Bienensterben: Imker erhalten Unterstützung von ungewohnter Seite

EFSA warnt vor Insektiziden

Bienensterben: Imker erhalten Unterstützung von ungewohnter Seite

23.01.2013
Auch biodynamische Imker unterstützen die Initiative Mellifera - Demeter Bienenhaltung ist Kooperationspartner
Pestizidindustrie droht mit Verlust von Arbeitsplätzen – was ist mit dem Arbeitsplatz der Imker?

Pressemitteilung Mellifera e.V.

Beizmittel für Saatgut stehen seit längerem im Verdacht, zum Bienensterben beizutragen. Die Bedenken der Imker verhallten in der Vergangenheit jedoch meist ungehört. Nun erhalten sie Unterstützung von ungewohnter Seite. Die Europäische Nahrungsmittelsicherheitsbehörde EFSA kam in einer aktuellen Studie  im Auftrag der EU-Kommission zu dem Ergebnis, dass die als Nervengift wirkenden so genannten Neonicotinoide für Bienen in mehrfacher Hinsicht riskant seien. Die EU-Kommission will jetzt die beiden Hersteller der Beizmittel, Bayer und Syngenta, schriftlich zu einer Stellungnahme auffordern. Der Industrieverband Agrar, ein Zusammenschluss von 51 Unternehmen der Düngemittel-, Pflanzenschutz- und Gentechnikindustrie, hat sich bereits einen Tag vor der Veröffentlichung der vernichtenden Ergebnisse der EFSA-Studie dagegen gewehrt und dazu schwere Geschütze aufgefahren. Nach Ansicht des Verbands droht der Verlust von bis zu 50.000 Arbeitsplätzen und bis zu 900 Mio. Euro jährlich, falls die Neonicotinoide nicht eingesetzt würden. Sogar die Gefahr von höheren Treibhausgasemissionen wird als Argumentationshilfe zugunsten der neuen Insektizide herangezogen. „Völlig absurd“, meint dazu Thomas Radetzki, Vorstand des ökologischen Imkerverbands Mellifera aus dem schwäbischen Rosenfeld. „Gerade die industrialisierte Landwirtschaft mit ihrem hohen Pestizideinsatz hat zum Höfesterben und damit zum Verlust von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum geführt.“

Die Unterstützung durch die Studie der EFSA ist für die Imker umso bedeutender, als sich die Behörde in der Vergangenheit mit ihrer Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen nicht unbedingt als Imker- und Bienenfreund ausgezeichnet hat. Von solchen Zulassungen sind Imker besonders betroffen, weil Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen durch die Sammeltätigkeit der Bienen auch in den Honig gelangt, der dadurch seine Verkehrsfähigkeit verlieren kann.

EFSA wies schon vor Zulassungsgenehmigung auf Gefahren hin

Im Fall des Neonicotinoids Imidacloprid hatte die EFSA bereits 2008, vor der Zulassung, auf mögliche Risiken für Bienen, Vögel, Säugetiere, Wasser- und Bodenorganismen hingewiesen. Die deutschen Behörden hinderte das jedoch nicht daran, den Einsatz des Giftes zu genehmigen.

In ihrer aktuellen Studie untersuchten Wissenschaftler der EFSA nun die unmittelbaren und langfristigen Auswirkungen der drei Neonicotinoide Chlotianidin, Imidacloprid und Tiamethoxam auf das Überleben und die Entwicklung von Bienenvölkern, auf Bienenlarven und auf das Verhalten der Bienen. Zudem wurden die Risiken durch so genannte subletale Dosen der drei Substanzen analysiert, d. h. Giftmengen, die nicht unmittelbar zum Tod führen, aber über längere Zeit aufgenommen werden. Das Ergebnis: Selbst bei der Aufnahme des beim Säen entstehenden Staubs kann ein Risiko für die Bienen nicht ausgeschlossen werden, und in Pollen, Nektar und von Pflanzen abgegebenen Wassertropfen sind die Neonicotinoide eindeutig schädlich.

Podiumsdiskussion auf der Internationalen Grünen Woche

Durch die neuen Forschungsergebnisse der EFSA sehen sich die Imker auch im Hinblick auf ihre mehrstufige Protestkampagne gestärkt, die derzeit in Berlin anlässlich der Internationalen Grünen Woche läuft. Auftakt war die Übergabe von fast 175.000 Unterschriften zugunsten einer bienenfreundlicheren Landwirtschaftspolitik und die Verleihung des Negativ-Preises „Schwarzer Pinsel“ an Kanzlerin Merkel vergangene Woche. Seinen vorläufigen Abschluss findet der Imkerprotest mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Bienen und Agrarpolitik“, die der ökologische Imkerverband Mellifera e. V. am kommenden Samstag auf der Grünen Woche organisiert. Die Diskussion findet zwischen 11 und 12 Uhr in der Biomarkt-Halle 6.2 statt. Neben Imkern sollen dort auch Vertreter aus Politik und Agrarindustrie zu Wort kommen.

Demeter Bienenhaltung ist Kooperationspartner der Initiative Mellifera u.a. beteiligt am Projekt BeeGood.

 

 

 

Bienensterben: Imker erhalten Unterstützung von ungewohnter Seite
EFSA warnt vor Insektiziden

Pressemitteilung Mellifera e.V.

Beizmittel für Saatgut stehen seit längerem im Verdacht, zum Bienensterben beizutragen. Die Bedenken der Imker verhallten in der Vergangenheit jedoch meist ungehört. Nun erhalten sie Unterstützung von ungewohnter Seite. Die Europäische Nahrungsmittelsicherheitsbehörde EFSA kam in einer aktuellen Studie  im Auftrag der EU-Kommission zu dem Ergebnis, dass die als Nervengift wirkenden so genannten Neonicotinoide für Bienen in mehrfacher Hinsicht riskant seien. Die EU-Kommission will jetzt die beiden Hersteller der Beizmittel, Bayer und Syngenta, schriftlich zu einer Stellungnahme auffordern. Der Industrieverband Agrar, ein Zusammenschluss von 51 Unternehmen der Düngemittel-, Pflanzenschutz- und Gentechnikindustrie, hat sich bereits einen Tag vor der Veröffentlichung der vernichtenden Ergebnisse der EFSA-Studie dagegen gewehrt und dazu schwere Geschütze aufgefahren. Nach Ansicht des Verbands droht der Verlust von bis zu 50.000 Arbeitsplätzen und bis zu 900 Mio. Euro jährlich, falls die Neonicotinoide nicht eingesetzt würden. Sogar die Gefahr von höheren Treibhausgasemissionen wird als Argumentationshilfe zugunsten der neuen Insektizide herangezogen. „Völlig absurd“, meint dazu Thomas Radetzki, Vorstand des ökologischen Imkerverbands Mellifera aus dem schwäbischen Rosenfeld. „Gerade die industrialisierte Landwirtschaft mit ihrem hohen Pestizideinsatz hat zum Höfesterben und damit zum Verlust von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum geführt.“

Die Unterstützung durch die Studie der EFSA ist für die Imker umso bedeutender, als sich die Behörde in der Vergangenheit mit ihrer Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen nicht unbedingt als Imker- und Bienenfreund ausgezeichnet hat. Von solchen Zulassungen sind Imker besonders betroffen, weil Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen durch die Sammeltätigkeit der Bienen auch in den Honig gelangt, der dadurch seine Verkehrsfähigkeit verlieren kann.

EFSA wies schon vor Zulassungsgenehmigung auf Gefahren hin

Im Fall des Neonicotinoids Imidacloprid hatte die EFSA bereits 2008, vor der Zulassung, auf mögliche Risiken für Bienen, Vögel, Säugetiere, Wasser- und Bodenorganismen hingewiesen. Die deutschen Behörden hinderte das jedoch nicht daran, den Einsatz des Giftes zu genehmigen.

In ihrer aktuellen Studie untersuchten Wissenschaftler der EFSA nun die unmittelbaren und langfristigen Auswirkungen der drei Neonicotinoide Chlotianidin, Imidacloprid und Tiamethoxam auf das Überleben und die Entwicklung von Bienenvölkern, auf Bienenlarven und auf das Verhalten der Bienen. Zudem wurden die Risiken durch so genannte subletale Dosen der drei Substanzen analysiert, d. h. Giftmengen, die nicht unmittelbar zum Tod führen, aber über längere Zeit aufgenommen werden. Das Ergebnis: Selbst bei der Aufnahme des beim Säen entstehenden Staubs kann ein Risiko für die Bienen nicht ausgeschlossen werden, und in Pollen, Nektar und von Pflanzen abgegebenen Wassertropfen sind die Neonicotinoide eindeutig schädlich.

Podiumsdiskussion auf der Internationalen Grünen Woche

Durch die neuen Forschungsergebnisse der EFSA sehen sich die Imker auch im Hinblick auf ihre mehrstufige Protestkampagne gestärkt, die derzeit in Berlin anlässlich der Internationalen Grünen Woche läuft. Auftakt war die Übergabe von fast 175.000 Unterschriften zugunsten einer bienenfreundlicheren Landwirtschaftspolitik und die Verleihung des Negativ-Preises „Schwarzer Pinsel“ an Kanzlerin Merkel vergangene Woche. Seinen vorläufigen Abschluss findet der Imkerprotest mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Bienen und Agrarpolitik“, die der ökologische Imkerverband Mellifera e. V. am kommenden Samstag auf der Grünen Woche organisiert. Die Diskussion findet zwischen 11 und 12 Uhr in der Biomarkt-Halle 6.2 statt. Neben Imkern sollen dort auch Vertreter aus Politik und Agrarindustrie zu Wort kommen.

Demeter Bienenhaltung ist Kooperationspartner der Initiative Mellifera u.a. beteiligt am Projekt BeeGood.