Biodynamische Eier aus dem Unterholz

Familie hütet hunderte Hühner im Wendländer Wald

Biodynamische Eier aus dem Unterholz

26.08.2014
Eigentlich illegal: Hühner in ihrer natürlichen Umgebung Wald. Familie Flegel (rechts) macht's möglich.

Britta und Mandred Flegel vom Demeter-Betrieb Waldgarten machen seit kurzem möglich, was sonst so in Deutschland eigentlich verboten ist: Sie halten mehr als tausend Hühner in einem Wald. Für die Hühner ist das optimal, denn es entspricht ihrer ursprünglichen Lebensweise. Und die Verbraucher bekommen Eier, wie sie sein sollten.

Britta und Manfred Flegel und ihre beiden Kinder Jonathan und Ayele blicken stolz auf ihr Werk. Auf einer ehemaligen Ackerfläche im Wendland picken und scharren Hühner in einem frisch gepflanzten Wald. Es sind biodynamische Legehennen.

Dabei ist es in Deutschland nicht erlaubt, landwirtschaftliche Nutztiere im Wald zu halten. Denn der Wald dient laut Gesetz der Gewinnung von Holz, dem Klimaschutz und der Erholung der Bevölkerung.

Was die Wenigsten wissen: Ursprünglich sind Hühner Waldrandbewohner. Im Schatten der Bäume und im Unterholz finden sie Schutz. Am Boden bekommen sie all das Futter, das sie brauchen. Sie können scharren und picken.

Möglich ist das jetzt direkt am Rande des Gartower Forstes. Dort hat die Familie Flegel eine 6,5 Hektar große Ackerfläche eingezäunt und mit mehr als 6.000 Bäumen und Sträuchern bepflanzt. Insgesamt sind es 21 verschiedene Arten, darunter Obst,- Beeren- und Forstgehölze. Die Familie bohrte einen Brunnen, damit die Hühner Wasser bekommen.

Das Futter der Legehennen baut die Familie auf ihren eigenen Feldern an und hält sich dabei an strengste ökologische Richtlinien. Dafür gab es sogar das Demeter-Zertifikat. Der anfallende Hühnermist wird kompostiert und als Dünger verwendet. So sind die Legehennen Teil einer nachhaltigen, gutshöflichen Kreislaufwirtschaft.

Die Demeter-zertifizierten Eier vermarkten Britta und Manfred Flegel selbst in der Region - auch in den Großräumen Berlin und Hamburg. In einigen Jahren wird ihr Waldgarten neben Eiern auch Obst, Nüsse und andere Produkte liefern. Auch diese wollen die Flegels dann regional vermarkten.

Eine treibende Kraft hinter dem Projekt ist auch Graf Bernstorff in Gartow, auf dessen Ländereien der Waldgarten liegt. Graf Bernstorffs Familie bewirtschaftet eigenen Wald seit Generationen naturnah. Mit einer regionalen Naturschutz-Stiftung hat sie geschafft, das Biber und Seeadler wieder in der Region zu Hause sind. Und jetzt können auch Hühner endlich so leben, wie es ihrer Art entspricht.

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Biodynamische Eier aus dem Unterholz
Familie hütet hunderte Hühner im Wendländer Wald

Britta und Mandred Flegel vom Demeter-Betrieb Waldgarten machen seit kurzem möglich, was sonst so in Deutschland eigentlich verboten ist: Sie halten mehr als tausend Hühner in einem Wald. Für die Hühner ist das optimal, denn es entspricht ihrer ursprünglichen Lebensweise. Und die Verbraucher bekommen Eier, wie sie sein sollten.

Britta und Manfred Flegel und ihre beiden Kinder Jonathan und Ayele blicken stolz auf ihr Werk. Auf einer ehemaligen Ackerfläche im Wendland picken und scharren Hühner in einem frisch gepflanzten Wald. Es sind biodynamische Legehennen.

Dabei ist es in Deutschland nicht erlaubt, landwirtschaftliche Nutztiere im Wald zu halten. Denn der Wald dient laut Gesetz der Gewinnung von Holz, dem Klimaschutz und der Erholung der Bevölkerung.

Was die Wenigsten wissen: Ursprünglich sind Hühner Waldrandbewohner. Im Schatten der Bäume und im Unterholz finden sie Schutz. Am Boden bekommen sie all das Futter, das sie brauchen. Sie können scharren und picken.

Möglich ist das jetzt direkt am Rande des Gartower Forstes. Dort hat die Familie Flegel eine 6,5 Hektar große Ackerfläche eingezäunt und mit mehr als 6.000 Bäumen und Sträuchern bepflanzt. Insgesamt sind es 21 verschiedene Arten, darunter Obst,- Beeren- und Forstgehölze. Die Familie bohrte einen Brunnen, damit die Hühner Wasser bekommen.

Das Futter der Legehennen baut die Familie auf ihren eigenen Feldern an und hält sich dabei an strengste ökologische Richtlinien. Dafür gab es sogar das Demeter-Zertifikat. Der anfallende Hühnermist wird kompostiert und als Dünger verwendet. So sind die Legehennen Teil einer nachhaltigen, gutshöflichen Kreislaufwirtschaft.

Die Demeter-zertifizierten Eier vermarkten Britta und Manfred Flegel selbst in der Region - auch in den Großräumen Berlin und Hamburg. In einigen Jahren wird ihr Waldgarten neben Eiern auch Obst, Nüsse und andere Produkte liefern. Auch diese wollen die Flegels dann regional vermarkten.

Eine treibende Kraft hinter dem Projekt ist auch Graf Bernstorff in Gartow, auf dessen Ländereien der Waldgarten liegt. Graf Bernstorffs Familie bewirtschaftet eigenen Wald seit Generationen naturnah. Mit einer regionalen Naturschutz-Stiftung hat sie geschafft, das Biber und Seeadler wieder in der Region zu Hause sind. Und jetzt können auch Hühner endlich so leben, wie es ihrer Art entspricht.