Optimierung der Stalleinrichtung für horntragende Rinderherden

Bedürfnisse erkennen und ermöglichen

Optimierung der Stalleinrichtung für horntragende Rinderherden

21.12.2012
horntragende Rinder, Stalleinrichtung, Fressgitter,
Frühzeitig Fressplätze optimieren-hörnertragende Rinder brauchen Platz!

Der Demeter-Verband fordert als einziger Bio-Verband in seinen Richtlinien die Haltung horntragender Kühe (und neu auch in der Mutterkuhhaltung) und setzt damit das Enthornungsverbot durch die EU-Öko-Verordnung konsequent um. Zudem stehen mit dem Verbot der Anbindehaltung in der EU-Öko-VO immer mehr Betriebe vor der Herausforderung, horntragende Kühe in Laufställen zu halten.

Die Haltung im Laufstall entspricht am besten den arteigenen Bedürfnissen der Rinder. Die heutigen Konzepte und Normen für die Dimensionierung von Laufställen sind jedoch fast ausschließlich an Kühe ohne Hörner angepasst und berücksichtigen das natürliche Verhalten der Tiere zu wenig. Deshalb kann es in horntragenden Herden zu Problemen mit Verletzungen an Tier und Mensch kommen. Verletzungen unter Tieren kommen oft dann vor, wenn sich Kühe im Stall ängstlich und unsicher verhalten. Entscheidend für die erfolgreiche Haltung behornter Rinder ist ein klares Raumkonzept, ein angepasstes Management und eine gute Mensch-Tier-Beziehung.

Eckpunkte für die optimale Gestaltung eines Laufstalls:

  • klare Gliederung der Funktionsbereiche (Trennung zwischen Fress- und Liegeplätzen)
  • keine engen Gänge
  • gute Übersicht im Stall für Tier & Mensch schaffen
  • überzählige Liegeplätze schaffen, Überbelegungen vermeiden
  • Stalleinrichtungen wie Tränken, Viehbürsten, Kraftfutterstationen, Lecksteine sollten von mindestens drei Seiten mit genügend Freiraum zugänglich sein
  • Trockensteher, Jungvieh und Kälber Kontakt zur Herde ermöglichen
  • verletzungsgefahren an Stalleinrichtungen ausschließen

Detailinformationen und Hilfestellungen beim Stallbau erhalten Sie bei:

Demeter-Beratung Mitte/Nord, Oliver Alletsee, Tel.: 06155- 84 69 37

Die Informationen im gesamten Artikel sind aus unserem FIBL-Merkblatt "Laufställe für horntragende Milchkühe" (2011) entnommen und leicht abgeändert worden.

 

Besonders Milchvieh haltende Umstellungsbetriebe, welche ihre Nachzucht nicht mehr enthornen, werden möglicherweise in den Jungviehställen auf erste Schwierigkeiten mit ihren nun horntragenden Rindern stossen. Die wachsende Horngröße muss bei der Dimensionierung berücksichtigt werden, denn männliche Masttiere benötigen deutlich größere Fressplatzbreiten.

Die Haltung der Jungtiere in Altersgruppen wirkt sich positiv auf die Sozialstruktur aus und hilft Unruhe und Stress zu vermeiden. Für alle Jungtiere einer Gruppe sollten Fressplätze, mit funktionstüchtigen Fressgittern, vorhanden sein. Dies ermöglicht die Tiere während der Fütterungszeit zu fixieren.

Die Abgrenzung einer Einzelbox am Fresstisch kann besonders in großen Jungtiergruppen sinnvoll sein, um kleineren Tieren einen ungestörten Platz einzurichten, weil bspw. der Platz beschränkt ist.

 

Die meisten Ausseinandersetzungen finden im Fressbereich statt. Um Konkurrenzsituationen mit Verletzungsfolgen zu vermeiden sollten besonders an Kraftfutterstationen, Tränken und am Fresstisch ausreichend Platz vorhanden sein. Optimale Fressplatzbreite ist abhängig von der Rasse, Horngröße  und den Fütterungsmanagement. Worauf sollten Sie bei der Gestaltung des Fressbreichs achten?

Sicherer Fressplatz:

Ein hohen Antritt am Fresstisch vermeiden, evtl. Höhenunterschiede erschweren ein schnelles und sicheres Verlassen des Fressgitters.

Horngeeignetes Fressgitter:

Für sicheres und ruhiges Fressen zu den Hauptfütterungszeiten ist ein verschließbares Selbstfang-Fressgitter zu empfehlen. Bei permaneten Vorlage einer Mischration aus dem Futtermischwagen kann unter Umständen auf Fangfressgitter verzichtet werden. Um trotzdem eine Möglichkeit zur Fixierung (z.B. für eine Behandlung) zu haben, sollten zumindest ein paar Fressplätze mit Fangfressgittern versehen werden.

Das Fressgitter muss Kühe schnell und sicher fixieren. Die Halsweite und Größe der Kühe muss passend sein. Außerdem muss das Fressgitter stabil sein, besonders wenn bspw. ein Stier in der Herde mitläuft.

Zu empfehlen sind verschließbare Palisadenfressgitter (ohne Horizontalverstrebung) und Rundbogengitter.

Gestaltung der Tränken:

Für arttypisches Saugtrinken der Rinder ist eine ausreichende Tiefe der Tränken und eine große, freie Wasserfläche notwendig. Der Wassernachfluss sollte mind. 20 Liter pro Min. betragen. Tränken sollten dort platziert werden wo genügend Freiraum zur Verfügung steht und trinkende Kühe einen seitlichen Blick auf das Stallgeschehen erlauben.

Nicht zuletzt ist hinsichtlich der Tiergesundheit und Milchleistung unbedingt auf eine frostfreie saubere Tränke zu achten.

Wenn Sie weitere Informationen benötigen können Sie sich gerne an uns wenden.

 

Optimierung der Stalleinrichtung für horntragende Rinderherden
Bedürfnisse erkennen und ermöglichen

Der Demeter-Verband fordert als einziger Bio-Verband in seinen Richtlinien die Haltung horntragender Kühe (und neu auch in der Mutterkuhhaltung) und setzt damit das Enthornungsverbot durch die EU-Öko-Verordnung konsequent um. Zudem stehen mit dem Verbot der Anbindehaltung in der EU-Öko-VO immer mehr Betriebe vor der Herausforderung, horntragende Kühe in Laufställen zu halten.

Die Haltung im Laufstall entspricht am besten den arteigenen Bedürfnissen der Rinder. Die heutigen Konzepte und Normen für die Dimensionierung von Laufställen sind jedoch fast ausschließlich an Kühe ohne Hörner angepasst und berücksichtigen das natürliche Verhalten der Tiere zu wenig. Deshalb kann es in horntragenden Herden zu Problemen mit Verletzungen an Tier und Mensch kommen. Verletzungen unter Tieren kommen oft dann vor, wenn sich Kühe im Stall ängstlich und unsicher verhalten. Entscheidend für die erfolgreiche Haltung behornter Rinder ist ein klares Raumkonzept, ein angepasstes Management und eine gute Mensch-Tier-Beziehung.

Eckpunkte für die optimale Gestaltung eines Laufstalls:

  • klare Gliederung der Funktionsbereiche (Trennung zwischen Fress- und Liegeplätzen)
  • keine engen Gänge
  • gute Übersicht im Stall für Tier & Mensch schaffen
  • überzählige Liegeplätze schaffen, Überbelegungen vermeiden
  • Stalleinrichtungen wie Tränken, Viehbürsten, Kraftfutterstationen, Lecksteine sollten von mindestens drei Seiten mit genügend Freiraum zugänglich sein
  • Trockensteher, Jungvieh und Kälber Kontakt zur Herde ermöglichen
  • verletzungsgefahren an Stalleinrichtungen ausschließen

Detailinformationen und Hilfestellungen beim Stallbau erhalten Sie bei:

Demeter-Beratung Mitte/Nord, Oliver Alletsee, Tel.: 06155- 84 69 37

Die Informationen im gesamten Artikel sind aus unserem FIBL-Merkblatt "Laufställe für horntragende Milchkühe" (2011) entnommen und leicht abgeändert worden.