Die Bruderhahn Initiative blickt auf erfolgreiche Arbeit zurück

Zweinutzungsrassen in der Legehennenzucht

Die Bruderhahn Initiative blickt auf erfolgreiche Arbeit zurück

17.12.2014
Brudertiere im Außengehege
Eier aus der Bruderhahn Inititative sind 4 Cent teurer. Sie ermöglichen die Aufzucht und Mast der männlichen Küken. (Foto: Geflügelhof Peter Schubert)

Auf der Mitgliederversammlung der Bruderhahn Initiative Deutschland e.V. in Kassel wurden neue Mitglieder begrüßt und auf das vergangene Jahr zurückgeblickt

An der Bruderhahn Initiative Deutschland beteiligen sich mittlerweile 23 landwirtschaftliche Betriebe, 11 Demeter- und 12 Bioland-Betriebe; dazu kommen verarbeitende Betriebe und Großhändler. Weitere Betriebe zeigen Interesse, sich der Initiative anzuschließen. Die Bruderhahn Initiative arbeitet unter anderem an der Zucht von Zweinutzungsrassen, die eine Mast von männlichen Küken in der Legehennenzüchtung ermöglicht. Zu den Initiatoren der Initiative gehört Carsten Bauck vom Demeter-Betrieb Bauckhof.

Seit dem Start im Frühjahr 2014 bei dem Naturkostgroßhändler Bodan in Überlingen mit seinen Eierlieferanten Hofgut Brachenreuthe und Anton Reisch, wird neben dem nordostdeutschen Raum auch der süddeutsche Raum erschlossen. Dort ist auch das Züchtungsprojekt Hänsel & Gretel angesiedelt. Im Liefergebiet von Bodan ist die Nachfrage nach BID-Produkten rege. Seit September werden unter der Marke Hofgut Brachenreuthe Bruderhahn-Fleischprodukte vermarktet.

Im letzten Jahr wurden rund 10.000 Bruderhähne aufgezogen. Für 2014 sind bis jetzt ca. 28.000 aufgestallte Bruderhähne gemeldet. Verkaufte Eier sind bis einschließlich September knapp 5.300.000 gemeldet. Insgesamt rechnet die Initiative in diesem Jahr mit ca. 6.500.000 Eiern, die mit dem „4 Cent für die Ethik“-Aufpreis verkauft wurden und somit die Mehrkosten der Bruderhahnaufzucht gegenfinanzieren.

Unternehmen, die BID-Fleisch vermarkten, berichten, dass die Akzeptanz des Hähnchenfleisches bei den Kunden gut ist, das Fleisch wird von Kennern geschätzt.

Im Moment wird das Bruderhahnfleisch sehr gut vermarktet. Die Nachfrage ist größer als das Angebot. Die Demeter-Hähne gehen hauptsächlich an Holle Baby Food. Seit März diesen Jahres sind die neuen Holle Bio-Babygläschen mit Hähnchenfleisch aus Bruderhahn-Aufzucht im Fachhandel erhältlich.

Um dem langfristigen Ziel der Initiative näher zu kommen, wurde im Rahmen des Tierzuchtfonds in der Zukunftsstiftung Landwirtschaft ein Geflügel-Züchtungsfonds eingerichtet. Geplant ist, einen Teil der Lizenzeinnahmen für BID Produkte in diesen Fonds zu transferieren. Über die Verwendung der Gelder entscheidet ein unabhängiger Beirat, der sich aus Vertretern der Zukunftsstiftung Landwirtschaft, Bruderhahn Initiative, Wissenschaft und Praktiker zusammensetzt.

Es geht jetzt darum, den Fonds mit Leben und Geld zu füllen. Bereits jetzt unterstützt der BID das Züchtungs-Projekt Hänsel & Gretel (www.hahnundhuhn.de).

Seit Juni finden die ersten BID-Kontrollen auf den Betrieben statt, durchgeführt von den jeweiligen Öko-Kontrollstellen. Der Lenkungskreis und die Koordinatorin sehen ihre zukünftige Aufgabe unter anderem darin, neue Betriebe und Händler dazuzugewinnen, da der Westen Deutschlands noch „BIDfrei“ ist. Das Züchtungsthema soll in 2015 stärker in den Fokus gerückt werden.

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Die Bruderhahn Initiative blickt auf erfolgreiche Arbeit zurück
Zweinutzungsrassen in der Legehennenzucht

Auf der Mitgliederversammlung der Bruderhahn Initiative Deutschland e.V. in Kassel wurden neue Mitglieder begrüßt und auf das vergangene Jahr zurückgeblickt

An der Bruderhahn Initiative Deutschland beteiligen sich mittlerweile 23 landwirtschaftliche Betriebe, 11 Demeter- und 12 Bioland-Betriebe; dazu kommen verarbeitende Betriebe und Großhändler. Weitere Betriebe zeigen Interesse, sich der Initiative anzuschließen. Die Bruderhahn Initiative arbeitet unter anderem an der Zucht von Zweinutzungsrassen, die eine Mast von männlichen Küken in der Legehennenzüchtung ermöglicht. Zu den Initiatoren der Initiative gehört Carsten Bauck vom Demeter-Betrieb Bauckhof.

Seit dem Start im Frühjahr 2014 bei dem Naturkostgroßhändler Bodan in Überlingen mit seinen Eierlieferanten Hofgut Brachenreuthe und Anton Reisch, wird neben dem nordostdeutschen Raum auch der süddeutsche Raum erschlossen. Dort ist auch das Züchtungsprojekt Hänsel & Gretel angesiedelt. Im Liefergebiet von Bodan ist die Nachfrage nach BID-Produkten rege. Seit September werden unter der Marke Hofgut Brachenreuthe Bruderhahn-Fleischprodukte vermarktet.

Im letzten Jahr wurden rund 10.000 Bruderhähne aufgezogen. Für 2014 sind bis jetzt ca. 28.000 aufgestallte Bruderhähne gemeldet. Verkaufte Eier sind bis einschließlich September knapp 5.300.000 gemeldet. Insgesamt rechnet die Initiative in diesem Jahr mit ca. 6.500.000 Eiern, die mit dem „4 Cent für die Ethik“-Aufpreis verkauft wurden und somit die Mehrkosten der Bruderhahnaufzucht gegenfinanzieren.

Unternehmen, die BID-Fleisch vermarkten, berichten, dass die Akzeptanz des Hähnchenfleisches bei den Kunden gut ist, das Fleisch wird von Kennern geschätzt.

Im Moment wird das Bruderhahnfleisch sehr gut vermarktet. Die Nachfrage ist größer als das Angebot. Die Demeter-Hähne gehen hauptsächlich an Holle Baby Food. Seit März diesen Jahres sind die neuen Holle Bio-Babygläschen mit Hähnchenfleisch aus Bruderhahn-Aufzucht im Fachhandel erhältlich.

Um dem langfristigen Ziel der Initiative näher zu kommen, wurde im Rahmen des Tierzuchtfonds in der Zukunftsstiftung Landwirtschaft ein Geflügel-Züchtungsfonds eingerichtet. Geplant ist, einen Teil der Lizenzeinnahmen für BID Produkte in diesen Fonds zu transferieren. Über die Verwendung der Gelder entscheidet ein unabhängiger Beirat, der sich aus Vertretern der Zukunftsstiftung Landwirtschaft, Bruderhahn Initiative, Wissenschaft und Praktiker zusammensetzt.

Es geht jetzt darum, den Fonds mit Leben und Geld zu füllen. Bereits jetzt unterstützt der BID das Züchtungs-Projekt Hänsel & Gretel (www.hahnundhuhn.de).

Seit Juni finden die ersten BID-Kontrollen auf den Betrieben statt, durchgeführt von den jeweiligen Öko-Kontrollstellen. Der Lenkungskreis und die Koordinatorin sehen ihre zukünftige Aufgabe unter anderem darin, neue Betriebe und Händler dazuzugewinnen, da der Westen Deutschlands noch „BIDfrei“ ist. Das Züchtungsthema soll in 2015 stärker in den Fokus gerückt werden.