Noch keine Entwarnung

EU-Ökoverordnung

Noch keine Entwarnung

17.06.2015
Traktor auf Feld
Ökobauern können auch in Zukunft nicht für die Pestizidausbringung der konventionellen Nachbarn bestraft werden

Der EU-Agrarministerrat hat sich am Dienstag auf einen Kompromiss zur EU-Ökoverordnung geeinigt. Demeter begrüßt, dass im neuen Text das größte Problem ausgeräumt wurde: Die Zertifizierung nach EU-Ökoverordnung wird weiter auf der Kontrolle des gesamten Herstellungsprozesses basieren, ein Wechsel hin zum Rückstandskontrollprinzip1 konnte verhindert werden.

„Während die Prozesskontrolle gerettet wurde, hat der Rat sich leider nicht zur weiteren Anerkennung des Äquivalenzprinzips bei Importen umstimmen lassen. Wir fordern das Europäische Parlament auf, hier nachzubessern, um auch ökologisch arbeitenden Handelspartnern in kleineren und Entwicklungsländern in Zukunft Zugang zu unseren Märkten zu gewähren,“ so Antje Kölling, Leiterin der Politik und Öffentlichkeitsarbeit beim Demeter e.V. „Der Kompromisstext des Rates enthält zudem noch viele technische Mängel in den Details. Im Parlament sowie im Trilog zwischen den EU-Institutionen dürfen diese nicht ausgeblendet werden. Um zu einem tragbaren Rechtstext zu kommen, der realistisch umgesetzt werden kann, muss weiterhin viel Arbeit in die der EU-Ökoverordnung gesteckt werden.“

 


1 Ein solcher Ansatz hätte die ökologische Landwirtschaft für die Pestizidausbringung der konventionellen Nachbarn bestraft und weitere Kontrollkosten für ökologische Produkte verursacht. Dies wäre ein Schritt hin zur Endproduktkontrolle und weg von der Betrachtung des gesamten Herstellungsprozesses gewesen, die grundlegend für den ökologischen Landbau ist.

Tags: 
EU-Öko-Verordnung
Noch keine Entwarnung
EU-Ökoverordnung

Der EU-Agrarministerrat hat sich am Dienstag auf einen Kompromiss zur EU-Ökoverordnung geeinigt. Demeter begrüßt, dass im neuen Text das größte Problem ausgeräumt wurde: Die Zertifizierung nach EU-Ökoverordnung wird weiter auf der Kontrolle des gesamten Herstellungsprozesses basieren, ein Wechsel hin zum Rückstandskontrollprinzip1 konnte verhindert werden.

„Während die Prozesskontrolle gerettet wurde, hat der Rat sich leider nicht zur weiteren Anerkennung des Äquivalenzprinzips bei Importen umstimmen lassen. Wir fordern das Europäische Parlament auf, hier nachzubessern, um auch ökologisch arbeitenden Handelspartnern in kleineren und Entwicklungsländern in Zukunft Zugang zu unseren Märkten zu gewähren,“ so Antje Kölling, Leiterin der Politik und Öffentlichkeitsarbeit beim Demeter e.V. „Der Kompromisstext des Rates enthält zudem noch viele technische Mängel in den Details. Im Parlament sowie im Trilog zwischen den EU-Institutionen dürfen diese nicht ausgeblendet werden. Um zu einem tragbaren Rechtstext zu kommen, der realistisch umgesetzt werden kann, muss weiterhin viel Arbeit in die der EU-Ökoverordnung gesteckt werden.“

 


1 Ein solcher Ansatz hätte die ökologische Landwirtschaft für die Pestizidausbringung der konventionellen Nachbarn bestraft und weitere Kontrollkosten für ökologische Produkte verursacht. Dies wäre ein Schritt hin zur Endproduktkontrolle und weg von der Betrachtung des gesamten Herstellungsprozesses gewesen, die grundlegend für den ökologischen Landbau ist.