Milchbauern in Existenzkampf

MittwochsBlog

Milchbauern in Existenzkampf

25.05.2016
Tastatur mit Einblicken in die Landwirtschaft

Der Liter Milch kostet beim Discounter jetzt so viel, wie heimische konventionelle Landwirte brauchen, um sie zu erzeugen. Grund: Preissenkungen, durch Aldi ausgelöst, mit dem Argument Weltmarktpreis. Aber kein Mensch kauft Frischmilch aus Neuseeland oder importiert sie, auch Milch aus Milchkonzentrat gibt es hier nicht. Der Markt funktioniert hier nur zum Teil nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage. Dennoch gibt es in Europa zu viel Milch nach dem Fall der Milchquotenregelung. Umstellen auf Biomilch, die einen deutlich höheren Erzeugerpreis erzielt, das können nur die Betriebe, die sich diese Investition noch leisten können. Längst hat die aktuelle Milchkrise eine kulturelle Dimension angenommen. Milch gilt nicht mehr als wertvolles Lebensmittel neben Honig, während in den Städten Cappuccino mit Sojamilchhaube im Kuhfellambiente getrunken wird. Treue Arbeit mit den Tieren gilt wenig, während der Einkauf im Baumarkt als Naturabenteuer beworben wird. Die Kuh gilt fälschlicherweise immer noch als Klimasünder, dabei ist die ein Teil der Lösung. Die Frischetheken neuer Aldi-Filialen werden jetzt auf Bauernmarkt designt, ein Hohn. Oder Abgesang auf die historische (R)Evolution von Kuh und Mensch?

Den Mittwochsblog verfasst Michael Olbrich-Majer, Redakteur der Fachzeitschrift Lebendige Erde.

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Der Liter Milch kostet beim Discounter jetzt so viel, wie heimische konventionelle Landwirte brauchen, um sie zu erzeugen. Grund: Preissenkungen, durch Aldi ausgelöst, mit dem Argument Weltmarktpreis. Aber kein Mensch kauft Frischmilch aus Neuseeland oder importiert sie, auch Milch aus Milchkonzentrat gibt es hier nicht. Der Markt funktioniert hier nur zum Teil nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage. Dennoch gibt es in Europa zu viel Milch nach dem Fall der Milchquotenregelung. Umstellen auf Biomilch, die einen deutlich höheren Erzeugerpreis erzielt, das können nur die Betriebe, die sich diese Investition noch leisten können. Längst hat die aktuelle Milchkrise eine kulturelle Dimension angenommen. Milch gilt nicht mehr als wertvolles Lebensmittel neben Honig, während in den Städten Cappuccino mit Sojamilchhaube im Kuhfellambiente getrunken wird. Treue Arbeit mit den Tieren gilt wenig, während der Einkauf im Baumarkt als Naturabenteuer beworben wird. Die Kuh gilt fälschlicherweise immer noch als Klimasünder, dabei ist die ein Teil der Lösung. Die Frischetheken neuer Aldi-Filialen werden jetzt auf Bauernmarkt designt, ein Hohn. Oder Abgesang auf die historische (R)Evolution von Kuh und Mensch?

Den Mittwochsblog verfasst Michael Olbrich-Majer, Redakteur der Fachzeitschrift Lebendige Erde.

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