Neues Demeter Journal: Auf dem Weg zur Wir-Kultur

Neues Demeter Journal: Auf dem Weg zur Wir-Kultur

30.08.2010

Ist biodynamische Landwirtschaft nicht per se auch sozial? Schließlich erzeugen Demeter-Bauern und –Gärtner umweltverträglich gesunde Lebensmittel. Sie sichern so die Nahrungsgrundlage für Menschen und zugleich eine Kulturlandschaft, die das Auge erfreut. Abgesehen von diesen Überlegungen, verbinden die meisten beim Thema Soziales in der Landwirtschaft am ehesten die Integration von Menschen mit Behinderungen in die Hofarbeit. Dabei weist Demeter-Landbau weit mehr an sozialen Aspekten auf. Facetten davon stellt das neue Demeter Journal Nr 7 vor, das im September erscheint.

Rudolf Steiners „Landwirtschaftlicher Kurs“, 1924 die Geburtsstunde von Demeter, und sein „Heilpädagogischer Kurs“ sind Impulsgeber für zahllose Projekte, die soziale Arbeit und Landbau vor anthroposo- phischem Hintergrund verbinden. „Soziale Landwirtschaft wird von der Gesellschaft zunehmend entdeckt und nachgefragt: Als Perspektive für Menschen mit Betreuungsbedarf, als Arbeitsfeld für landwirtschaft-liche Betriebe, zur Belebung ländlicher Räume“, ist sich Dr. Thomas van Elsen (Uni Kassel/Witzenhausen) sicher. Er hat im Rahmen des EU-Projekts SoFar am Thema geforscht, in dessen Rahmen das „Witzenhäuser Positionspapier zum Mehrwert Sozialer Landwirtschaft“ erarbeitet wurde.

Viele Demeter-Betriebe verbinden menschliche Entwicklung, soziale Teilhabe, pädagogische und therapeutische Wirkungen mit der Zuwendung zu den Naturreichen. Dass so sinnvolle Arbeitsplätze entstehen ist da beinahe nur ein Nebeneffekt. Die im Oktober 2009 gegründete Deutsche Arbeitsgemeinschaft Soziale Landwirtschaft soll Höfe und Akteure weiter vernetzen und unterstützen. Nach thera- peutischen und pädagogischen Aspekten arbeiten zum Beispiel sozialtherapeutische Lebensgemeinschaften wie der Bauckhof in der Lüneburger Heide, der Lernort Bauernhof auf Gut Ostler in Bonn, die Michaelsschule auf dem Talhof Heidenheim, die Suchthilfe Fleckenbühl im oberhessischen Cölbe. Ältere Menschen sind unter anderem auf Hof Klostersee in der Lübecker Bucht willkommen.

Neue Formen des miteinander Wirtschaftens bei Demeter spiegeln sich nicht nur wider in den Runden Tischen zu Milch und Getreide über alle Wertschöpfungsebenen und die Arbeit am Leitbild zum Gerechten Wirtschaften. In der Wirtschaftsform Community Supported Agriculture (CSA) versorgt ein Hof sein Umfeld mit Lebensmitteln und das Umfeld sorgt für die nötigen finanziellen Mittel, damit der Hof sicher wirtschaften kann. Diese Art der gemeinsamen Verantwortung für die Gemeingüter Boden, Wasser, Pflanzen steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Aber immerhin sind bereits neun Demeter-Höfe mit CSA dabei. Beteiligungsmodelle an biodynamischen Höfen sind vielfältig: Genussrechte wie beim Brunnenhof in Baden-Württemberg, Aktien wie beim Oberfeld in Darmstadt oder dem Apfeltraum in Brandenburg, Stiftungen wie beim Landgut Pretschen im Spreewald, Rebzeilen wie beim Weingut Im Zwölberich im Rheingau. Die Regionalwert AG geht noch einen Schritt weiter.

Betriebsgemeinschaften – häufig sogar getragen von gemeinnützigen Vereinen - ziehen sich von Nord nach Süd: etwa Dannwisch in der Nähe von Hamburg, Dottenfelderhof bei Frankfurt, Birkenhof im Siegerland, Schepershof im Windrather Tal (s. S. 27), Heggelbachhof in Schönach und Boschenhof in Leutkirch. Auch ein vielfältiges Kulturangebot zählt zum erweiterten Kreis sozialer Leistungen. Bei Thea und Rolf Clostermann auf dem Neuhollandshof in Wesel darf mitten in der Apfelbaumplantage Konzerten gelauscht werden. Auf dem Dottenfelderhof in Bad Vilbel erleben Kunden die Reifeprüfung als Käseverkostung mit Rahmenprogramm und bei den Aktionen Zukunft säen jetzt im Herbst verbinden sich Menschen mit der Arbeit in der Landwirtschaft und zeigen Flagge gegen Agro-Gentechnik.

Passend zum Themen-Schwerpunkt „Soziales in der Landwirtschaft“ sind in diesem Demeter Journal Waldorfschüler als Autoren dabei. 14jährige Jungen und Mädchen sowie ein Elftklässler haben Beiträge geschrieben – aus ihrem Blickwinkel auf Demeter-Projekte, in ihrer Sprache. Kinder aus der Wuppertaler Waldorfschule laden in ihre Küche ein und verraten Lieblingsrezepte.

Das Demeter Journal, die Fachzeitschrift für biodynamische Qualität, wird jetzt in Demeter-Aktiv-Partner-Läden, auf Demeter-Höfen, im Naturkostfachhandel und in Biosupermärkten verteilt. Die Demeter-Kundenzeitschrift für qualitätsorientierte Bio-Kundinnen erscheint vier Mal im Jahr. Die Auflage liegt bei 150 000. Ziel der Information ist, die Qualitätsdifferenzierung im Bio-Bereich zu untermauern. Der Demeter
e. V. investiert in dieses Medium, um direkte Beziehungen zu Kunden aufzubauen und seinen Markenartiklern und Erzeugern eine Bühne zu bieten, sich authentisch zu präsentieren.

Hier heht es zur Liste mit Download (pdf-Format)
30.08.2010
Neues Demeter Journal: Auf dem Weg zur Wir-Kultur

Ist biodynamische Landwirtschaft nicht per se auch sozial? Schließlich erzeugen Demeter-Bauern und –Gärtner umweltverträglich gesunde Lebensmittel. Sie sichern so die Nahrungsgrundlage für Menschen und zugleich eine Kulturlandschaft, die das Auge erfreut. Abgesehen von diesen Überlegungen, verbinden die meisten beim Thema Soziales in der Landwirtschaft am ehesten die Integration von Menschen mit Behinderungen in die Hofarbeit. Dabei weist Demeter-Landbau weit mehr an sozialen Aspekten auf. Facetten davon stellt das neue Demeter Journal Nr 7 vor, das im September erscheint.

Rudolf Steiners „Landwirtschaftlicher Kurs“, 1924 die Geburtsstunde von Demeter, und sein „Heilpädagogischer Kurs“ sind Impulsgeber für zahllose Projekte, die soziale Arbeit und Landbau vor anthroposo- phischem Hintergrund verbinden. „Soziale Landwirtschaft wird von der Gesellschaft zunehmend entdeckt und nachgefragt: Als Perspektive für Menschen mit Betreuungsbedarf, als Arbeitsfeld für landwirtschaft-liche Betriebe, zur Belebung ländlicher Räume“, ist sich Dr. Thomas van Elsen (Uni Kassel/Witzenhausen) sicher. Er hat im Rahmen des EU-Projekts SoFar am Thema geforscht, in dessen Rahmen das „Witzenhäuser Positionspapier zum Mehrwert Sozialer Landwirtschaft“ erarbeitet wurde.

Viele Demeter-Betriebe verbinden menschliche Entwicklung, soziale Teilhabe, pädagogische und therapeutische Wirkungen mit der Zuwendung zu den Naturreichen. Dass so sinnvolle Arbeitsplätze entstehen ist da beinahe nur ein Nebeneffekt. Die im Oktober 2009 gegründete Deutsche Arbeitsgemeinschaft Soziale Landwirtschaft soll Höfe und Akteure weiter vernetzen und unterstützen. Nach thera- peutischen und pädagogischen Aspekten arbeiten zum Beispiel sozialtherapeutische Lebensgemeinschaften wie der Bauckhof in der Lüneburger Heide, der Lernort Bauernhof auf Gut Ostler in Bonn, die Michaelsschule auf dem Talhof Heidenheim, die Suchthilfe Fleckenbühl im oberhessischen Cölbe. Ältere Menschen sind unter anderem auf Hof Klostersee in der Lübecker Bucht willkommen.

Neue Formen des miteinander Wirtschaftens bei Demeter spiegeln sich nicht nur wider in den Runden Tischen zu Milch und Getreide über alle Wertschöpfungsebenen und die Arbeit am Leitbild zum Gerechten Wirtschaften. In der Wirtschaftsform Community Supported Agriculture (CSA) versorgt ein Hof sein Umfeld mit Lebensmitteln und das Umfeld sorgt für die nötigen finanziellen Mittel, damit der Hof sicher wirtschaften kann. Diese Art der gemeinsamen Verantwortung für die Gemeingüter Boden, Wasser, Pflanzen steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Aber immerhin sind bereits neun Demeter-Höfe mit CSA dabei. Beteiligungsmodelle an biodynamischen Höfen sind vielfältig: Genussrechte wie beim Brunnenhof in Baden-Württemberg, Aktien wie beim Oberfeld in Darmstadt oder dem Apfeltraum in Brandenburg, Stiftungen wie beim Landgut Pretschen im Spreewald, Rebzeilen wie beim Weingut Im Zwölberich im Rheingau. Die Regionalwert AG geht noch einen Schritt weiter.

Betriebsgemeinschaften – häufig sogar getragen von gemeinnützigen Vereinen - ziehen sich von Nord nach Süd: etwa Dannwisch in der Nähe von Hamburg, Dottenfelderhof bei Frankfurt, Birkenhof im Siegerland, Schepershof im Windrather Tal (s. S. 27), Heggelbachhof in Schönach und Boschenhof in Leutkirch. Auch ein vielfältiges Kulturangebot zählt zum erweiterten Kreis sozialer Leistungen. Bei Thea und Rolf Clostermann auf dem Neuhollandshof in Wesel darf mitten in der Apfelbaumplantage Konzerten gelauscht werden. Auf dem Dottenfelderhof in Bad Vilbel erleben Kunden die Reifeprüfung als Käseverkostung mit Rahmenprogramm und bei den Aktionen Zukunft säen jetzt im Herbst verbinden sich Menschen mit der Arbeit in der Landwirtschaft und zeigen Flagge gegen Agro-Gentechnik.

Passend zum Themen-Schwerpunkt „Soziales in der Landwirtschaft“ sind in diesem Demeter Journal Waldorfschüler als Autoren dabei. 14jährige Jungen und Mädchen sowie ein Elftklässler haben Beiträge geschrieben – aus ihrem Blickwinkel auf Demeter-Projekte, in ihrer Sprache. Kinder aus der Wuppertaler Waldorfschule laden in ihre Küche ein und verraten Lieblingsrezepte.

Das Demeter Journal, die Fachzeitschrift für biodynamische Qualität, wird jetzt in Demeter-Aktiv-Partner-Läden, auf Demeter-Höfen, im Naturkostfachhandel und in Biosupermärkten verteilt. Die Demeter-Kundenzeitschrift für qualitätsorientierte Bio-Kundinnen erscheint vier Mal im Jahr. Die Auflage liegt bei 150 000. Ziel der Information ist, die Qualitätsdifferenzierung im Bio-Bereich zu untermauern. Der Demeter
e. V. investiert in dieses Medium, um direkte Beziehungen zu Kunden aufzubauen und seinen Markenartiklern und Erzeugern eine Bühne zu bieten, sich authentisch zu präsentieren.

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