BÖLW fordert von Aigner Nein zur Zulassung von Gentech-Soja

Nein zur Zulassung von Gentech-Soja

BÖLW fordert von Aigner Nein zur Zulassung von Gentech-Soja

25.06.2012

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat erstmals grünes Licht für den Anbau einer gentechnisch veränderten Sojabohne in der EU gegeben. „Dass möglicherweise demnächst Monsantos Roundup-Soja auf unseren Äckern wachsen darf, obwohl die Sicherheitsprüfung nach wie vor mangelhaft ist, ist ein Skandal“, kommentiert der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) Felix Prinz zu Löwenstein die Bewertung der Behörde und fordert: „Ministerin Aigner muss sich jetzt dafür einsetzen, die Zulassung der Gentech-Soja in Brüssel zu verhindern.“

Den Sojabohnen wurden Gene eingebaut, die sie immun gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat machen. Dieses „Totalherbizid“ vernichtet alle Pflanzen, nur die Sojabohne aus dem Gentechniklabor übersteht die Behandlung. Bei der Risikobewertung der EFSA werden die Auswirkungen des Roundup-Wirkstoffes Glyphosat nicht geprüft, obwohl er beim Anbau der Pflanzen massiv zum Einsatz kommen wird. Ein weiterer Mangel des EU-Prüfverfahrens ist, dass die Zulassungs-Studien nur die genveränderte Pflanze untersuchen, nicht aber die Pflanze, die genverändert und mit Glyphosat behandelt wurde. Damit wird genau das nicht geprüft, was hinterher auf dem Feld passiert. „Erfahrungen amerikanischer Landwirte zeigen, dass Unkräuter, die immer wieder mit Roundup bekämpft werden, zunehmend unempfindlich gegen das Herbizid werden. Das führt zu einem ständig steigenden Einsatz an Ackergiften“, sagt Löwenstein.

Enttäuscht zeigte sich Löwenstein von der Passivität des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages. „Vor mehr als einem Jahr forderten über 100.000 Unterzeichner der BÖLW-Gentechnik-Petition einen Zulassungsstopp von Gentech-Pflanzen wegen des mangelhaften EU-Prüfverfahrens. Wenn es nun zu Zulassungen kommt, ohne dass sich der Petitionsausschuss nach all den Monaten abschließend mit unserer Petition befasst hätte, wäre das ein Armutszeugnis für das Petitionsverfahren als Instrument der Bürgerbeteiligung.“

Ansprechpartner: Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Tel. 0171.3035 686; Peter Röhrig, BÖLW-Gentechnikexperte, Tel. 0160.964 59951

 

25.06.2012
BÖLW fordert von Aigner Nein zur Zulassung von Gentech-Soja
Nein zur Zulassung von Gentech-Soja

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat erstmals grünes Licht für den Anbau einer gentechnisch veränderten Sojabohne in der EU gegeben. „Dass möglicherweise demnächst Monsantos Roundup-Soja auf unseren Äckern wachsen darf, obwohl die Sicherheitsprüfung nach wie vor mangelhaft ist, ist ein Skandal“, kommentiert der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) Felix Prinz zu Löwenstein die Bewertung der Behörde und fordert: „Ministerin Aigner muss sich jetzt dafür einsetzen, die Zulassung der Gentech-Soja in Brüssel zu verhindern.“

Den Sojabohnen wurden Gene eingebaut, die sie immun gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat machen. Dieses „Totalherbizid“ vernichtet alle Pflanzen, nur die Sojabohne aus dem Gentechniklabor übersteht die Behandlung. Bei der Risikobewertung der EFSA werden die Auswirkungen des Roundup-Wirkstoffes Glyphosat nicht geprüft, obwohl er beim Anbau der Pflanzen massiv zum Einsatz kommen wird. Ein weiterer Mangel des EU-Prüfverfahrens ist, dass die Zulassungs-Studien nur die genveränderte Pflanze untersuchen, nicht aber die Pflanze, die genverändert und mit Glyphosat behandelt wurde. Damit wird genau das nicht geprüft, was hinterher auf dem Feld passiert. „Erfahrungen amerikanischer Landwirte zeigen, dass Unkräuter, die immer wieder mit Roundup bekämpft werden, zunehmend unempfindlich gegen das Herbizid werden. Das führt zu einem ständig steigenden Einsatz an Ackergiften“, sagt Löwenstein.

Enttäuscht zeigte sich Löwenstein von der Passivität des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages. „Vor mehr als einem Jahr forderten über 100.000 Unterzeichner der BÖLW-Gentechnik-Petition einen Zulassungsstopp von Gentech-Pflanzen wegen des mangelhaften EU-Prüfverfahrens. Wenn es nun zu Zulassungen kommt, ohne dass sich der Petitionsausschuss nach all den Monaten abschließend mit unserer Petition befasst hätte, wäre das ein Armutszeugnis für das Petitionsverfahren als Instrument der Bürgerbeteiligung.“

Ansprechpartner: Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Tel. 0171.3035 686; Peter Röhrig, BÖLW-Gentechnikexperte, Tel. 0160.964 59951