Demeter Journal | Demeter Berlin-Brandenburg | Herbst 2012

20 Jahre biodynamisches Wachstum in Berlin-Brandenburg

Wissen, wo´s herkommt, das wird Verbrauchern immer wichtiger. Wie gut, wenn vor dem Genuss die persönliche Begegnung mit den Menschen möglich ist, die unser täglich Brot, rahmige Milch, handwerklich gereiften Käse, knackiges Gemüse oder saftiges Obst im Einklang mit den Kräften der Natur erzeugen. Die Bauern und Gärtner auf den rund 40 Demeter-Betrieben um Berlin und in Brandenburg folgen ihrem Ideal einer verantwortungsbewussten Agrarkultur, die nicht nur beste Lebensmittel hervorbringt, sondern zur Pflege der Erde beiträgt. Diesen Frauen und Männern und ihren Qualitätsprodukten können Sie hier begegnen – und natürlich bei Hoffesten, an Marktständen, in Bioläden.

Die ganze Vielfalt der biodynamischen Gemeinschaft spiegelt sich da wieder: vom Samenbaubetrieb auf kleinster Fläche bis hin zum großen Hof mit Ackerbau, Milchvieh, Käserei und Hofladen, als Werkstatt für behinderte Menschen, Familienbetrieb oder als Betriebsgemeinschaft, im Besitz von Trägervereinen, Aktiengesellschaften, Stiftungen oder engagierten Privatpersonen. Alle entwickeln ihren Betrieb als individuellen Hoforganismus auf der Basis des Landwirtschaftlichen Kurses von Rudolf Steiner, der 1924 dem Impuls für die Biodynamische Wirtschaftsweise gab.
Eine der Keimzellen von Demeter wurde kurz darauf die Marienhöhe in Bad Saarow. In der Region zwischen Berlin und Breslau waren damals mehrere Tausend Hektar biodynamisch kultiviert. 1990 musste fast bei null angefangen werden, nur Marienhöhe als Insel im Meer der LPGs hatte überlebt. Und konnte wieder Impulse setzen: für die eigene Hofentwicklung und weit darüber hinaus. Manche Betriebsleiter oder Mitarbeiter auf heutigen Höfen der Arbeitsgemeinschaft für biologisch-dynamische Landwirtschaft in Berlin-Brandenburg haben dort Praktika und Ausbildungen gemacht. Schon Mitte der 90er-Jahre war dieser Zusammenschluss eine lebendige AG mit viel Austausch und guten Beratungsstrukturen. Eine Demeter-Erzeugergemeinschaft wurde gegründet, Verarbeitungsbetriebe in Berlin wie das Märkische Landbrot oder die Bäckerei Weichardt interessierten sich für die Bauern im Umland, es entstanden Kontakte und Verbindungen, von denen sich viele bis heute tragen.

Das zeigt sich über die einzelnen Glieder der Wertschöpfungskette hinweg in gegenseitiger Wertschätzung – bis hin zum Kunden. Die enge  Zusammenarbeit mit den Verarbeitungs- und Vermarktungsbetrieben in Berlin und Brandenburg mündet nicht zuletzt im Bündnis fair & regional (www.fair-regional.de/), das gerechtes Wirtschaften und regionale Nachhaltigkeit auch im sozialen Sinne erfüllt. Demeter in Berlin und Brandenburg zeigt sich als Zusammenschluss von Bauern, Verarbeitern und Händlern, der den Menschen der Region eine wirkliche Alternative bieten kann: mit gesunder Landwirtschaft, Austausch untereinander, Ausbildung füreinander. Ein Zusammenschluss, der einfach Gutes für Mensch und Erde bewirkt, offen ist für Mitstreiter und Verbündete und kraftvoll und authentisch anziehend wirkt.

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