2015: Beste Chancen für heimisches Bio nutzen!

BÖLW fordert besseren rechtlichen Rahmen für Bio

2015: Beste Chancen für heimisches Bio nutzen!

15.01.2015
Regale eines Bio-Supermarkts
Bio-Lebensmittel sind beim Verbraucher gefragt. Doch auch für die Landwirte müssen die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

„Die Chancen stehen gut für Ökolandbau und Bio-Lebensmittel“, fasst Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bio-Dachverbandes Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zu dessen Gründungsmitgliedern Demeter gehört, die Situation des Bio-Sektors anlässlich der Eröffnung der Internationalen Grünen Woche zusammen. „Bio bleibt ein Verkaufsschlager und die verbesserte Fördersituation in vielen Bundesländern bietet gute Argumente für Landwirte, auf Ökolandbau umzustellen. Und mehr Ökolandbau in Deutschland bedeutet mehr regionale Produkte, mehr Artenvielfalt auf den Äckern, sauberes Trinkwasser und mehr Arbeitsplätze im ländlichen Raum.“

Damit diese günstigen Bedingungen für den erforderlichen Durchbruch von Bio als nachhaltigste Alternative für die gesamte Land- und Lebensmittelwirtschaft genutzt werden können, müssen jetzt wichtige politische Stellschrauben bewegt werden. Vor allem muss der Vorschlag der EU-Kommission für eine Totalrevision der EU-Öko-Verordnung vom Tisch.

Susanne Horn, Geschäftsführerin der Neumarkter Lammsbräu, erklärt, warum das so wichtig ist: „Die absurden Vorschläge der EU-Kommission zu speziellen Pestizidgrenzwerten würden dazu führen, dass wir als mittelständische Brauerei kaum noch Hopfenbauern finden würden, die Öko-Ware liefern. Konventionelle Spritzmittel können auch über größere Entfernungen die Bio-Ernte geringfügig belasten. Wenn die Landwirte dann immer damit rechnen müssen, dass die Ware ohne ihr Verschulden nicht mehr Bio ist, dann steigen sie aus der Bio-Produktion aus.“

Von EU-Parlament, EU-Ministerrat und EU-Kommissar Phil Hogan fordert Jan Plagge, Vorstand des BÖLW: „Eine Weiterentwicklung des Bio-Rechts muss auf Grundlage der bestehenden Verordnung stattfinden. Die wichtigen Verbesserung des Öko-Kontrollsystems und der Regelungen zu Importen können im bestehenden System ohne weiteres zügig umgesetzt werden, neue Grenzwerte lösen keines der erkannten Probleme“.

Weil durch den Anbau von Gentechnik-Pflanzen erhebliche Beeinträchtigungen für die Ökologische Lebensmittelwirtschaft entstehen würden, fordert Löwenstein von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, dafür Sorge zu tragen, dass in Deutschland nationale Anbauverbote umgesetzt werden. „Wir erwarten neben rechtssicheren nationalen Anbauverboten auch, dass Bundesagrarminister Schmidt keinerlei Aufweichung der Kennzeichnung von Gentechnik-Produkten zulässt. Wir fordern, dass er den Koalitionsvertrag umsetzt und dafür sorgt, dass Fleisch, Milch und Eier, die mit Gentechnik-Futter hergestellt werden, entsprechend gekennzeichnet sind“, kommentiert Löwenstein mit Blick auf Schmidts aktuelle Äußerungen zum Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP). „Weder TTIP noch CETA dürfen Einfallstore für Gentechnik in Europa werden“, mahnt der BÖLW-Vorsitzende und fügt den Bedenken gegen negative Auswirkungen der Abkommen noch eine Forderung hinzu: „Das geltende Grundprinzip internationalen Handels ist, dass derjenige am Markt gewinnt, der keine Rücksicht auf Umwelt und Arbeitsrechte nimmt. Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass die Handelsabkommen TTIP und CETA genau das beenden. Auch wenn das bislang keine Rolle in den Verhandlungen zu spielen scheint!“

Grundsätzlich positiv bewertet der BÖLW die aktuellen Vorschläge zur Novelle der Düngeverordnung. „Die Belastung der Gewässer mit Stickstoff aus der Landwirtschaft ist zu hoch. Daher sind die neuen Regeln überfällig“, so Jan Plagge zur Begrenzung des Stickstoff-Einsatzes aus Mist und Gülle auf 170 kg. „Fakt ist allerdings auch, dass ein großer handwerklicher Fehler in der neuen Düngeverordnung steckt. Dieser würde dazu führen, dass die Versorgung mit Bio-Gemüse aus dem Gewächshaus unmöglich wird. Die anspruchsvollen Kulturen werden ausschließlich mit organischen Düngern versorgt; die 170 kg-Grenze ist hier zu niedrig angesetzt. Wir fordern Bund und Länder auf, dies noch zu berücksichtigen.“ In Deutschland werden 20 % der Gewächshausflächen ökologisch bewirtschaftet und leisten einen wichtigen Beitrag für die regionale Versorgung mit Gemüse und Salat.

2015: Beste Chancen für heimisches Bio nutzen!
BÖLW fordert besseren rechtlichen Rahmen für Bio

„Die Chancen stehen gut für Ökolandbau und Bio-Lebensmittel“, fasst Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bio-Dachverbandes Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zu dessen Gründungsmitgliedern Demeter gehört, die Situation des Bio-Sektors anlässlich der Eröffnung der Internationalen Grünen Woche zusammen. „Bio bleibt ein Verkaufsschlager und die verbesserte Fördersituation in vielen Bundesländern bietet gute Argumente für Landwirte, auf Ökolandbau umzustellen. Und mehr Ökolandbau in Deutschland bedeutet mehr regionale Produkte, mehr Artenvielfalt auf den Äckern, sauberes Trinkwasser und mehr Arbeitsplätze im ländlichen Raum.“

Damit diese günstigen Bedingungen für den erforderlichen Durchbruch von Bio als nachhaltigste Alternative für die gesamte Land- und Lebensmittelwirtschaft genutzt werden können, müssen jetzt wichtige politische Stellschrauben bewegt werden. Vor allem muss der Vorschlag der EU-Kommission für eine Totalrevision der EU-Öko-Verordnung vom Tisch.

Susanne Horn, Geschäftsführerin der Neumarkter Lammsbräu, erklärt, warum das so wichtig ist: „Die absurden Vorschläge der EU-Kommission zu speziellen Pestizidgrenzwerten würden dazu führen, dass wir als mittelständische Brauerei kaum noch Hopfenbauern finden würden, die Öko-Ware liefern. Konventionelle Spritzmittel können auch über größere Entfernungen die Bio-Ernte geringfügig belasten. Wenn die Landwirte dann immer damit rechnen müssen, dass die Ware ohne ihr Verschulden nicht mehr Bio ist, dann steigen sie aus der Bio-Produktion aus.“

Von EU-Parlament, EU-Ministerrat und EU-Kommissar Phil Hogan fordert Jan Plagge, Vorstand des BÖLW: „Eine Weiterentwicklung des Bio-Rechts muss auf Grundlage der bestehenden Verordnung stattfinden. Die wichtigen Verbesserung des Öko-Kontrollsystems und der Regelungen zu Importen können im bestehenden System ohne weiteres zügig umgesetzt werden, neue Grenzwerte lösen keines der erkannten Probleme“.

Weil durch den Anbau von Gentechnik-Pflanzen erhebliche Beeinträchtigungen für die Ökologische Lebensmittelwirtschaft entstehen würden, fordert Löwenstein von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, dafür Sorge zu tragen, dass in Deutschland nationale Anbauverbote umgesetzt werden. „Wir erwarten neben rechtssicheren nationalen Anbauverboten auch, dass Bundesagrarminister Schmidt keinerlei Aufweichung der Kennzeichnung von Gentechnik-Produkten zulässt. Wir fordern, dass er den Koalitionsvertrag umsetzt und dafür sorgt, dass Fleisch, Milch und Eier, die mit Gentechnik-Futter hergestellt werden, entsprechend gekennzeichnet sind“, kommentiert Löwenstein mit Blick auf Schmidts aktuelle Äußerungen zum Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP). „Weder TTIP noch CETA dürfen Einfallstore für Gentechnik in Europa werden“, mahnt der BÖLW-Vorsitzende und fügt den Bedenken gegen negative Auswirkungen der Abkommen noch eine Forderung hinzu: „Das geltende Grundprinzip internationalen Handels ist, dass derjenige am Markt gewinnt, der keine Rücksicht auf Umwelt und Arbeitsrechte nimmt. Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass die Handelsabkommen TTIP und CETA genau das beenden. Auch wenn das bislang keine Rolle in den Verhandlungen zu spielen scheint!“

Grundsätzlich positiv bewertet der BÖLW die aktuellen Vorschläge zur Novelle der Düngeverordnung. „Die Belastung der Gewässer mit Stickstoff aus der Landwirtschaft ist zu hoch. Daher sind die neuen Regeln überfällig“, so Jan Plagge zur Begrenzung des Stickstoff-Einsatzes aus Mist und Gülle auf 170 kg. „Fakt ist allerdings auch, dass ein großer handwerklicher Fehler in der neuen Düngeverordnung steckt. Dieser würde dazu führen, dass die Versorgung mit Bio-Gemüse aus dem Gewächshaus unmöglich wird. Die anspruchsvollen Kulturen werden ausschließlich mit organischen Düngern versorgt; die 170 kg-Grenze ist hier zu niedrig angesetzt. Wir fordern Bund und Länder auf, dies noch zu berücksichtigen.“ In Deutschland werden 20 % der Gewächshausflächen ökologisch bewirtschaftet und leisten einen wichtigen Beitrag für die regionale Versorgung mit Gemüse und Salat.