Demeter International tagt in Deutschland

Interessante Initiativen zu „Kühe haben Hörner“ und CSA-Höfen mit Kundenbeteiligung

Demeter International tagt in Deutschland

17.06.2011

Als internationale Bio-Marke ist Demeter auf allen Kontinenten vertreten. Jedes Jahr im Sommer treffen sich die Vertreter von Demeter International in einem Mitgliedsland. Deutschland ist jetzt Gastgeber für Repräsentanten aus aller Welt, die in Loheland bei Fulda den Hauch biodynamischer Geschichte spüren werden. Im Austausch innerhalb des internationalen Netzwerks geht es auch um neue Vereinbarungen zu den weltweit gleichermaßen gültigen Richtlinien. „Durch lebendige Erfahrungsberichte aus aller Herren Länder geben wir uns gegenseitig Impulse für wichtige Entwicklungen“, unterstreicht Demeter Deutschland Vorstand Stephan Illi als Gastgeber.
Von  Argentinien  bis Ungarn  wird  in  50 Ländern  auf  über  5600 Betrieben mit  rund 145000 Hektar Fläche nach den konsequenten Demeter-Richtlinien anerkannt biologisch-dynamisch gewirtschaftet. Der weltweite Umsatz mit Demeter-Produkten wird auf rund 220 Millionen Euro geschätzt. Einer der ersten biodynamischen Höfe in Übersee war die Finca Irlanda in Mexiko schon 1928. Heute schätzen viele anspruchsvolle Kaffeetrinker die Bohnen aus dem mexikanischen Hochland. Schutz und Entwicklung bäuerlich-handwerklicher Kultur vor Ort und Sicherung regionaler Strukturen sind dabei überall wichtigstes Prinzip. An fairen Preisen, sozialer Verbindlichkeit und nachhaltiger Entwicklung als Demeter-Antwort auf Globalisierung und Wirtschaftsmacht arbeitet das weltweite Netzwerk gemeinsam. Durch die Wirksamkeit der Biodynamischen Präparate kann überall die Bodenfruchtbarkeit gesteigert werden.
Der Humusaufbau ist als CO2-Speicher dann sogar klimarelevant. Demeter International e. V. wurde 1997 gegründet. Heute gehören 25 Mitglieder aus Europa, Amerika, Afrika und Neuseeland zu dieser Non-Profit-Organisation. “Im direkten Austausch und Erleben wird erfahrbar, wie unterschiedlich zum Beispiel die Märkte für Demeter-Lebensmittel sind”, berichtet der deutsche DI-Vize-Präsident Christoph Simpfendörfer, Landwirt in Stuttgart. “Um so beeindruckender, wie dicht beieinander wir doch im gemeinsamen Tun sind und wie wirksam die biodynamischen Impulse von Rudolf Steiner in aller Welt sind.“
Regionale Unabhängigkeit, Transparenz, offener Dialog der Kulturen und natürlich die gemeinsame Basis durch den Landwirtschaftlichen Kurs wirken ganz offenbar befruchtend. So lassen sich Richtlinienarbeit, Schutz der Marke Demeter, Harmonisierung der Zertifizierungsverfahren und Unterstützung bei der Entwicklung neuer Demeter-Einrichtungen gut miteinander bearbeiten.
In diesem Jahr inspirieren beim DI-Treffen zum einen die Schweizer Kampagne über „Kühe mit Hörnern“ und zum anderen die aus Amerika längst auch nach Deutschland übertragenen Modelle kooperativer Landwirtschaftsbetriebe. Jim Fullmer aus den USA freut sich, dass inzwischen allein bei Demeter Deutschland fast schon 20 Höfe als CSA-Betriebe (Community supported agriculture) die direkte Beteiligung von Kunden an der Landwirtschaft praktizieren. Bei Demeter in den USA sind es 29 CSA-Höfe, Tendenz steigend. Die Biodynamiker in den Staaten entwickeln dafür gerade ein neues Zertifizierungs-Modul, DemeterLOCAL. Alle landwirtschaftlichen Demeter-Erzeugnisse einer so anerkannten Farm müssen innerhalb einer 200-Meilen-Zone verkauft werden. „Auch in Deutschland wird der Aspekt Regionalität immer wichtiger“, unterstreicht Demeter-Marketingvorstand Klemens Fischer, der in den letzten Jahren bereits regionale Aktionen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen im Naturkostfachhandel initiiert hat.
Susanna Küffer aus der Schweiz hat allen Grund, stolz zu sein auf die aufmerksamkeitsstarke Kampagne in Sachen Tierschutz, die zentral den Aspekt „Kühe und ihre Hörner“ thematisiert. Der Akzent auf den Respekt vor den Tieren und ihre Integrität haben zu einer Werte-Diskussion geführt. „In den Demeter-Zielsetzungen wird seit jeher auf die Wichtigkeit der Tierhaltung für das Entstehen eines Betriebsorganismus und der Hofindividualität hingewiesen. In den Richtlinien ist die artgerechte, wesensgemäße Haltung aller Haustiere gefordert, also weit mehr als die Tierschutzverordnung vorschreibt. Folgerichtig ist das Enthornen der Kälber und Kühe verboten“, erläutert sie den Hintergrund der Initiative „Ganze Kühe haben Hörner“. „Unsere Flyer, Plakate und Informationen haben in der Schweiz bei Tierschutz- und landwirtschaftlichen Organisationen ein breites Engagement für Kühe mit Hörnern ausgelöst.“ Auch die niederländische Demeter-Organisation und Demeter-Deutschland haben bereits Materialien zu diesem Thema aufgelegt. „Im Herbst werden wir schwerpunktmäßig auf diesen Tierschutz-Aspekt unserer Rinderhaltung und auf die damit einhergehende beste Qualität von Demeter-Milch eingehen“, kündigt Klemens Fischer an. Die Milchqualität wird entscheidend auch durch die Verarbeitung beeinflusst. Homogenisierung verändert die Struktur der Milch und kann so Allergien fördern. Demeter-Milch wird nicht homogenisiert. Sie rahmt natürlich auf und schmeckt besonders sahnig.

17.06.2011
Demeter International tagt in Deutschland
Interessante Initiativen zu „Kühe haben Hörner“ und CSA-Höfen mit Kundenbeteiligung

Als internationale Bio-Marke ist Demeter auf allen Kontinenten vertreten. Jedes Jahr im Sommer treffen sich die Vertreter von Demeter International in einem Mitgliedsland. Deutschland ist jetzt Gastgeber für Repräsentanten aus aller Welt, die in Loheland bei Fulda den Hauch biodynamischer Geschichte spüren werden. Im Austausch innerhalb des internationalen Netzwerks geht es auch um neue Vereinbarungen zu den weltweit gleichermaßen gültigen Richtlinien. „Durch lebendige Erfahrungsberichte aus aller Herren Länder geben wir uns gegenseitig Impulse für wichtige Entwicklungen“, unterstreicht Demeter Deutschland Vorstand Stephan Illi als Gastgeber.
Von  Argentinien  bis Ungarn  wird  in  50 Ländern  auf  über  5600 Betrieben mit  rund 145000 Hektar Fläche nach den konsequenten Demeter-Richtlinien anerkannt biologisch-dynamisch gewirtschaftet. Der weltweite Umsatz mit Demeter-Produkten wird auf rund 220 Millionen Euro geschätzt. Einer der ersten biodynamischen Höfe in Übersee war die Finca Irlanda in Mexiko schon 1928. Heute schätzen viele anspruchsvolle Kaffeetrinker die Bohnen aus dem mexikanischen Hochland. Schutz und Entwicklung bäuerlich-handwerklicher Kultur vor Ort und Sicherung regionaler Strukturen sind dabei überall wichtigstes Prinzip. An fairen Preisen, sozialer Verbindlichkeit und nachhaltiger Entwicklung als Demeter-Antwort auf Globalisierung und Wirtschaftsmacht arbeitet das weltweite Netzwerk gemeinsam. Durch die Wirksamkeit der Biodynamischen Präparate kann überall die Bodenfruchtbarkeit gesteigert werden.
Der Humusaufbau ist als CO2-Speicher dann sogar klimarelevant. Demeter International e. V. wurde 1997 gegründet. Heute gehören 25 Mitglieder aus Europa, Amerika, Afrika und Neuseeland zu dieser Non-Profit-Organisation. “Im direkten Austausch und Erleben wird erfahrbar, wie unterschiedlich zum Beispiel die Märkte für Demeter-Lebensmittel sind”, berichtet der deutsche DI-Vize-Präsident Christoph Simpfendörfer, Landwirt in Stuttgart. “Um so beeindruckender, wie dicht beieinander wir doch im gemeinsamen Tun sind und wie wirksam die biodynamischen Impulse von Rudolf Steiner in aller Welt sind.“
Regionale Unabhängigkeit, Transparenz, offener Dialog der Kulturen und natürlich die gemeinsame Basis durch den Landwirtschaftlichen Kurs wirken ganz offenbar befruchtend. So lassen sich Richtlinienarbeit, Schutz der Marke Demeter, Harmonisierung der Zertifizierungsverfahren und Unterstützung bei der Entwicklung neuer Demeter-Einrichtungen gut miteinander bearbeiten.
In diesem Jahr inspirieren beim DI-Treffen zum einen die Schweizer Kampagne über „Kühe mit Hörnern“ und zum anderen die aus Amerika längst auch nach Deutschland übertragenen Modelle kooperativer Landwirtschaftsbetriebe. Jim Fullmer aus den USA freut sich, dass inzwischen allein bei Demeter Deutschland fast schon 20 Höfe als CSA-Betriebe (Community supported agriculture) die direkte Beteiligung von Kunden an der Landwirtschaft praktizieren. Bei Demeter in den USA sind es 29 CSA-Höfe, Tendenz steigend. Die Biodynamiker in den Staaten entwickeln dafür gerade ein neues Zertifizierungs-Modul, DemeterLOCAL. Alle landwirtschaftlichen Demeter-Erzeugnisse einer so anerkannten Farm müssen innerhalb einer 200-Meilen-Zone verkauft werden. „Auch in Deutschland wird der Aspekt Regionalität immer wichtiger“, unterstreicht Demeter-Marketingvorstand Klemens Fischer, der in den letzten Jahren bereits regionale Aktionen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen im Naturkostfachhandel initiiert hat.
Susanna Küffer aus der Schweiz hat allen Grund, stolz zu sein auf die aufmerksamkeitsstarke Kampagne in Sachen Tierschutz, die zentral den Aspekt „Kühe und ihre Hörner“ thematisiert. Der Akzent auf den Respekt vor den Tieren und ihre Integrität haben zu einer Werte-Diskussion geführt. „In den Demeter-Zielsetzungen wird seit jeher auf die Wichtigkeit der Tierhaltung für das Entstehen eines Betriebsorganismus und der Hofindividualität hingewiesen. In den Richtlinien ist die artgerechte, wesensgemäße Haltung aller Haustiere gefordert, also weit mehr als die Tierschutzverordnung vorschreibt. Folgerichtig ist das Enthornen der Kälber und Kühe verboten“, erläutert sie den Hintergrund der Initiative „Ganze Kühe haben Hörner“. „Unsere Flyer, Plakate und Informationen haben in der Schweiz bei Tierschutz- und landwirtschaftlichen Organisationen ein breites Engagement für Kühe mit Hörnern ausgelöst.“ Auch die niederländische Demeter-Organisation und Demeter-Deutschland haben bereits Materialien zu diesem Thema aufgelegt. „Im Herbst werden wir schwerpunktmäßig auf diesen Tierschutz-Aspekt unserer Rinderhaltung und auf die damit einhergehende beste Qualität von Demeter-Milch eingehen“, kündigt Klemens Fischer an. Die Milchqualität wird entscheidend auch durch die Verarbeitung beeinflusst. Homogenisierung verändert die Struktur der Milch und kann so Allergien fördern. Demeter-Milch wird nicht homogenisiert. Sie rahmt natürlich auf und schmeckt besonders sahnig.