturen auf ein vertretbares Maß • sinnvolle Anbauzeiträume, keine Warmkulturen in der kalten Jahreszeit • Doppelverglasung der Stehwände in Glasgewächshäusern • Einbau von Energieschirmen ( Reduktion des Energieverbrauchs bis zu 25%) • Isolierung der Stehwände mit Luftpolsterfolien • Bau nicht-beheizbarer Folientunnel als Alternative zum geheizten Unterglas-Anbau Durch die regionale Vermarktung eines großen Anteils unserer Produkte und kurzen Wegen zu den Verbrauchern kann beim Transport der Energieverbrauch im Vergleich zur überregionalen Produktion stark reduziert werden. Wasser: Sämtliche Dachflächen der Glasgewächshäuser und Betriebsgebäude (4000m2) sind an ein Regenwasser-Sammelsystem angeschlossen. Das gesammelte Wasser wird zur Beregnung verwendet. Beim Gemüsewaschen werden Maschinen mit Wasser-Recycling-Systemen verwendet, das verschmutze Wasser wird vorgeklärt und versickert auf dem eigenen Betriebsgelände (Feuchtbiotop).
Wir engagieren uns insbesondere in der Bodenpflege oder Humusaufbau: 
Durch den Anbau von ca. 70 verschiedenen Kulturen gibt es eine große Artenvielfalt in der Fruchtfolge. 25-30 % der Anbaufläche sind mit Gründüngungskulturen eingesät. Umstellungsflächen werden grundsätzlich mit zweijährigem Kleegras bestellt, das Kleegras gemulcht, intensiv mit Präparaten versorgt und wenn möglich auch in dieser Zeit mit Mistkompost gedüngt. Auf Freilandflächen wird angestrebt, einmal im Jahr, entweder vor einer Gemüsekultur oder danach ein Leguminosengemenge anzubauen. Beim Einarbeiten der Grünmasse wird meistens das Fladenpräparat angewendet. Zur Stickstoffversorgung starkzehrender Kulturen werden Erbsen oder Ackerbohnen von regionalen ökobetrieben zugekauft und als Schrot ausgebracht. Eigene Pflanzenabfälle werden zusammen mit Stroh (Verbesserung der Wasserhaltefähigkeit und des C:N-Verhältnisses) und zugekauftem Mist kompostiert, ein- bis zweimal umgesetzt und präpariert, so wie mit Kompostvlies zugedeckt. Zur Lösung der Fruchtfolgeproblematik und Bodenfruchtbarkeit im geschützten Anbau haben wir intensive Überlegungen angestellt. Durch den hohen Anteil der Nachtschattengewächse (Tomaten, Paprika, Auberginen) in der Fruchtfolge des intensiven Erwerbsanbaus kommt es nach einigen Jahren zu entsprechenden Bodenkrankheiten. Teilweise kann durch Veredeln von Tomaten und Paprika Abhilfe geschaffen werden. Die Sorten für die Veredelungsunterlagen sind alles Hybriden und stammen ohne Ausnahmen alle aus konventioneller Züchtung, ein sehr hoher Anteil weltweit von Firmen der Monsanto-Gruppe. Eigene Züchtungsansätze mussten nach einigen Jahren mangels eigener Kapazitäten und wegen fehlender Finanzierung wieder eingestellt werden. Bei der Betriebserweiterung wurde aus den aufgeführten Gründen und aus Klimaschutzgründen ein Konzept entwickelt, bei dem Folientunnel gewählt wurden, die nach ungefähr sechs Jahren umgestellt werden können. Zwischen jedem Folientunnel befindet sich eine gleichgroße Fläche, die mit Kleegras eingesät wurde und sich nicht in der Gemüsefruchtfolge befindet. Nach der sechsjährigen Rotationszeit innerhalb der bestehenden Tunnel, wird auf diese Fläche gewechselt, so dass auf eine Veredelung der genannten Kulturen verzichtet werden kann.

Biodynamische Impulse
Wir arbeiten intensiv mit biodynamischen Präparaten: 
In Zusammenarbeit mit einem Demeter-Landwirt werden alle Präparate auf unserem Betrieb selbst hergestellt. Neben den Kompostpräparaten und den Spritzpräparaten wird auch das Fladenpräparat nach Maria Thun selbst hergestellt. Besonders die Spritzpräparate Hornmist und Hornkiesel werden während der Vegetationszeit sehr intensiv angewendet. Hierbei ist es uns wichtig, dass das Rühren von Hand gemacht wird, weil wir an dieser Stelle dem Einfluss des Menschen eine große Bedeutung zumessen und die Arbeit nicht durch eine Maschine machen lassen wollen. Die Verwendung der Kompostpräparate wurde weiter oben schon beschrieben. Beim Einarbeiten von Grünmasse oder auf Flächen, bei denen keine Kompostgabe möglich war, wird das Fladenpräparat gespritzt, um die Wirkung der Kompostpräparate entfalten zu können. Eine Besonderheit bei uns ist das Rühren und Verteilen des Drei-König-Präparates nach Hugo Erbe am 6. Januar. Hierzu treffen sich mehrere Menschen von verschiedenen Demeter-Betrieben aus der Region und rühren zusammen das Myrrhe-Gold-Weihrauch-Präparat als Opfergabe und Schutzpräparat.
Wir vermehren/erzeugen biodynamisch gezüchtet, alte oder besondere Sorten.: 
Nicht nur aus dem Grund, dass die konventionelle Züchtung immer mehr mit Methoden arbeitet, die mit dem Leitbild des Ökologischen Landbaus nicht mehr vereinbar sind, sondern auch weil wir beobachten, wie die Lebenskräfte der Pflanzen immer mehr geschwächt werden und wir eine verbesserte Lebensmittelqualität wollen, haben wir uns mit der Saatgutproblematik intensiv auseinander gesetzt. Aus dem gärtnerisch-handwerklichen Umgang mit Pflanzen und ihren Eigenschaften entstand Schritt für Schritt die Vermehrungs- und Züchtungsarbeit. Diese Arbeit ist bei uns ganz in den Erwerbsgemüsebau-Betrieb integriert und unterliegt somit einer laufenden Prüfung der Geschmacks-, Anbau- und Vermarktungseigenschaften. Bei allen Gemüsearten, bei denen Sorten zur Verfügung stehen, die auch für den Erwerbsanbau geeignet sind, verwenden wir samenfeste Sorten, möglichst aus biologisch-dynamischer Herkunft. Im Rahmen des Initiativkreises für Saatgut aus biologisch-dynamischem Anbau werden viele verschiedene Sorten vermehrt. Durch die eigene Züchtung sind folgende Sorten entstanden und vom Bundessortenamt anerkannt: • Mohre Milan ( Michael Pickel) • Kopfsalat Briweri (Richard Specht) • Paprika Pantos (Richard Specht) • Tomate Pilu ( Richard Specht) • Winterlauch Avano (Horst Ritter) • Tomate Tica (Richard Specht) An der Entwicklung weiterer Sorten wird gearbeitet. Diese Züchtungsarbeit wird durch Fördergelder von Kultursaat bezuschusst. Für verschiedene Sorten wird auf unserem Betrieb eine Erhaltungszucht durchgeführt. Neben der reinen Züchtungsarbeit werden auch immer wieder Sortenvergleiche, Echtheitsprüfungen oder Gesundheitsprüfungen (BLE Projekt „Regulierung des Falschen Mehltaus an Salat") durchgeführt. Wir stehen in engem Kontakt zur Bingenheimer Saatgut AG und zur Sativa Rheinau, um in der Sortenentwicklung und Vermarktung vorwärts zu kommen. So wurden in der Vergangenheit auch mehrmals schon größere Veranstaltungen durchgeführt ( z.B. Sortentage), um die eigenen Erfahrungen als Erwerbsbetrieb an interessierte Gärtnerkollegen weiterzugeben.
Wir bieten unseren Tieren besondere Haltungsformen oder Tierpflege: 
Die Mutterkuhherde, die sich im Aufbau befindet, wird ganzjährig im Freiland gehalten und weidet auf den Kleegrasflächen des Betriebes. Ein überdachter Unterstand dient als Schutz vor Sonne und Regen. Im Winter wird eigenes Heu und Silage zugefüttert.
Sonstiges: 
Eine Gärtnerei ist eine Ausdrucksform der weitgehenden Spezialisierung der Landwirtschaft und entspricht nicht mehr dem Idealbild, wie es Rudolf Steiner in seinen Ausführungen dargestellt hat. Trotzdem arbeiten wir daran, auch einen Erwerbsgemüsebau-Betrieb als Hoforganismus zu gestalten. Mit folgenden Maßnahem nehmen wir Einfluss auf die Entstehung einer hofeigenen Qualität: • Durch das Pflanzen von Hecken und Bäumen geben wir dem Betrieb eine Art Hülle • Durch den Anbau von Gründüngungskulturen wird der Humus mit betriebseigenen Stoffen aufgebaut. • Die Herstellung der Präparate erfolgt mit Pflanzen, die auf dem Betrieb oder in seiner Umgebung gewachsen sind. Die Lagerung und Vergrabungsstellen befinden sich auf dem Betrieb. • Es gibt eine kleine Mutterkuhherde, die langsam im Aufbau ist und von Frühjahr bis Herbst die Kleegrasflächen beweidet. • Sehr viel Arbeit ist in den letzten Jahren in die Saatgut- Vermehrung und Züchtung von lokal angepassten Gemüsesorten geflossen. Bei einigen Kulturen wird ausschließlich hofeigenes Saatgut verwendet. • Alle Jungpflanzen werden in einer eigenen Jungpflanzenabteilung selbst gezogen. • Der wachsende Anteil von Energie, der auf dem Betrieb erzeugt und selbst verbraucht wird und unser Regenwasser-Sammelsystem sind auch ein Beitrag zu nachhaltigem Wirtschaften und schrittweise Schließen von Betriebskreisläufen.


Besonderheiten unseres Betriebs: 
Wir legen bei unseren Produkten großen Wert auf ein ansprechendes, appetitanregendes Erscheinungsbild, das beim Verzehren die geweckten Erwartungen in hohem Maße erfüllt. Um das zu erreichen machen wir bei der Sortenwahl viele eigene Geschmacks- und Anbauvergleiche, verbessern immer wieder unsere Anbau-, Ernte- und Aufbereitungstechnik und versuchen die optimale Frische und Qualität unserer Produkte von der Ernte bis zur Belieferung der Kunden durch verschiedene Maßnahmen zu erhalten. Bei der Gestaltung unserer Marktstände achten wir auf ein ästhetisches und ansprechendes Gesamtbild. Kai Kreutzer (Biomarkt-lnfo) hat den Marktstand in einem früheren Artikel als „schönster Marktstand Deutschlands" bezeichnet. So wie bei unseren Marktständen achten wir auch bei der Gestaltung des Betriebes auf ein gepflegtes und sympathisches Erscheinungsbild. Dies wird unterstrichen z.B. durch die Gestaltung der Betriebsgebäude, durch die konzeptionelle Anordnung der Gärtnerei, die Bepflanzung der Blumenrabatten, die Beschilderung und vieles andere mehr. Wir wollen erreichen, dass unsere Kunden nicht nur die Produktqualität unseres Gemüses schätzen, sondern auch erkennen mit wie viel Begeisterung und Engagement und mit welcher sozialen Qualität diese Produkte entstanden sind.