Erklärung der Demeter-Imker und des Netzwerks Blühende Landschaft zu den erneuten Bienenverlusten in Deutschland

Erklärung der Demeter-Imker und des Netzwerks Blühende Landschaft zu den erneuten Bienenverlusten in Deutschland

09.05.2006

Bereits im Winter 2002/2003 starben in Deutschland 30 bis 50 Prozent aller Bienenvölker. Nun meldet der Deutsche Beruf- und Erwerbsimkerbund erneut große Völkerverluste. In manchen Regionen Deutschlands, so z.B. in Oberbayern oder Unterfranken, sind bis zu 80 Prozent der Bienenvölker gestorben. Die dem Demeter-Bund angeschlossenen Imker sowie die Imker, die im Netzwerk Blühende Landschaft engagiert sind, haben in ihren Imkereien aktuell keine so hohen Völkerverluste zu verzeichnen. Trotzdem schätzen Günter Friedmann, Berufsimker, Preisträger des Förderpreises ökologischer Landbau und Sprecher der Demeter-Imker, sowie Utto Baumgartner vom Netzwerk Blühende Landschaft die Situation der Bienen in Deutschland als dramatisch ein.
„ Große Völkerverluste im Abstand von wenigen Jahren machen deutlich, dass sich die Situation der Imkerei dramatisch verschlechtert hat. Sie ist definitiv extrem angespannt. Seit dem großen Bienensterben 2003 bangen die deutschen Imker permanent um das Überleben ihrer Bienenvölker. Die Gefahr eines erneuten Bienensterbens ist latent immer vorhanden,“ betonen die beiden Bienen-Kenner.
Die hohen Völkerverluste, mit denen Imker nun erneut konfrontiert sind, lassen sich nicht durch den strengen Winter erklären. Sind die Bienen gut mit Futter versorgt, so machen ihnen lang anhaltende Kälteperioden nichts aus. Im Gegenteil, sie sind sogar günstiger als milde Winter mit permanenten Temperaturschwankungen.
Obwohl die genauen Ursachen für das Sterben der Bienen noch nicht geklärt sind, ist doch offensichtlich, dass die Vitalität der Bienen stark gesunken ist. Während die Bienen noch vor 15 Jahren den Befall eines Volkes mit 10 000 Varroamilben, die aus Asien eingeschleppt wurden, überlebten, so sterben die Bienenvölker heute schon bei einem Befall von nur 1000 bis 2000 Varroamilben je Volk. Die Imker sind dadurch gezwungen, die Milben immer häufiger zu bekämpfen. Obwohl in der Ökologischen Imkerei dazu nur organische Säuren, wie Ameisensäure, Oxalsäure oder Milchsäure eingesetzt werden, die im Honig keine Rückstände verursachen, so werden die Bienen dadurch doch auch geschädigt und geschwächt.
Nach Meinung von Friedmann und Baumgartner ist die gestiegene Anfälligkeit der Honigbienen vor allem auf den Mangel an blühenden Pflanzen in der Landschaft und auf den Einsatz schädigender Insektizide in der Natur zurückzuführen.
Die Imkerei befindet sich in einem Teufelskreis, aus dem es nur dann ein Entrinnen gibt, wenn die Umwelt wieder insektenfreundlicher gestaltet wird. Der Fortbestand der Imkerei in Deutschland kann nur dann gesichert werden, wenn sowohl in der Agrarpolitik als auch in der Gesellschaft ein Umdenken einsetzt. Die Stärkung des ökologischen Landbaues wäre ein erster Schritt in diese Richtung. Der sichert dann nicht nur die Imkerei und die Produktion regionalen Honigs sondern auch die wichtige Bestäubung der Blüten in Deutschland.
Weitere Infos bei Netzwerk Blühende Landschaft, Solla 6, 94575 Windorf,
info[ / at \ ]bluehende-landschaft [ / dot \ ] de>info[ / at \ ]bluehende-landschaft [ / dot \ ] de ,
www.bluehende-landschaft.d

09.05.2006
Erklärung der Demeter-Imker und des Netzwerks Blühende Landschaft zu den erneuten Bienenverlusten in Deutschland

Bereits im Winter 2002/2003 starben in Deutschland 30 bis 50 Prozent aller Bienenvölker. Nun meldet der Deutsche Beruf- und Erwerbsimkerbund erneut große Völkerverluste. In manchen Regionen Deutschlands, so z.B. in Oberbayern oder Unterfranken, sind bis zu 80 Prozent der Bienenvölker gestorben. Die dem Demeter-Bund angeschlossenen Imker sowie die Imker, die im Netzwerk Blühende Landschaft engagiert sind, haben in ihren Imkereien aktuell keine so hohen Völkerverluste zu verzeichnen. Trotzdem schätzen Günter Friedmann, Berufsimker, Preisträger des Förderpreises ökologischer Landbau und Sprecher der Demeter-Imker, sowie Utto Baumgartner vom Netzwerk Blühende Landschaft die Situation der Bienen in Deutschland als dramatisch ein.
„ Große Völkerverluste im Abstand von wenigen Jahren machen deutlich, dass sich die Situation der Imkerei dramatisch verschlechtert hat. Sie ist definitiv extrem angespannt. Seit dem großen Bienensterben 2003 bangen die deutschen Imker permanent um das Überleben ihrer Bienenvölker. Die Gefahr eines erneuten Bienensterbens ist latent immer vorhanden,“ betonen die beiden Bienen-Kenner.
Die hohen Völkerverluste, mit denen Imker nun erneut konfrontiert sind, lassen sich nicht durch den strengen Winter erklären. Sind die Bienen gut mit Futter versorgt, so machen ihnen lang anhaltende Kälteperioden nichts aus. Im Gegenteil, sie sind sogar günstiger als milde Winter mit permanenten Temperaturschwankungen.
Obwohl die genauen Ursachen für das Sterben der Bienen noch nicht geklärt sind, ist doch offensichtlich, dass die Vitalität der Bienen stark gesunken ist. Während die Bienen noch vor 15 Jahren den Befall eines Volkes mit 10 000 Varroamilben, die aus Asien eingeschleppt wurden, überlebten, so sterben die Bienenvölker heute schon bei einem Befall von nur 1000 bis 2000 Varroamilben je Volk. Die Imker sind dadurch gezwungen, die Milben immer häufiger zu bekämpfen. Obwohl in der Ökologischen Imkerei dazu nur organische Säuren, wie Ameisensäure, Oxalsäure oder Milchsäure eingesetzt werden, die im Honig keine Rückstände verursachen, so werden die Bienen dadurch doch auch geschädigt und geschwächt.
Nach Meinung von Friedmann und Baumgartner ist die gestiegene Anfälligkeit der Honigbienen vor allem auf den Mangel an blühenden Pflanzen in der Landschaft und auf den Einsatz schädigender Insektizide in der Natur zurückzuführen.
Die Imkerei befindet sich in einem Teufelskreis, aus dem es nur dann ein Entrinnen gibt, wenn die Umwelt wieder insektenfreundlicher gestaltet wird. Der Fortbestand der Imkerei in Deutschland kann nur dann gesichert werden, wenn sowohl in der Agrarpolitik als auch in der Gesellschaft ein Umdenken einsetzt. Die Stärkung des ökologischen Landbaues wäre ein erster Schritt in diese Richtung. Der sichert dann nicht nur die Imkerei und die Produktion regionalen Honigs sondern auch die wichtige Bestäubung der Blüten in Deutschland.
Weitere Infos bei Netzwerk Blühende Landschaft, Solla 6, 94575 Windorf,
info@bluehende-landschaft [ / dot \ ] de>info@bluehende-landschaft [ / dot \ ] de ,
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