Bundesverband Naturkost Naturwaren stößt Ausstieg aus der CMS-Technik an

Kennzeichnung von Cytoplastenfusion-freiem Saatgut

Bundesverband Naturkost Naturwaren stößt Ausstieg aus der CMS-Technik an

14.06.2013
Die Cytoplastenfusion wird in der Pflanzenzüchtung insbesondere von Kohlsorten eingesetzt,
Beim Kohl setzt der BNN mit seiner Kennzeichnung von Cytoplastenfusion-freiem Saatgut an.

Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. hat Anfang Juni die Grundlage für einen Ausstieg der Naturkostbranche aus der Cytoplastenfusion gelegt. Gemeinsam mit BNN-Mitgliedern und Teilnehmern des BNN-Monitorings, wurde ein Vorstoß beschlossen, um künftig die Kennzeichnung von Saatgut zu ermöglichen, das nicht mittels Cytoplastenfusion erzeugt wurde.

Erster Schritt war ein Schreiben an alle Lieferanten von Kohlsorten der BNN-Mitglieder vom 12. Juni. Hierin fordert der Bundesverband Naturkost Naturwaren im Namen seiner unterzeichnenden Mitglieder die Lieferanten auf, sich von ihrer jeweiligen Bezugsquelle bestätigen zu lassen, dass beim eingesetzten Saatgut keine Cytoplastenfusion während der Züchtung zum Einsatz gekommen ist.

„Unsere Absicht ist eine Kennzeichnung der in Frage kommenden Kohlsorten, die deutlich macht, dass keine CMS-Technik angewendet wurde“, so BNN-Geschäftsführerin Elke Röder. „Dabei muss die gesamte Produktionskette berücksichtigt werden. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern haben wir einen Apell formuliert, der sich an die Saatgutzüchter richtet. Ziel ist ein absehbares Ende der Cytoplastenfusion im Naturkostbereich. Mit dem Brief an die Saatguthändler bzw. -züchter bringen wir zum Ausdruck, dass es durchaus noch Bedarf nach Saatgut gibt, das nicht aus Cytoplastenfusion stammt. Wir hoffen, dass so das Angebot entsprechenden Saatguts wieder zunimmt und entsprechende Sorten erhalten werden können.“

Die Cytoplastenfusion wird in der Pflanzenzüchtung insbesondere von Kohlsorten eingesetzt, um die sogenannte Cytoplasmatische männliche Sterilität (CMS) einzuzüchten und weiterzugeben. Oftmals werden Pflanzen aus Cytoplastenfusion als „CMS-Sorten“ bezeichnet.

„Bei der Cytoplasmatischen männliche Sterilität (CMS) führen Erbfaktoren, die im Zellsaft (Cytoplasma) und damit außerhalb des Zellkerns liegen, dazu, dass der Pollen dieser Pflanzen steril ist. Da jedoch solche CMS-Systeme nur in wenigen Pflanzenarten natürlicherweise vorkommen, setzt man eine Labormethode ein, um vorhandene CMS-Systeme in die gewünschten Nutzpflanzenarten einzuführen. Dazu werden die Spender- und Empfängerzelle mittels elektrischem Strom oder Chemikalien fusioniert. Wenn dabei nur das Cytoplasma der Spenderzelle übertragen wird, spricht man von Cytoplastenfusion. Damit lediglich das gewünschte Cytoplasma übertragen wird, werden die Zellkerne der Spenderzellen vorher mit Hilfe von Röntgenstrahlen zerstört. Die aus der Cytoplasten-fusion hervorgehende Zelle trägt nun den Zellkern des Empfängers und eine Mischung von Zellbestandteilen von beiden Zellen. Diese Neukombination von Kerngenen und Cytoplasmabestandteilen bewirkt, dass die daraus regenerierten Pflanzen männlich steril sind und keine fruchtbaren Pollen produzieren können.

Man sieht die Züchtungstechnik einem Erntegut nicht an. Lieferanten sowie Groß- und Einzelhandel sind auf die Kennzeichnung angewiesen. Der BNN fordert deshalb den Gesetzgeber auf, Züchter zu verpflichten, den Einsatz der Züchtungstechniken zu deklarieren.

Auch viele Demeter-Mitglieder und -Partner unterstützen den Vorstoß des Bundesverbandes. Folgende Unternehmen  der Naturkostbranche haben den Brief des BNN unterzeichnet:

Achleitner Biohof GmbH, Allos GmbH, Arche Naturprodukte GmbH, Barnhouse Naturprodukte GmbH, Basic AG, Bio Company GmbH, Biogarten Handels GmbH, Bio-Ilios GmbH, Bionahrungsmittel GmbH, Biotropic GmbH, Biovegan GmbH, BIOVITA NATURKOST GmbH, Bodan Großhandel für Naturkost GmbH, Bohlsener Mühle GmbH & Co. KG, Byodo Naturkost GmbH, C.F. Grell Nachf. Naturkost GmbH & Co. KG, Cbet FrischeService & Handels GmbH, Chiemgauer Naturkosthandel GmbH, dennree GmbH, ebl-naturkost GmbH & Co. KG, Flemming Naturkost, Handelskontor Willmann/pax an, Herbaria Kräuterparadies GmbH, Heuschrecke Naturkost GmbH, Holle baby food GmbH, Kornkraft Naturkost und Naturwaren, Legros Biologique SARL, Life Food GmbH/Taifun, Naturkost Elkershausen GmbH, Naturkost Erfurt GmbH, Naturkost Ernst Weber GmbH, Naturkost Kontor Bremen, Naturkost Nord GmbH, Naturkost Schramm Import-Export GmbH, Naturkost West GmbH, Ökofrost GmbH, Ökoland GmbH Nord, Ökoring Handels GmbH, ökotopia GmbH, Petersilchen GmbH, Phönix Naturprodukte GmbH, Rinklin Naturkost GmbH, Sonett OHG, Sonnentor Kräuterhandelsgesellschaft mbH, Spielberger-GmbH, SuperBioMarkt AG, Terra Naturkost Handels KG, TerraSana Bio-Organic Products, Voelkel GmbH, Weiling GmbH, Zwergenwiese Naturkost GmbH.

14.06.2013
Bundesverband Naturkost Naturwaren stößt Ausstieg aus der CMS-Technik an
Kennzeichnung von Cytoplastenfusion-freiem Saatgut

Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. hat Anfang Juni die Grundlage für einen Ausstieg der Naturkostbranche aus der Cytoplastenfusion gelegt. Gemeinsam mit BNN-Mitgliedern und Teilnehmern des BNN-Monitorings, wurde ein Vorstoß beschlossen, um künftig die Kennzeichnung von Saatgut zu ermöglichen, das nicht mittels Cytoplastenfusion erzeugt wurde.

Erster Schritt war ein Schreiben an alle Lieferanten von Kohlsorten der BNN-Mitglieder vom 12. Juni. Hierin fordert der Bundesverband Naturkost Naturwaren im Namen seiner unterzeichnenden Mitglieder die Lieferanten auf, sich von ihrer jeweiligen Bezugsquelle bestätigen zu lassen, dass beim eingesetzten Saatgut keine Cytoplastenfusion während der Züchtung zum Einsatz gekommen ist.

„Unsere Absicht ist eine Kennzeichnung der in Frage kommenden Kohlsorten, die deutlich macht, dass keine CMS-Technik angewendet wurde“, so BNN-Geschäftsführerin Elke Röder. „Dabei muss die gesamte Produktionskette berücksichtigt werden. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern haben wir einen Apell formuliert, der sich an die Saatgutzüchter richtet. Ziel ist ein absehbares Ende der Cytoplastenfusion im Naturkostbereich. Mit dem Brief an die Saatguthändler bzw. -züchter bringen wir zum Ausdruck, dass es durchaus noch Bedarf nach Saatgut gibt, das nicht aus Cytoplastenfusion stammt. Wir hoffen, dass so das Angebot entsprechenden Saatguts wieder zunimmt und entsprechende Sorten erhalten werden können.“

Die Cytoplastenfusion wird in der Pflanzenzüchtung insbesondere von Kohlsorten eingesetzt, um die sogenannte Cytoplasmatische männliche Sterilität (CMS) einzuzüchten und weiterzugeben. Oftmals werden Pflanzen aus Cytoplastenfusion als „CMS-Sorten“ bezeichnet.

„Bei der Cytoplasmatischen männliche Sterilität (CMS) führen Erbfaktoren, die im Zellsaft (Cytoplasma) und damit außerhalb des Zellkerns liegen, dazu, dass der Pollen dieser Pflanzen steril ist. Da jedoch solche CMS-Systeme nur in wenigen Pflanzenarten natürlicherweise vorkommen, setzt man eine Labormethode ein, um vorhandene CMS-Systeme in die gewünschten Nutzpflanzenarten einzuführen. Dazu werden die Spender- und Empfängerzelle mittels elektrischem Strom oder Chemikalien fusioniert. Wenn dabei nur das Cytoplasma der Spenderzelle übertragen wird, spricht man von Cytoplastenfusion. Damit lediglich das gewünschte Cytoplasma übertragen wird, werden die Zellkerne der Spenderzellen vorher mit Hilfe von Röntgenstrahlen zerstört. Die aus der Cytoplasten-fusion hervorgehende Zelle trägt nun den Zellkern des Empfängers und eine Mischung von Zellbestandteilen von beiden Zellen. Diese Neukombination von Kerngenen und Cytoplasmabestandteilen bewirkt, dass die daraus regenerierten Pflanzen männlich steril sind und keine fruchtbaren Pollen produzieren können.

Man sieht die Züchtungstechnik einem Erntegut nicht an. Lieferanten sowie Groß- und Einzelhandel sind auf die Kennzeichnung angewiesen. Der BNN fordert deshalb den Gesetzgeber auf, Züchter zu verpflichten, den Einsatz der Züchtungstechniken zu deklarieren.

Auch viele Demeter-Mitglieder und -Partner unterstützen den Vorstoß des Bundesverbandes. Folgende Unternehmen  der Naturkostbranche haben den Brief des BNN unterzeichnet:

Achleitner Biohof GmbH, Allos GmbH, Arche Naturprodukte GmbH, Barnhouse Naturprodukte GmbH, Basic AG, Bio Company GmbH, Biogarten Handels GmbH, Bio-Ilios GmbH, Bionahrungsmittel GmbH, Biotropic GmbH, Biovegan GmbH, BIOVITA NATURKOST GmbH, Bodan Großhandel für Naturkost GmbH, Bohlsener Mühle GmbH & Co. KG, Byodo Naturkost GmbH, C.F. Grell Nachf. Naturkost GmbH & Co. KG, Cbet FrischeService & Handels GmbH, Chiemgauer Naturkosthandel GmbH, dennree GmbH, ebl-naturkost GmbH & Co. KG, Flemming Naturkost, Handelskontor Willmann/pax an, Herbaria Kräuterparadies GmbH, Heuschrecke Naturkost GmbH, Holle baby food GmbH, Kornkraft Naturkost und Naturwaren, Legros Biologique SARL, Life Food GmbH/Taifun, Naturkost Elkershausen GmbH, Naturkost Erfurt GmbH, Naturkost Ernst Weber GmbH, Naturkost Kontor Bremen, Naturkost Nord GmbH, Naturkost Schramm Import-Export GmbH, Naturkost West GmbH, Ökofrost GmbH, Ökoland GmbH Nord, Ökoring Handels GmbH, ökotopia GmbH, Petersilchen GmbH, Phönix Naturprodukte GmbH, Rinklin Naturkost GmbH, Sonett OHG, Sonnentor Kräuterhandelsgesellschaft mbH, Spielberger-GmbH, SuperBioMarkt AG, Terra Naturkost Handels KG, TerraSana Bio-Organic Products, Voelkel GmbH, Weiling GmbH, Zwergenwiese Naturkost GmbH.