Niedersachsen wählt Massentierhaltung ab

Bio-Spitzenverband BÖLW: Merkel muss umsteuern

Niedersachsen wählt Massentierhaltung ab

21.01.2013

Kein deutsches Bundesland steht so sehr für industrielle Landwirtschaft wie Niedersachsen. „Ausgerechnet im Land der Agrarindustrie wird den Politikern die höchste agrarpolitische Kompetenz zugesprochen, die für ein bäuerlich-ökologisches Gegenmodell zu den ständig zunehmenden Agrarfabriken eintreten. Das können Aigner und Merkel nicht ignorieren!“, kommentierte der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, die niedersächsische Landtagswahl. „Der Wahlausgang in Niedersachsen unterstreicht den massenhaften Protest zehntausender Demonstranten tags zuvor in Berlin und zeigt, dass die Menschen in Deutschland die Agrarindustrie satt haben.“

In Niedersachsen sind 60 % aller Trinkwasserbrunnen übermäßig mit Nitrat aus der Landwirtschaft belastet. „Von 200 Bürgerinitiativen gegen Massentierhaltung in Deutschland sind 80 in Niedersachsen aktiv. Allein diese Entwicklung macht deutlich, dass ein agrarpolitisches Umsteuern ganz oben auf der Agenda stehen muss", sagt Löwenstein. "Die neue Landesregierung hat nun den Auftrag aus der Klientelpolitik im Agrarbereich auszusteigen. Nur gemeinsam mit den Bürgern kann eine Landwirtschaft entwickelt werden, die auf breite Akzeptanz stößt“, so der BÖLW-Vorsitzende.

„Von Niedersachsen geht in Sachen Agrarpolitik ein wichtiges Signal an Kanzlerin Merkel", betont BÖLW-Vorstand Jan Plagge. Angela Merkel verhandelt Anfang Februar in Brüssel für Deutschland die Eckpfeiler der EU-Agrarpolitik der nächsten sieben Jahre. Geht es nach dem Willen der EU-Kommission, sollen die Gelder der Steuerzahler künftig etwas mehr an ökologische und soziale Leistungen gebunden werden. Diese notwendige Qualifizierung der Prämien versucht der Deutsche Bauernverband – und mit ihm die Bundesregierung – zu verhindern. „Die Kanzlerin setzt bisher auf ein "Weiter so". Ökologische, bäuerliche Landwirtschaft wird dem Wachstumswahn der Agrarindustrie geopfert. Frau Merkel muss umsteuern!“, sagt Jan Plagge.

Derzeit wird in Brüssel die EU-Agrarreform beraten. Insbesondere die Unterstützung der ländlichen Entwicklung, mit der Naturschutz, Investitionen in artgerechte Tierhaltung sowie der Ökolandbau gefördert wird, soll massiv reduziert werden. Die Gießkannenprämien für alle Betriebe sollen hingegen unangetastet bleiben.

 

Niedersachsen wählt Massentierhaltung ab
Bio-Spitzenverband BÖLW: Merkel muss umsteuern

Kein deutsches Bundesland steht so sehr für industrielle Landwirtschaft wie Niedersachsen. „Ausgerechnet im Land der Agrarindustrie wird den Politikern die höchste agrarpolitische Kompetenz zugesprochen, die für ein bäuerlich-ökologisches Gegenmodell zu den ständig zunehmenden Agrarfabriken eintreten. Das können Aigner und Merkel nicht ignorieren!“, kommentierte der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, die niedersächsische Landtagswahl. „Der Wahlausgang in Niedersachsen unterstreicht den massenhaften Protest zehntausender Demonstranten tags zuvor in Berlin und zeigt, dass die Menschen in Deutschland die Agrarindustrie satt haben.“

In Niedersachsen sind 60 % aller Trinkwasserbrunnen übermäßig mit Nitrat aus der Landwirtschaft belastet. „Von 200 Bürgerinitiativen gegen Massentierhaltung in Deutschland sind 80 in Niedersachsen aktiv. Allein diese Entwicklung macht deutlich, dass ein agrarpolitisches Umsteuern ganz oben auf der Agenda stehen muss", sagt Löwenstein. "Die neue Landesregierung hat nun den Auftrag aus der Klientelpolitik im Agrarbereich auszusteigen. Nur gemeinsam mit den Bürgern kann eine Landwirtschaft entwickelt werden, die auf breite Akzeptanz stößt“, so der BÖLW-Vorsitzende.

„Von Niedersachsen geht in Sachen Agrarpolitik ein wichtiges Signal an Kanzlerin Merkel", betont BÖLW-Vorstand Jan Plagge. Angela Merkel verhandelt Anfang Februar in Brüssel für Deutschland die Eckpfeiler der EU-Agrarpolitik der nächsten sieben Jahre. Geht es nach dem Willen der EU-Kommission, sollen die Gelder der Steuerzahler künftig etwas mehr an ökologische und soziale Leistungen gebunden werden. Diese notwendige Qualifizierung der Prämien versucht der Deutsche Bauernverband – und mit ihm die Bundesregierung – zu verhindern. „Die Kanzlerin setzt bisher auf ein "Weiter so". Ökologische, bäuerliche Landwirtschaft wird dem Wachstumswahn der Agrarindustrie geopfert. Frau Merkel muss umsteuern!“, sagt Jan Plagge.

Derzeit wird in Brüssel die EU-Agrarreform beraten. Insbesondere die Unterstützung der ländlichen Entwicklung, mit der Naturschutz, Investitionen in artgerechte Tierhaltung sowie der Ökolandbau gefördert wird, soll massiv reduziert werden. Die Gießkannenprämien für alle Betriebe sollen hingegen unangetastet bleiben.