Qualität ist neben Ertrag entscheidend - Ökogetreideversuch im Hohenlohischen

Qualität ist neben Ertrag entscheidend - Ökogetreideversuch im Hohenlohischen

11.07.2008

Demeter- und Biolandbauern besichtigen Öko-Getreidesortenversuch im Hohenlohischen

Demeter- und Biolandbauern trafen sich kürzlich auf den Äckern des Demeter-Betriebes von Jochen Hannemann in Kirchberg-Dörrmenz (Landkreis Schwäbisch-Hall) zur Besichtigung des diesjährigen Ökogetreide-Landessortenversuch (Öko-LSV). Reiner Schmidt vom Beratungsdienst Ökolandbau Schwäbisch-Hall e.V. führte über die 15 m² großen Parzellen.
Dieses Jahr werden 36 Winterweizen-, 9 Dinkel-, 9 Roggen und 8 Triticalesorten sowie die Urgetreide Einkorn und Emmer angebaut. Es wird bei den seit 15 Jahren auf verschiedenen Mitglieds-Betrieben durchgeführten Versuchen geprüft, ob und wie sich die Sorten für den Ökolandbau eignen. Konventionelle Getreidesorten entsprechen oft nicht den speziellen Anforderungen. In Dörrmenz sind zusätzlich, entgegen anderen Landessortenversuchen, spezielle Demeter-Züchtungen mit dabei. Finanziert wird der Öko-LSV vom Land Baden-Württemberg, die Demeter-Züchtungen von der Firma ErdmannHAUSER Getreideprodukte aus Erdmannhausen (Marbach am Neckar) und den Züchtern selbst.

Zu der Besichtigungstour reisten die Demeter-Züchter, dessen Saatgut auf den Versuchsfeldern wachsen, bis aus der Schweiz an: Dr. Berthold Heyden vom Keyserlink-Institut Salem, Dr. Hartmut Spiess vom Institut für bio-dynamische Forschung Darmstadt und Peter Kunz aus der Schweiz. Sie stellten die ackerbaulichen Vor- und Nachteile ihrer Sorten vor und berichteten über ihre Züchtungsmethoden. Sie finden zum Beispiel ausschließlich auf anerkannten Ökoflächen, ohne chemische Pflanzenschutz- und Düngemittel oder Gentechnik statt.

Beim Rundgang fasste Reiner Schmidt die Ergebnisse der vergangenen drei Jahre zur Beurteilung der Sorten zusammen: „Es zeigt sich, dass die Demeter-Züchtungen am Versuchsstandort im Ertrag etwas schwächer, dafür in der Backqualität deutlich besser als die konventionellen Züchtungen, wie etwa ‚Bussard’, abgeschnitten haben. Das betrifft vor allem den Proteingehalt, Feuchtkleberanteil, Sedimentationswert und das Backvolumen.“ Dass der Standort beim Anbau eine große Rolle spielt, machte Peter Kunz deutlich. So ließe sich die begrannte Weizensorte ‚Aszita’ zum Beispiel sehr gut auf extensiven Flächen anbauen. „Je schlechter der Boden ist, desto besser bildet sich ihr Kleber aus.“ Viele der zugelassenen Versuchssorten von Peter Kunz gehören in der Schweiz zur Topklasse und werden dort im Ökolandbau angebaut. Auch der Klimawandel fordert in Zukunft besondere Sorten, die im Öko-LSV getestet werden. Sie sollten robust und trockenheitsbeständigsind. Deshalb kommen die Züchter wieder vermehrt auf Sorten mit Grannen zurück. „Sie ersetzen einen Teil der Blattmasse und brauchen deshalb weniger Wasser.

Durch die Grannen ist der Ertrag jedoch etwas geringer“, so die Erfahrung von Berthold Heyden. Sein Ziel ist es, vorrangig Hofsorten durch Züchtung zu verbessern. Weiter verglich Reiner Schmidt die Versuchssorten hinsichtlich ihrer Widerstandfähigkeit gegenüber Krankheiten.

Bei der abschließenden Diskussionsrunde fasste Dr. Bertold Heyden seine Philosophie der bio-dynamischen Züchtung zusammen: „Nicht nur Bauern und Bäcker sollten zufrieden sein, sondern auch die Menschen, die das Brot essen, optimal ernährt werden.“ Deshalb setzten sich die bio-dynamischen Züchter nicht nur mit dem Ertrag, sondern auch mit der Qualität und den inneren Kräften der Pflanze auseinander. Außerdem habe die Landwirtschaft eine Verantwortung für eine Sortenvielfalt auf dem Getreidemarkt.

Nähere Infos und eine Zusammenfassung der Ergebnisse bei:
Beratungsdienst Ökologischer Landbau Schwäbisch-Hall e.V.,
Reiner Schmidt, Tel. 07904/7007201, Fax 7007200,
RSchmidt[ / at \ ]bio-beratung [ / dot \ ] de

Demeter Baden Württemberg
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Iris Mühlberger
Reinsbürg 10
74585 Rot am See
Tel. 07958/926391
Fax 07958/926393

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11.07.2008
Qualität ist neben Ertrag entscheidend - Ökogetreideversuch im Hohenlohischen

Demeter- und Biolandbauern besichtigen Öko-Getreidesortenversuch im Hohenlohischen

Demeter- und Biolandbauern trafen sich kürzlich auf den Äckern des Demeter-Betriebes von Jochen Hannemann in Kirchberg-Dörrmenz (Landkreis Schwäbisch-Hall) zur Besichtigung des diesjährigen Ökogetreide-Landessortenversuch (Öko-LSV). Reiner Schmidt vom Beratungsdienst Ökolandbau Schwäbisch-Hall e.V. führte über die 15 m² großen Parzellen.
Dieses Jahr werden 36 Winterweizen-, 9 Dinkel-, 9 Roggen und 8 Triticalesorten sowie die Urgetreide Einkorn und Emmer angebaut. Es wird bei den seit 15 Jahren auf verschiedenen Mitglieds-Betrieben durchgeführten Versuchen geprüft, ob und wie sich die Sorten für den Ökolandbau eignen. Konventionelle Getreidesorten entsprechen oft nicht den speziellen Anforderungen. In Dörrmenz sind zusätzlich, entgegen anderen Landessortenversuchen, spezielle Demeter-Züchtungen mit dabei. Finanziert wird der Öko-LSV vom Land Baden-Württemberg, die Demeter-Züchtungen von der Firma ErdmannHAUSER Getreideprodukte aus Erdmannhausen (Marbach am Neckar) und den Züchtern selbst.

Zu der Besichtigungstour reisten die Demeter-Züchter, dessen Saatgut auf den Versuchsfeldern wachsen, bis aus der Schweiz an: Dr. Berthold Heyden vom Keyserlink-Institut Salem, Dr. Hartmut Spiess vom Institut für bio-dynamische Forschung Darmstadt und Peter Kunz aus der Schweiz. Sie stellten die ackerbaulichen Vor- und Nachteile ihrer Sorten vor und berichteten über ihre Züchtungsmethoden. Sie finden zum Beispiel ausschließlich auf anerkannten Ökoflächen, ohne chemische Pflanzenschutz- und Düngemittel oder Gentechnik statt.

Beim Rundgang fasste Reiner Schmidt die Ergebnisse der vergangenen drei Jahre zur Beurteilung der Sorten zusammen: „Es zeigt sich, dass die Demeter-Züchtungen am Versuchsstandort im Ertrag etwas schwächer, dafür in der Backqualität deutlich besser als die konventionellen Züchtungen, wie etwa ‚Bussard’, abgeschnitten haben. Das betrifft vor allem den Proteingehalt, Feuchtkleberanteil, Sedimentationswert und das Backvolumen.“ Dass der Standort beim Anbau eine große Rolle spielt, machte Peter Kunz deutlich. So ließe sich die begrannte Weizensorte ‚Aszita’ zum Beispiel sehr gut auf extensiven Flächen anbauen. „Je schlechter der Boden ist, desto besser bildet sich ihr Kleber aus.“ Viele der zugelassenen Versuchssorten von Peter Kunz gehören in der Schweiz zur Topklasse und werden dort im Ökolandbau angebaut. Auch der Klimawandel fordert in Zukunft besondere Sorten, die im Öko-LSV getestet werden. Sie sollten robust und trockenheitsbeständigsind. Deshalb kommen die Züchter wieder vermehrt auf Sorten mit Grannen zurück. „Sie ersetzen einen Teil der Blattmasse und brauchen deshalb weniger Wasser.

Durch die Grannen ist der Ertrag jedoch etwas geringer“, so die Erfahrung von Berthold Heyden. Sein Ziel ist es, vorrangig Hofsorten durch Züchtung zu verbessern. Weiter verglich Reiner Schmidt die Versuchssorten hinsichtlich ihrer Widerstandfähigkeit gegenüber Krankheiten.

Bei der abschließenden Diskussionsrunde fasste Dr. Bertold Heyden seine Philosophie der bio-dynamischen Züchtung zusammen: „Nicht nur Bauern und Bäcker sollten zufrieden sein, sondern auch die Menschen, die das Brot essen, optimal ernährt werden.“ Deshalb setzten sich die bio-dynamischen Züchter nicht nur mit dem Ertrag, sondern auch mit der Qualität und den inneren Kräften der Pflanze auseinander. Außerdem habe die Landwirtschaft eine Verantwortung für eine Sortenvielfalt auf dem Getreidemarkt.

Nähere Infos und eine Zusammenfassung der Ergebnisse bei:
Beratungsdienst Ökologischer Landbau Schwäbisch-Hall e.V.,
Reiner Schmidt, Tel. 07904/7007201, Fax 7007200,
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