Bio-dynamische Züchter kritisieren Freisetzungsantrag für GVO-Weizen

Flugbrand–resistenter Weizen aus ökologischer Zucht längst vorhanden

Bio-dynamische Züchter kritisieren Freisetzungsantrag für GVO-Weizen

31.01.2008

Das Gentechnik-Gesetz hat gerade den Bundestag passiert und deutliche Kritik
geerntet. Wesentlich weniger Aufmerksamkeit erregt bisher ein Antrag,
Versuchsfelder mit gentechnisch verändertem Weizen in der Nähe von Rostock und in Üplingen (Sachsen-Anhalt) zu genehmigen. Die bio-dynamischen Getreidezüchter Dr. Karl-Josef Müller (Darzau) und Dr. habil. Hartmut Spieß (Bad Vilbel) fordern Minister Seehofer auf, diesen Versuchsanbau zu verhindern. Die gentechnische Veränderung des Weizen liege in der Resistenz gegen Weizenflugbrand, einer Pilzerkrankung des Getreides. „Eine Resistenz gegen Flugbrand gentechnisch zu etablieren ist bei den enormen Kosten, der hohen Bedenklichkeit gegenüber gentechnischen Verfahren in der Pflanzenzüchtung sowie der grundsätzlichen Ablehnung von GVO in der Bevölkerung überflüssig, wenn nicht unsinnig“, argumentieren die beiden renommierten ökologischen Züchter, die dem Demeter-Verband angehören. Es gebe bereits eine große Anzahl zugelassener herkömmlicher Sorten und einige ökologisch gezüchtete, die über eine Flugbrandresistenz verfügen. Das Gentech-Züchter die nicht kennen sei kaum vorstellbar, meinen die Fachleute. Öko-Züchter hätten in entsprechenden Versuchen zur Sortenevaluierung diese auf herkömmliche Art erworbene Resistenz nachgewiesen. So ständen den Bio-Bauern ausreichend Flugbrand-resistente Weizensorten zur Verfügung, die entsprechend den Vorschriften für ökologische Landwirtschaft ohne gentechnische Manipulation gezüchtet worden sind. Für konventionelle Landwirte spiele die angeblich so gefürchtete Pilzerkrankung ohnehin keine Rolle. Ihr Saatgut werde stets chemisch gebeizt, was den Pilzbefall sicher verhindere. Die Behauptung der Freisetzungs-Antragsteller, Weizenflugbrand sei eine der am weitesten verbreiteten Getreidekrankheiten, entbehre also jeder Grundlage. Müller und Spieß entwickeln an ihren Standorten in der Nähe von Frankfurt und im Wendland Bio-Getreidesorten, die für ökologischen Landbau ohne chemisch-synthetische Dünger optimal geeignet sind, beste Backergebnisse und vor allem eine hohe Ernährungsqualität und guten Geschmack bieten. Produkte wie Brote, Müslis, Backmischungen, Körner oder
Flocken aus diesen bio-dynamischen Getreidesorten gibt es inzwischen im
Bio-Markt zu kaufen. Auf den Packungen wird meist auf den Unterschied zu
herkömmlichen Sorten hingewiesen. „Wenn jetzt auch bei Getreide entechnisch
veränderte Lebensmittel drohen, wird der Wille der Verbraucher grob missachtet“, resümiert der Agraringenieur Stephan Illi, Geschäftsführer von Demeter.

31.01.2008
Bio-dynamische Züchter kritisieren Freisetzungsantrag für GVO-Weizen
Flugbrand–resistenter Weizen aus ökologischer Zucht längst vorhanden

Das Gentechnik-Gesetz hat gerade den Bundestag passiert und deutliche Kritik
geerntet. Wesentlich weniger Aufmerksamkeit erregt bisher ein Antrag,
Versuchsfelder mit gentechnisch verändertem Weizen in der Nähe von Rostock und in Üplingen (Sachsen-Anhalt) zu genehmigen. Die bio-dynamischen Getreidezüchter Dr. Karl-Josef Müller (Darzau) und Dr. habil. Hartmut Spieß (Bad Vilbel) fordern Minister Seehofer auf, diesen Versuchsanbau zu verhindern. Die gentechnische Veränderung des Weizen liege in der Resistenz gegen Weizenflugbrand, einer Pilzerkrankung des Getreides. „Eine Resistenz gegen Flugbrand gentechnisch zu etablieren ist bei den enormen Kosten, der hohen Bedenklichkeit gegenüber gentechnischen Verfahren in der Pflanzenzüchtung sowie der grundsätzlichen Ablehnung von GVO in der Bevölkerung überflüssig, wenn nicht unsinnig“, argumentieren die beiden renommierten ökologischen Züchter, die dem Demeter-Verband angehören. Es gebe bereits eine große Anzahl zugelassener herkömmlicher Sorten und einige ökologisch gezüchtete, die über eine Flugbrandresistenz verfügen. Das Gentech-Züchter die nicht kennen sei kaum vorstellbar, meinen die Fachleute. Öko-Züchter hätten in entsprechenden Versuchen zur Sortenevaluierung diese auf herkömmliche Art erworbene Resistenz nachgewiesen. So ständen den Bio-Bauern ausreichend Flugbrand-resistente Weizensorten zur Verfügung, die entsprechend den Vorschriften für ökologische Landwirtschaft ohne gentechnische Manipulation gezüchtet worden sind. Für konventionelle Landwirte spiele die angeblich so gefürchtete Pilzerkrankung ohnehin keine Rolle. Ihr Saatgut werde stets chemisch gebeizt, was den Pilzbefall sicher verhindere. Die Behauptung der Freisetzungs-Antragsteller, Weizenflugbrand sei eine der am weitesten verbreiteten Getreidekrankheiten, entbehre also jeder Grundlage. Müller und Spieß entwickeln an ihren Standorten in der Nähe von Frankfurt und im Wendland Bio-Getreidesorten, die für ökologischen Landbau ohne chemisch-synthetische Dünger optimal geeignet sind, beste Backergebnisse und vor allem eine hohe Ernährungsqualität und guten Geschmack bieten. Produkte wie Brote, Müslis, Backmischungen, Körner oder
Flocken aus diesen bio-dynamischen Getreidesorten gibt es inzwischen im
Bio-Markt zu kaufen. Auf den Packungen wird meist auf den Unterschied zu
herkömmlichen Sorten hingewiesen. „Wenn jetzt auch bei Getreide entechnisch
veränderte Lebensmittel drohen, wird der Wille der Verbraucher grob missachtet“, resümiert der Agraringenieur Stephan Illi, Geschäftsführer von Demeter.