Gute Milch braucht gute Preise

Protest gegen niedrigen Milchpreis

Gute Milch braucht gute Preise

01.09.2015
Kopf von Kuh Emily vor dem Landwirtschaftsministerium
Die stolze (und hörnertragende) Kuh Emily protestierte gestern friedlich wiederkäuend vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin für faire Milchpreise (Foto: Volker Gehrmann)

Bäuerinnen und Bauern in der EU leiden unter dem fallenden Milchpreis. Die niedrigen Milchpreise sind desaströs – damit drohen Höfesterben und eine weitere Konzentration der Milchviehhaltung auf wenige Regionen und Massenställe, kritisiert Demeter. „Die EU-Agrarminister müssen jetzt am Milchmarkt gegensteuern. Statt auf Exportoffensiven zu setzen, die anderswo lokale Märkte und bäuerliche Betriebe zerstören, brauchen wir eine Milchpolitik, die die Qualität in den Fokus rückt,“ kommentiert Demeter-Vorstand Alexander Gerber die Vorbereitungen zum EU-Milchgipfel am 7. September. „Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, die nachhaltige, zukunftsfähige Milchproduktion fördert, statt den Druck zu erhöhen, immer billiger zu produzieren. Wenn die Tierschutzstandards verbessert und die Kühe vor allem mit (Klee)Gras gefüttert werden statt mit importiertem Soja, dann können Überschüsse abgebaut und bessere Qualitäten erreicht werden. Damit die Betriebe das leisten können, brauchen sie aber faire Preise für das Lebensmittel Milch.“

Mit dem Verschwinden von Milchviehbetrieben verschwände auch ein wichtiger Teil unserer vielfältigen Agrarkultur, die die Landschaft prägt und artenreiches Grünland erhält. Deshalb braucht es Entwicklungschancen für eine breite Vielfalt an Grünland- und Gemischtbetrieben. Für Demeter-Milchbetriebe lohnt es sich, dass sie auf Qualität setzen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher, der Handel und die Molkereien wertschätzen die biodynamische Qualität und zahlen bessere Preise für die Milch. „Damit mehr konventionelle Betriebe auf Bio umstellen können, braucht es jedoch ein klares Bekenntnis der Politik zur biologischen Landwirtschaft“, ergänzt Antje Kölling, bei Demeter für Agrarpolitik zuständig. „Beratung und finanzielle Unterstützung für umstellungsinteressierte Bäuerinnen und Bauern, die in der zweijährigen Umstellungszeit viel investieren müssen, um schließlich Bio vermarkten zu können, sind notwendig.“

Hintergrund

Die stolze (und hörnertragende) Kuh Emily protestierte gestern friedlich wiederkäuend mit ihrem Besitzer sowie einigen Freundinnen und Freunden vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin für faire Milchpreise, während Agrarminister Schmidt mit seinem französischen und polnischen Kollegen tagte. Die spontane Aktion wurde begleitet von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. Seit Tagen ist zudem eine Bauernstaffel von Ostfriesland nach München unterwegs, um gegen den am Boden liegenden Milchpreis zu protestieren. Die Staffelfahrt wurde organisiert durch den Bund der Milchviehhalter. Am 7. September beschäftigt sich ein Sondergipfel der EU-Agrarminister mit der Milchkrise – auch in Brüssel werden Proteste erwartet.

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Milch
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EU
01.09.2015
Gute Milch braucht gute Preise
Protest gegen niedrigen Milchpreis

Bäuerinnen und Bauern in der EU leiden unter dem fallenden Milchpreis. Die niedrigen Milchpreise sind desaströs – damit drohen Höfesterben und eine weitere Konzentration der Milchviehhaltung auf wenige Regionen und Massenställe, kritisiert Demeter. „Die EU-Agrarminister müssen jetzt am Milchmarkt gegensteuern. Statt auf Exportoffensiven zu setzen, die anderswo lokale Märkte und bäuerliche Betriebe zerstören, brauchen wir eine Milchpolitik, die die Qualität in den Fokus rückt,“ kommentiert Demeter-Vorstand Alexander Gerber die Vorbereitungen zum EU-Milchgipfel am 7. September. „Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, die nachhaltige, zukunftsfähige Milchproduktion fördert, statt den Druck zu erhöhen, immer billiger zu produzieren. Wenn die Tierschutzstandards verbessert und die Kühe vor allem mit (Klee)Gras gefüttert werden statt mit importiertem Soja, dann können Überschüsse abgebaut und bessere Qualitäten erreicht werden. Damit die Betriebe das leisten können, brauchen sie aber faire Preise für das Lebensmittel Milch.“

Mit dem Verschwinden von Milchviehbetrieben verschwände auch ein wichtiger Teil unserer vielfältigen Agrarkultur, die die Landschaft prägt und artenreiches Grünland erhält. Deshalb braucht es Entwicklungschancen für eine breite Vielfalt an Grünland- und Gemischtbetrieben. Für Demeter-Milchbetriebe lohnt es sich, dass sie auf Qualität setzen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher, der Handel und die Molkereien wertschätzen die biodynamische Qualität und zahlen bessere Preise für die Milch. „Damit mehr konventionelle Betriebe auf Bio umstellen können, braucht es jedoch ein klares Bekenntnis der Politik zur biologischen Landwirtschaft“, ergänzt Antje Kölling, bei Demeter für Agrarpolitik zuständig. „Beratung und finanzielle Unterstützung für umstellungsinteressierte Bäuerinnen und Bauern, die in der zweijährigen Umstellungszeit viel investieren müssen, um schließlich Bio vermarkten zu können, sind notwendig.“

Hintergrund

Die stolze (und hörnertragende) Kuh Emily protestierte gestern friedlich wiederkäuend mit ihrem Besitzer sowie einigen Freundinnen und Freunden vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin für faire Milchpreise, während Agrarminister Schmidt mit seinem französischen und polnischen Kollegen tagte. Die spontane Aktion wurde begleitet von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. Seit Tagen ist zudem eine Bauernstaffel von Ostfriesland nach München unterwegs, um gegen den am Boden liegenden Milchpreis zu protestieren. Die Staffelfahrt wurde organisiert durch den Bund der Milchviehhalter. Am 7. September beschäftigt sich ein Sondergipfel der EU-Agrarminister mit der Milchkrise – auch in Brüssel werden Proteste erwartet.