Demeter-Vorstand Gerber: „Bio“ ist eine pro-europäische Bewegung

BÖLW-Fachgespräch zur geplanten Revision der EU-Öko-Verordnung

Demeter-Vorstand Gerber: „Bio“ ist eine pro-europäische Bewegung

10.07.2014
Alexander Gerber auf dem BÖLW-Fachgespräch
Demeter-Vorstand Alexander Gerber spricht auf dem BÖLW-Fachgespräch über die Auswirkungen des Entwurfs der EU-Öko-Verordnung auf die Landwirtschaft

Am Montag, dem 7. Juli 2014 fand in Berlin das Fachgespräch des BÖLW (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft) zur geplanten Revision der EU-Öko-Verordnung statt. Demeter-Vorstand Alexander Gerber erläuterte, weshalb Vorgehen und Vorschläge der EU-Kommission weder für Verbraucher noch für Landwirte akzeptabel sind.

„Wenn die Kommission, wie bei der Revision der EU-Öko-Verordnung, ihre Position schon im Voraus festlegt und die Beteiligungsinstrumente nur zum Schein einsetzt, dann fügt sie der Demokratie schweren Schaden zu“, bewertet Gerber das Vorgehen der EU-Kommission. „Hätte sie bei der öffentlichen Befragung keine suggestiven Fragen gestellt, die Vorschläge aus den Expertenhearings nicht selektiv bewertet und wäre sie den Empfehlungen der wissenschaftlichen Evaluierung gefolgt, dann wäre nicht ein Vorschlag herausgekommen, der jetzt auf die breite Ablehnung der europäischen Bio-Verbände, des deutschen Landwirtschaftsministers, der Bundesländer, der Kontrollbehörden und der Verbraucherverbände stößt“, so Gerber. Während sich der Erfolg der aktuellen Verordnung auch darin zeige, dass die Verbraucherschaft immer mehr Bio nachfragt, würde mit der neuen Verordnung der Bio-Anbau zurückgehen.

Gerber sieht gerade in der Bio-Bewegung ein leuchtendes Beispiel für bürgerliches, pro-europäisches Engagement und lädt die Kommission ein, dies weiterhin zu nutzen: „Das schafft Begeisterung für Europa anstelle von Politik-Verdruss.“

„Die biologische Landwirtschaft wurde von Anfang an von engagierten Bäuerinnen und Bauern im Dialog mit kritischen VerbraucherInnen entwickelt. Dazu kamen Unternehmen und WissenschaftlerInnen, die an den Werten der Bio-Bewegung orientiert dazu beigetragen haben, einen nachhaltigen Wirtschaftssektor nicht nur aufzubauen sondern auch stetig weiterzuentwickeln“, erklärt Gerber. „Wir verstehen uns als eine Bewegung, die als Ziel die qualitative Weiterentwicklung von Lebensmitteln und den Schutz der natürlichen Ressourcen hat. In der IFOAM, Demeter International und zahlreichen bilateralen Projekten arbeiten wir weltweit daran, hier Schritt für Schritt besser zu werden“, erläutert Gerber. „In diesem Sinne haben wir uns auch stets für die Weiterentwicklung des Rechtsrahmens eingesetzt.“

Aktuell lägen, so Gerber, zahlreiche Vorschläge zur qualitativen Weiterentwicklung der bestehenden Öko-Verordnung vor. Beispielsweise zur Geflügelhaltung, zum Gewächshausanbau und zur Kontrolle. „Wir fordern die Kommission auf, zur konstruktiven Zusammenarbeit zurückzukehren, eine bewährte Verordnung im Schulterschluss mit der Bewegung weiterzuentwickeln und diese dann aber auch konsequent umzusetzen. „Denn eine europaweit abgestimmte Umsetzung durchzusetzen“, so Gerber, „wäre aktuell einer der wirkungsvollsten Maßnahmen, um Bio noch besser zu machen.“

Wir rufen das Europäische Parlament und die Ministerien auf, mit den Bioverbänden eng zusammen zu arbeiten und dafür Sorge zu tragen, dass der Vorstoß der Kommission korrigiert wird.

Eine ausführliche Bewertung des Vorschlags der EU-Kommission von Alexander Gerber finden Sie in der aktuellen Lebendigen Erde. Weitere Hintergründe zu dem Entwurf einer neuen EU-Öko-Verordnung sind hier dargestellt.

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10.07.2014
Demeter-Vorstand Gerber: „Bio“ ist eine pro-europäische Bewegung
BÖLW-Fachgespräch zur geplanten Revision der EU-Öko-Verordnung

Am Montag, dem 7. Juli 2014 fand in Berlin das Fachgespräch des BÖLW (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft) zur geplanten Revision der EU-Öko-Verordnung statt. Demeter-Vorstand Alexander Gerber erläuterte, weshalb Vorgehen und Vorschläge der EU-Kommission weder für Verbraucher noch für Landwirte akzeptabel sind.

„Wenn die Kommission, wie bei der Revision der EU-Öko-Verordnung, ihre Position schon im Voraus festlegt und die Beteiligungsinstrumente nur zum Schein einsetzt, dann fügt sie der Demokratie schweren Schaden zu“, bewertet Gerber das Vorgehen der EU-Kommission. „Hätte sie bei der öffentlichen Befragung keine suggestiven Fragen gestellt, die Vorschläge aus den Expertenhearings nicht selektiv bewertet und wäre sie den Empfehlungen der wissenschaftlichen Evaluierung gefolgt, dann wäre nicht ein Vorschlag herausgekommen, der jetzt auf die breite Ablehnung der europäischen Bio-Verbände, des deutschen Landwirtschaftsministers, der Bundesländer, der Kontrollbehörden und der Verbraucherverbände stößt“, so Gerber. Während sich der Erfolg der aktuellen Verordnung auch darin zeige, dass die Verbraucherschaft immer mehr Bio nachfragt, würde mit der neuen Verordnung der Bio-Anbau zurückgehen.

Gerber sieht gerade in der Bio-Bewegung ein leuchtendes Beispiel für bürgerliches, pro-europäisches Engagement und lädt die Kommission ein, dies weiterhin zu nutzen: „Das schafft Begeisterung für Europa anstelle von Politik-Verdruss.“

„Die biologische Landwirtschaft wurde von Anfang an von engagierten Bäuerinnen und Bauern im Dialog mit kritischen VerbraucherInnen entwickelt. Dazu kamen Unternehmen und WissenschaftlerInnen, die an den Werten der Bio-Bewegung orientiert dazu beigetragen haben, einen nachhaltigen Wirtschaftssektor nicht nur aufzubauen sondern auch stetig weiterzuentwickeln“, erklärt Gerber. „Wir verstehen uns als eine Bewegung, die als Ziel die qualitative Weiterentwicklung von Lebensmitteln und den Schutz der natürlichen Ressourcen hat. In der IFOAM, Demeter International und zahlreichen bilateralen Projekten arbeiten wir weltweit daran, hier Schritt für Schritt besser zu werden“, erläutert Gerber. „In diesem Sinne haben wir uns auch stets für die Weiterentwicklung des Rechtsrahmens eingesetzt.“

Aktuell lägen, so Gerber, zahlreiche Vorschläge zur qualitativen Weiterentwicklung der bestehenden Öko-Verordnung vor. Beispielsweise zur Geflügelhaltung, zum Gewächshausanbau und zur Kontrolle. „Wir fordern die Kommission auf, zur konstruktiven Zusammenarbeit zurückzukehren, eine bewährte Verordnung im Schulterschluss mit der Bewegung weiterzuentwickeln und diese dann aber auch konsequent umzusetzen. „Denn eine europaweit abgestimmte Umsetzung durchzusetzen“, so Gerber, „wäre aktuell einer der wirkungsvollsten Maßnahmen, um Bio noch besser zu machen.“

Wir rufen das Europäische Parlament und die Ministerien auf, mit den Bioverbänden eng zusammen zu arbeiten und dafür Sorge zu tragen, dass der Vorstoß der Kommission korrigiert wird.

Eine ausführliche Bewertung des Vorschlags der EU-Kommission von Alexander Gerber finden Sie in der aktuellen Lebendigen Erde. Weitere Hintergründe zu dem Entwurf einer neuen EU-Öko-Verordnung sind hier dargestellt.