EU muss ernährungssouverän werden, Landwirtschaft mehr Bürger beteiligen

Agrarpolitik auf dem Prüfstand, Symposium auf dem Demeter-Hofgut Oberfeld

EU muss ernährungssouverän werden, Landwirtschaft mehr Bürger beteiligen

07.09.2011

Agrarpolitik betrifft alle, die essen oder Steuern zahlen. Wie Landwirtschaft in der EU künftig ausgestaltet wird, daran können Bürger mitgestalten, zumal die EU-Agrarmittel neu aufgeteilt werden. Europa leide unter Eiweißmangel, wenn Futtermittel im Umfang der Feldflächen von Frankreich und Deutschland importiert werden müssen, stellte Benedikt Härlin von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft im Rahmen des Symposiums  „Europäische Agrarpolitik auf dem Prüfstand“ fest. Zu einem Dialog über eine zukunftsfähige Landwirtschaft hatten das biologisch-dynamische Hofgut Oberfeld zusammen mit Demeter Hessen und weiteren Verbänden, Stiftungen und Unternehmen als Partner am 3. September nach Darmstadt eingeladen.

 

Konsumenten, Landwirte und Fachleute diskutierten nach einführenden Vorträgen von Felix Prinz zu Löwenstein (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft) und Francisco Mari (Evangelischer Entwicklungsdienst) agrarpolitische Alternativen. Mehr Marktorientierung oder multifunktionale Verantwortung für Mensch und Region, Energie vom Acker oder Ernährungssicherheit weltweit waren die kontroversen Positionen, vertreten u. a. durch Dr. Peter Pascher vom Deutschen Bauernverband, Dr. Thomas Kirchberg von der Südzucker AG und Dr. Rolf Künnemann (fian international). Doch wurden auch erfolgreiche Alternativen präsentiert, in denen Bürgerengagement lokal die Weichen für Landwirtschaft neu stellt, wie durch Landwirtschaftsgemeinschaften oder Aktiengesellschaften, z. B. das Hofgut Oberfeld.

 

Dass dies auch ein Modell für Regionen sein kann, zeigte Christian Hiß von der Regionalwert AG, Freiburg. Zwei Aspekte einten allerdings alle Teilnehmer: Landwirtschaft kann mehr als nur produzieren und sie muss, solange die Preise nicht ökosoziale Folgekosten integrieren, auch von der Gesellschaft unterstützt werden, da sie im Gegensatz zu anderen Wirtschaftszweigen vor allem Gemeingüter nutzt und pflegt.

07.09.2011
EU muss ernährungssouverän werden, Landwirtschaft mehr Bürger beteiligen
Agrarpolitik auf dem Prüfstand, Symposium auf dem Demeter-Hofgut Oberfeld

Agrarpolitik betrifft alle, die essen oder Steuern zahlen. Wie Landwirtschaft in der EU künftig ausgestaltet wird, daran können Bürger mitgestalten, zumal die EU-Agrarmittel neu aufgeteilt werden. Europa leide unter Eiweißmangel, wenn Futtermittel im Umfang der Feldflächen von Frankreich und Deutschland importiert werden müssen, stellte Benedikt Härlin von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft im Rahmen des Symposiums  „Europäische Agrarpolitik auf dem Prüfstand“ fest. Zu einem Dialog über eine zukunftsfähige Landwirtschaft hatten das biologisch-dynamische Hofgut Oberfeld zusammen mit Demeter Hessen und weiteren Verbänden, Stiftungen und Unternehmen als Partner am 3. September nach Darmstadt eingeladen.

 

Konsumenten, Landwirte und Fachleute diskutierten nach einführenden Vorträgen von Felix Prinz zu Löwenstein (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft) und Francisco Mari (Evangelischer Entwicklungsdienst) agrarpolitische Alternativen. Mehr Marktorientierung oder multifunktionale Verantwortung für Mensch und Region, Energie vom Acker oder Ernährungssicherheit weltweit waren die kontroversen Positionen, vertreten u. a. durch Dr. Peter Pascher vom Deutschen Bauernverband, Dr. Thomas Kirchberg von der Südzucker AG und Dr. Rolf Künnemann (fian international). Doch wurden auch erfolgreiche Alternativen präsentiert, in denen Bürgerengagement lokal die Weichen für Landwirtschaft neu stellt, wie durch Landwirtschaftsgemeinschaften oder Aktiengesellschaften, z. B. das Hofgut Oberfeld.

 

Dass dies auch ein Modell für Regionen sein kann, zeigte Christian Hiß von der Regionalwert AG, Freiburg. Zwei Aspekte einten allerdings alle Teilnehmer: Landwirtschaft kann mehr als nur produzieren und sie muss, solange die Preise nicht ökosoziale Folgekosten integrieren, auch von der Gesellschaft unterstützt werden, da sie im Gegensatz zu anderen Wirtschaftszweigen vor allem Gemeingüter nutzt und pflegt.