Demeter-Betrieb Monte Ziego erzeugt erstmals Biogas durch Ziegen-Molke

Unterwegs in Richtung Nullenergie-Käserei

Demeter-Betrieb Monte Ziego erzeugt erstmals Biogas durch Ziegen-Molke

13.10.2014
Von links nach rechts: Martin Buhl, Minister Alexander Bonde, Heinz-Rudolf Hagenacker und Mathias Nikolay bei der Einweihung der Monte-Ziego Biogasanlage
Von links nach rechts: Martin Buhl, Minister Alexander Bonde, Heinz-Rudolf Hagenacker und Mathias Nikolay bei der Einweihung der Monte-Ziego Biogasanlage

Die Demeter-Käserei Monte Ziego mit Sitz in Teningen ist neben ihren preisgekrönten Produkten auch bekannt für ihre nachhaltige Erzeugungsweise. Auf dem Weg zu Deutschlands erster Nullenergie-Käserei hat das Team um Geschäftsführer Martin Buhl nun mit einer mit Molke betriebenen Biogasanlage einen weiteren innovativen und ökologischen Baustein geschaffen. Unterstützung erhielt das Projekt dabei durch den Innovationsfonds der Badenova. Die feierliche Einweihung der Anlage fand Anfang Oktober im Beisein von Baden-Württembergs Verbraucherminister Alexander Bonde statt.

„Die Käserei Monte Ziego ist ein Beispiel dafür, wie mit nachhaltiger ökologischer Produktion und Innovationen Perspektiven und Wertschöpfung für den ländlichen Raum geschaffen werden können“, sagte Verbraucherminister Alexander Bonde bei der Einweihung. Das innovative Vorhaben, anfallende Molke in einer eigens dafür erbauten Biogasanlage zu Strom und Wärme umzuwandeln, habe das Land Baden-Württemberg im Rahmen seines Bioenergiewettbewerbs deshalb gerne finanziell unterstützt und gefördert.

Die Herstellung von Milchprodukten verbraucht viel Energie - es entstehen dabei aber auch Nebenprodukte, die sich wiederum zur Energiegewinnung eignen. Dazu zählt Molke, welche die meisten handwerklichen Molkereien nur bedingt als Lebens- und Futtermittel einsetzen können. Das biodynamische Unternehmen Monte Ziego aus Teningen, eine der größten handwerklichen Bio-Ziegenkäserei in Deutschland, hat dieses Potential erkannt und in ihr Konzept einer Nullenergie-Käserei integriert.

Monte Ziege Geschäftsführer Martin Buhl zeigt sich erfreut: „Nach einer jahrelangen Planungszeit bin ich stolz, das Projekt nun in unseren Gesamtbetrieb integrieren zu können. Strom aus Ziegenmilch kann man zwar nicht essen, aber es soll als  Beispiel dienen, wie wir uns aktiv für die Energiewende einsetzen. Diese Pionieranlage wäre allerdings ohne die finanzielle Unterstützung aus dem Innovationsfond der Badenova und dem Landespreis Biogas nicht umsetzbar gewesen.“, so Martin Buhl.

Befeuert mit Biogas aus Molke erzeugt ein Blockheizkraftwerk Strom und die Wärme für die Käseproduktion. Die Ziegenmilchproduktion, und somit das Angebot an Molke, schwankt je nach Jahreszeit. Um eine gleichmäßige Energieversorgung zu garantieren, kann die Anlage daher auch mit Bioerdgas oder aber mit Kuhmolke aus anderen regionalen Molkereien betrieben werden. Die Biogasanlage ist Teil des Gesamtkonzepts Nullenergiekäserei, welche die gesamte Produktionskette vom Milchlieferanten bis zur Verpackung möglichst nachhaltig und regional gestaltet.

Die Bestandteile des Energiekonzepts sind dabei vielschichtig. Auf dem Dach der Demeter-Käserei liefert eine Photovoltaikanlage Strom. Zusätzlich sind Wärme- und Kälteanlagen in ein energiesparendes System integriert. Dabei erwärmt die Abwärme der Kälteanlage das Warmwasser für die Milchverarbeitung. So deckt die Molkerei einen wesentlichen Teil ihres gesamten Wärmebedarfs aus erneuerbaren Energien. Rund 1,8 Millionen Euro investierte Gründer und Geschäftsführer Martin Buhl 2010 in den Bau der modernen Käserei - in das neue Biogas-Blockheizkraftwerk aktuell zusätzlich nochmals rund 450.000 Euro.

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Demeter-Betrieb Monte Ziego erzeugt erstmals Biogas durch Ziegen-Molke
Unterwegs in Richtung Nullenergie-Käserei

Die Demeter-Käserei Monte Ziego mit Sitz in Teningen ist neben ihren preisgekrönten Produkten auch bekannt für ihre nachhaltige Erzeugungsweise. Auf dem Weg zu Deutschlands erster Nullenergie-Käserei hat das Team um Geschäftsführer Martin Buhl nun mit einer mit Molke betriebenen Biogasanlage einen weiteren innovativen und ökologischen Baustein geschaffen. Unterstützung erhielt das Projekt dabei durch den Innovationsfonds der Badenova. Die feierliche Einweihung der Anlage fand Anfang Oktober im Beisein von Baden-Württembergs Verbraucherminister Alexander Bonde statt.

„Die Käserei Monte Ziego ist ein Beispiel dafür, wie mit nachhaltiger ökologischer Produktion und Innovationen Perspektiven und Wertschöpfung für den ländlichen Raum geschaffen werden können“, sagte Verbraucherminister Alexander Bonde bei der Einweihung. Das innovative Vorhaben, anfallende Molke in einer eigens dafür erbauten Biogasanlage zu Strom und Wärme umzuwandeln, habe das Land Baden-Württemberg im Rahmen seines Bioenergiewettbewerbs deshalb gerne finanziell unterstützt und gefördert.

Die Herstellung von Milchprodukten verbraucht viel Energie - es entstehen dabei aber auch Nebenprodukte, die sich wiederum zur Energiegewinnung eignen. Dazu zählt Molke, welche die meisten handwerklichen Molkereien nur bedingt als Lebens- und Futtermittel einsetzen können. Das biodynamische Unternehmen Monte Ziego aus Teningen, eine der größten handwerklichen Bio-Ziegenkäserei in Deutschland, hat dieses Potential erkannt und in ihr Konzept einer Nullenergie-Käserei integriert.

Monte Ziege Geschäftsführer Martin Buhl zeigt sich erfreut: „Nach einer jahrelangen Planungszeit bin ich stolz, das Projekt nun in unseren Gesamtbetrieb integrieren zu können. Strom aus Ziegenmilch kann man zwar nicht essen, aber es soll als  Beispiel dienen, wie wir uns aktiv für die Energiewende einsetzen. Diese Pionieranlage wäre allerdings ohne die finanzielle Unterstützung aus dem Innovationsfond der Badenova und dem Landespreis Biogas nicht umsetzbar gewesen.“, so Martin Buhl.

Befeuert mit Biogas aus Molke erzeugt ein Blockheizkraftwerk Strom und die Wärme für die Käseproduktion. Die Ziegenmilchproduktion, und somit das Angebot an Molke, schwankt je nach Jahreszeit. Um eine gleichmäßige Energieversorgung zu garantieren, kann die Anlage daher auch mit Bioerdgas oder aber mit Kuhmolke aus anderen regionalen Molkereien betrieben werden. Die Biogasanlage ist Teil des Gesamtkonzepts Nullenergiekäserei, welche die gesamte Produktionskette vom Milchlieferanten bis zur Verpackung möglichst nachhaltig und regional gestaltet.

Die Bestandteile des Energiekonzepts sind dabei vielschichtig. Auf dem Dach der Demeter-Käserei liefert eine Photovoltaikanlage Strom. Zusätzlich sind Wärme- und Kälteanlagen in ein energiesparendes System integriert. Dabei erwärmt die Abwärme der Kälteanlage das Warmwasser für die Milchverarbeitung. So deckt die Molkerei einen wesentlichen Teil ihres gesamten Wärmebedarfs aus erneuerbaren Energien. Rund 1,8 Millionen Euro investierte Gründer und Geschäftsführer Martin Buhl 2010 in den Bau der modernen Käserei - in das neue Biogas-Blockheizkraftwerk aktuell zusätzlich nochmals rund 450.000 Euro.