Minister Schmidt muss Ratsvorschlag zur EU-Öko-Verordnung ablehnen

Demeter fordert

Minister Schmidt muss Ratsvorschlag zur EU-Öko-Verordnung ablehnen

08.05.2015

„Wenn am Montag die EU-Agrarminister ihre Position zur Revision der EU-Ökoverordnung abstimmen, muss der deutsche Minister Christian Schmidt konsequent sein: keine faulen Kompromisse bei der Ökoverordnung!“, fordert Alexander Gerber, Vorstand des Demeter e.V.. „Deutschland wird in dieser Entscheidung eine Schlüsselposition haben. Schmidt kann mit zahlreichen Bündnispartnern eine Verschlechterung der Situation für die biologische Landwirtschaft verhindern.“ Gerber nennt als Beispiel das Nachbarland Österreich, das durch konsequente Politik in den vergangenen Jahren EU-weit den höchsten Bioanteil in der Landwirtschaft erreicht hat.

„Jetzt einem Kompromiss zuzustimmen, in dem spezifische Grenzwerte für Pestizid-Verunreinigungen vorgesehen sind, wäre ein schwerer Fehler, der die weitere Entwicklung der ökologischen Landwirtschaft behindern  würde. Solche Grenzwerte würden nicht den Verursachern, sondern gerade den Biobauern schaden, die keine Pestizide verwenden, indem ihnen zusätzliche Kosten aufgebürdet werden“, kritisiert Gerber. Zudem seien im derzeitigen Text noch Importregeln für Bio-Produkte enthalten, die es Entwicklungsländern unmöglich machten, ökologische Produkte nach Europa zu vermarkten. Damit würde auch dort die Weiterentwicklung der ökologischen Landwirtschaft behindert.

„Die vorgeschlagene Aufsplitterung der Öko-Regeln auf zwei Rechtsbereiche würde dem Ökolandbau langfristig ebenso schaden. Die Öko-Kontrollen müssen im Bio-Recht verbleiben, wie in der bewährten Öko-Verordnung geregelt“, verweist der Demeter-Vorstand auf den nächsten kritischen Aspekt. „Mit dem derzeitigen unausgereiften Text darf der Rat nicht in den Trilog einsteigen“, lautet die klare Forderung der biodynamischen Gemeinschaft von Erzeugern, Herstellern und Händlern. Die im BÖLW zusammengeschlossenen Verbände der ökologischen Lebensmittelwirtschaft rufen Minister Schmidt gemeinsam dazu auf, dem vorliegenden Text nicht zuzustimmen.

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Demeter fordert

„Wenn am Montag die EU-Agrarminister ihre Position zur Revision der EU-Ökoverordnung abstimmen, muss der deutsche Minister Christian Schmidt konsequent sein: keine faulen Kompromisse bei der Ökoverordnung!“, fordert Alexander Gerber, Vorstand des Demeter e.V.. „Deutschland wird in dieser Entscheidung eine Schlüsselposition haben. Schmidt kann mit zahlreichen Bündnispartnern eine Verschlechterung der Situation für die biologische Landwirtschaft verhindern.“ Gerber nennt als Beispiel das Nachbarland Österreich, das durch konsequente Politik in den vergangenen Jahren EU-weit den höchsten Bioanteil in der Landwirtschaft erreicht hat.

„Jetzt einem Kompromiss zuzustimmen, in dem spezifische Grenzwerte für Pestizid-Verunreinigungen vorgesehen sind, wäre ein schwerer Fehler, der die weitere Entwicklung der ökologischen Landwirtschaft behindern  würde. Solche Grenzwerte würden nicht den Verursachern, sondern gerade den Biobauern schaden, die keine Pestizide verwenden, indem ihnen zusätzliche Kosten aufgebürdet werden“, kritisiert Gerber. Zudem seien im derzeitigen Text noch Importregeln für Bio-Produkte enthalten, die es Entwicklungsländern unmöglich machten, ökologische Produkte nach Europa zu vermarkten. Damit würde auch dort die Weiterentwicklung der ökologischen Landwirtschaft behindert.

„Die vorgeschlagene Aufsplitterung der Öko-Regeln auf zwei Rechtsbereiche würde dem Ökolandbau langfristig ebenso schaden. Die Öko-Kontrollen müssen im Bio-Recht verbleiben, wie in der bewährten Öko-Verordnung geregelt“, verweist der Demeter-Vorstand auf den nächsten kritischen Aspekt. „Mit dem derzeitigen unausgereiften Text darf der Rat nicht in den Trilog einsteigen“, lautet die klare Forderung der biodynamischen Gemeinschaft von Erzeugern, Herstellern und Händlern. Die im BÖLW zusammengeschlossenen Verbände der ökologischen Lebensmittelwirtschaft rufen Minister Schmidt gemeinsam dazu auf, dem vorliegenden Text nicht zuzustimmen.