Politik würdigt Bio als Zukunftsbranche

1. Bio-Empfang des BÖLW auf der Internationalen Grünen Woche

Politik würdigt Bio als Zukunftsbranche

20.01.2015
Demeter-Vorstand Alexander Gerber und EU-Kommissar Phil Hogan im Gespräch
Zeit für Gespräche: Demeter-Vorstand Alexander Gerber (vorne links) und EU-Kommissar Phil Hogan (vorne rechts) auf dem 1. Bio-Empfang des BÖLW

BÖLW sieht hausgemachte Risiken durch Totalrevision der EU-Öko-Verordnung und fordert Umsteuern – Politik muss Worten nun Taten folgen lassen

Auf dem 1. Bio-Empfang des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) auf der Grünen Woche in Berlin haben Spitzenpolitiker von EU und Bund vor 700 Gästen aus Politik, Verwaltung, Landwirtschaft, Herstellung und Handel, Medien und Zivilgesellschaft den Bio-Sektor als Zukunftsbranche mit außergewöhnlichen Wachstumschancen gewürdigt. Demeter gehört als einer der Pioniere der Biobranche zu den Gründungsmitgliedern des BÖLW und so nahmen auch viele Demeter-Partner und Mitarbeiter des Verbands sowie Demeter-Vorstand Alexander Gerber am Empfang teil.

Die Chancen des Bio-Sektors werden jedoch aktuell durch die Pläne der EU-Kommission zur Revision der EU-Öko-Verordnung massiv gefährdet. Daher machten die Vertreter des BÖLW, sowie Bio-Landwirte und -Unternehmer aus Frankreich, Belgien und Lettland deutlich, dass mit dem vorliegenden Verordnungsentwurf Bio zurück in die Nische gedrängt würde.

„Die im Frühjahr 2014 von der EU-Kommission vorgeschlagene Totalrevision der EU-Öko-Verordnung, die bereits vor fünf Jahren komplett überarbeitet wurde, schafft Brüche und massiven Mehraufwand in Verwaltung und Praxis – ohne irgendetwas zu verbessern“, kommentiert der BÖLW-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein die geplante Überarbeitung des EU-Bio-Rechts. „Wenn dazu kommt, dass Bio-Unternehmer mit einer geplanten Nulltoleranz für Pestizid-Kontaminationen ihrer konventionell wirtschaftenden Nachbarn verantwortlich gemacht werden, dann wird das Öko-Recht zu einer Bio-Verhinderungsverordnung.“

Der BÖLW-Vorsitzende rechnete den Gästen des Bio-Empfangs vor, was ein Bio-Grenzwert für die Branche bedeuten würde: „Mehr als 30.000 Arbeitsplätze wären in Deutschland, weitere 200.000 im restlichen Europa gefährdet. Das kann doch niemand wollen!“, rief Löwenstein EU-Kommissar Phil Hogan zu. Hogan hatte in seiner Rede die Absicht der EU-Kommission vorgestellt, gerade Beschäftigung und Wachstum ins Zentrum der EU-Politik zu stellen.

Löwenstein forderte von den Spitzenvertretern der Europäischen Agrarpolitik auf der Internationalen Grünen Woche: „EU-Kommissar Hogan und Bundesagrarminister Schmidt müssen nun Ernst machen mit ihrer Ankündigung, die Sorgen der Bio-Praktiker ernst zu nehmen! Sonst werden die EU-Kommission, das -Parlament und der -Rat mit der Überarbeitung der EU-Öko-Verordnung scheitern!“

Demeter unterstützt den BÖLW als Spitzenverband der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft in seiner Forderung nach einer gezielten und problemorientierten Weiterentwicklung der bestehenden EU-Öko-Verordnung statt der geplanten Totalrevision. Das bedeutet vor allem den Fokus auf die Importregeln, auf die Verbesserung der Prozesskontrolle, auf die Produktionsregeln für die Geflügelerzeugung sowie auf die Weiterentwicklung der Regeln für die Anwendung von Zusatzstoffen und Aromen in ökologischen Lebensmitteln zu legen.

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Politik würdigt Bio als Zukunftsbranche
1. Bio-Empfang des BÖLW auf der Internationalen Grünen Woche

BÖLW sieht hausgemachte Risiken durch Totalrevision der EU-Öko-Verordnung und fordert Umsteuern – Politik muss Worten nun Taten folgen lassen

Auf dem 1. Bio-Empfang des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) auf der Grünen Woche in Berlin haben Spitzenpolitiker von EU und Bund vor 700 Gästen aus Politik, Verwaltung, Landwirtschaft, Herstellung und Handel, Medien und Zivilgesellschaft den Bio-Sektor als Zukunftsbranche mit außergewöhnlichen Wachstumschancen gewürdigt. Demeter gehört als einer der Pioniere der Biobranche zu den Gründungsmitgliedern des BÖLW und so nahmen auch viele Demeter-Partner und Mitarbeiter des Verbands sowie Demeter-Vorstand Alexander Gerber am Empfang teil.

Die Chancen des Bio-Sektors werden jedoch aktuell durch die Pläne der EU-Kommission zur Revision der EU-Öko-Verordnung massiv gefährdet. Daher machten die Vertreter des BÖLW, sowie Bio-Landwirte und -Unternehmer aus Frankreich, Belgien und Lettland deutlich, dass mit dem vorliegenden Verordnungsentwurf Bio zurück in die Nische gedrängt würde.

„Die im Frühjahr 2014 von der EU-Kommission vorgeschlagene Totalrevision der EU-Öko-Verordnung, die bereits vor fünf Jahren komplett überarbeitet wurde, schafft Brüche und massiven Mehraufwand in Verwaltung und Praxis – ohne irgendetwas zu verbessern“, kommentiert der BÖLW-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein die geplante Überarbeitung des EU-Bio-Rechts. „Wenn dazu kommt, dass Bio-Unternehmer mit einer geplanten Nulltoleranz für Pestizid-Kontaminationen ihrer konventionell wirtschaftenden Nachbarn verantwortlich gemacht werden, dann wird das Öko-Recht zu einer Bio-Verhinderungsverordnung.“

Der BÖLW-Vorsitzende rechnete den Gästen des Bio-Empfangs vor, was ein Bio-Grenzwert für die Branche bedeuten würde: „Mehr als 30.000 Arbeitsplätze wären in Deutschland, weitere 200.000 im restlichen Europa gefährdet. Das kann doch niemand wollen!“, rief Löwenstein EU-Kommissar Phil Hogan zu. Hogan hatte in seiner Rede die Absicht der EU-Kommission vorgestellt, gerade Beschäftigung und Wachstum ins Zentrum der EU-Politik zu stellen.

Löwenstein forderte von den Spitzenvertretern der Europäischen Agrarpolitik auf der Internationalen Grünen Woche: „EU-Kommissar Hogan und Bundesagrarminister Schmidt müssen nun Ernst machen mit ihrer Ankündigung, die Sorgen der Bio-Praktiker ernst zu nehmen! Sonst werden die EU-Kommission, das -Parlament und der -Rat mit der Überarbeitung der EU-Öko-Verordnung scheitern!“

Demeter unterstützt den BÖLW als Spitzenverband der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft in seiner Forderung nach einer gezielten und problemorientierten Weiterentwicklung der bestehenden EU-Öko-Verordnung statt der geplanten Totalrevision. Das bedeutet vor allem den Fokus auf die Importregeln, auf die Verbesserung der Prozesskontrolle, auf die Produktionsregeln für die Geflügelerzeugung sowie auf die Weiterentwicklung der Regeln für die Anwendung von Zusatzstoffen und Aromen in ökologischen Lebensmitteln zu legen.