Gemeinsam für mehr guten Boden

Gründung der BioBoden Genossenschaft

Gemeinsam für mehr guten Boden

17.06.2015
Sonne steht über einem Feld
Bildrechte: BioBoden

Die neue BioBoden Genossenschaft weitet Flächen für die ökologische Landwirtschaft aus und sorgt so für mehr regionale Bio-Lebensmittel. Auch viele Demeter-Partner unterstützen die Genossenschaft: Mit dabei sind Bauckhof, Bio Company, Davert, ebl Naturkost, Elbtalaue Naturkostprodukte, Lebensbaum, Rinklin Naturkost, Söbbeke Pauls Biomolkerei, Voelkel und Weiling.

Immer mehr Menschen in Deutschland legen Wert auf gesunde Ernährung. Entsprechend hat sich der Umsatz von Bio-Lebensmitteln hierzulande in den vergangenen 15 Jahren vervierfacht. Aber: Die hiesige Bio-Landwirtschaft kommt bei der Nachfrage nach Bio-Produkten längst nicht mehr nach. Während der Biolebensmittel-Markt 2014 um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wuchs, nahmen die Anbauflächen nur um 2,7 Prozent zu, so eine Erhebung des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Die Folge: Jede zweite Bio-Ware wird importiert. Und die Lücke wird immer größer.

Die Gründe dafür sind vielfältig, vor allem auch in der Landwirtschaft selbst zu finden: Auf der einen Seite geben jedes Jahr zig Bauernhöfe auf, weil es zum Beispiel keine Nachfolge gibt. Zudem stellen Bio-Landwirte mitunter auf konventionelle Bewirtschaftung zurück. Auf der anderen Seite wollen viele junge Landwirte nach ökologischen Kriterien arbeiten. Doch leider fehlt ihnen oft das Geld, einen Hof zu pachten, geschweige denn zu kaufen und dann zu betreiben.

„Das wollen wir ändern“, sagt BioBoden-Vorstand Uwe Greff. „Gemeinsam mit vielen Menschen und unseren Partnern aus der Naturkostbranche verbinden wir beiden Seiten und sichern so Flächen für die Öko-Landwirtschaft, beziehungsweise bauen sie aus. Mit einer Mitgliedschaft bei der BioBoden Genossenschaft übernehmen Verbraucherinnen und Verbraucher Verantwortung für die Produktion von regionalen Bio-Waren – dabei macht es natürlich keinen Unterschied, wo man lebt!“

Warum das jeden angehen sollte, zeigt eine einfache Rechnung: Teilt man die global zur Verfügung stehende Anbaufläche von 1,4 Milliarden Hektar durch die 7 Milliarden Menschen auf der Erde, stehen derzeit rein rechnerisch jedem 2.000 Quadratmeter Boden für die eigenen Bedürfnisse zur Verfügung. Darauf muss alles Platz haben, was der Mensch zum Leben braucht: Feldfrüchte, Gemüse, Futter fürs Vieh. Mit BioBoden kann man nun symbolisch der Verantwortung für diesen Anteil am globalen Acker gerecht werden.

Und das geht ganz einfach: Die Genossenschaft erwirbt für Bio-Bauern zusätzliche Flächen oder ganze Betriebe und stellt sie ihnen langfristig zur Verfügung – mit der Auflage, sie nach den Grundsätzen eines Öko-Anbauverbandes zu bewirtschaften. Dafür werden Land oder Höfe einerseits verpachtet, andererseits betreibt die BioBoden Genossenschaft ebenso selbst Landwirtschaft.

Der Anstoß kam von Landwirten selbst: Zwei Landwirte aus Brandenburg wandten sich 2007 im Namen von 13 Bio-Landwirten an die GLS Treuhand und die GLS Bank in Bochum. Sie hatten ihre Betriebe seit den 90iger Jahren aufgebaut, nun sollten ihre Pachtflächen verkauft werden. Um das zu verhindern, gründete die GLS Bank 2009 die BioBodenGesellschaft (BBG). Diese Vorläufer-Organisation der Genossenschaft kaufte das Land mit Hilfe von 600 Menschen und sicherte bis heute über 5.000 Hektar für die ökologische Landwirtschaft. „Die BBG war ein erster Versuch, unterstützt von wenigen“, so Greff. „Die BioBoden Genossenschaft will nun eine Bewegung der Vielen sein.“

Die BioBoden Genossenschaft mit Sitz in Rothenklempenow (Mecklenburg-Vorpommern) wird getragen von Privatpersonen und einem breiten Bündnis: GLS Treuhand, GLS Bank und Stiftung Evidenz verfügen als Gründungspartner über fünf Jahrzehnte Erfahrung im Bereich der ökologischen Landwirtschaft.

„Biologischer Landbau ist der direkteste Weg zu einer intakten und gesunden Umwelt“, sagt etwa Jan-Peter Bauck, Geschäftsführer des biodynamischen Bauckhofs. „Mit BioBoden kann jeder selbst und ganz direkt seinen Beitrag zur Erhaltung einer lebenswerten Umwelt und zur Herstellung gesunder Lebensmittel leisten. Das passt zu unserem eigenen Anliegen.“

Die Genossenschaft will möglichst viele Menschen zum Mitmachen bewegen. „Wir sehen unsere Arbeit als gesellschaftlichen Auftrag“, sagt Landwirt und Agrarökonom Stefan Decke, der zweite Vorstand von BioBoden. „Wer sich gesund und regional ernähren möchte, wird Mitglied bei uns!“

Mehr über BioBoden erfahren Sie unter bioboden.de oder in dieser Broschüre.

Tags: 
Boden
Bio
Gründung
Bündnis
Gemeinsam für mehr guten Boden
Gründung der BioBoden Genossenschaft

Die neue BioBoden Genossenschaft weitet Flächen für die ökologische Landwirtschaft aus und sorgt so für mehr regionale Bio-Lebensmittel. Auch viele Demeter-Partner unterstützen die Genossenschaft: Mit dabei sind Bauckhof, Bio Company, Davert, ebl Naturkost, Elbtalaue Naturkostprodukte, Lebensbaum, Rinklin Naturkost, Söbbeke Pauls Biomolkerei, Voelkel und Weiling.

Immer mehr Menschen in Deutschland legen Wert auf gesunde Ernährung. Entsprechend hat sich der Umsatz von Bio-Lebensmitteln hierzulande in den vergangenen 15 Jahren vervierfacht. Aber: Die hiesige Bio-Landwirtschaft kommt bei der Nachfrage nach Bio-Produkten längst nicht mehr nach. Während der Biolebensmittel-Markt 2014 um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wuchs, nahmen die Anbauflächen nur um 2,7 Prozent zu, so eine Erhebung des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Die Folge: Jede zweite Bio-Ware wird importiert. Und die Lücke wird immer größer.

Die Gründe dafür sind vielfältig, vor allem auch in der Landwirtschaft selbst zu finden: Auf der einen Seite geben jedes Jahr zig Bauernhöfe auf, weil es zum Beispiel keine Nachfolge gibt. Zudem stellen Bio-Landwirte mitunter auf konventionelle Bewirtschaftung zurück. Auf der anderen Seite wollen viele junge Landwirte nach ökologischen Kriterien arbeiten. Doch leider fehlt ihnen oft das Geld, einen Hof zu pachten, geschweige denn zu kaufen und dann zu betreiben.

„Das wollen wir ändern“, sagt BioBoden-Vorstand Uwe Greff. „Gemeinsam mit vielen Menschen und unseren Partnern aus der Naturkostbranche verbinden wir beiden Seiten und sichern so Flächen für die Öko-Landwirtschaft, beziehungsweise bauen sie aus. Mit einer Mitgliedschaft bei der BioBoden Genossenschaft übernehmen Verbraucherinnen und Verbraucher Verantwortung für die Produktion von regionalen Bio-Waren – dabei macht es natürlich keinen Unterschied, wo man lebt!“

Warum das jeden angehen sollte, zeigt eine einfache Rechnung: Teilt man die global zur Verfügung stehende Anbaufläche von 1,4 Milliarden Hektar durch die 7 Milliarden Menschen auf der Erde, stehen derzeit rein rechnerisch jedem 2.000 Quadratmeter Boden für die eigenen Bedürfnisse zur Verfügung. Darauf muss alles Platz haben, was der Mensch zum Leben braucht: Feldfrüchte, Gemüse, Futter fürs Vieh. Mit BioBoden kann man nun symbolisch der Verantwortung für diesen Anteil am globalen Acker gerecht werden.

Und das geht ganz einfach: Die Genossenschaft erwirbt für Bio-Bauern zusätzliche Flächen oder ganze Betriebe und stellt sie ihnen langfristig zur Verfügung – mit der Auflage, sie nach den Grundsätzen eines Öko-Anbauverbandes zu bewirtschaften. Dafür werden Land oder Höfe einerseits verpachtet, andererseits betreibt die BioBoden Genossenschaft ebenso selbst Landwirtschaft.

Der Anstoß kam von Landwirten selbst: Zwei Landwirte aus Brandenburg wandten sich 2007 im Namen von 13 Bio-Landwirten an die GLS Treuhand und die GLS Bank in Bochum. Sie hatten ihre Betriebe seit den 90iger Jahren aufgebaut, nun sollten ihre Pachtflächen verkauft werden. Um das zu verhindern, gründete die GLS Bank 2009 die BioBodenGesellschaft (BBG). Diese Vorläufer-Organisation der Genossenschaft kaufte das Land mit Hilfe von 600 Menschen und sicherte bis heute über 5.000 Hektar für die ökologische Landwirtschaft. „Die BBG war ein erster Versuch, unterstützt von wenigen“, so Greff. „Die BioBoden Genossenschaft will nun eine Bewegung der Vielen sein.“

Die BioBoden Genossenschaft mit Sitz in Rothenklempenow (Mecklenburg-Vorpommern) wird getragen von Privatpersonen und einem breiten Bündnis: GLS Treuhand, GLS Bank und Stiftung Evidenz verfügen als Gründungspartner über fünf Jahrzehnte Erfahrung im Bereich der ökologischen Landwirtschaft.

„Biologischer Landbau ist der direkteste Weg zu einer intakten und gesunden Umwelt“, sagt etwa Jan-Peter Bauck, Geschäftsführer des biodynamischen Bauckhofs. „Mit BioBoden kann jeder selbst und ganz direkt seinen Beitrag zur Erhaltung einer lebenswerten Umwelt und zur Herstellung gesunder Lebensmittel leisten. Das passt zu unserem eigenen Anliegen.“

Die Genossenschaft will möglichst viele Menschen zum Mitmachen bewegen. „Wir sehen unsere Arbeit als gesellschaftlichen Auftrag“, sagt Landwirt und Agrarökonom Stefan Decke, der zweite Vorstand von BioBoden. „Wer sich gesund und regional ernähren möchte, wird Mitglied bei uns!“

Mehr über BioBoden erfahren Sie unter bioboden.de oder in dieser Broschüre.