Unbehandelte Milch im Geschmackstest auf dem Demeter-Völkleswaldhof

Kann man Landschaft schmecken?

Unbehandelte Milch im Geschmackstest auf dem Demeter-Völkleswaldhof

16.10.2015
Milchgläser von oben
Bild: Alberto Peroli

Im Rahmen der Geschmackstage 2015 findet am 23. Oktober auf dem Demeter-Völkleswaldhof in Oberrot ein seltenes Geschmackserlebnis statt. „Es gibt sie noch, die gute Milch“ heißt die gemeinsame Veranstaltung von Slow Food Deutschland e.V., dem Bundesverband der Vorzugsmilcherzeuger und Direktvermarkter von Milch und Milchprodukten (BVDM) und Geschmackstage Deutschland e.V.

Bei einer kostenlosen Querverkostung können Genussfreudige den Unterschieden zwischen naturbelassenen Milchen nachschmecken. Fünf verschiedene Milch-Kostproben von Vorzugsmilchbetrieben aus verschiedenen Regionen Deutschlands stehen zum Geschmacksvergleich bereit. „Kann man Landschaft schmecken?“ heißt nur eine der spannenden Fragen.

Die Veranstaltung soll Besucher über geschmackliche Unterschiede aufklären und darüber informieren, wo Interessierte die Möglichkeit haben hochwertige Milch zu kaufen.

Völkleswaldhof

Der Demeter-Betrieb im Naturpark Schwäbisch-fränkischer Wald vereint viele Faktoren hochwertigster Milchherstellung: Vorzugsmilch in Demeter-Qualität, eine wesensgemäße Kälberaufzucht, bei der die Kälber in den ersten Monaten bei ihren Müttern trinken dürfen und von ihnen aufgezogen werden, eine wiederkäuergerechte, grundfutterbetonte Fütterung – kräuterreiche und hofnahe Weide im Sommer, Heu im Winter. Der perfekte Ort, um über Qualität und Vielfalt von Milch zu sprechen. Einem Lebensmittel, das in den vergangenen Jahren immer stärker zum Produkt degradiert wurde, bei dem Lager- und Transportfähigkeit ausschlaggebender wurden als Tierwohl, Qualität und Geschmack.

Kühe auf der Weide des Völkleswaldhof

Programm

  • 14:00 - 14:30 Uhr: Einführung "Es gibt sie noch die gute Milch"
    Anja Frey, Vorzugsmilch-Landwirtin und Mitglied im BVDM
    Rupert Ebner, Slow Food Deutschland e. V.
    Heiner Sindel, Geschmackstage Deutschland e.V.
  • 14:30 - 15:15 Uhr: Geschmackserlebnis / Querverkostung
    Den Unterschieden naturbelassener Milchen auf der Spur
    Kirsten Kohlhaw, freie Textarbeiterin und Milchexpertin
  • 15:15 - 15:45 Uhr: Diskussion bei einem kleinen Imbiss
  • 15:45 - 16:30 Uhr: Hofführung

Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist erwünscht

Ansprechparterin: Andrea Lenkert-Hörrmann
Projektbeauftragte von Slow Food Deutschland e. V.
E-Mail: projektbeauftragte[ / at \ ]slowfood [ / dot \ ] de

Demeter Milch

Jeder Verarbeitungsschritt mindert die natürliche Qualität. Deshalb erlaubt Demeter nur Pasteurisierung und schließt die Homogenisierung von Milch aus. Als Qualitätsbeweis hat Demeter-Milch deshalb einen Rahmpropf, denn naturbelassene, nicht homogenisierte Milch rahmt auf.

Die Milch verdient aufgrund ihrer Geschmacksvielfalt den Plural "Milchen"

Rohe (unbearbeitete) Milch von Tieren ist ein zentraler Teil der Ernährung in unserer Kultur. Diese Milch zeichnet sich durch eine ungeheure Vielfalt geschmacklicher Qualitäten aus, die ihrerseits durch eine Vielzahl unterschiedlicher Inhaltstoffe hervorgerufen wird. Diese Inhaltsstoffe bestimmen nicht nur den Geschmack, sondern auch die Eigenschaften für die äußerst vielseitigen Möglichkeiten der Weiterverarbeitung. Leider sind wir es gewohnt, von Milch nur in der Einzahl zu sprechen. Um der Vielfältigkeit der Milch in Geschmack und Zusammensetzung gerecht zu werden, sollten wir den Plural von Milch - "Milchen" - in unseren Wortschatz aufnehmen.

Während die natürliche Vielfalt der Milchen verloren geht, wird die vermeintliche Auswahl zwischen designten Milch-Varianten immer größer. Durch extrem erfolgreiche Gewöhnung an diese höchst industrielle Milch sind wir unsensibel für echte Vielfalt geworden. Die Folge: für die Bewertung von Milch werden meist allein der Fettanteil und die Haltbarkeit herangezogen.

Die Reduzierung der Milchvielfalt auf ein industrielles Produkt aber beraubt uns eines qualitativ hochwertigen und geschmacklich vielfältigen Lebensmittels, das Ausdruck von Landschaft, Tier und Mensch ist. Rohmilch und Rohmilchkäse sind so vielgestaltig wie die Tierarten (Rind, Schaf, Ziege, Pferd, Kamel, Rentier), deren Rassen, Regionen, Hersteller und Verarbeitungsweisen.

Diese Meldung beruht auf einer Pressemitteilung von Slow Food.

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Vorzugsmilch
Slow Food
Unbehandelte Milch im Geschmackstest auf dem Demeter-Völkleswaldhof
Kann man Landschaft schmecken?

Im Rahmen der Geschmackstage 2015 findet am 23. Oktober auf dem Demeter-Völkleswaldhof in Oberrot ein seltenes Geschmackserlebnis statt. „Es gibt sie noch, die gute Milch“ heißt die gemeinsame Veranstaltung von Slow Food Deutschland e.V., dem Bundesverband der Vorzugsmilcherzeuger und Direktvermarkter von Milch und Milchprodukten (BVDM) und Geschmackstage Deutschland e.V.

Bei einer kostenlosen Querverkostung können Genussfreudige den Unterschieden zwischen naturbelassenen Milchen nachschmecken. Fünf verschiedene Milch-Kostproben von Vorzugsmilchbetrieben aus verschiedenen Regionen Deutschlands stehen zum Geschmacksvergleich bereit. „Kann man Landschaft schmecken?“ heißt nur eine der spannenden Fragen.

Die Veranstaltung soll Besucher über geschmackliche Unterschiede aufklären und darüber informieren, wo Interessierte die Möglichkeit haben hochwertige Milch zu kaufen.

Völkleswaldhof

Der Demeter-Betrieb im Naturpark Schwäbisch-fränkischer Wald vereint viele Faktoren hochwertigster Milchherstellung: Vorzugsmilch in Demeter-Qualität, eine wesensgemäße Kälberaufzucht, bei der die Kälber in den ersten Monaten bei ihren Müttern trinken dürfen und von ihnen aufgezogen werden, eine wiederkäuergerechte, grundfutterbetonte Fütterung – kräuterreiche und hofnahe Weide im Sommer, Heu im Winter. Der perfekte Ort, um über Qualität und Vielfalt von Milch zu sprechen. Einem Lebensmittel, das in den vergangenen Jahren immer stärker zum Produkt degradiert wurde, bei dem Lager- und Transportfähigkeit ausschlaggebender wurden als Tierwohl, Qualität und Geschmack.

Kühe auf der Weide des Völkleswaldhof

Programm

  • 14:00 - 14:30 Uhr: Einführung "Es gibt sie noch die gute Milch"
    Anja Frey, Vorzugsmilch-Landwirtin und Mitglied im BVDM
    Rupert Ebner, Slow Food Deutschland e. V.
    Heiner Sindel, Geschmackstage Deutschland e.V.
  • 14:30 - 15:15 Uhr: Geschmackserlebnis / Querverkostung
    Den Unterschieden naturbelassener Milchen auf der Spur
    Kirsten Kohlhaw, freie Textarbeiterin und Milchexpertin
  • 15:15 - 15:45 Uhr: Diskussion bei einem kleinen Imbiss
  • 15:45 - 16:30 Uhr: Hofführung

Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist erwünscht

Ansprechparterin: Andrea Lenkert-Hörrmann
Projektbeauftragte von Slow Food Deutschland e. V.
E-Mail: projektbeauftragte@slowfood [ / dot \ ] de

Demeter Milch

Jeder Verarbeitungsschritt mindert die natürliche Qualität. Deshalb erlaubt Demeter nur Pasteurisierung und schließt die Homogenisierung von Milch aus. Als Qualitätsbeweis hat Demeter-Milch deshalb einen Rahmpropf, denn naturbelassene, nicht homogenisierte Milch rahmt auf.

Die Milch verdient aufgrund ihrer Geschmacksvielfalt den Plural "Milchen"

Rohe (unbearbeitete) Milch von Tieren ist ein zentraler Teil der Ernährung in unserer Kultur. Diese Milch zeichnet sich durch eine ungeheure Vielfalt geschmacklicher Qualitäten aus, die ihrerseits durch eine Vielzahl unterschiedlicher Inhaltstoffe hervorgerufen wird. Diese Inhaltsstoffe bestimmen nicht nur den Geschmack, sondern auch die Eigenschaften für die äußerst vielseitigen Möglichkeiten der Weiterverarbeitung. Leider sind wir es gewohnt, von Milch nur in der Einzahl zu sprechen. Um der Vielfältigkeit der Milch in Geschmack und Zusammensetzung gerecht zu werden, sollten wir den Plural von Milch - "Milchen" - in unseren Wortschatz aufnehmen.

Während die natürliche Vielfalt der Milchen verloren geht, wird die vermeintliche Auswahl zwischen designten Milch-Varianten immer größer. Durch extrem erfolgreiche Gewöhnung an diese höchst industrielle Milch sind wir unsensibel für echte Vielfalt geworden. Die Folge: für die Bewertung von Milch werden meist allein der Fettanteil und die Haltbarkeit herangezogen.

Die Reduzierung der Milchvielfalt auf ein industrielles Produkt aber beraubt uns eines qualitativ hochwertigen und geschmacklich vielfältigen Lebensmittels, das Ausdruck von Landschaft, Tier und Mensch ist. Rohmilch und Rohmilchkäse sind so vielgestaltig wie die Tierarten (Rind, Schaf, Ziege, Pferd, Kamel, Rentier), deren Rassen, Regionen, Hersteller und Verarbeitungsweisen.