Boden ist unser kostbarstes Gut

Erntefest bei der Demeter-Gärtnerei Sannmann

Boden ist unser kostbarstes Gut

14.09.2015
Foto: Stephan Bosselmann

Im internationalen „Jahr des Bodens“ wird weltweit immer deutlicher: Nicht Gold, Platin oder Edelsteine sind die kostbarsten Güter. Das Kostbarste ist der Boden unter unseren Füssen. Wie Licht, Luft und Wasser bildet er die elementare Grundlage des Lebens. Humusreicher, lebendiger Boden beherbergt (schon in einer Handvoll) Milliarden von Mikroorganismen und ernährt Pflanzen, Menschen und Tiere. Und er wird immer knapper. Jährlich werden 24 Milliarden Tonnen fruchtbaren Bodens durch falsche Nutzung zerstört: Durch Bodenverdichtung und -versiegelung, durch Abholzung riesiger Waldflächen, die zu Wind- und Wassererosion führt und durch industrielle Landwirtschaft mit dem intensiven Einsatz von Pestiziden und Mineraldüngern. Allein in Deutschland werden täglich fruchtbare Böden im Flächenmaß von etwa 100 Fußballfeldern versiegelt, weil sich Städte und Straßennetze ausdehnen. Der Boden steht somit nicht mehr für die Lebensmittelproduktion zur Verfügung.

Praktische Bodenkunde zum Anfassen

Was lebendigen, humusreichen Boden auszeichnet und wie er erhalten wird, können die Besucher der Demeter-Gärtnerei Sannmann am Sonntag, 20.09.15, von 13 bis 17 Uhr am Ochsenwerder Norderdeich 50 in 21037 Hamburg erleben. Auf dem großen Erntefest der Bio-Gärtnerei zeigt Bodenkundlerin Dr. Inga Röwer wie die Böden in der Elbmarsch entstanden sind und wie der Mensch sie durch Deichbau und Landwirtschaft verändert hat. Die Böden sind ein Archiv der Landschaftsgeschichte, sie haben aber auch noch andere Funktionen: Sie fungieren als Schadstofffilter, Wasser- und Nährstoffpuffer, sie sind Pflanzenstandort und  Lebensraum für die Bodenfauna. Um all das erfassen und erleben zu können, werden die Besucher selbst einen Bohrstock ziehen, den Boden fühlen und riechen und besprechen, was das Wahrgenommene für die Bodenfunktionen bedeutet. In anschaulichen Feldversuchen können unterschiedliche Bodenqualitäten und -funktionen erfahren und verstanden werden. „Gerade im Gemüseanbau ist es notwendig, Nährstoffe und auch Humus zu ersetzen: Um die Pflanzen zu ernähren und das Bodenleben zu fördern“, sagt Inga Röwer. Eine der wichtigsten Komponenten hierfür sei der Gärtnerei Sannmann selbst hergestellte Kompost. Seit vielen Jahrzehnten wird in der biologisch-dynamischen Gärtnerei das Bodenleben mit dem zertifizierten Qualitätskompost gestärkt und damit die Humusschicht aufgebaut.

Führungen, Selbsternte und Gemüseköstlichkeiten

Auf den beiden Führungen durch die 50 Hektar große Gärtnerei erklären die Gärtnermeister Thomas Sannmann und Markus Walkusch-Eylandt die Herstellung auf dem riesigen Kompostplatz. Hier werden Grün- und Strauchschnitt, Gemüse-Abfällen, Kuhmist mit Stroh über Monate kontrolliert kompostiert, auf mehr als 60 Grad erhitzt und hygienisiert, so dass alle schädlichen Keime und Unkrautsamen getilgt werden. Controlled Microbial Composting heißt das besondere Verfahren der aeroben Kompostierung. Das Endergebnis ist feinkrümelig und fruchtbar und duftet nach guter Erde. Dieser besondere Qualitäts-Kompost aus hofeigenem Material ist die Grundlage und Basis für fruchtbare Böden und gesundes Pflanzenwachstum – eben Lebenskraft für Mensch und Erde. Bei der Selbsternte in den Gewächshäusern, Folientunneln und Feldern können sich die Gäste selbst davon überzeugen, wie gut die Gemüse in der Gärtnerei wachsen und wie gut sie schmecken. Drei Demeter Höfe - Dannwisch, Erdmannshof, Wörme - und das Landhaus Scherrer sorgen für den kulinarischen Genuss.  Sie haben die Früchte der Erde für die Gäste zu leckeren Gerichten, Salaten, Kuchen und Broten verarbeitet.

Frau erntet GurkenFoto: Stephan Bosselmann

Für die Kinder warten liebe Ponys auf kleine Reiter und Reiterinnen und im Sandberg darf gebuddelt und gematscht werden. Auf zwei großen Fahrten mit Trecker und Anhänger lernen auch die Kleinsten (ab 4 Jahren) die Gärtnerei kennen. Agrarpädagogin Andrea Porps führt sie Kind-gerecht durch die Gärtnerei zu verschiedenen Erntestationen mit Himbeeren naschen, Mais ernten, Gemüse in Quark dippen und Blumen pflücken.

Im Garten-Cafe am See können die Gäste nicht nur Kaffee und Kuchen genießen, sondern auch eine Paddelrunde in den Booten von Paddelmeier einlegen. Wissbegierige erhalten am Infostand der Gärtnerei Antworten und können sich über die neuen Projekte informieren, den Genuss-Schein 2015 und das Saison-Gärtner-Projekt „Sannmanns Biogärten auf Hof Eggers“.

Veranstaltung

Sonntag, 20.09.2015 von 13 bis 17 Uhr
Demeter-Gärtnerei Sannmann, Ochsenwerder Norderdeich 50, 21037 Hamburg

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Fest
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Sannmann
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Boden ist unser kostbarstes Gut
Erntefest bei der Demeter-Gärtnerei Sannmann

Im internationalen „Jahr des Bodens“ wird weltweit immer deutlicher: Nicht Gold, Platin oder Edelsteine sind die kostbarsten Güter. Das Kostbarste ist der Boden unter unseren Füssen. Wie Licht, Luft und Wasser bildet er die elementare Grundlage des Lebens. Humusreicher, lebendiger Boden beherbergt (schon in einer Handvoll) Milliarden von Mikroorganismen und ernährt Pflanzen, Menschen und Tiere. Und er wird immer knapper. Jährlich werden 24 Milliarden Tonnen fruchtbaren Bodens durch falsche Nutzung zerstört: Durch Bodenverdichtung und -versiegelung, durch Abholzung riesiger Waldflächen, die zu Wind- und Wassererosion führt und durch industrielle Landwirtschaft mit dem intensiven Einsatz von Pestiziden und Mineraldüngern. Allein in Deutschland werden täglich fruchtbare Böden im Flächenmaß von etwa 100 Fußballfeldern versiegelt, weil sich Städte und Straßennetze ausdehnen. Der Boden steht somit nicht mehr für die Lebensmittelproduktion zur Verfügung.

Praktische Bodenkunde zum Anfassen

Was lebendigen, humusreichen Boden auszeichnet und wie er erhalten wird, können die Besucher der Demeter-Gärtnerei Sannmann am Sonntag, 20.09.15, von 13 bis 17 Uhr am Ochsenwerder Norderdeich 50 in 21037 Hamburg erleben. Auf dem großen Erntefest der Bio-Gärtnerei zeigt Bodenkundlerin Dr. Inga Röwer wie die Böden in der Elbmarsch entstanden sind und wie der Mensch sie durch Deichbau und Landwirtschaft verändert hat. Die Böden sind ein Archiv der Landschaftsgeschichte, sie haben aber auch noch andere Funktionen: Sie fungieren als Schadstofffilter, Wasser- und Nährstoffpuffer, sie sind Pflanzenstandort und  Lebensraum für die Bodenfauna. Um all das erfassen und erleben zu können, werden die Besucher selbst einen Bohrstock ziehen, den Boden fühlen und riechen und besprechen, was das Wahrgenommene für die Bodenfunktionen bedeutet. In anschaulichen Feldversuchen können unterschiedliche Bodenqualitäten und -funktionen erfahren und verstanden werden. „Gerade im Gemüseanbau ist es notwendig, Nährstoffe und auch Humus zu ersetzen: Um die Pflanzen zu ernähren und das Bodenleben zu fördern“, sagt Inga Röwer. Eine der wichtigsten Komponenten hierfür sei der Gärtnerei Sannmann selbst hergestellte Kompost. Seit vielen Jahrzehnten wird in der biologisch-dynamischen Gärtnerei das Bodenleben mit dem zertifizierten Qualitätskompost gestärkt und damit die Humusschicht aufgebaut.

Führungen, Selbsternte und Gemüseköstlichkeiten

Auf den beiden Führungen durch die 50 Hektar große Gärtnerei erklären die Gärtnermeister Thomas Sannmann und Markus Walkusch-Eylandt die Herstellung auf dem riesigen Kompostplatz. Hier werden Grün- und Strauchschnitt, Gemüse-Abfällen, Kuhmist mit Stroh über Monate kontrolliert kompostiert, auf mehr als 60 Grad erhitzt und hygienisiert, so dass alle schädlichen Keime und Unkrautsamen getilgt werden. Controlled Microbial Composting heißt das besondere Verfahren der aeroben Kompostierung. Das Endergebnis ist feinkrümelig und fruchtbar und duftet nach guter Erde. Dieser besondere Qualitäts-Kompost aus hofeigenem Material ist die Grundlage und Basis für fruchtbare Böden und gesundes Pflanzenwachstum – eben Lebenskraft für Mensch und Erde. Bei der Selbsternte in den Gewächshäusern, Folientunneln und Feldern können sich die Gäste selbst davon überzeugen, wie gut die Gemüse in der Gärtnerei wachsen und wie gut sie schmecken. Drei Demeter Höfe - Dannwisch, Erdmannshof, Wörme - und das Landhaus Scherrer sorgen für den kulinarischen Genuss.  Sie haben die Früchte der Erde für die Gäste zu leckeren Gerichten, Salaten, Kuchen und Broten verarbeitet.

Frau erntet GurkenFoto: Stephan Bosselmann

Für die Kinder warten liebe Ponys auf kleine Reiter und Reiterinnen und im Sandberg darf gebuddelt und gematscht werden. Auf zwei großen Fahrten mit Trecker und Anhänger lernen auch die Kleinsten (ab 4 Jahren) die Gärtnerei kennen. Agrarpädagogin Andrea Porps führt sie Kind-gerecht durch die Gärtnerei zu verschiedenen Erntestationen mit Himbeeren naschen, Mais ernten, Gemüse in Quark dippen und Blumen pflücken.

Im Garten-Cafe am See können die Gäste nicht nur Kaffee und Kuchen genießen, sondern auch eine Paddelrunde in den Booten von Paddelmeier einlegen. Wissbegierige erhalten am Infostand der Gärtnerei Antworten und können sich über die neuen Projekte informieren, den Genuss-Schein 2015 und das Saison-Gärtner-Projekt „Sannmanns Biogärten auf Hof Eggers“.

Veranstaltung

Sonntag, 20.09.2015 von 13 bis 17 Uhr
Demeter-Gärtnerei Sannmann, Ochsenwerder Norderdeich 50, 21037 Hamburg