Verbraucher wählen Bio

Politik muss handeln damit Landwirtschaft zukunftsfähig wird

Verbraucher wählen Bio

13.01.2016
Bild von der Pressekonferenz
v.l.n.r. Peter Röhrig, Elke Röder, Jan Plagge, Felix Löwenstein

„Ökolandbau und Bio-Lebensmittel bedeuten für Bio-Bauern, -Hersteller und -Händler nicht nur hervorragende Entwicklungsperspektiven. Bio zeigt, wie Landwirtschaft als Klima- und Umweltschützer funktioniert. Die Politik hat es in der Hand, die positiven Impulse des Marktes für mehr Bio aus Deutschland zu nutzen“, so Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), anlässlich der Eröffnung der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

„Mit Bio setzen Bauern und Lebensmittelproduzenten auf Qualität und Umweltschutz. Das wollen immer mehr Kunden, die damit Bio weiter voran bringen“, sagt BÖLW-Vorstand Elke Röder und betont: „Die steigende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln und die Orientierung auf den heimischen Markt bescheren den Bio-Landwirten stabile Erzeugerpreise. An der Ladenkasse honorieren die Menschen die Leistungen der Bio-Bauen und zahlen faire Preise.“ Röder fügt hinzu, dass Bio-Produkte an immer mehr Verkaufsstellen und zu stabilen Preisen verfügbar seien. Für Röder ist klar: „Wer ausschließlich auf Masse und Exportsteigerung zur Zukunftssicherung setzt, hat die Regeln der Globalisierung nicht verstanden.“

BÖLW-Vorstand Jan Plagge fordert, dass die Politik Stolpersteine für Bio aus dem Weg räumt: „Die Revision des Bio-Rechts ist alles andere als in trockenen Tüchern. Die Vorschläge für die Neugestaltung der Bio-Kontrolle und die Fokussierung der EU-Kommission auf Grenzwerte gefährden die Sicherheit der Bio-Qualität und entsprechen nicht den Verbrauchererwartungen. Wir appellieren an EU-Parlament, -Mitgliedstaaten und EU-Kommission, in den laufenden Trilog-Verhandlungen zu sachgerechten Lösungen zu kommen.“

Plagge weiter zur EU-Agrarpolitik: „Wir fordern Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt auf, bei der Halbzeitbewertung der EU-Agrarpolitik den Ausbau des heimischen Ökolandbaus in den Fokus zu nehmen.“ Damit seien konkrete Zukunftsperspektiven für Bio und konventionelle Betriebe verbunden, die umstellen wollen. „Einerseits geht den Bundesländern das Geld für die Umstellung auf Bio aus, andererseits hat Deutschland den Spielraum für eine Umschichtung von der ersten in die zweite Säule bisher nicht ausgeschöpft. Statt Steuergelder mit der Gießkanne zu verteilen, können Landwirte so für zusätzliche Umweltleistungen honoriert werden und vom wachsenden, stabilen, heimischen Bio-Markt profitieren.“

BÖLW-Vorsitzender Löwenstein fügt hinzu: „Den Kampf gegen die Klimakrise, gegen Artensterben, Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen und multinationalen Konzernen können wir nur gewinnen, wenn wir die Landwirtschaft weltweit auf regenerative Methoden ausrichten, wie sie im Ökologischen Landbau entwickelt werden. Ökolandbau zeigt täglich, wie man Humus aufbauen kann. Humusböden können große Mengen an CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und speichern. Gleichzeitig verbessert sich die Fruchtbarkeit und Widerstandsfähigkeit der Böden. Ohne den Beitrag der Landwirtschaft kann die Klimakrise nicht bewältigt werden.“ In diesem Zusammenhang sei schwer zu begreifen, warum die Dünge-Verordnung, die in Kürze im Bundesrat behandelt wird, ausgerechnet die Betriebe belasten solle, die Humus aufbauende Dünger verwenden und das Grundwasser schützen. Löwenstein: „Wir müssen viel stärker die Verursacher in die Pflicht nehmen. Denn die Probleme gehen von jenen aus, die zu viele Tiere halten oder zu viel Gülle auf ihren Betrieb importieren. Und nicht von Bio-Betrieben und anderen Tierhaltern, deren Bestände an ihre Futterfläche angepasst sind.“

Löwenstein fasst zusammen: „Nur eine regenerative und ökologische Landwirtschaft kann Kohlenstoff aus der Atmosphäre holen, schützt Gewässer, schont Böden und kann wesentlich dazu beitragen, dass der Hunger dort bekämpft wird, wo er am schlimmsten ist: im ländlichen Raum von Entwicklungsländern. Es müssen jetzt die Weichen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft in Berlin, Brüssel und bei weiteren Klimaverhandlungen gestellt werden.“

Diese Meldung beruht auf einer Mitteilung des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), zu dessen Gründungsmitgliedern Demeter zählt.

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Politik muss handeln damit Landwirtschaft zukunftsfähig wird

„Ökolandbau und Bio-Lebensmittel bedeuten für Bio-Bauern, -Hersteller und -Händler nicht nur hervorragende Entwicklungsperspektiven. Bio zeigt, wie Landwirtschaft als Klima- und Umweltschützer funktioniert. Die Politik hat es in der Hand, die positiven Impulse des Marktes für mehr Bio aus Deutschland zu nutzen“, so Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), anlässlich der Eröffnung der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

„Mit Bio setzen Bauern und Lebensmittelproduzenten auf Qualität und Umweltschutz. Das wollen immer mehr Kunden, die damit Bio weiter voran bringen“, sagt BÖLW-Vorstand Elke Röder und betont: „Die steigende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln und die Orientierung auf den heimischen Markt bescheren den Bio-Landwirten stabile Erzeugerpreise. An der Ladenkasse honorieren die Menschen die Leistungen der Bio-Bauen und zahlen faire Preise.“ Röder fügt hinzu, dass Bio-Produkte an immer mehr Verkaufsstellen und zu stabilen Preisen verfügbar seien. Für Röder ist klar: „Wer ausschließlich auf Masse und Exportsteigerung zur Zukunftssicherung setzt, hat die Regeln der Globalisierung nicht verstanden.“

BÖLW-Vorstand Jan Plagge fordert, dass die Politik Stolpersteine für Bio aus dem Weg räumt: „Die Revision des Bio-Rechts ist alles andere als in trockenen Tüchern. Die Vorschläge für die Neugestaltung der Bio-Kontrolle und die Fokussierung der EU-Kommission auf Grenzwerte gefährden die Sicherheit der Bio-Qualität und entsprechen nicht den Verbrauchererwartungen. Wir appellieren an EU-Parlament, -Mitgliedstaaten und EU-Kommission, in den laufenden Trilog-Verhandlungen zu sachgerechten Lösungen zu kommen.“

Plagge weiter zur EU-Agrarpolitik: „Wir fordern Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt auf, bei der Halbzeitbewertung der EU-Agrarpolitik den Ausbau des heimischen Ökolandbaus in den Fokus zu nehmen.“ Damit seien konkrete Zukunftsperspektiven für Bio und konventionelle Betriebe verbunden, die umstellen wollen. „Einerseits geht den Bundesländern das Geld für die Umstellung auf Bio aus, andererseits hat Deutschland den Spielraum für eine Umschichtung von der ersten in die zweite Säule bisher nicht ausgeschöpft. Statt Steuergelder mit der Gießkanne zu verteilen, können Landwirte so für zusätzliche Umweltleistungen honoriert werden und vom wachsenden, stabilen, heimischen Bio-Markt profitieren.“

BÖLW-Vorsitzender Löwenstein fügt hinzu: „Den Kampf gegen die Klimakrise, gegen Artensterben, Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen und multinationalen Konzernen können wir nur gewinnen, wenn wir die Landwirtschaft weltweit auf regenerative Methoden ausrichten, wie sie im Ökologischen Landbau entwickelt werden. Ökolandbau zeigt täglich, wie man Humus aufbauen kann. Humusböden können große Mengen an CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und speichern. Gleichzeitig verbessert sich die Fruchtbarkeit und Widerstandsfähigkeit der Böden. Ohne den Beitrag der Landwirtschaft kann die Klimakrise nicht bewältigt werden.“ In diesem Zusammenhang sei schwer zu begreifen, warum die Dünge-Verordnung, die in Kürze im Bundesrat behandelt wird, ausgerechnet die Betriebe belasten solle, die Humus aufbauende Dünger verwenden und das Grundwasser schützen. Löwenstein: „Wir müssen viel stärker die Verursacher in die Pflicht nehmen. Denn die Probleme gehen von jenen aus, die zu viele Tiere halten oder zu viel Gülle auf ihren Betrieb importieren. Und nicht von Bio-Betrieben und anderen Tierhaltern, deren Bestände an ihre Futterfläche angepasst sind.“

Löwenstein fasst zusammen: „Nur eine regenerative und ökologische Landwirtschaft kann Kohlenstoff aus der Atmosphäre holen, schützt Gewässer, schont Böden und kann wesentlich dazu beitragen, dass der Hunger dort bekämpft wird, wo er am schlimmsten ist: im ländlichen Raum von Entwicklungsländern. Es müssen jetzt die Weichen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft in Berlin, Brüssel und bei weiteren Klimaverhandlungen gestellt werden.“