Sorten sind Kulturgut, keine Patentware

Erfolgreiches Netzwerk für Öko-Saatgut

Sorten sind Kulturgut, keine Patentware

16.11.2011

Biodynamische Sorten, für die Ansprüche von Ökobauern gezüchtet, ohne Gentechnik und von Gärtnern und Bauern weiter vermehrbar, das macht ein seit fast 30 Jahren bestehendes Netzwerk möglich. Einer der Netzwerkpartner ist die vor 10 Jahren gegründete Bingenheimer Saatgut AG in der hessischen Wetterau.

Das Unternehmen vertreibt ausschließlich ökologisches Saatgut, darunter die 43 Kultursaat-Neuzüchtungen aus zertifiziert biologisch-dynamischer Züchtung. Kultursaat ist ein gemeinnütziger Verein, der dafür sorgt, dass die Sorten Kulturgut bleiben: Durch die Züchtung in den Laboren der großen Agrar-Konzerne geht nicht nur Vielfalt und Nahrungsmittelqualität verloren, sondern es öffnet sich auch die Tür zu gentechnischen Manipulationen. „Die Öko-Branche und vor allem die biodynamischen Gärtner brauchen patentfreie, im und für den Ökolandbau gezüchtete Sorten“, so der AG-Vorstandsvorsitzende Gebhard Rossmanith. Die bei den Patenten schwer zu durchschauende Rechtssituation hemme die Innovationskraft von Züchtern, kritisierte Kultursaat-Geschäftsführer Michael Fleck. Dahinter stünden letztlich Enteignungsabsichten zur Sicherung privater Profite.

Entwicklung und Erhalt der biologisch-dynamischen Neuzüchtungen werden vom gemeinnützigen Verein „Kultursaat“ organisiert und durchgeführt, denn deren Nutzung durch die Allgemeinheit geht vor privatem Profit. Demeter-Vorstand Stephan Illi lobte ausdrücklich den Erfolg des biodynamischen Züchterverbundes, mittels klassischer Züchtungsverfahren viele Sorten geschmacklich verbessert zu haben – für Demeter ein wichtiges Kriterium. Allerdings zeige der aktuelle Streit um Brokkoli vor dem Europäischen Patentamt, dass es langen Atem für Züchtung brauche. So warten die Demeter-Erwerbsgärtner noch auf eine Bio-Brokkolisorte aus dem Hause Kultursaat. Die ist allerdings schon in Arbeit. Aber Züchtung braucht eben Zeit – und Geld, deshalb fordert Demeter von der Politik Unterstützung für diese Entwicklungsarbeit.

Am Wochenende feierte die aus dem
Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau hervorgegangene Bingenheimer Saatgut AG mit zahlreichen Gästen ihr Jubiläum. Die Bilanz der zehn Jahre ist eindrucksvoll: Ein umfangreiches Sortiment an samenfesten Sorten, eine moderne Saatgutaufbereitung, ein engagiertes Team von mehr als 20 Mitarbeitern.
www.oekoseeds.de 
www.kultursaat.org

 

16.11.2011
Sorten sind Kulturgut, keine Patentware
Erfolgreiches Netzwerk für Öko-Saatgut

Biodynamische Sorten, für die Ansprüche von Ökobauern gezüchtet, ohne Gentechnik und von Gärtnern und Bauern weiter vermehrbar, das macht ein seit fast 30 Jahren bestehendes Netzwerk möglich. Einer der Netzwerkpartner ist die vor 10 Jahren gegründete Bingenheimer Saatgut AG in der hessischen Wetterau.

Das Unternehmen vertreibt ausschließlich ökologisches Saatgut, darunter die 43 Kultursaat-Neuzüchtungen aus zertifiziert biologisch-dynamischer Züchtung. Kultursaat ist ein gemeinnütziger Verein, der dafür sorgt, dass die Sorten Kulturgut bleiben: Durch die Züchtung in den Laboren der großen Agrar-Konzerne geht nicht nur Vielfalt und Nahrungsmittelqualität verloren, sondern es öffnet sich auch die Tür zu gentechnischen Manipulationen. „Die Öko-Branche und vor allem die biodynamischen Gärtner brauchen patentfreie, im und für den Ökolandbau gezüchtete Sorten“, so der AG-Vorstandsvorsitzende Gebhard Rossmanith. Die bei den Patenten schwer zu durchschauende Rechtssituation hemme die Innovationskraft von Züchtern, kritisierte Kultursaat-Geschäftsführer Michael Fleck. Dahinter stünden letztlich Enteignungsabsichten zur Sicherung privater Profite.

Entwicklung und Erhalt der biologisch-dynamischen Neuzüchtungen werden vom gemeinnützigen Verein „Kultursaat“ organisiert und durchgeführt, denn deren Nutzung durch die Allgemeinheit geht vor privatem Profit. Demeter-Vorstand Stephan Illi lobte ausdrücklich den Erfolg des biodynamischen Züchterverbundes, mittels klassischer Züchtungsverfahren viele Sorten geschmacklich verbessert zu haben – für Demeter ein wichtiges Kriterium. Allerdings zeige der aktuelle Streit um Brokkoli vor dem Europäischen Patentamt, dass es langen Atem für Züchtung brauche. So warten die Demeter-Erwerbsgärtner noch auf eine Bio-Brokkolisorte aus dem Hause Kultursaat. Die ist allerdings schon in Arbeit. Aber Züchtung braucht eben Zeit – und Geld, deshalb fordert Demeter von der Politik Unterstützung für diese Entwicklungsarbeit.

Am Wochenende feierte die aus dem
Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau hervorgegangene Bingenheimer Saatgut AG mit zahlreichen Gästen ihr Jubiläum. Die Bilanz der zehn Jahre ist eindrucksvoll: Ein umfangreiches Sortiment an samenfesten Sorten, eine moderne Saatgutaufbereitung, ein engagiertes Team von mehr als 20 Mitarbeitern.
www.oekoseeds.de 
www.kultursaat.org