30.000 Menschen fordern: Stoppt Agrarindustrie!

Demonstration "Wir haben es satt!" 2014

30.000 Menschen fordern: Stoppt Agrarindustrie!

20.01.2014
Vor dem Reichstagsgebäude: Vorstand Alexander Gerber hält Demeter die Stange.
Vor dem Reichstagsgebäude: Vorstand Alexander Gerber hält Demeter die Stange.

Die Demonstration für eine zukunftsfähige Agrar- und Ernährungskultur hat gezeigt: Wir sind viele! Gemeinsam haben Umweltorganisationen und landwirtschaftliche Verbände, Bauern und Bürger, Food Aktivisten und Politiker, Gärtner und Imker, Veganer und Fleischesser für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft und natürlich gutes Essen protestiert. Vorne mit dabei waren Demeter Landwirte und Akteure, so auch Alexander Gerber, Vorstand des Demeter e. V.

"Das Problem der industriellen Landwirtschaft ist, dass sie mit Lebendigem so umgeht, wie man normalerweise mit Dingen in industriellen Produktionsprozessen umgeht. Tiere werden degradiert zu einem Produktionsfaktor und der Boden ist nur noch ein Gefäß für Nährstoffe.", so Alexander Gerber. Die Folgen sieht Gerber in Massentierhaltung und Überdüngung. "Das kann unmöglich einer guten Ernährung des Menschen dienen."

„Die Große Koalition fährt die Agrarpolitik an die Wand. Wer Megaställe genehmigt und subventioniert, wer auf Export und Freihandel setzt und dann auch noch darüber nachdenkt, Gentech-Pflanzen auf Europas Äckern zuzulassen, der lässt die Bäuerinnen und Bauern im Stich und handelt gegen die Interessen von VerbraucherInnen, Tieren und Umwelt“, sagt Jochen Fritz vom „Wir haben es satt!“-Bündnis. „Wir erwarten von der neuen Bundesregierung eine Landwirtschaftspolitik, die das Arten- und Höfesterben stoppt und den Hunger in der Welt bekämpft.“ 

Die Veranstalter kritisierten besonders das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP). „Hinter verschlossenen Türen verhandelt die EU-Kommission über ein Freihandelsabkommen, das Bauern und Verbrauchern gleichermaßen schadet. Die große Mehrheit der Menschen will keine Chlorhühnchen, kein Hormonfleisch und keine Gentechnik durch die Hintertüre“, sagte Fritz. Genau das drohe aber, wenn das geplante Freihandelsabkommen abgeschlossen wird. 

Angeführt von hunderten Bäuerinnen und Bauern und 70 Traktoren zogen 30 000 Menschen vor das Kanzleramt in Berlin. Demeter-Landwirte reisten für die Demonstration aus ganz Deutschland an, beispielsweise von den biodynamischen Betrieben Bauckhof aus der Lüneburger Heide, Dottenfelderhof aus der Nähe von Frankfurt, Guidohof aus dem Erzgebirge, Reyerhof aus der Nähe von Stuttgart, Hof Apfeltraum bei Berlin und Hof Stedebach bei Marburg. Manche kamen einzeln, andere als ganze Hofgemeinschaften.

Die Demonstranten forderten von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Sigmar Gabriel einen Kurswechsel in der Agrarpolitik. Statt weiterhin „Klientelpolitik für die Agrarindustrie“ zu betreiben, solle sich die Bundesregierung für eine soziale, tiergerechte und ökologische Agrarwende einsetzen. 

Aufgerufen zu der Demonstration hatte das „Wir haben es satt!“-Bündnis aus über 100 Organisationen, darunter Bäuerinnen und Bauern, ImkerInnen, Natur-, Tier- und VerbraucherschützerInnen, Entwicklungsorganisationen und Erwerbsloseninitiativen und natürlich auch Demeter. Mehr dazu unter www.wir-haben-es-satt.de

20.01.2014
30.000 Menschen fordern: Stoppt Agrarindustrie!
Demonstration "Wir haben es satt!" 2014

Die Demonstration für eine zukunftsfähige Agrar- und Ernährungskultur hat gezeigt: Wir sind viele! Gemeinsam haben Umweltorganisationen und landwirtschaftliche Verbände, Bauern und Bürger, Food Aktivisten und Politiker, Gärtner und Imker, Veganer und Fleischesser für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft und natürlich gutes Essen protestiert. Vorne mit dabei waren Demeter Landwirte und Akteure, so auch Alexander Gerber, Vorstand des Demeter e. V.

"Das Problem der industriellen Landwirtschaft ist, dass sie mit Lebendigem so umgeht, wie man normalerweise mit Dingen in industriellen Produktionsprozessen umgeht. Tiere werden degradiert zu einem Produktionsfaktor und der Boden ist nur noch ein Gefäß für Nährstoffe.", so Alexander Gerber. Die Folgen sieht Gerber in Massentierhaltung und Überdüngung. "Das kann unmöglich einer guten Ernährung des Menschen dienen."

„Die Große Koalition fährt die Agrarpolitik an die Wand. Wer Megaställe genehmigt und subventioniert, wer auf Export und Freihandel setzt und dann auch noch darüber nachdenkt, Gentech-Pflanzen auf Europas Äckern zuzulassen, der lässt die Bäuerinnen und Bauern im Stich und handelt gegen die Interessen von VerbraucherInnen, Tieren und Umwelt“, sagt Jochen Fritz vom „Wir haben es satt!“-Bündnis. „Wir erwarten von der neuen Bundesregierung eine Landwirtschaftspolitik, die das Arten- und Höfesterben stoppt und den Hunger in der Welt bekämpft.“ 

Die Veranstalter kritisierten besonders das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP). „Hinter verschlossenen Türen verhandelt die EU-Kommission über ein Freihandelsabkommen, das Bauern und Verbrauchern gleichermaßen schadet. Die große Mehrheit der Menschen will keine Chlorhühnchen, kein Hormonfleisch und keine Gentechnik durch die Hintertüre“, sagte Fritz. Genau das drohe aber, wenn das geplante Freihandelsabkommen abgeschlossen wird. 

Angeführt von hunderten Bäuerinnen und Bauern und 70 Traktoren zogen 30 000 Menschen vor das Kanzleramt in Berlin. Demeter-Landwirte reisten für die Demonstration aus ganz Deutschland an, beispielsweise von den biodynamischen Betrieben Bauckhof aus der Lüneburger Heide, Dottenfelderhof aus der Nähe von Frankfurt, Guidohof aus dem Erzgebirge, Reyerhof aus der Nähe von Stuttgart, Hof Apfeltraum bei Berlin und Hof Stedebach bei Marburg. Manche kamen einzeln, andere als ganze Hofgemeinschaften.

Die Demonstranten forderten von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Sigmar Gabriel einen Kurswechsel in der Agrarpolitik. Statt weiterhin „Klientelpolitik für die Agrarindustrie“ zu betreiben, solle sich die Bundesregierung für eine soziale, tiergerechte und ökologische Agrarwende einsetzen. 

Aufgerufen zu der Demonstration hatte das „Wir haben es satt!“-Bündnis aus über 100 Organisationen, darunter Bäuerinnen und Bauern, ImkerInnen, Natur-, Tier- und VerbraucherschützerInnen, Entwicklungsorganisationen und Erwerbsloseninitiativen und natürlich auch Demeter. Mehr dazu unter www.wir-haben-es-satt.de