Einweihung der Saatguthalle am Dottenfelderhof

Ein mutiges Bekenntnis für die Zukunft

Einweihung der Saatguthalle am Dottenfelderhof

31.05.2013
Sarah Wiener hochengagiert bei der Einweihung der neuen Saatguthalle des Dottenfelderhofes, ein Stück Zukunft für die biodynamischen Züchtung.
Sarah Wiener sehr dynamisch im Einsatz für die biodynamischen Züchtung.

Jetzt konnte der Dottenfelderhof in Bad Vilbel seine neue Saatguthalle für die Getreide- und Gemüsezüchtung einweihen. Der  Demeter-Betrieb,  zählt zusammen mit seinen Partnern am Institutsstandort in Darmstadt zu den herausragenden Züchtungseinrichtungen in Europa. Die Halle war angefüllt mit Menschen vom und um den Dottenfelderhof, welche die Arbeit der Züchter inspiriert hat, dieses Projekt zu unterstützen.

Festredner gratulierten im Namen der Landesregierung Hessen, des Wetteraukreises, der Stadt Bad Vilbel. Frau Staatsministerin Puttrich vom hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz forderte Vielfalt statt Einfalt und Unterstützung für die Interessen der kleinen und mittelgroßen Züchter.

Ökoanbauverbände waren genauso gekommen wie der Bauernverband. Die GLS Bank, die einen Kredit für den Bau der Halle gewährt hat, schenkte einen Rosenstock als Symbol für fruchtbare Arbeit und das erfolgreiche Auf-die-Erde-bringen dieses neuen Kindes der Züchter am Dottenfelderhof. 

Wo bäuerliche Züchtung lebt

Gebhard Rossmanith, zeichnete im Namen der Bingenheimer Saatgut A.G. und von Kultursaat e.V. folgendes Bild der Züchtung auf dem Dottenfelderhof: „Man muss schon weit gehen, um einen Hof wie den Dottenfelderhof zu finden, der das biologisch-dynamische Prinzip des Hoforganismus so verwirklicht hat in dieser Fülle und Vielfalt. Selten findet man auch einen Hof, der das gesundende Element, des biologisch-dynamischen Landbaus so offensichtlich macht. Vielleicht hängt das auch mit der Nähe zur Metropole und der intensiven industriellen Landwirtschaft der benachbarten Wetterau zusammen: Alle, die auf den Dottenfelderhof kommen, spüren das.

So ist es nicht verwunderlich, dass der Hof sich auch einer weiteren heilenden Arbeit verschrieben hat: der Pflege und Entwicklung des Saatgutes als Basis unserer lebendigen Landwirtschaft. Hier wird seit Jahrzehnten an Gemüse- und Getreidesorten gearbeitet, die gut schmecken und unsere Lebenskräfte stärken, und den Bedingungen der biologisch-dynamischen und ökologischen Landwirtschaft ideal angepasst sind.

Ohne viel Aufhebens integriert der Dottenfelderhof dabei die Züchtung fast unbemerkt und wie selbstverständlich in den Hof. Das ist sonst gar nicht mehr selbstverständlich - im Gegenteil, heute ist die Züchtung immer von der Landwirtschaft entfremdet.

Es ist also wirklich eine Großartigkeit, dass bäuerliche Züchtung hier möglich ist!

Neben der intensiven Entwicklung neuer Sorten, erhalten und pflegen die dottenfelder Züchter viele alte Sorten, so dass auch andere Menschen mit ihnen weiter arbeiten können. Sie forschen über die Grundlagen und Methoden erfolgreicher biologisch-dynamischer Züchtung und sie vermitteln diese Arbeit und Erkenntnisse an den Nachwuchs: "Wieviele Menschen haben hier Züchterarbeit kennengelernt! Das ist wertvollste Arbeit für die bäuerliche Züchtung der Zukunft.“

In der Mitte der Gesellschaft angekommen?

Die Stiftung der Software AG, die den Bau und die Züchtungsarbeit maßgeblich unterstützt, verkündete, dass das Thema ökologisches Saatgut in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei.

Die Aufmerksamkeit der Menschen für die Züchtung wird in der Tat immer wichtiger. Der aktuelle Entwurf für die neue EU Saatgutverordnung zeigt, dass eine unabhängige ökologische Pflanzenzüchtung tatsächlich in Gefahr ist, und dass die Zivilgesellschaft sich hinter die bäuerliche Züchtung stellen muss, wenn nicht allein die Interessen der großen AgroKonzerne wie Monsanto die Gesetze schreiben sollen.  

Die Kampagne von Save our Seeds und campact.de, die in kürzester Zeit eine viertel Million Stimmen gegen den EU Entwurf gesammelt hat, ist hier ein wichtiger Baustein, ebenso wie die unermüdliche politische Arbeit der Züchterorganisationen, wie der Bingenheimer Saatgut AG und dem Dottenfelderhof und die der ökologischen Anbauverbände. Genauso wichtig ist es eben auch, das Erlebnis von guter Züchtung in die breite Gesellschaft hineinzutragen. Die vielen, vielen Menschen, die täglich als Kunden auf den Dottenfelderhof kommen, lernen gute Züchtung schätzen, wenn sie die Vielfalt der Züchtungsparzellen auf den Feldern bewundern, oder wenn sie  gesunde Tomatenpflanzen mit in ihre Gärten nehmen und wenn sie bei der Möhrenverkostung eine Sorte entdecken, die endlich wieder so wie in ihrer Kindheit schmeckt.

Ein starkes Signal für die Zukunft

In Mitten des Generationenwechsels unter den Züchtern hat der Dottenfelderhof mit dem Bau der neuen Saatguthalle ein Zeichen gesetzt: Züchtung ist hier und bleibt hier. Das ist ein mutiges Bekenntnis für die Zukunft.

 

31.05.2013
Einweihung der Saatguthalle am Dottenfelderhof
Ein mutiges Bekenntnis für die Zukunft

Jetzt konnte der Dottenfelderhof in Bad Vilbel seine neue Saatguthalle für die Getreide- und Gemüsezüchtung einweihen. Der  Demeter-Betrieb,  zählt zusammen mit seinen Partnern am Institutsstandort in Darmstadt zu den herausragenden Züchtungseinrichtungen in Europa. Die Halle war angefüllt mit Menschen vom und um den Dottenfelderhof, welche die Arbeit der Züchter inspiriert hat, dieses Projekt zu unterstützen.

Festredner gratulierten im Namen der Landesregierung Hessen, des Wetteraukreises, der Stadt Bad Vilbel. Frau Staatsministerin Puttrich vom hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz forderte Vielfalt statt Einfalt und Unterstützung für die Interessen der kleinen und mittelgroßen Züchter.

Ökoanbauverbände waren genauso gekommen wie der Bauernverband. Die GLS Bank, die einen Kredit für den Bau der Halle gewährt hat, schenkte einen Rosenstock als Symbol für fruchtbare Arbeit und das erfolgreiche Auf-die-Erde-bringen dieses neuen Kindes der Züchter am Dottenfelderhof. 

Wo bäuerliche Züchtung lebt

Gebhard Rossmanith, zeichnete im Namen der Bingenheimer Saatgut A.G. und von Kultursaat e.V. folgendes Bild der Züchtung auf dem Dottenfelderhof: „Man muss schon weit gehen, um einen Hof wie den Dottenfelderhof zu finden, der das biologisch-dynamische Prinzip des Hoforganismus so verwirklicht hat in dieser Fülle und Vielfalt. Selten findet man auch einen Hof, der das gesundende Element, des biologisch-dynamischen Landbaus so offensichtlich macht. Vielleicht hängt das auch mit der Nähe zur Metropole und der intensiven industriellen Landwirtschaft der benachbarten Wetterau zusammen: Alle, die auf den Dottenfelderhof kommen, spüren das.

So ist es nicht verwunderlich, dass der Hof sich auch einer weiteren heilenden Arbeit verschrieben hat: der Pflege und Entwicklung des Saatgutes als Basis unserer lebendigen Landwirtschaft. Hier wird seit Jahrzehnten an Gemüse- und Getreidesorten gearbeitet, die gut schmecken und unsere Lebenskräfte stärken, und den Bedingungen der biologisch-dynamischen und ökologischen Landwirtschaft ideal angepasst sind.

Ohne viel Aufhebens integriert der Dottenfelderhof dabei die Züchtung fast unbemerkt und wie selbstverständlich in den Hof. Das ist sonst gar nicht mehr selbstverständlich - im Gegenteil, heute ist die Züchtung immer von der Landwirtschaft entfremdet.

Es ist also wirklich eine Großartigkeit, dass bäuerliche Züchtung hier möglich ist!

Neben der intensiven Entwicklung neuer Sorten, erhalten und pflegen die dottenfelder Züchter viele alte Sorten, so dass auch andere Menschen mit ihnen weiter arbeiten können. Sie forschen über die Grundlagen und Methoden erfolgreicher biologisch-dynamischer Züchtung und sie vermitteln diese Arbeit und Erkenntnisse an den Nachwuchs: "Wieviele Menschen haben hier Züchterarbeit kennengelernt! Das ist wertvollste Arbeit für die bäuerliche Züchtung der Zukunft.“

In der Mitte der Gesellschaft angekommen?

Die Stiftung der Software AG, die den Bau und die Züchtungsarbeit maßgeblich unterstützt, verkündete, dass das Thema ökologisches Saatgut in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei.

Die Aufmerksamkeit der Menschen für die Züchtung wird in der Tat immer wichtiger. Der aktuelle Entwurf für die neue EU Saatgutverordnung zeigt, dass eine unabhängige ökologische Pflanzenzüchtung tatsächlich in Gefahr ist, und dass die Zivilgesellschaft sich hinter die bäuerliche Züchtung stellen muss, wenn nicht allein die Interessen der großen AgroKonzerne wie Monsanto die Gesetze schreiben sollen.  

Die Kampagne von Save our Seeds und campact.de, die in kürzester Zeit eine viertel Million Stimmen gegen den EU Entwurf gesammelt hat, ist hier ein wichtiger Baustein, ebenso wie die unermüdliche politische Arbeit der Züchterorganisationen, wie der Bingenheimer Saatgut AG und dem Dottenfelderhof und die der ökologischen Anbauverbände. Genauso wichtig ist es eben auch, das Erlebnis von guter Züchtung in die breite Gesellschaft hineinzutragen. Die vielen, vielen Menschen, die täglich als Kunden auf den Dottenfelderhof kommen, lernen gute Züchtung schätzen, wenn sie die Vielfalt der Züchtungsparzellen auf den Feldern bewundern, oder wenn sie  gesunde Tomatenpflanzen mit in ihre Gärten nehmen und wenn sie bei der Möhrenverkostung eine Sorte entdecken, die endlich wieder so wie in ihrer Kindheit schmeckt.

Ein starkes Signal für die Zukunft

In Mitten des Generationenwechsels unter den Züchtern hat der Dottenfelderhof mit dem Bau der neuen Saatguthalle ein Zeichen gesetzt: Züchtung ist hier und bleibt hier. Das ist ein mutiges Bekenntnis für die Zukunft.