Demeter zeichnet Obergrashof in Dachau mit „Land Wirtschaft Kulturpreis“ aus

Demeter zeichnet Obergrashof in Dachau mit „Land Wirtschaft Kulturpreis“ aus

20.06.2011

Zum ersten Mal verleiht Demeter, die Organisation für Biodynamische Wirtschaftsweise, einen „Land Wirtschaft Kulturpreis“. Demeter-Vorstand Stephan Illi konnte jetzt auf dem Obergrashof die Auszeichnung übergeben. Er charakterisierte den Preisträger: „Der Obergrashof zeichnet sich durch seine ausgeprägte Nachhaltigkeit und Entwicklungsqualität aus.“

Der „Land Wirtschaft Kulturpreis“ ist mehr als Anerkennung für beste biodynamische Arbeit. „Wir ehren damit Betriebe, die gesellschaftlich wirksame Impulse setzen“, unterstreicht Illi. Diese Akteure zeigen, dass es neben der Erzeugung von wertvollen Lebensmitteln freiwilliges, soziokulturelles, qualitatives und ökologisches Engagement gibt.  Demeter-Partner setzen Akzente in Fragen der Energie, des Artenschutzes und der Biodiversität, der bewussten Landschaftsgestaltung, im Bereich des fairen und transparenten Miteinanders, bei der Integration von Menschen mit Behinderungen, durch Tierzuchtinitiativen und bei der Entwicklung eigener Sorten im Gemüsebereich. „Sie folgen da ihrem ureigenem Anliegen und orientieren sich nicht an Mindeststandards. Sie geben der Natur und der Gesellschaft mehr zurück, als sie von ihr nehmen. Ihre Begeisterung und ihren Einsatz gilt es zu würdigen. Solche vorbildlichen Höfe können andere beflügeln. Der Preis lenkt Aufmerksamkeit auf diese initiativen Menschen.“

Julian Jacobs und Peter Stinshoff erläuterten die Philosophie ihres vielseitigen Gartenbaubetriebs: „Ökologischer Landbau und im Speziellen die biodynamische Agrarkultur wird nicht als fertige Methode verstanden, sondern als ein lebenslanger Prozess, als eine kontinuierliche gemeinsame Weiterentwicklung im Zusammenspiel von Boden, Pflanzen, Tieren und Menschen.“ Auf 110 Hektar entfaltet die biodynamische Gärtnerei die Arbeitsfelder Saatgutzüchtung und Samenbau, Anzucht und 55 Hektar Feingemüseanbau. Hinzu kommen Wiesen und Weiden für die imposante Herde der vom Aussterben bedrohten Murnau-Werdenfelser Rinder. Hofladen und Seminarhaus mit umweltpädagogischen Angeboten locken Kunden und Interessierte aus der Gegend – sogar bis München reicht das Einzugsgebiet.

Salate reifen bis in den Spätherbst hinein. Broccoli, Blumenkohl, Kohlrabi, Rettich, Fenchel, Spinat, Chicoree und Radieschen zaubern ein buntes Bild – nicht nur in den bis zu 6000 Abokisten, die beschickt werden. 700 000 Schälchen Kresse aus Demeter-Saatgut werden pro Jahr in den Naturkosthandel geliefert. In der Vermarktung setzt der Obergrashof hauptsächlich  auf den regionalen Naturkosthandel, den eigenen Hofladen und 15 Prozent alles Geerntetem geht in die Ökokisten. Partner tegut aus Fulda verkauft nicht nur die grüne Frische vom Obergrashof, sondern unterstützt auch die Kohlrabizüchtung.

Der regionale Naturkost-Großhändler Ökoring hat die Demeter-Gärtnerei Obergrashof bereits mehrfach als einen ihrer fünf besten Erzeuger ausgezeichnet. Neben der „herausragenden Produktqualität“ – so die Lobesworte im Originalton – wurden Nachhaltigkeits-Initiativen und soziale Verantwortung gewürdigt. Auch das ausgefeilte Landschaftskonzept mit Hecken  fand besondere Anerkennung. Ganz nebenbei reduziert es den Schädlingsdruck, bremst Winderosion und bietet Futter für die Bienen. Eine Augenweide ist es außerdem. Zum Team um die beiden Betriebsleiter Julian Jacobs und Peter Stinshoff gehören zwei weitere Gärtnermeister, ein Gartenbauingenieur, einige Gehilfen, Azubis und Saisonkräfte.

Für eine Gärtnerei mag es ungewöhnlich sein, dass auch eine Rinderherde gepflegt wird. „Für uns ist es logisch“, betont Stinshoff, der die Murnau-Werdenfelser Kühe betreut. „Zu einem ausgewogenen Betriebsorganismus gehören unbedingt die Tiere. Natürlich für den Mist, der durch Kompostierung und Biodynamische Präparate wertvoller Dünger wird. Aber mit den Tieren findet auf der seelischen Ebene Begegnung statt, werden Menschen besonders berührt“, ist er sicher. Der Bulle geht in der Herde mit und sorgt dafür, dass diese robuste Rasse weiter existiert und geschätzt wird. Angefangen hat alles mit fünf Tieren vor neun Jahren, jetzt zählt die Herde 63 stolze Köpfe – natürlich mit imposanten Hörnern wie typisch für die wesensgemäße Tierhaltung bei Demeter.

Julian Jacobs Herz schlägt für die biodynamische Gemüsezucht. Er ist seit Beginn in den 80ziger Jahren aktives Mitglied im Initiativkreis für biologisch-dynamisches Gemüsesaatgut und engagierter Kultursaat-Züchter. Die Arbeit an den samenfesten Sorten ist für ihn Berufung. „Nur wenn es gelingt, eigene Sorten für den ökologischen Anbau zu entwickeln, können wir letztlich auch die beste Qualität der Nahrungsmittel garantieren“, weiß er. Besonders wichtig ist ihm die Blumenkohl-Züchtung, aber auch an Möhren, Kohlrabi und Rettich arbeitet er intensiv.

Dass es möglich ist, bei einer Neugründung von Beginn an Ideale umzusetzen und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich zu sein, beweist der Obergrashof seit 1991. Dem vorherrschenden Prinzip einer Spezialisierung wird hier die Entwicklung des Gesamtbetriebs in seiner größtmöglichen Vielfalt entgegengesetzt. „Damit ist er ein Vorbild für eine echte, nachhaltige Entwicklung und das große Potential des Ökolandbaus“, freut sich Demeter über die zukunftsweisende Arbeit seines Preisträgers. Für den Obergrashof ist die Auszeichnung mit dem „Land Wirtschaft Kultur Preis“ Ansporn für die weitere Entwicklungsarbeit.

20.06.2011
Demeter zeichnet Obergrashof in Dachau mit „Land Wirtschaft Kulturpreis“ aus

Zum ersten Mal verleiht Demeter, die Organisation für Biodynamische Wirtschaftsweise, einen „Land Wirtschaft Kulturpreis“. Demeter-Vorstand Stephan Illi konnte jetzt auf dem Obergrashof die Auszeichnung übergeben. Er charakterisierte den Preisträger: „Der Obergrashof zeichnet sich durch seine ausgeprägte Nachhaltigkeit und Entwicklungsqualität aus.“

Der „Land Wirtschaft Kulturpreis“ ist mehr als Anerkennung für beste biodynamische Arbeit. „Wir ehren damit Betriebe, die gesellschaftlich wirksame Impulse setzen“, unterstreicht Illi. Diese Akteure zeigen, dass es neben der Erzeugung von wertvollen Lebensmitteln freiwilliges, soziokulturelles, qualitatives und ökologisches Engagement gibt.  Demeter-Partner setzen Akzente in Fragen der Energie, des Artenschutzes und der Biodiversität, der bewussten Landschaftsgestaltung, im Bereich des fairen und transparenten Miteinanders, bei der Integration von Menschen mit Behinderungen, durch Tierzuchtinitiativen und bei der Entwicklung eigener Sorten im Gemüsebereich. „Sie folgen da ihrem ureigenem Anliegen und orientieren sich nicht an Mindeststandards. Sie geben der Natur und der Gesellschaft mehr zurück, als sie von ihr nehmen. Ihre Begeisterung und ihren Einsatz gilt es zu würdigen. Solche vorbildlichen Höfe können andere beflügeln. Der Preis lenkt Aufmerksamkeit auf diese initiativen Menschen.“

Julian Jacobs und Peter Stinshoff erläuterten die Philosophie ihres vielseitigen Gartenbaubetriebs: „Ökologischer Landbau und im Speziellen die biodynamische Agrarkultur wird nicht als fertige Methode verstanden, sondern als ein lebenslanger Prozess, als eine kontinuierliche gemeinsame Weiterentwicklung im Zusammenspiel von Boden, Pflanzen, Tieren und Menschen.“ Auf 110 Hektar entfaltet die biodynamische Gärtnerei die Arbeitsfelder Saatgutzüchtung und Samenbau, Anzucht und 55 Hektar Feingemüseanbau. Hinzu kommen Wiesen und Weiden für die imposante Herde der vom Aussterben bedrohten Murnau-Werdenfelser Rinder. Hofladen und Seminarhaus mit umweltpädagogischen Angeboten locken Kunden und Interessierte aus der Gegend – sogar bis München reicht das Einzugsgebiet.

Salate reifen bis in den Spätherbst hinein. Broccoli, Blumenkohl, Kohlrabi, Rettich, Fenchel, Spinat, Chicoree und Radieschen zaubern ein buntes Bild – nicht nur in den bis zu 6000 Abokisten, die beschickt werden. 700 000 Schälchen Kresse aus Demeter-Saatgut werden pro Jahr in den Naturkosthandel geliefert. In der Vermarktung setzt der Obergrashof hauptsächlich  auf den regionalen Naturkosthandel, den eigenen Hofladen und 15 Prozent alles Geerntetem geht in die Ökokisten. Partner tegut aus Fulda verkauft nicht nur die grüne Frische vom Obergrashof, sondern unterstützt auch die Kohlrabizüchtung.

Der regionale Naturkost-Großhändler Ökoring hat die Demeter-Gärtnerei Obergrashof bereits mehrfach als einen ihrer fünf besten Erzeuger ausgezeichnet. Neben der „herausragenden Produktqualität“ – so die Lobesworte im Originalton – wurden Nachhaltigkeits-Initiativen und soziale Verantwortung gewürdigt. Auch das ausgefeilte Landschaftskonzept mit Hecken  fand besondere Anerkennung. Ganz nebenbei reduziert es den Schädlingsdruck, bremst Winderosion und bietet Futter für die Bienen. Eine Augenweide ist es außerdem. Zum Team um die beiden Betriebsleiter Julian Jacobs und Peter Stinshoff gehören zwei weitere Gärtnermeister, ein Gartenbauingenieur, einige Gehilfen, Azubis und Saisonkräfte.

Für eine Gärtnerei mag es ungewöhnlich sein, dass auch eine Rinderherde gepflegt wird. „Für uns ist es logisch“, betont Stinshoff, der die Murnau-Werdenfelser Kühe betreut. „Zu einem ausgewogenen Betriebsorganismus gehören unbedingt die Tiere. Natürlich für den Mist, der durch Kompostierung und Biodynamische Präparate wertvoller Dünger wird. Aber mit den Tieren findet auf der seelischen Ebene Begegnung statt, werden Menschen besonders berührt“, ist er sicher. Der Bulle geht in der Herde mit und sorgt dafür, dass diese robuste Rasse weiter existiert und geschätzt wird. Angefangen hat alles mit fünf Tieren vor neun Jahren, jetzt zählt die Herde 63 stolze Köpfe – natürlich mit imposanten Hörnern wie typisch für die wesensgemäße Tierhaltung bei Demeter.

Julian Jacobs Herz schlägt für die biodynamische Gemüsezucht. Er ist seit Beginn in den 80ziger Jahren aktives Mitglied im Initiativkreis für biologisch-dynamisches Gemüsesaatgut und engagierter Kultursaat-Züchter. Die Arbeit an den samenfesten Sorten ist für ihn Berufung. „Nur wenn es gelingt, eigene Sorten für den ökologischen Anbau zu entwickeln, können wir letztlich auch die beste Qualität der Nahrungsmittel garantieren“, weiß er. Besonders wichtig ist ihm die Blumenkohl-Züchtung, aber auch an Möhren, Kohlrabi und Rettich arbeitet er intensiv.

Dass es möglich ist, bei einer Neugründung von Beginn an Ideale umzusetzen und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich zu sein, beweist der Obergrashof seit 1991. Dem vorherrschenden Prinzip einer Spezialisierung wird hier die Entwicklung des Gesamtbetriebs in seiner größtmöglichen Vielfalt entgegengesetzt. „Damit ist er ein Vorbild für eine echte, nachhaltige Entwicklung und das große Potential des Ökolandbaus“, freut sich Demeter über die zukunftsweisende Arbeit seines Preisträgers. Für den Obergrashof ist die Auszeichnung mit dem „Land Wirtschaft Kultur Preis“ Ansporn für die weitere Entwicklungsarbeit.