Um Ressourcen zu sichern ist Kreativität gefragt

Demeter im Kongress

Um Ressourcen zu sichern ist Kreativität gefragt

12.02.2014
Angeregte Diskussion mit (von links nach rechts) Christoph Simpfendörfer, Uwe Greff, Joachim Weckmann, Henning Niemann und Alexander Gerber. Demeter-Pressesprecherin Renée Herrnkind (unten rechts) moderierte das Gespräch.

Wie finden die Akteure der Bio-Branche Geldgeber für den eigenen Hof oder das Unternehmen? Woher kommen notwendige Rohstoffe? Mit diesen Themen hat sich heute die von Demeter-Pressesprecherin Renée Herrnkind moderierte Veranstaltung im Kongress zur BioFach beschäftigt. Das Podium regt sowohl Erzeuger als auch Verarbeiter an - und es wird schnell klar: wer zukunftsfähig sein will, muss Kreativität zeigen.

Finanzielle Liquidität  kann  für die landwirtschaftlichen Betriebe beispielsweise durch rent-a-cow Modelle gesichert werden, glaubt Christoph Simpfendörfer, Demeter-Landwirt vom Reyerhof in Stuttgart und Aufsichtsratsvorsitzender des Demeter e. V. Simpfendörfer will so nicht nur Geldgeber finden, sondern besonders die Beziehung mit den Konsumenten lebendiger gestalten.

„Mir ist es wichtig, auf meinem Hof mit den Verbrauchern im direkten Austausch zu stehen. Dafür ist auch die solidarische Landwirtschaft ein tolles Modell.“ Simpfendörfer will in Zukunft außerdem auf seinem Hof aufzeigen, wieviel Fläche für die Produktion welcher Lebensmittel verbraucht wird.

Eine andere Möglichkeit der Finanzierung sind Genossenschaften. Uwe Greff, Geschäftsführer der BioBodenGesellschaft und Leiter Immobilien der GLS Bank, will zehntausende Verbraucher zusammenbringen. Sie sollen Erzeuger unterstützen und ihnen die notwendigen Flächen für ihre Landwirtschaft zur Verfügung stellen, besonders um Junglandwirte zu unterstützen.

Denn die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln ist groß, jetzt gilt es dafür auch in Deutschland genügend Flächen für die Landwirte zur Verfügung zu stellen. Bisher hat die BioBodenGesellschaft 3.500 ha Land gesichert und verpachtet. „Diese Flächen werden nie mehr verkauft und dauerhaft der biologischen Landwirtschaft zur Verfügung gestellt“, versichert Greff.

Joachim Weckmann von der Demeter-Bäckerei Märkisches Landbrot in Berlin  geht es besonders um Transparenz gegenüber dem Konsumenten. Er sieht sein Unternehmen als Leuchtturm und setzt auf faire, regionale Rohstoffe. „Der Konsument soll wissen: Wenn ich ein Kilogramm Demeter-Brot kaufe, bekommt der Bauer für seine Rohstoffe einen fairen Preis“, so Weckmann.

Regionalität ist für Henning Niemann vom Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen ein wichtiges Thema. Besonders, da auch die Verbraucher immer mehr Wert auf Produkte aus der eigenen Region legen. Dies spielt natürlich auch in der Rohstoffbeschaffung eine wichtige Rolle. Den Rückhalt hat Niemann beim Verbraucher: „Eine Umfrage hat ergeben, dass 80% der Befragten sich mehr regionale Rohstoffe wünschen. Darauf müssen wir reagieren und die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern ausbauen.“

Demeter-Vorstand Alexander Gerber knüpft mit seiner Forderung nach „Präparaten des Handels“ die Verbindung zum Herzstück der Biodynamischen Wirtschaftsweise, den in der Landwirtschaft eingesetzten, selbst hergestellten, energetisch wirkenden Präparaten. Sie fördern Bodenfruchtbarkeit und verbinden die Elemente des Hoforganismus. Was braucht der Handel um ähnliche Effekte zu erreichen? Gerber hält vier Kriterien für entscheidend: „Transparenz, Augenhöhe, Verbindlichkeit, Kommunikation.“

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Demeter im Kongress

Wie finden die Akteure der Bio-Branche Geldgeber für den eigenen Hof oder das Unternehmen? Woher kommen notwendige Rohstoffe? Mit diesen Themen hat sich heute die von Demeter-Pressesprecherin Renée Herrnkind moderierte Veranstaltung im Kongress zur BioFach beschäftigt. Das Podium regt sowohl Erzeuger als auch Verarbeiter an - und es wird schnell klar: wer zukunftsfähig sein will, muss Kreativität zeigen.

Finanzielle Liquidität  kann  für die landwirtschaftlichen Betriebe beispielsweise durch rent-a-cow Modelle gesichert werden, glaubt Christoph Simpfendörfer, Demeter-Landwirt vom Reyerhof in Stuttgart und Aufsichtsratsvorsitzender des Demeter e. V. Simpfendörfer will so nicht nur Geldgeber finden, sondern besonders die Beziehung mit den Konsumenten lebendiger gestalten.

„Mir ist es wichtig, auf meinem Hof mit den Verbrauchern im direkten Austausch zu stehen. Dafür ist auch die solidarische Landwirtschaft ein tolles Modell.“ Simpfendörfer will in Zukunft außerdem auf seinem Hof aufzeigen, wieviel Fläche für die Produktion welcher Lebensmittel verbraucht wird.

Eine andere Möglichkeit der Finanzierung sind Genossenschaften. Uwe Greff, Geschäftsführer der BioBodenGesellschaft und Leiter Immobilien der GLS Bank, will zehntausende Verbraucher zusammenbringen. Sie sollen Erzeuger unterstützen und ihnen die notwendigen Flächen für ihre Landwirtschaft zur Verfügung stellen, besonders um Junglandwirte zu unterstützen.

Denn die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln ist groß, jetzt gilt es dafür auch in Deutschland genügend Flächen für die Landwirte zur Verfügung zu stellen. Bisher hat die BioBodenGesellschaft 3.500 ha Land gesichert und verpachtet. „Diese Flächen werden nie mehr verkauft und dauerhaft der biologischen Landwirtschaft zur Verfügung gestellt“, versichert Greff.

Joachim Weckmann von der Demeter-Bäckerei Märkisches Landbrot in Berlin  geht es besonders um Transparenz gegenüber dem Konsumenten. Er sieht sein Unternehmen als Leuchtturm und setzt auf faire, regionale Rohstoffe. „Der Konsument soll wissen: Wenn ich ein Kilogramm Demeter-Brot kaufe, bekommt der Bauer für seine Rohstoffe einen fairen Preis“, so Weckmann.

Regionalität ist für Henning Niemann vom Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen ein wichtiges Thema. Besonders, da auch die Verbraucher immer mehr Wert auf Produkte aus der eigenen Region legen. Dies spielt natürlich auch in der Rohstoffbeschaffung eine wichtige Rolle. Den Rückhalt hat Niemann beim Verbraucher: „Eine Umfrage hat ergeben, dass 80% der Befragten sich mehr regionale Rohstoffe wünschen. Darauf müssen wir reagieren und die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern ausbauen.“

Demeter-Vorstand Alexander Gerber knüpft mit seiner Forderung nach „Präparaten des Handels“ die Verbindung zum Herzstück der Biodynamischen Wirtschaftsweise, den in der Landwirtschaft eingesetzten, selbst hergestellten, energetisch wirkenden Präparaten. Sie fördern Bodenfruchtbarkeit und verbinden die Elemente des Hoforganismus. Was braucht der Handel um ähnliche Effekte zu erreichen? Gerber hält vier Kriterien für entscheidend: „Transparenz, Augenhöhe, Verbindlichkeit, Kommunikation.“