Demeter-Winzer mit eigenen Methoden gegen Schädlinge

Verzicht auf Einsatz von Spinosad

Demeter-Winzer mit eigenen Methoden gegen Schädlinge

19.05.2015
Demeter Winzer im Weinstock

Die Kirschessigfliege bereitet Weinbauern große Sorgen. Der eingewanderte Schädling darf zwar im ökologischen Landbau mit einem zugelassenen Pflanzenschutzmittel bekämpft werden, die biodynamischen Winzer wollen jedoch zunächst andere Maßnahmen erproben.

Die Demeter-Erzeuger Erzeuger nehmen für sich in Anspruch, am restriktivsten mit solchen erlaubten Hilfsmitteln umzugehen und setzen soweit möglich auf eigene Ansätze für ein gutes Gleichgewicht in der Natur. Das bestätigt  die jüngste Entscheidung der Demeter-Winzer, das Insektizid Spinosad in diesem Jahr nicht anzuwenden. Die biodynamischen Weinbauern setzen damit ein Zeichen für Konsequenz und Zielstrebigkeit in Richtung ihres Ideals. „Sie weichen auch in wirtschaftlich schwierigen Situationen nicht von biodynamischen Grundsätzen ab“, betont Nina Weis, im Demeter e.V. zuständig für die Winzer.

Die Demeter-Weinbauern wollen Alternativen wie das Veraschen der Kirschessigfliege erproben. Einige haben mit dieser Methode schon positive Erfahrungen in Bezug auf den Traubenwickler gesammelt und wollen das Verfahren nun auch bei der Kirschessigfliege anwenden. Begleitet werden die Versuche vom staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg. Eine Vielzahl an weiteren Maßnahmen wird aktuell diskutiert wie das Einnetzen, luftige Bestandsführung, das Aufstellen von Fallen, die Suche nach Nützlingen und der Einsatz von Gesteinsmehlen. Noch ist nicht abzusehen, wie heftig der Befall in dieser Saison ausfallen wird. Demeter-Winzer hoffen, durch ihre Förderung des natürlichen Gleichgewichtes und ihre biodynamische Pflanzenstärkungsmaßnahmen den Befall eindämmen zu können.

 

Spinosad wird im Wein- und Obstbau gegen die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii), eingesetzt. Dieser neue Einwanderer aus Asien bereitet seit letztem Jahr den meisten Winzern und Obstbauern in Deutschland Probleme. Die Verwandte der einheimischen Fruchtfliege (Drosophila melanogaster), die mit bloßem Auge nur schwer voneinander zu unterscheiden sind, ist in der Lage, auch gesunde Früchte mit ihrem Legestachel zu penetrieren, um anschließend ihre Eier abzulegen. Sie bevorzugt dabei rote, frühreife Rebsorten und rötliches Obst ab dem Farbumschlag. Durch ihr rasches Vermehrungspotential – sie kommt auf bis zu acht Generationen pro Jahr -  kann sie den Winzer zu einer vorzeitigen, qualitätsmindernden Lese zwingen.

Wirkungsvolle Bekämpfungsmaßnahmen gegen diesen Schädling gibt es bisher nur wenige. Für den Ökolandbau ist ein Insektizid mit dem Wirkstoff Spinosad zugelassen. Es wird aus einem natürlich vorkommenden Bodenbakterium gewonnen, aber es hat ein breites Wirkspektrum und erfasst daher auch Nützlinge. Selbst mit Spinosad lässt sich ein Befall nicht verhindern sondern bestenfalls reduzieren. Durch die Konzentration auf nur dieses eine Mittel und die rasche Generationsfolge der Kirschessigfliege rechnen Experten zudem mit einer schnellen Resistenzbildung. Vor diesem Hintergrund verzichten die Demeter-Winzer auf den Einsatz von Spinosad.

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Demeter-Winzer mit eigenen Methoden gegen Schädlinge
Verzicht auf Einsatz von Spinosad

Die Kirschessigfliege bereitet Weinbauern große Sorgen. Der eingewanderte Schädling darf zwar im ökologischen Landbau mit einem zugelassenen Pflanzenschutzmittel bekämpft werden, die biodynamischen Winzer wollen jedoch zunächst andere Maßnahmen erproben.

Die Demeter-Erzeuger Erzeuger nehmen für sich in Anspruch, am restriktivsten mit solchen erlaubten Hilfsmitteln umzugehen und setzen soweit möglich auf eigene Ansätze für ein gutes Gleichgewicht in der Natur. Das bestätigt  die jüngste Entscheidung der Demeter-Winzer, das Insektizid Spinosad in diesem Jahr nicht anzuwenden. Die biodynamischen Weinbauern setzen damit ein Zeichen für Konsequenz und Zielstrebigkeit in Richtung ihres Ideals. „Sie weichen auch in wirtschaftlich schwierigen Situationen nicht von biodynamischen Grundsätzen ab“, betont Nina Weis, im Demeter e.V. zuständig für die Winzer.

Die Demeter-Weinbauern wollen Alternativen wie das Veraschen der Kirschessigfliege erproben. Einige haben mit dieser Methode schon positive Erfahrungen in Bezug auf den Traubenwickler gesammelt und wollen das Verfahren nun auch bei der Kirschessigfliege anwenden. Begleitet werden die Versuche vom staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg. Eine Vielzahl an weiteren Maßnahmen wird aktuell diskutiert wie das Einnetzen, luftige Bestandsführung, das Aufstellen von Fallen, die Suche nach Nützlingen und der Einsatz von Gesteinsmehlen. Noch ist nicht abzusehen, wie heftig der Befall in dieser Saison ausfallen wird. Demeter-Winzer hoffen, durch ihre Förderung des natürlichen Gleichgewichtes und ihre biodynamische Pflanzenstärkungsmaßnahmen den Befall eindämmen zu können.

 

Spinosad wird im Wein- und Obstbau gegen die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii), eingesetzt. Dieser neue Einwanderer aus Asien bereitet seit letztem Jahr den meisten Winzern und Obstbauern in Deutschland Probleme. Die Verwandte der einheimischen Fruchtfliege (Drosophila melanogaster), die mit bloßem Auge nur schwer voneinander zu unterscheiden sind, ist in der Lage, auch gesunde Früchte mit ihrem Legestachel zu penetrieren, um anschließend ihre Eier abzulegen. Sie bevorzugt dabei rote, frühreife Rebsorten und rötliches Obst ab dem Farbumschlag. Durch ihr rasches Vermehrungspotential – sie kommt auf bis zu acht Generationen pro Jahr -  kann sie den Winzer zu einer vorzeitigen, qualitätsmindernden Lese zwingen.

Wirkungsvolle Bekämpfungsmaßnahmen gegen diesen Schädling gibt es bisher nur wenige. Für den Ökolandbau ist ein Insektizid mit dem Wirkstoff Spinosad zugelassen. Es wird aus einem natürlich vorkommenden Bodenbakterium gewonnen, aber es hat ein breites Wirkspektrum und erfasst daher auch Nützlinge. Selbst mit Spinosad lässt sich ein Befall nicht verhindern sondern bestenfalls reduzieren. Durch die Konzentration auf nur dieses eine Mittel und die rasche Generationsfolge der Kirschessigfliege rechnen Experten zudem mit einer schnellen Resistenzbildung. Vor diesem Hintergrund verzichten die Demeter-Winzer auf den Einsatz von Spinosad.