Grüne diskutierten im Tennental

Vortrags- und Diskussionsabend: Nachhaltige Ernährung und Landwirtschaft

Grüne diskutierten im Tennental

22.07.2013
Alexander Thierfelder (Bildmitte) erläutert den rund 80 Besuchern vor Ort die Tierhaltung nach Demeter-Richtlinien und erklärt welch wichtige Rolle Tiere in einem funktionierenden Hoforganismus spielen.
Alexander Thierfelder (Bildmitte) erläutert den rund 80 Besuchern vor Ort die Tierhaltung nach Demeter-Richtlinien und erklärt welch wichtige Rolle Tiere in einem funktionierenden Hoforganismus spielen.

Für ihren Vortrags- und Diskussionsabend zum Thema „Nachhaltige Ernährung als Grundlage für eine gesunde Landwirtschaft“ hätten die Grünen wohl keinen passenderen Veranstaltungsort als den Martinshof der Dorfgemeinschaft Tennental finden können. Hier auf dem Demeter-Hof in Deckenpfronn wird eine selbstbestimmte und zukunftsfähige Landwirtschaft schon seit 22 Jahren gelebt und praktiziert. Mit Alexander Thierfelder vom Demeter-Landwirtschaftsbetrieb im Tennental und Reinhold Pix, grüner Landtagsabgeordneter und Öko-Winzer aus Ihringen bei Freiburg, führten zwei ausgesprochene Fachleute durch den Abend und berichteten den rund 80 Gästen von ihren wichtigen Erfahrungen aus der Praxis.

Als Einstieg in das Thema erläuterte Demeter-Landwirt Alexander Thierfelder in einer Hofführung seine Arbeit und wichtige Ideen des Demeter-Verbands. So schreibt Demeter beispielsweise als einziger ökologischer Verband Tierhaltung für Bauernhöfe vor. Aus gutem Grund: Der hofeigene Mist ist Grundlage für wertvollen Dünger, den Demeter-Bauern durch Kompostierung mit biodynamischen Präparaten selbst herstellen – die Voraussetzung für einen funktionierenden Hoforganismus. Auch Thierfelders Milchkühe, Mastrinder und Schweine produzieren Dung, der entscheidend für einen Boden mit entsprechend hohem Nährstoffgehalt ist. Ein gesunder Boden wiederum ist die Quelle für gesundes Pflanzenwachstum.

Ebenfalls wichtiger Punkt: die Saatgutproblematik im internationalen Agrarhandel. Früher züchteten die Landwirte ihr Saatgut in der regionalen Vielfalt noch selbst, dagegen sind heute die meisten Sorten nicht mehr reproduktionsfähig. Die Saatgutproduktion liegt in den Händen weniger großer Saatgutkonzernen. Diese Entwicklung kann die Welternährung gefährden, denn sie macht die Landwirtschaft von einzelnen Konzernen abhängig und gefährdet zudem die Sortenvielfalt und damit letztlich auch die Regionalität.

Reinhold Pix, grüner Landtagsabgeordneter und Öko-Winzer, verfocht in seinem anschließenden Vortrag die Abschaffung der Massentierhaltung als ein urgrünes Thema. Die weitere Entwicklung unserer Ernährungsgewohnheiten sieht Pix als zentrale Fragestellung der Zukunft. Wie das Beispiel des biodynamisch bewirtschafteten Martinshofs zeige, könne eine nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung nicht solch große Mengen Fleisch und Milch produzieren, wie zur Zeit verbraucht werden. Daher geht es bei der Kampagne „Klimaschutz mit Messer und Gabel“ um Bewusstseinsänderung: Der Verbraucher kann mit Messer und Gabel abstimmen. Zur Bewusstseinsänderung gehört auch die Erfahrung und so wäre es nach Auffassung von Pix an der Zeit, dass in der Gastronomie mehr vegetarische und auch vegane Gerichte endlich als Selbstverständlichkeit auf die Speisekarte gehörten.

In der abschließenden Diskussionsrunde wurden aus dem Publikum noch zahlreiche Fragen vertiefend gestellt. Ein Imbiss mit Demeter-Produkten aus der hofeigenen Herstellung der Dorfgemeinschaft Tennental rundete die gelungene Veranstaltung ab.

www.tennental.de

Grüne diskutierten im Tennental
Vortrags- und Diskussionsabend: Nachhaltige Ernährung und Landwirtschaft

Für ihren Vortrags- und Diskussionsabend zum Thema „Nachhaltige Ernährung als Grundlage für eine gesunde Landwirtschaft“ hätten die Grünen wohl keinen passenderen Veranstaltungsort als den Martinshof der Dorfgemeinschaft Tennental finden können. Hier auf dem Demeter-Hof in Deckenpfronn wird eine selbstbestimmte und zukunftsfähige Landwirtschaft schon seit 22 Jahren gelebt und praktiziert. Mit Alexander Thierfelder vom Demeter-Landwirtschaftsbetrieb im Tennental und Reinhold Pix, grüner Landtagsabgeordneter und Öko-Winzer aus Ihringen bei Freiburg, führten zwei ausgesprochene Fachleute durch den Abend und berichteten den rund 80 Gästen von ihren wichtigen Erfahrungen aus der Praxis.

Als Einstieg in das Thema erläuterte Demeter-Landwirt Alexander Thierfelder in einer Hofführung seine Arbeit und wichtige Ideen des Demeter-Verbands. So schreibt Demeter beispielsweise als einziger ökologischer Verband Tierhaltung für Bauernhöfe vor. Aus gutem Grund: Der hofeigene Mist ist Grundlage für wertvollen Dünger, den Demeter-Bauern durch Kompostierung mit biodynamischen Präparaten selbst herstellen – die Voraussetzung für einen funktionierenden Hoforganismus. Auch Thierfelders Milchkühe, Mastrinder und Schweine produzieren Dung, der entscheidend für einen Boden mit entsprechend hohem Nährstoffgehalt ist. Ein gesunder Boden wiederum ist die Quelle für gesundes Pflanzenwachstum.

Ebenfalls wichtiger Punkt: die Saatgutproblematik im internationalen Agrarhandel. Früher züchteten die Landwirte ihr Saatgut in der regionalen Vielfalt noch selbst, dagegen sind heute die meisten Sorten nicht mehr reproduktionsfähig. Die Saatgutproduktion liegt in den Händen weniger großer Saatgutkonzernen. Diese Entwicklung kann die Welternährung gefährden, denn sie macht die Landwirtschaft von einzelnen Konzernen abhängig und gefährdet zudem die Sortenvielfalt und damit letztlich auch die Regionalität.

Reinhold Pix, grüner Landtagsabgeordneter und Öko-Winzer, verfocht in seinem anschließenden Vortrag die Abschaffung der Massentierhaltung als ein urgrünes Thema. Die weitere Entwicklung unserer Ernährungsgewohnheiten sieht Pix als zentrale Fragestellung der Zukunft. Wie das Beispiel des biodynamisch bewirtschafteten Martinshofs zeige, könne eine nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung nicht solch große Mengen Fleisch und Milch produzieren, wie zur Zeit verbraucht werden. Daher geht es bei der Kampagne „Klimaschutz mit Messer und Gabel“ um Bewusstseinsänderung: Der Verbraucher kann mit Messer und Gabel abstimmen. Zur Bewusstseinsänderung gehört auch die Erfahrung und so wäre es nach Auffassung von Pix an der Zeit, dass in der Gastronomie mehr vegetarische und auch vegane Gerichte endlich als Selbstverständlichkeit auf die Speisekarte gehörten.

In der abschließenden Diskussionsrunde wurden aus dem Publikum noch zahlreiche Fragen vertiefend gestellt. Ein Imbiss mit Demeter-Produkten aus der hofeigenen Herstellung der Dorfgemeinschaft Tennental rundete die gelungene Veranstaltung ab.

www.tennental.de