Die richtige Milch macht´s

ber Milch-Qualität entscheiden Fütterung, Haltung, Verarbeitung: Heu und Weidegang für Kühe, Verzicht auf Homogenisierung

Die richtige Milch macht´s

29.05.2009

Alle reden vom Milchpreis – mit gutem Grund. Demeter, der Verband für Bio-Dynamische Wirtschaftsweise, nutzt den „Tag der Milch“ am 1. Juni, um die Qualität bei Milch und Milchprodukten in den Mittelpunkt zu stellen. „Milch ist nicht gleich Milch,“ erklären die Bio-Pioniere vom ältesten ökologischen Anbauverband weltweit. Eine Vielzahl von Faktoren bestimme Qualität und Bekömmlichkeit des Lebensmittels. Professor Ton Baars erforscht an der Uni Kassel-Witzenhausen, wie beste Milch erzeugt wird. Seine Analyse zeige: Kühe, die Weidegang haben, Grünfutter und gutes Heu fressen, wenig Kraftfutter und keine Silage bekommen, haben die besten Voraussetzungen, Milch mit gesunden Fettsäuren zu entwickeln. Demeter-Kühe kommen diesen Anforderungen durch die wesensgemäße Haltung und artgerechte Fütterung in der Bio-Dynamischen Wirtschaftsweise besonders entgegen. Gerade die Fettsäuren der Milch seien wichtig für den Menschen. Allen voran die mehrfach ungesättigten Fettsäuren Omega 3 und Omega 6 in richtiger Relation sowie die konjugierten Linolsäuren CLA. Diese Fette erweisen sich in der Forschung als Allergie-Schutz vor allem für Kinder, sogar schon in der Schwangerschaft und Stillzeit. Milch und Milchprodukte mit natürlichem Fettgehalt seien deshalb wichtig und sollten nicht der Diät geopfert werden. Von diesen Fetten profitiert sogar der Intelligenzquotient, ist Professor Ton Baars sicher. Für stillende Mütter besonders wichtig: Trinken sie diese gute Milch, steige der CLA-Gehalt in der Muttermilch. Auch die richtige Butter könne die CLA in der Muttermilch um fast 50 Prozent erhöhen. Baars lobt besonders Rohmilch, wie sie auf bio-dynamischen Höfen erzeugt wird. Jeder Verarbeitungsschritt mehr mindere die natürliche Qualität. Demeter erlaubt nur Pasteurisierung und schließt Homogenisierung von Milch in seinen Richtlinien aus. Wesensgemäße Fütterung der Wiederkäuer wie auf Demeter-Höfen angestrebt sowie schonende, werterhaltende Verarbeitung wie in den Demeter-Molkereien seien nach derzeitigem Wissenstand die besten Voraussetzungen für gesundheitsförderliche Milchqualität. Auch eine ökologische Intensivhaltung mit viel Silomaisfütterung, leistungsorientierter Kraftfutterration und Hochleistungsrassen schädige diese gute Milchfettqualität, zeige die Untersuchung in Witzenhausen. „Wenn Molkereien und Verbraucher bereit sind, für die optimale Fettqualität den angemessenen Preis zu zahlen, gewinnen letztlich alle,“ betont Demeter-Vorstand Stephan Illi. Gewinner ist auch der Gaumen: Weide- und Heumilch sowie die daraus veredelten Milchprodukte schmecken besonders aromatisch, dank der vielen Kräuter auf bio-dynamischen Wiesen. 

Demeter-Milch und –Milchprodukte werden schonend verarbeitet. Sie sind:

  • frei von zugesetzten Aromastoffen. Selbst so genannten „natürliche Aromastoffe“ sind bei Demeter nicht zugelassen. Lediglich Aromaextrakte, also die Auszüge und Konzentrate aus den jeweiligen Pflanzen, dürfen zugesetzt werden. 
  • nicht homogenisiert. Homogenisierung verändert die Strukturen der Milch und kann so Allergien fördern. Demeter-Milch wird lediglich pasteurisiert. ESL-Milch, so genannte Extra lange haltbare Milch, ist bei Demeter nicht im Angebot.
  • Demeter-Kühe werden nicht enthornt

Beobachtungen deuten darauf hin, dass über Qualität und Bekömmlichkeit der Milch auch die Hörner der Kühe mitentscheiden. Daran wird weiter geforscht. Der Hautarzt und Allergologe Dr. Thomas Roos konnte bereits mehrfach nachweisen, dass Patienten, die eine Kuhmilchallergie haben und unter Neurodermitis leiden, dennoch Demeter-Rohmilch vertragen. Diese Erkenntnisse sollen nun im Rahmen einer systematischen klinischen Studie weiter erforscht werden.

29.05.2009
Die richtige Milch macht´s
ber Milch-Qualität entscheiden Fütterung, Haltung, Verarbeitung: Heu und Weidegang für Kühe, Verzicht auf Homogenisierung

Alle reden vom Milchpreis – mit gutem Grund. Demeter, der Verband für Bio-Dynamische Wirtschaftsweise, nutzt den „Tag der Milch“ am 1. Juni, um die Qualität bei Milch und Milchprodukten in den Mittelpunkt zu stellen. „Milch ist nicht gleich Milch,“ erklären die Bio-Pioniere vom ältesten ökologischen Anbauverband weltweit. Eine Vielzahl von Faktoren bestimme Qualität und Bekömmlichkeit des Lebensmittels. Professor Ton Baars erforscht an der Uni Kassel-Witzenhausen, wie beste Milch erzeugt wird. Seine Analyse zeige: Kühe, die Weidegang haben, Grünfutter und gutes Heu fressen, wenig Kraftfutter und keine Silage bekommen, haben die besten Voraussetzungen, Milch mit gesunden Fettsäuren zu entwickeln. Demeter-Kühe kommen diesen Anforderungen durch die wesensgemäße Haltung und artgerechte Fütterung in der Bio-Dynamischen Wirtschaftsweise besonders entgegen. Gerade die Fettsäuren der Milch seien wichtig für den Menschen. Allen voran die mehrfach ungesättigten Fettsäuren Omega 3 und Omega 6 in richtiger Relation sowie die konjugierten Linolsäuren CLA. Diese Fette erweisen sich in der Forschung als Allergie-Schutz vor allem für Kinder, sogar schon in der Schwangerschaft und Stillzeit. Milch und Milchprodukte mit natürlichem Fettgehalt seien deshalb wichtig und sollten nicht der Diät geopfert werden. Von diesen Fetten profitiert sogar der Intelligenzquotient, ist Professor Ton Baars sicher. Für stillende Mütter besonders wichtig: Trinken sie diese gute Milch, steige der CLA-Gehalt in der Muttermilch. Auch die richtige Butter könne die CLA in der Muttermilch um fast 50 Prozent erhöhen. Baars lobt besonders Rohmilch, wie sie auf bio-dynamischen Höfen erzeugt wird. Jeder Verarbeitungsschritt mehr mindere die natürliche Qualität. Demeter erlaubt nur Pasteurisierung und schließt Homogenisierung von Milch in seinen Richtlinien aus. Wesensgemäße Fütterung der Wiederkäuer wie auf Demeter-Höfen angestrebt sowie schonende, werterhaltende Verarbeitung wie in den Demeter-Molkereien seien nach derzeitigem Wissenstand die besten Voraussetzungen für gesundheitsförderliche Milchqualität. Auch eine ökologische Intensivhaltung mit viel Silomaisfütterung, leistungsorientierter Kraftfutterration und Hochleistungsrassen schädige diese gute Milchfettqualität, zeige die Untersuchung in Witzenhausen. „Wenn Molkereien und Verbraucher bereit sind, für die optimale Fettqualität den angemessenen Preis zu zahlen, gewinnen letztlich alle,“ betont Demeter-Vorstand Stephan Illi. Gewinner ist auch der Gaumen: Weide- und Heumilch sowie die daraus veredelten Milchprodukte schmecken besonders aromatisch, dank der vielen Kräuter auf bio-dynamischen Wiesen. 

Demeter-Milch und –Milchprodukte werden schonend verarbeitet. Sie sind:

  • frei von zugesetzten Aromastoffen. Selbst so genannten „natürliche Aromastoffe“ sind bei Demeter nicht zugelassen. Lediglich Aromaextrakte, also die Auszüge und Konzentrate aus den jeweiligen Pflanzen, dürfen zugesetzt werden. 
  • nicht homogenisiert. Homogenisierung verändert die Strukturen der Milch und kann so Allergien fördern. Demeter-Milch wird lediglich pasteurisiert. ESL-Milch, so genannte Extra lange haltbare Milch, ist bei Demeter nicht im Angebot.
  • Demeter-Kühe werden nicht enthornt

Beobachtungen deuten darauf hin, dass über Qualität und Bekömmlichkeit der Milch auch die Hörner der Kühe mitentscheiden. Daran wird weiter geforscht. Der Hautarzt und Allergologe Dr. Thomas Roos konnte bereits mehrfach nachweisen, dass Patienten, die eine Kuhmilchallergie haben und unter Neurodermitis leiden, dennoch Demeter-Rohmilch vertragen. Diese Erkenntnisse sollen nun im Rahmen einer systematischen klinischen Studie weiter erforscht werden.