Getreidefeldtag am Lindenhof

26. Juni 2015 in Hemmersheim im Landkreis Neustadt Aisch

Getreidefeldtag am Lindenhof

22.07.2015
Dr. Hartmut Spiess,Dr. Isabell Hildermann und Martin Primbs im Roggenfeld der Sorte Firmament

Biodynamisch gezüchtete Getreidesorten, Wissenstransfer und Verkostung - das waren die Themen beim Getreidefeldtag am 26. Juni in Hemmersheim im Landkreis Neustadt Aisch.
Demeterbauer Martin Primbs hatte Kollegen und interessierte Verbraucher zu einer besonderen Veranstaltung eingeladen.  Dr. Isabell  Hildermann von der Spielberger Mühle stellte zuerst die neue enge Zusammenarbeit mit der Flockenfabrik Gehrsitz in Würzburg vor und erklärte den anwesenden Landwirten welche Biogetreide-Qualität benötigt wird und wie die Mühle aus den vielen verschiedenen Getreidesorten hochwertiges Mehl, Nudeln und Müslis fertigt. Dabei beliefert Spielberger nur den Biofachhandel und ganz bewusst keine Discounter.

Dr. Hartmut Spiess, Getreidezüchter vom Dottenfelder Hof bei Bad Vilbel zeigte dann den Teilnehmern am nahen Versuchsfeld 11 verschiedene Getreidesorten. Neben einem 3m breiten Streifen Sommerweizen der Sorte Heliaro, der ein gelbes Mehl liefert und besondere gesundheitsförderne Inhaltsstoffe hat erklärte er die Sorte Maxi des Züchters Berthold Heyden vom Bodensee. Diese Sorte wurde als einzige Sorte aus einer Samenbank unter 300 alten Getreidesorten ausgewählt und fällt durch sehr lange Halme, gesunde Blätter und Grannen auf. Hermann Kleider, Naturlandbauer aus Wolfsbuch erklärte dann die Vorteile von Rotkornweizen, der einen nussigen Geschmack hat und Anthocyane in der roten Schale einlagert. 3 Sorten von Züchter Peter Kunz aus der Schweiz wurden dann vom Züchterkollegen Dr. Spiess vorgestellt: Neben der Weizensorte Ataro, die durch gute Blattgesundheit auffällt und der Sorte Wiwa steht auch die begrannte Sorte  Aszita, die ebenfalls ein gut schmeckendes Korn hat  und sogar gute Kleberwerte auf schlechteren Böden bringt. Besonders gut gefiel den Teilnehmern die Sorte Butaro des Züchters Dr. Spiess, die die beste Steinbrandresistenz unter den Bioweizensorten hat und wenig Gelbrostbefall zeigte. Anschließend wurde traditioneller Dinkel der Sorte Ebners Rotkorn mit einer Neuzüchtung von Peter Kunz mit dem Namen Titan verglichen. Wegen des guten Bodens am Versuchsstandort war Titan bereits umgefallen. Martin Primbs erklärte aber, dass sich diese Sorte auf weiteren 5 Hektar nicht so guter Böden rund um Hemmersheim trotz der Trockenheit sehr gut  entwickelt habe und noch sicher steht.

Neue Roggensorten brauchen engagierte Bäcker.

Das Versuchsfeld endet mit dem Lichtkornroggen des Züchters Müller aus Darzau, der ein sehr helles Korn und besonders gute Backeigenschaften hat. Dabei zeigte sich gleich ein wichtiges Problem aller Bio-Züchter: Sorten mit gutem Geschmack oder abweichenden Backeigenschaften sollten am besten nicht mit anderen Sorten gemischt, sondern von den Bäckern als Brot aus einer Getreidesorte verbacken werden. Das können aber nur kleinere Bäckereien, die noch flexibel sind und ihre Handwerkskunst noch als Berufung verstehen. Dr. Spiess konnte sich dann bei der Besichtigung eines Roggenfeldes über die fast perfekte Entwicklung , der von ihm gezüchteten Sorte Firmament, sehr freuen und berichtete über eine Bäckerei, die ein eigenes „Firmament-Brot“ entwickelt hatte. 

Getreidefeldtag am Lindenhof
26. Juni 2015 in Hemmersheim im Landkreis Neustadt Aisch

Biodynamisch gezüchtete Getreidesorten, Wissenstransfer und Verkostung - das waren die Themen beim Getreidefeldtag am 26. Juni in Hemmersheim im Landkreis Neustadt Aisch.
Demeterbauer Martin Primbs hatte Kollegen und interessierte Verbraucher zu einer besonderen Veranstaltung eingeladen.  Dr. Isabell  Hildermann von der Spielberger Mühle stellte zuerst die neue enge Zusammenarbeit mit der Flockenfabrik Gehrsitz in Würzburg vor und erklärte den anwesenden Landwirten welche Biogetreide-Qualität benötigt wird und wie die Mühle aus den vielen verschiedenen Getreidesorten hochwertiges Mehl, Nudeln und Müslis fertigt. Dabei beliefert Spielberger nur den Biofachhandel und ganz bewusst keine Discounter.

Dr. Hartmut Spiess, Getreidezüchter vom Dottenfelder Hof bei Bad Vilbel zeigte dann den Teilnehmern am nahen Versuchsfeld 11 verschiedene Getreidesorten. Neben einem 3m breiten Streifen Sommerweizen der Sorte Heliaro, der ein gelbes Mehl liefert und besondere gesundheitsförderne Inhaltsstoffe hat erklärte er die Sorte Maxi des Züchters Berthold Heyden vom Bodensee. Diese Sorte wurde als einzige Sorte aus einer Samenbank unter 300 alten Getreidesorten ausgewählt und fällt durch sehr lange Halme, gesunde Blätter und Grannen auf. Hermann Kleider, Naturlandbauer aus Wolfsbuch erklärte dann die Vorteile von Rotkornweizen, der einen nussigen Geschmack hat und Anthocyane in der roten Schale einlagert. 3 Sorten von Züchter Peter Kunz aus der Schweiz wurden dann vom Züchterkollegen Dr. Spiess vorgestellt: Neben der Weizensorte Ataro, die durch gute Blattgesundheit auffällt und der Sorte Wiwa steht auch die begrannte Sorte  Aszita, die ebenfalls ein gut schmeckendes Korn hat  und sogar gute Kleberwerte auf schlechteren Böden bringt. Besonders gut gefiel den Teilnehmern die Sorte Butaro des Züchters Dr. Spiess, die die beste Steinbrandresistenz unter den Bioweizensorten hat und wenig Gelbrostbefall zeigte. Anschließend wurde traditioneller Dinkel der Sorte Ebners Rotkorn mit einer Neuzüchtung von Peter Kunz mit dem Namen Titan verglichen. Wegen des guten Bodens am Versuchsstandort war Titan bereits umgefallen. Martin Primbs erklärte aber, dass sich diese Sorte auf weiteren 5 Hektar nicht so guter Böden rund um Hemmersheim trotz der Trockenheit sehr gut  entwickelt habe und noch sicher steht.

Neue Roggensorten brauchen engagierte Bäcker.

Das Versuchsfeld endet mit dem Lichtkornroggen des Züchters Müller aus Darzau, der ein sehr helles Korn und besonders gute Backeigenschaften hat. Dabei zeigte sich gleich ein wichtiges Problem aller Bio-Züchter: Sorten mit gutem Geschmack oder abweichenden Backeigenschaften sollten am besten nicht mit anderen Sorten gemischt, sondern von den Bäckern als Brot aus einer Getreidesorte verbacken werden. Das können aber nur kleinere Bäckereien, die noch flexibel sind und ihre Handwerkskunst noch als Berufung verstehen. Dr. Spiess konnte sich dann bei der Besichtigung eines Roggenfeldes über die fast perfekte Entwicklung , der von ihm gezüchteten Sorte Firmament, sehr freuen und berichtete über eine Bäckerei, die ein eigenes „Firmament-Brot“ entwickelt hatte.