Glyphosat im Honig gefunden

Vorsorgeprinzip anwenden und Herbizid nicht wieder zulassen

Glyphosat im Honig gefunden

29.06.2016
Waben
Bienen beim Wabenbau (Bild: Mellifera e.V.)

Glyphosatfund in Honig

In Brandenburg wurde in einer Honigprobe die zulässigen Höchstmenge von Glyphosat hundertfach überschritten. Der betroffene Imker Aßmann hatte die Untersuchung bei der Lebensmittelüberwachung selbst angefordert. Die Untersuchung dauerte allerdings acht Monate. Unterstützung fand er bei Imkermeister Radetzki, Vorstand der Aurelia Stiftung und Gründer der Demeter-Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle:

„Die Befunde belegen, dass Unkrautbekämpfung mit Glyphosat die Verkehrsfähigkeit von Honig gefährden. Jegliche Anwendung in blühende Pflanzenbestände muss von den nationalen Behörden verboten werden“, so der Stiftungsvorstand Thomas Radetzki.

EU-Kommission hat Glyphosat für weitere 18 Monate zugelassen

Vier Abstimmungsversuche für die Zulassungsverlängerung des umstrittenen Unkrautvernichters scheiterten bereits. Jetzt kündigte der EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis eine Verlängerung von 18 Monaten an. Felix Prinz zu Löwenstein, der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), zu dessen Gründungsmitgliedern Demeter zählt, zeigt sich über den Fund von Glyphosat im Honig besorgt:

„Der exzessive Einsatz des Totalherbizids Glyphosat ist ein Dauerverstoß gegen europäisches Pflanzenschutzrecht. Denn dieses erlaubt Herbizide nur dort, wo die Ernte nicht anders und durch vorbeugende Maßnahmen gesichert kann. Die jüngsten Funde von erheblichen Mengen an Glyphosat im Honig zeigen, dass Glyphosat sogar auf blühende Pflanzen gespritzt wird, womit Bienen geschädigt und Honig kontaminiert wird.

Die EU-Kommission würde mit der Zulassungsverlängerung den notwendigen Umbau der Landwirtschaft Richtung Nachhaltigkeit torpedieren. Glyphosat beeinträchtigt die Artenvielfalt und schädigt damit eine wichtige Ressource der Landwirtschaft. Über 25.000 Bio-Betriebe und viele konventionelle Landwirte in Deutschland zeigen, dass Landwirtschaft auch ohne Glyphosat funktioniert. Bio-Bauern halten Unkräuter mit innovativen Verfahren erfolgreich ohne Risiko für Mensch und Umwelt und ohne externe Kosten im Zaum.“

Diese Meldung beruht auf Pressemitteilungen der Aurelia Stiftung und des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), zu dessen Gründungsmitgliedern Demeter zählt.

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Glyphosat im Honig gefunden
Vorsorgeprinzip anwenden und Herbizid nicht wieder zulassen

Glyphosatfund in Honig

In Brandenburg wurde in einer Honigprobe die zulässigen Höchstmenge von Glyphosat hundertfach überschritten. Der betroffene Imker Aßmann hatte die Untersuchung bei der Lebensmittelüberwachung selbst angefordert. Die Untersuchung dauerte allerdings acht Monate. Unterstützung fand er bei Imkermeister Radetzki, Vorstand der Aurelia Stiftung und Gründer der Demeter-Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle:

„Die Befunde belegen, dass Unkrautbekämpfung mit Glyphosat die Verkehrsfähigkeit von Honig gefährden. Jegliche Anwendung in blühende Pflanzenbestände muss von den nationalen Behörden verboten werden“, so der Stiftungsvorstand Thomas Radetzki.

EU-Kommission hat Glyphosat für weitere 18 Monate zugelassen

Vier Abstimmungsversuche für die Zulassungsverlängerung des umstrittenen Unkrautvernichters scheiterten bereits. Jetzt kündigte der EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis eine Verlängerung von 18 Monaten an. Felix Prinz zu Löwenstein, der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), zu dessen Gründungsmitgliedern Demeter zählt, zeigt sich über den Fund von Glyphosat im Honig besorgt:

„Der exzessive Einsatz des Totalherbizids Glyphosat ist ein Dauerverstoß gegen europäisches Pflanzenschutzrecht. Denn dieses erlaubt Herbizide nur dort, wo die Ernte nicht anders und durch vorbeugende Maßnahmen gesichert kann. Die jüngsten Funde von erheblichen Mengen an Glyphosat im Honig zeigen, dass Glyphosat sogar auf blühende Pflanzen gespritzt wird, womit Bienen geschädigt und Honig kontaminiert wird.

Die EU-Kommission würde mit der Zulassungsverlängerung den notwendigen Umbau der Landwirtschaft Richtung Nachhaltigkeit torpedieren. Glyphosat beeinträchtigt die Artenvielfalt und schädigt damit eine wichtige Ressource der Landwirtschaft. Über 25.000 Bio-Betriebe und viele konventionelle Landwirte in Deutschland zeigen, dass Landwirtschaft auch ohne Glyphosat funktioniert. Bio-Bauern halten Unkräuter mit innovativen Verfahren erfolgreich ohne Risiko für Mensch und Umwelt und ohne externe Kosten im Zaum.“