Demeter-Delegierte fordern Ausschluss neuer Gentechnikverfahren

Delegiertenversammlung 2016

Demeter-Delegierte fordern Ausschluss neuer Gentechnikverfahren

27.04.2016
Traktor
Wie bei den älteren Gentechnik-Verfahren setzen Demeter-Mitglieder bei den neuen Züchtungstechnologien auf das Vorsorgeprinzip – und fordern den Ausschluss. (Bild: Hof Medewege)

Die Delegierten des Demeter e.V. haben sich bei ihrer alljährlichen Versammlung einstimmig dafür ausgesprochen, auch in Zukunft Pflanzen vom Anbau bei Demeter auszuschließen, die mit Hilfe neuer gentechnischer Verfahren hergestellt sind. 

„Der Demeter e.V. setzt sich gemeinsam mit den anderen Bioverbänden sowie weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen dafür ein, dass auch die neuen gentechnischen Verfahren in der EU eindeutig dieser umstrittenen Methode zugeordnet und als Gentechnik reguliert werden. Genau wie bei den älteren Gentechnik-Verfahren muss das Vorsorgeprinzip angewandt werden. Die Pflanzen müssen also Risikoprüfungen und Rückverfolgbarkeitsbestimmungen unterliegen und die Produkte entsprechend gekennzeichnet sein“, betonte Demeter-Vorstandssprecher Alexander Gerber.

Er wertete die eindeutige Abstimmung der biodynamischen Akteure als klares Mandat auch für die internationale Arbeit mit den Bündnispartnern im Rahmen der IFOAM organics international. „Demeter wird entschlossen und geschlossen daran mitwirken, in regionalen und internationalen Allianzen gemeinsam Strategien zu entwickeln, um weiterhin beste Lebensmittel ohne Einsatz von Gentechnik zu sichern“; ergänzte Michael Fleck vom Kultursaat e.V.

Sorten von Gemüse, Ölsaaten oder Getreide, die mit Hilfe der neuen Verfahren wie CRISPR-Cas, Zinkfingernuclease, ODM-Technik und Co. gezüchtet wurden, sind zwar zurzeit noch nicht auf dem Markt. Saatgutkonzerne drängten aber massiv darauf, dass sie bald vermarktet werden können, wie besonders deutlich wurde am Beispiel des CIBUS-Raps-Falls im letzten Jahr.

Die Delegiertenversammlung der Demeter-Gemeinschaft hat zudem weitere wichtige Beschlüsse gefasst, wie die Sicherung der Genetik für hörnertragende Rinder oder zur Weiterentwicklung des Tierwohls. Ebenso wurde die Einrichtung eines Hilfsfonds für Demeter-Betriebe beschlossen, die beispielsweise durch Pestizidabdrift von konventionellen Betrieben oder Naturereignissen finanzielle Engpässe zu überwinden haben. „Dieser Fonds ist leider auch deshalb notwendig, weil das Verursacherprinzip in der Gesetzgebung nicht ausreichend umgesetzt ist und immer wieder Bio-Betriebe auf den Kosten von Pestizid-Kontaminationen durch die konventionelle Landwirtschaft sitzen bleiben“, bedauerte Alexander Gerber.

27.04.2016
Demeter-Delegierte fordern Ausschluss neuer Gentechnikverfahren
Delegiertenversammlung 2016

Die Delegierten des Demeter e.V. haben sich bei ihrer alljährlichen Versammlung einstimmig dafür ausgesprochen, auch in Zukunft Pflanzen vom Anbau bei Demeter auszuschließen, die mit Hilfe neuer gentechnischer Verfahren hergestellt sind. 

„Der Demeter e.V. setzt sich gemeinsam mit den anderen Bioverbänden sowie weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen dafür ein, dass auch die neuen gentechnischen Verfahren in der EU eindeutig dieser umstrittenen Methode zugeordnet und als Gentechnik reguliert werden. Genau wie bei den älteren Gentechnik-Verfahren muss das Vorsorgeprinzip angewandt werden. Die Pflanzen müssen also Risikoprüfungen und Rückverfolgbarkeitsbestimmungen unterliegen und die Produkte entsprechend gekennzeichnet sein“, betonte Demeter-Vorstandssprecher Alexander Gerber.

Er wertete die eindeutige Abstimmung der biodynamischen Akteure als klares Mandat auch für die internationale Arbeit mit den Bündnispartnern im Rahmen der IFOAM organics international. „Demeter wird entschlossen und geschlossen daran mitwirken, in regionalen und internationalen Allianzen gemeinsam Strategien zu entwickeln, um weiterhin beste Lebensmittel ohne Einsatz von Gentechnik zu sichern“; ergänzte Michael Fleck vom Kultursaat e.V.

Sorten von Gemüse, Ölsaaten oder Getreide, die mit Hilfe der neuen Verfahren wie CRISPR-Cas, Zinkfingernuclease, ODM-Technik und Co. gezüchtet wurden, sind zwar zurzeit noch nicht auf dem Markt. Saatgutkonzerne drängten aber massiv darauf, dass sie bald vermarktet werden können, wie besonders deutlich wurde am Beispiel des CIBUS-Raps-Falls im letzten Jahr.

Die Delegiertenversammlung der Demeter-Gemeinschaft hat zudem weitere wichtige Beschlüsse gefasst, wie die Sicherung der Genetik für hörnertragende Rinder oder zur Weiterentwicklung des Tierwohls. Ebenso wurde die Einrichtung eines Hilfsfonds für Demeter-Betriebe beschlossen, die beispielsweise durch Pestizidabdrift von konventionellen Betrieben oder Naturereignissen finanzielle Engpässe zu überwinden haben. „Dieser Fonds ist leider auch deshalb notwendig, weil das Verursacherprinzip in der Gesetzgebung nicht ausreichend umgesetzt ist und immer wieder Bio-Betriebe auf den Kosten von Pestizid-Kontaminationen durch die konventionelle Landwirtschaft sitzen bleiben“, bedauerte Alexander Gerber.