Staatssekretärin braucht keine Gentechnik im Land - mehr als hundert Menschen bei Aktion Zukunft säen im Hohenlohischen

Staatssekretärin braucht keine Gentechnik im Land - mehr als hundert Menschen bei Aktion Zukunft säen im Hohenlohischen

25.10.2010

Bei ungemütlich nasskaltem Wetter kamen am Sonntag mehr als hundert Säfrauen, -männer und -kinder ins Hohenlohische nach Frankenhardt-Honhardt auf den Demeter-Hof der Familie Klopfer und Josef  Huber-Kraus. Auch Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch machte begeistert mit, an der europaweiten Aktion "Zukunft säen!", dem Wetter angepasst, in Jeans und Gummistiefeln. Gemeinsam war es allen Teilnehmer wichtig, im Schritt des Sämanns, mit der Hand ein Feld zu bestellen und damit etwas urbildlich Sinnvolles zu tun. "Wir legen gemeinsam Keime für die gentechnikfreie Zukunft. Es geht darum, hier und heute einmal Bauer zu sein und eine Verbundenheit mit der Natur zu erfahren. Denn wir ernten, was wir säen", betont Johannes Ell-Schnurr, Geschäftsführer von Demeter Baden-Württemberg.

Die Staatssekretärin nannte die Aktion eine wichtige Botschaft über Deutschland hinweg. "Wir fordern von der Bundesregierung, dass sie sich bei der EU-Kommission für eine Überwachung des Saatgutes in Hinblick auf Nulltoleranz von gentechnischen Verunreinigungen einsetzt. Im Land sorgen wir durch unser Saatgut-Monitoring dafür, dass es keine gentechnischen Verunreinigungen gibt." Nur anhand dieser Untersuchungen hätten dieses Jahr vier verunreinigte Saatgutpartien rechtzeitig vom Markt genommen werden können. Bei Bio-Mais und ­Soja sei noch nie eine Verunreinigung über dem gesetzlichen Grenzwert festgestellt worden. Friedlinde Gurr-Hirsch stellt fest: "Wir brauchen in Baden-Württemberg keine Gentechnik, weil wir klein parzelliert sind und dazu eine eigene Pflanzenzüchtung haben, die auch in Zukunft verlässliche und gute Erträge bringen wird."

Ein Beispiel dafür ist die Demeter-Weizensorte 'Hermes' von Berthold Heyden aus Salem, einem der fünf europaweiten biodynamischen Züchter. Er war ebenfalls am Sonntag dabei und berichtete über seine speziellen Anforderungen an eine gute Sorte. Ihm ist nicht nur der Ertrag wichtig, sondern auch eine gute Back- und Nahrungsqualität: "Ernährt das Getreide den Menschen ausreichend und stärkt es dazu seine Lebenskraft?" Berthold Heyden entwickelt speziell alte Hofsorten weiter, damit ein in sich geschlossenes Hofleben erhalten bleiben kann.

Das ist auch mit der Grund, warum sich die Honhardter Demeterhöfe, an der Aktion beteiligt haben. Besonders freut sich Martin Klopfer über die anwesenden Schüler der fünften Klasse der Waldorfschule Crailsheim. Die jungen Sähelfer mit den roten Aktions-Kappen wollen nicht nur das Feld bestellen, sondern auch das Wachstum "ihres" Getreides begleiten. Der Demeter-Bauer forderte eindringlich, dass die Züchtung und Vermehrung der Getreidesorten in den Händen der Bauern bleibe. "Globale Züchter nehmen den Bauern die Möglichkeit, ihr Getreide selber nachzubauen." Sie würden dadurch vollkommen abhängig von Großkonzernen. Martin Klopfer sät auf seinen Äckern ausschließlich biodynamische Weizensorten.

Rainer Hofmann vom Bündnis Gentechnikfreies Hohenlohe ergänzte: "Wir können es selber am besten. Es steckt jahrtausendealte Arbeit, Kultur und Information im Saatgut. Dies darf nicht einfach so aufgegeben werden. Wer das Saatgut hat, hat auch die Macht." Deshalb forderte auch Johannes Ell-Schnurr von der Politik, dass der Markt für eine Vielfalt an Erhaltungssorten geöffnet werden müsse. Dazu gehörten lokal angepasste und samenfeste Sorten (keine Hybriden) genauso wie Sortenmischungen. Zu den anwesenden Sähelfer sagte er: "Als Bauer und Verbraucher tragen wir gemeinsam die Verantwortung, dass eine Landwirtschaft ohne Gentechnik auch in Zukunft möglich ist."

Die Initiative "Zukunft säen!" entstand 2006 in der Schweiz (Getreidezüchtung Peter Kunz und L´Aubier Fondation) und findet mittlerweile in zehn Ländern statt. An den eindrucksvollen Sä-Festen beteiligen sich zur Zeit bundesweit über vierzig Demeter-Höfe, 13 davon aus Baden-Württemberg.

Iris Mühlberger
Pressestelle Demeter Baden-Württemberg
Tel. 07958/926391

presse[ / at \ ]demeter-bw [ / dot \ ] de>presse[ / at \ ]demeter-bw [ / dot \ ] de www.demeter-bw.de
25.10.2010
Staatssekretärin braucht keine Gentechnik im Land - mehr als hundert Menschen bei Aktion Zukunft säen im Hohenlohischen

Bei ungemütlich nasskaltem Wetter kamen am Sonntag mehr als hundert Säfrauen, -männer und -kinder ins Hohenlohische nach Frankenhardt-Honhardt auf den Demeter-Hof der Familie Klopfer und Josef  Huber-Kraus. Auch Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch machte begeistert mit, an der europaweiten Aktion "Zukunft säen!", dem Wetter angepasst, in Jeans und Gummistiefeln. Gemeinsam war es allen Teilnehmer wichtig, im Schritt des Sämanns, mit der Hand ein Feld zu bestellen und damit etwas urbildlich Sinnvolles zu tun. "Wir legen gemeinsam Keime für die gentechnikfreie Zukunft. Es geht darum, hier und heute einmal Bauer zu sein und eine Verbundenheit mit der Natur zu erfahren. Denn wir ernten, was wir säen", betont Johannes Ell-Schnurr, Geschäftsführer von Demeter Baden-Württemberg.

Die Staatssekretärin nannte die Aktion eine wichtige Botschaft über Deutschland hinweg. "Wir fordern von der Bundesregierung, dass sie sich bei der EU-Kommission für eine Überwachung des Saatgutes in Hinblick auf Nulltoleranz von gentechnischen Verunreinigungen einsetzt. Im Land sorgen wir durch unser Saatgut-Monitoring dafür, dass es keine gentechnischen Verunreinigungen gibt." Nur anhand dieser Untersuchungen hätten dieses Jahr vier verunreinigte Saatgutpartien rechtzeitig vom Markt genommen werden können. Bei Bio-Mais und ­Soja sei noch nie eine Verunreinigung über dem gesetzlichen Grenzwert festgestellt worden. Friedlinde Gurr-Hirsch stellt fest: "Wir brauchen in Baden-Württemberg keine Gentechnik, weil wir klein parzelliert sind und dazu eine eigene Pflanzenzüchtung haben, die auch in Zukunft verlässliche und gute Erträge bringen wird."

Ein Beispiel dafür ist die Demeter-Weizensorte 'Hermes' von Berthold Heyden aus Salem, einem der fünf europaweiten biodynamischen Züchter. Er war ebenfalls am Sonntag dabei und berichtete über seine speziellen Anforderungen an eine gute Sorte. Ihm ist nicht nur der Ertrag wichtig, sondern auch eine gute Back- und Nahrungsqualität: "Ernährt das Getreide den Menschen ausreichend und stärkt es dazu seine Lebenskraft?" Berthold Heyden entwickelt speziell alte Hofsorten weiter, damit ein in sich geschlossenes Hofleben erhalten bleiben kann.

Das ist auch mit der Grund, warum sich die Honhardter Demeterhöfe, an der Aktion beteiligt haben. Besonders freut sich Martin Klopfer über die anwesenden Schüler der fünften Klasse der Waldorfschule Crailsheim. Die jungen Sähelfer mit den roten Aktions-Kappen wollen nicht nur das Feld bestellen, sondern auch das Wachstum "ihres" Getreides begleiten. Der Demeter-Bauer forderte eindringlich, dass die Züchtung und Vermehrung der Getreidesorten in den Händen der Bauern bleibe. "Globale Züchter nehmen den Bauern die Möglichkeit, ihr Getreide selber nachzubauen." Sie würden dadurch vollkommen abhängig von Großkonzernen. Martin Klopfer sät auf seinen Äckern ausschließlich biodynamische Weizensorten.

Rainer Hofmann vom Bündnis Gentechnikfreies Hohenlohe ergänzte: "Wir können es selber am besten. Es steckt jahrtausendealte Arbeit, Kultur und Information im Saatgut. Dies darf nicht einfach so aufgegeben werden. Wer das Saatgut hat, hat auch die Macht." Deshalb forderte auch Johannes Ell-Schnurr von der Politik, dass der Markt für eine Vielfalt an Erhaltungssorten geöffnet werden müsse. Dazu gehörten lokal angepasste und samenfeste Sorten (keine Hybriden) genauso wie Sortenmischungen. Zu den anwesenden Sähelfer sagte er: "Als Bauer und Verbraucher tragen wir gemeinsam die Verantwortung, dass eine Landwirtschaft ohne Gentechnik auch in Zukunft möglich ist."

Die Initiative "Zukunft säen!" entstand 2006 in der Schweiz (Getreidezüchtung Peter Kunz und L´Aubier Fondation) und findet mittlerweile in zehn Ländern statt. An den eindrucksvollen Sä-Festen beteiligen sich zur Zeit bundesweit über vierzig Demeter-Höfe, 13 davon aus Baden-Württemberg.

Iris Mühlberger
Pressestelle Demeter Baden-Württemberg
Tel. 07958/926391

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