Bereits in der Krise: Landwirtschaft zu Steiners Zeiten

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Bereits in der Krise: Landwirtschaft zu Steiners Zeiten

30.09.2015
Tastatur mit Einblicken in die Landwirtschaft

Neulich fiel mir ein Buch von 1914 in die Hände, „Unser Odenwald“, Fotografien und Fakten. Da gab es noch so interessante Berufe wie Korbflechter oder Besenbinder, während die Berufssausichten von Nagelschmieden und Holzdrahthoblern rapide sanken. Das zeigen die Zahlen für das Großherzogtum Hessen von 1860 bis 1910 in diesem Buch. Aus ihnen ist auch ein dramatischer Strukturwandel in der Landwirtschaft ablesbar – übrigens ungefähr zur Lebensperiode von Rudolf Steiner, dem Inspirator der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Flachs und Hanfanbau brachen ebenso ein wie die heimische Weberei, Köhlerei und Mohnanbau verschwanden völlig, einzig das Zigarrenmachen boomte. Die Gründer des Biodynamischen begannen also in extremen Krisenzeiten, als die Folgen von Hyperinflation, Zwangsversteigerungen von Höfen, von Hunger in der Eifel und einer gewaltigen Binnenmigration spürbar waren. Kein Wunder, dass die Erstauflage des ersten Buchs zur Biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise 1928 von Erhard Bartsch noch „Die Not der Landwirtschaft“ hieß. Die Rettung sah man schon damals in einer neuen spirituellen Denkart, welche das rein materialistische Verständnis von Mensch und Natur überwindet.

Den Mittwochsblog verfasst Michael Olbrich-Majer, Redakteur der Fachzeitschrift Lebendige Erde.

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Neulich fiel mir ein Buch von 1914 in die Hände, „Unser Odenwald“, Fotografien und Fakten. Da gab es noch so interessante Berufe wie Korbflechter oder Besenbinder, während die Berufssausichten von Nagelschmieden und Holzdrahthoblern rapide sanken. Das zeigen die Zahlen für das Großherzogtum Hessen von 1860 bis 1910 in diesem Buch. Aus ihnen ist auch ein dramatischer Strukturwandel in der Landwirtschaft ablesbar – übrigens ungefähr zur Lebensperiode von Rudolf Steiner, dem Inspirator der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Flachs und Hanfanbau brachen ebenso ein wie die heimische Weberei, Köhlerei und Mohnanbau verschwanden völlig, einzig das Zigarrenmachen boomte. Die Gründer des Biodynamischen begannen also in extremen Krisenzeiten, als die Folgen von Hyperinflation, Zwangsversteigerungen von Höfen, von Hunger in der Eifel und einer gewaltigen Binnenmigration spürbar waren. Kein Wunder, dass die Erstauflage des ersten Buchs zur Biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise 1928 von Erhard Bartsch noch „Die Not der Landwirtschaft“ hieß. Die Rettung sah man schon damals in einer neuen spirituellen Denkart, welche das rein materialistische Verständnis von Mensch und Natur überwindet.

Den Mittwochsblog verfasst Michael Olbrich-Majer, Redakteur der Fachzeitschrift Lebendige Erde.

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