BÖLW kommentiert Verhandlungen zum transatlantischen Freihandel

„Es geht um Agrar- und Ernährungskultur“

BÖLW kommentiert Verhandlungen zum transatlantischen Freihandel

09.07.2013
Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstand Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Spitzenverband der Erzeuger, Verarbeiter und Händler ökologischer Lebensmittel in Deutschland.
Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstand Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).

„Mit dem Abbau weiterer Handelshemmnisse würde die weltgrößte Freihandelszone entstehen – eine zunächst vielversprechende Aussicht“, kommentiert der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, den Verhandlungsbeginn von EU und USA zum transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP). „Gleichzeitig muss TTIP kritisch hinterfragt werden“, so Löwenstein. „Denn angesichts einer Handelsbeziehung, in der bereits die meisten Barrieren beseitigt sind, kommt solchen Aspekten eine zentrale Rolle zu, die mit dem Verständnis von Agrar- und Ernährungskultur verbunden sind.“ Nach eigenem Bekunden ist es den USA ein wichtiges Anliegen, dass die Europäer ihren Widerstand gegen Agro-Gentechnik, Chlorhähnchen, Hormonmast & Co aufgeben, was für die Ökologische Lebensmittelwirtschaft ein „No Go“ ist. „Wir lehnen globalen Handel nicht grundsätzlich ab“, erläutert Löwenstein die Haltung der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft. „Auch in unserem Markt spielt Handel eine wichtige Rolle. Denn nur so können – neben Waren – auch Leistungen für den Natur- und Umweltschutz über Grenzen hinweg ausgetauscht werden. Dass die beiden Handelspartner bereits jetzt ihre Öko-Standards gegenseitig anerkennen, ist begrüßenswert.“

„Trotzdem dürfen weder die gegenseitige Bio-Anerkennung noch die jetzt anstehenden Verhandlungen dazu führen, dass die hohen EU-Standards an Umwelt- und Verbraucherschutz und das kulturelle Grundverständnis davon, wie Landwirtschaft und Ernährung in unserer Gesellschaft aussehen, zur Disposition gestellt werden,“ warnt der BÖLW-Vorsitzende. „Richtlinie muss daher sein, die jeweils besten – und das heißt im Zweifelsfall: die strengsten – Standards zum Ziel der Verhandlungen zu machen.“

Als unabdingbar bezeichnete Löwenstein, dass die Verhandlungen transparent und unter Beteiligung der Zivilgesellschaft ablaufen. „Das Freihandelsabkommen ist ein Rückschritt, wenn es hinter verschlossenen Türen zwischen global agierenden Konzernen und Regierungen abgekartet wird. Weil nicht weniger auf dem Spiel steht als unsere Ernährungskultur, müsste in diesem Fall die Land- und Lebensmittelwirtschaft aus den Verhandlungen ausgeklammert werden“, fordert Löwenstein. Der BÖLW wird in Zusammenarbeit mit anderen betroffenen Verbänden die Position der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft in die Verhandlungen einbringen.
 

09.07.2013
BÖLW kommentiert Verhandlungen zum transatlantischen Freihandel
„Es geht um Agrar- und Ernährungskultur“

„Mit dem Abbau weiterer Handelshemmnisse würde die weltgrößte Freihandelszone entstehen – eine zunächst vielversprechende Aussicht“, kommentiert der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, den Verhandlungsbeginn von EU und USA zum transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP). „Gleichzeitig muss TTIP kritisch hinterfragt werden“, so Löwenstein. „Denn angesichts einer Handelsbeziehung, in der bereits die meisten Barrieren beseitigt sind, kommt solchen Aspekten eine zentrale Rolle zu, die mit dem Verständnis von Agrar- und Ernährungskultur verbunden sind.“ Nach eigenem Bekunden ist es den USA ein wichtiges Anliegen, dass die Europäer ihren Widerstand gegen Agro-Gentechnik, Chlorhähnchen, Hormonmast & Co aufgeben, was für die Ökologische Lebensmittelwirtschaft ein „No Go“ ist. „Wir lehnen globalen Handel nicht grundsätzlich ab“, erläutert Löwenstein die Haltung der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft. „Auch in unserem Markt spielt Handel eine wichtige Rolle. Denn nur so können – neben Waren – auch Leistungen für den Natur- und Umweltschutz über Grenzen hinweg ausgetauscht werden. Dass die beiden Handelspartner bereits jetzt ihre Öko-Standards gegenseitig anerkennen, ist begrüßenswert.“

„Trotzdem dürfen weder die gegenseitige Bio-Anerkennung noch die jetzt anstehenden Verhandlungen dazu führen, dass die hohen EU-Standards an Umwelt- und Verbraucherschutz und das kulturelle Grundverständnis davon, wie Landwirtschaft und Ernährung in unserer Gesellschaft aussehen, zur Disposition gestellt werden,“ warnt der BÖLW-Vorsitzende. „Richtlinie muss daher sein, die jeweils besten – und das heißt im Zweifelsfall: die strengsten – Standards zum Ziel der Verhandlungen zu machen.“

Als unabdingbar bezeichnete Löwenstein, dass die Verhandlungen transparent und unter Beteiligung der Zivilgesellschaft ablaufen. „Das Freihandelsabkommen ist ein Rückschritt, wenn es hinter verschlossenen Türen zwischen global agierenden Konzernen und Regierungen abgekartet wird. Weil nicht weniger auf dem Spiel steht als unsere Ernährungskultur, müsste in diesem Fall die Land- und Lebensmittelwirtschaft aus den Verhandlungen ausgeklammert werden“, fordert Löwenstein. Der BÖLW wird in Zusammenarbeit mit anderen betroffenen Verbänden die Position der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft in die Verhandlungen einbringen.