Demeter International, Netzwerk bio-dynamischer Initiativen

Demeter International, Netzwerk bio-dynamischer Initiativen

16.02.2006

Demeter International (DI) präsentierte sich während der BioFach zum ersten Mal in einer Pressekonferenz als internationales Netzwerk. Der Zusammenschluss von 18 biologisch-dynamischen Organisationen in Europa, Amerika, Afrika und Neuseeland hat sich weltweit verbindliche Richtlinien für die Erzeugung und Verarbeitung von Demeter-Lebensmitteln gegeben. Demeter ist die einzige weltweit verwendete Marke im Bio-Bereich. Zur Zeit beschäftigen sich DI-Mitglieder wie die Schweiz, Luxemburg und Deutschland besonders mit der Frage des fairen Handels. „Und zwar nicht wie sonst meist gedacht in den so genannten Entwicklungsländern, sondern direkt vor der eigenen Haustür,“ unterstrich Vizepräsident und Sprecher von Demeter International, Dr. Peter Schaumberger vom deutschen Demeter-Marktforum.

Eine soziale Charta mit einem Sieben-Punkte-Programm zur Entwicklung von Marktgesprächen zur Preisgestaltung und zur Formulierung der sozialen und kulturellen Aktivitäten, die schon seit Jahrzehnten auf den Demeter-Höfen leben, soll in allen Mitgliedsländern umgesetzt werden.

Susanna Küffer-Heer aus der Schweiz und Änder Schanck aus Luxemburg zeigten mit Beispielen aus dem jeweiligen Handelsalltag, wie runde Tische mit Vertretern aller Wertschöpfungsebenen gemeinsam an der gerechten Preisgestaltung arbeiten. „Schließlich ist der Preis der Brennpunkt in der sozialen Frage im Handel,“ unterstrich Susanna Küffer-Heer. Ihr Kollege Schanck erlebt trotz gut eingeführter Marktgespräche mit Erzeugern, Verarbeitern und Händler, dass sich der Markt für Demeter-Lebensmittel gerade massiv verändert. „Wie kann es sein, dass der Umsatz im Handel immer weiter steigt, die finanzielle Lage der Bauern jedoch immer prekärer wird,“ formulierte er das Problem.

Für die ganz junge Demeter-Bewegung in Polen stellen sich zur Zeit jedoch noch ganz andere Fragen. Im letzten Jahr wurde dort Demeter Polska gegründet. Jetzt gibt es bereits drei anerkannte Demeter-Höfe und rund 45 Betriebe, die gerade auf bio-dynamische Wirtschaftsweise umstellen. Joachim Bauck vom deutschen Demeter-Bund hat diese Entwicklung mit vorangetrieben und vor wenigen Monaten auch die Ausbildung der Berater organisiert. Da Polen noch keine eigene Demeter-Zertifizierung abwickeln kann, ist es zunächst Gastmitglied bei Demeter International, und alle polnischen Betriebe werden von der Zertifizierungsstelle von DI kontrolliert und anerkannt.

Schon jetzt profitiert Polen wie alle anderen DI-Mitglieder auch von der Arbeit des Brüsseler Büros, das Demeter vor vier Jahren aufgebaut hat. Nikolai Fuchs, bei DI zuständig für die Lobbyarbeit in der EU, zeigte mit einigen Beispielen, wie wichtig die bio-dynamische Stimme – nicht zuletzt auch eingebettet in ein Konzert anthroposophischer Organisationen – für die europäischen Regelungen rund um gute Lebensmittelproduktion sind. Kurz vor dem Erfolg sieht er etwa die Neu-Regelung der Zwangsvitaminisierung von Babynahrung, die vom Brüsseler DI-Büro und vielen Demeter-Organisationen entschieden bekämpft worden ist. „Wir sehen unseren Beitrag in Brüssel vor allem darin, Aspekte einzuführen, die von niemand anderem so vertreten werden können. Da geht es um Annäherung an Ganzheitlichkeit und um die Sicherung von individuell erarbeiteter Qualität. Vielleicht sind wir so etwas wie die Keimzelle für eine neue Bürgerrechtsbewegung,“ gab er den Experten auf der weltweit größten Fachmesse für Bio mit auf den Weg.

16.02.2006
Demeter International, Netzwerk bio-dynamischer Initiativen

Demeter International (DI) präsentierte sich während der BioFach zum ersten Mal in einer Pressekonferenz als internationales Netzwerk. Der Zusammenschluss von 18 biologisch-dynamischen Organisationen in Europa, Amerika, Afrika und Neuseeland hat sich weltweit verbindliche Richtlinien für die Erzeugung und Verarbeitung von Demeter-Lebensmitteln gegeben. Demeter ist die einzige weltweit verwendete Marke im Bio-Bereich. Zur Zeit beschäftigen sich DI-Mitglieder wie die Schweiz, Luxemburg und Deutschland besonders mit der Frage des fairen Handels. „Und zwar nicht wie sonst meist gedacht in den so genannten Entwicklungsländern, sondern direkt vor der eigenen Haustür,“ unterstrich Vizepräsident und Sprecher von Demeter International, Dr. Peter Schaumberger vom deutschen Demeter-Marktforum.

Eine soziale Charta mit einem Sieben-Punkte-Programm zur Entwicklung von Marktgesprächen zur Preisgestaltung und zur Formulierung der sozialen und kulturellen Aktivitäten, die schon seit Jahrzehnten auf den Demeter-Höfen leben, soll in allen Mitgliedsländern umgesetzt werden.

Susanna Küffer-Heer aus der Schweiz und Änder Schanck aus Luxemburg zeigten mit Beispielen aus dem jeweiligen Handelsalltag, wie runde Tische mit Vertretern aller Wertschöpfungsebenen gemeinsam an der gerechten Preisgestaltung arbeiten. „Schließlich ist der Preis der Brennpunkt in der sozialen Frage im Handel,“ unterstrich Susanna Küffer-Heer. Ihr Kollege Schanck erlebt trotz gut eingeführter Marktgespräche mit Erzeugern, Verarbeitern und Händler, dass sich der Markt für Demeter-Lebensmittel gerade massiv verändert. „Wie kann es sein, dass der Umsatz im Handel immer weiter steigt, die finanzielle Lage der Bauern jedoch immer prekärer wird,“ formulierte er das Problem.

Für die ganz junge Demeter-Bewegung in Polen stellen sich zur Zeit jedoch noch ganz andere Fragen. Im letzten Jahr wurde dort Demeter Polska gegründet. Jetzt gibt es bereits drei anerkannte Demeter-Höfe und rund 45 Betriebe, die gerade auf bio-dynamische Wirtschaftsweise umstellen. Joachim Bauck vom deutschen Demeter-Bund hat diese Entwicklung mit vorangetrieben und vor wenigen Monaten auch die Ausbildung der Berater organisiert. Da Polen noch keine eigene Demeter-Zertifizierung abwickeln kann, ist es zunächst Gastmitglied bei Demeter International, und alle polnischen Betriebe werden von der Zertifizierungsstelle von DI kontrolliert und anerkannt.

Schon jetzt profitiert Polen wie alle anderen DI-Mitglieder auch von der Arbeit des Brüsseler Büros, das Demeter vor vier Jahren aufgebaut hat. Nikolai Fuchs, bei DI zuständig für die Lobbyarbeit in der EU, zeigte mit einigen Beispielen, wie wichtig die bio-dynamische Stimme – nicht zuletzt auch eingebettet in ein Konzert anthroposophischer Organisationen – für die europäischen Regelungen rund um gute Lebensmittelproduktion sind. Kurz vor dem Erfolg sieht er etwa die Neu-Regelung der Zwangsvitaminisierung von Babynahrung, die vom Brüsseler DI-Büro und vielen Demeter-Organisationen entschieden bekämpft worden ist. „Wir sehen unseren Beitrag in Brüssel vor allem darin, Aspekte einzuführen, die von niemand anderem so vertreten werden können. Da geht es um Annäherung an Ganzheitlichkeit und um die Sicherung von individuell erarbeiteter Qualität. Vielleicht sind wir so etwas wie die Keimzelle für eine neue Bürgerrechtsbewegung,“ gab er den Experten auf der weltweit größten Fachmesse für Bio mit auf den Weg.