Demeter-Landwirt bezieht engagiert Position für Kühe mit Hörnern

Demeter Bayern

Demeter-Landwirt bezieht engagiert Position für Kühe mit Hörnern

19.11.2015
Kühe mit Hörnern

Demeter-Landwirt Michael Ackermann erhielt auf dem Hofgut Kasten bei Mühldorf am Inn Besuch vom Filmteam des Bayerischen Rundfunks. Dieses drehte für die Sendung „Wir in Bayern“ einen Beitrag über den Betrieb und die Position des Betriebsleiters zu Kühen mit Hörnern.

Die Sendung können Sie hier anschauen (ab Minute 21).

Michael Ackermann sieht sich selbst als „Hörnerfundamentalist“ und bezieht klar Stellung gegen die Entwicklung zur standardisierten Enthornung: „Das Horn gehört zur Kuh“, sagt er. „Wenn es nicht mehr dran ist, fehlt dem Rind ein wichtiges Organ“. Auch die Zucht hin zur genetischen Hornlosigkeit ist keine Alternative, denn diese entspricht einer „genetischen Organentnahme, die endgültig ist, und es ist sehr fragwürdig, die Natur so zu beeinflussen.“

Auf immer mehr konventionellen Betrieben und auch bei vielen Biobetrieben werden Kälbern schon sehr früh die Hornknopsen ausgebrannt. Auf biologisch-dynamischen Betrieben, die nach Demeter-Richtlinien arbeiten, ist diese schmerzhafte Behandlung untersagt: die Kälber dürfen ihre Hornansätze behalten und reifen zu Kühen mit manchmal imposanten Hörnern heran.

Eine Gefahr sieht Michael Ackermann bei der Haltung von Kühen mit Hörnern nicht. „Ich glaube, dass die Gefährlichkeit eher vorgeschoben wird als Vorwand, dass man die Ställe dichter belegen kann. Rinder brauchen im Stall einen gewissen Freiraum, um sich bewegen zu können. Wird ihnen dieser Platz nicht geboten, können sie aggressiv werden. Man kann den Stall voller machen, wenn die Tiere keine Hörner dran haben.“ Um Rinder mit Hörnern zu halten, muss ihnen ausreichend Platz geboten werden, damit diese entspannt leben können.

Der Hof Kasten bei Mühldorf am Inn wird von Michael Ackermanns Familie schon seit fast 80 Jahren biologisch-dynamisch bewirtschaftet. Die Wirtschaftsweise wird auch weiter so beibehalten, da Michael Ackermann die biologisch-dynamische Landwirtschaft für sich als den richtigen Weg sieht; mit dem Fokus auf Boden, Pflanze, Tier und Mensch. Wichtig ist hierbei auch ein weitgehend geschlossener Betriebskreislauf im Einklang mit der Natur. Es wird so wenig Saatgut und Futter wie möglich zugekauft. Die Rinder und Schweine auf dem Betrieb leben in artgerechter Haltung. „Jeder Quadratmeter Boden, der so bewirtschaftet wird, und jedes Tier, das auf der Weide sein kann und mit den Hörnern lebt, dafür ist es wert zu kämpfen“, sagt Michael Ackermann zu seinem Einsatz gegen Enthornung und für die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise.

Der Beitrag, der in der Sendung „Wir in Bayern“ ausgestrahlt wurde, ist in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks zu finden und löste bereits zahlreiche positive Reaktionen bei Verbrauchern und Landwirten aus.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Demeter Bayern - Biologisch dynamische Vereinigung Bayern e.V. ist ein Zusammenschluss von 440 biologisch-dynamisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betrieben. Der Verein bietet seinen Mitgliedern Betreuung und Beratung in Theorie und Praxis der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise, fördert ihren Erfahrungsaustausch sowie Aus- und Fortbildung und Forschung. Die Betriebe wirtschaften nach den Demeter-Richtlinien, die erheblich über die EU-Öko-Verordnung hinausgehen. Beispielsweise ist auf Demeter-Höfen nicht nur die Enthornung verboten, sondern auch die Zucht auf genetische Hornlosigkeit; Tierhaltung und 100% Bio-Fütterung sowie die Anwendung der Präparate sind verpflichtend.

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Demeter-Landwirt Michael Ackermann erhielt auf dem Hofgut Kasten bei Mühldorf am Inn Besuch vom Filmteam des Bayerischen Rundfunks. Dieses drehte für die Sendung „Wir in Bayern“ einen Beitrag über den Betrieb und die Position des Betriebsleiters zu Kühen mit Hörnern.

Die Sendung können Sie hier anschauen (ab Minute 21).

Michael Ackermann sieht sich selbst als „Hörnerfundamentalist“ und bezieht klar Stellung gegen die Entwicklung zur standardisierten Enthornung: „Das Horn gehört zur Kuh“, sagt er. „Wenn es nicht mehr dran ist, fehlt dem Rind ein wichtiges Organ“. Auch die Zucht hin zur genetischen Hornlosigkeit ist keine Alternative, denn diese entspricht einer „genetischen Organentnahme, die endgültig ist, und es ist sehr fragwürdig, die Natur so zu beeinflussen.“

Auf immer mehr konventionellen Betrieben und auch bei vielen Biobetrieben werden Kälbern schon sehr früh die Hornknopsen ausgebrannt. Auf biologisch-dynamischen Betrieben, die nach Demeter-Richtlinien arbeiten, ist diese schmerzhafte Behandlung untersagt: die Kälber dürfen ihre Hornansätze behalten und reifen zu Kühen mit manchmal imposanten Hörnern heran.

Eine Gefahr sieht Michael Ackermann bei der Haltung von Kühen mit Hörnern nicht. „Ich glaube, dass die Gefährlichkeit eher vorgeschoben wird als Vorwand, dass man die Ställe dichter belegen kann. Rinder brauchen im Stall einen gewissen Freiraum, um sich bewegen zu können. Wird ihnen dieser Platz nicht geboten, können sie aggressiv werden. Man kann den Stall voller machen, wenn die Tiere keine Hörner dran haben.“ Um Rinder mit Hörnern zu halten, muss ihnen ausreichend Platz geboten werden, damit diese entspannt leben können.

Der Hof Kasten bei Mühldorf am Inn wird von Michael Ackermanns Familie schon seit fast 80 Jahren biologisch-dynamisch bewirtschaftet. Die Wirtschaftsweise wird auch weiter so beibehalten, da Michael Ackermann die biologisch-dynamische Landwirtschaft für sich als den richtigen Weg sieht; mit dem Fokus auf Boden, Pflanze, Tier und Mensch. Wichtig ist hierbei auch ein weitgehend geschlossener Betriebskreislauf im Einklang mit der Natur. Es wird so wenig Saatgut und Futter wie möglich zugekauft. Die Rinder und Schweine auf dem Betrieb leben in artgerechter Haltung. „Jeder Quadratmeter Boden, der so bewirtschaftet wird, und jedes Tier, das auf der Weide sein kann und mit den Hörnern lebt, dafür ist es wert zu kämpfen“, sagt Michael Ackermann zu seinem Einsatz gegen Enthornung und für die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise.

Der Beitrag, der in der Sendung „Wir in Bayern“ ausgestrahlt wurde, ist in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks zu finden und löste bereits zahlreiche positive Reaktionen bei Verbrauchern und Landwirten aus.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Demeter Bayern - Biologisch dynamische Vereinigung Bayern e.V. ist ein Zusammenschluss von 440 biologisch-dynamisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betrieben. Der Verein bietet seinen Mitgliedern Betreuung und Beratung in Theorie und Praxis der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise, fördert ihren Erfahrungsaustausch sowie Aus- und Fortbildung und Forschung. Die Betriebe wirtschaften nach den Demeter-Richtlinien, die erheblich über die EU-Öko-Verordnung hinausgehen. Beispielsweise ist auf Demeter-Höfen nicht nur die Enthornung verboten, sondern auch die Zucht auf genetische Hornlosigkeit; Tierhaltung und 100% Bio-Fütterung sowie die Anwendung der Präparate sind verpflichtend.