Den individuellen Hoforganismus im Einklang mit allen Kräften entwickeln

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Pflanzenbau

Den individuellen Hoforganismus im Einklang mit allen Kräften entwickeln

Rund 1400 Landwirte in Deutschland mit etwa 50 000 Hektar Land arbeiten bio-dynamisch. Angeregt durch Rudolf Steiners „Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft“ und anknüpfend an Goethes Methode der Naturerkenntnis betrachten Demeter-Bauern ihren Hof als lebendigen, einzigartigen Organismus. Sie haben nicht allein die konkreten materiellen Substanzen, die physischen Kräfte der Natur, im Blick, sondern auch die gestaltenden Kräfte des Kosmos. Sensible Naturbeobachtungen schulen und beeinflussen die tägliche Arbeit. Im Bemühen um einen ganzheitlichen Ansatz und ein spirituelles Verständnis entwickeln die Demeter-Bauern auch eigene Strategien, mit Ressourcen umzugehen. Deshalb gibt es hier viele Vorreiter in Sachen alternative Energien und nachwachsende Rohstoffe. Verantwortung für die Gesundheit von Mensch und Erde erfordert mehr als das Weglassen von Chemie, mehr als Kompostwirtschaft und Gründüngung - sie braucht die aktive Unterstützung und Gestaltung der Lebensprozesse.

Wie Kuhmist im Kuhhorn für fruchtbare Böden sorgt.

Nur in vitalem Boden können Nahrungsmittel harmonisch wachsen. Deshalb wird der Boden in der Bio-Dynamischen Wirtschaftsweise gepflegt. Mit reifem Stallmist, konsequentem Fruchtwechsel, Gründüngung und bio-dynamischen Präparaten. Wie dem Hornmistpräparat: Kuhdung, der in einem Horn vergraben einen Winter Zeit bekommt, kosmische Kräfte zu sammeln, wird in Wasser verrührt. Das so „dynamisierte“ Wasser wird auf Wiesen, Feldern und Gärten fein versprüht, damit es wie in der Homöopathie energetisch auf Boden und Pflanzen wirkt. So werden die Böden fruchtbarer, gesünder, lebendiger. Die Humusschicht wächst. Demeter-Bauern geben der Natur also mehr zurück, als sie von ihr nehmen. Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen das. Und in den Demeter-Lebensmitteln schmecken Sie den Unterschied. Denn in vitalem Boden reifen die Pflanzen harmonisch.

Gärtnern als Politik:
http://www.lebendigeerde.de/index.php?id=essay_113

Dammkultur: Qualität vom Boden an:
http://www.lebendigeerde.de/index.php?id=portrait_084

 

 

 

Biodynamische Rebkultur

45 Weingüter gehören dem deutschen Demeter-Verband an, weltweit gibt es mehr als 450 Demeter-Weingüter. Sie dürfen mit dem Demeter-Markenzeichen auf die biodynamische Qualität hinweisen, denn sie sind mit ihren Betrieben einem strengen Zertifizierungsprozess unterworfen. Höchstes Ziel dieser Winzerinnen und Winzer: mit biodynamischen Maßnahmen die Qualität ihrer Weine zu fördern. So entstehen charaktervolle Weine, die bei Wettbewerben und bei Weinfreunden überzeugen.

Biologisch-dynamische Spritzpräparate im Weinbau

Markus van der Meer, Dominique Lévite, Franco Weibel, Susanne Küffer-Heer, Ueli Hurter

Im März 2003 trafen sich anlässlich einer Weiterbildung mehrere biologisch-dynamisch wirtschaftende Winzer, Vertreter des Vereins für biodynamische Landwirtschaft Schweiz und Mitarbeiter des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL). Aus der angeregten Diskussion kristallisierte sich bald der
Wunsch heraus, bestimmte  biologisch-dynamische Arbeitshypothesen wissenschaftlich und in ihrer Wechselwirkung zur betrieblichen Individualität zu  verifizieren. Auf Wunsch der Praktiker wurde beschlossen, mit Hilfe des FiBL die Wirkung der Hornmist- und Hornkieselpräparate auf das Rebwachstum und die Weinqualität in einem On-Farm-Versuch auf mehreren Praxisbetrieben wissenschaftlich zu untersuchen. Zwei Demeter-Winzer des neuenburgischen  urasüdfußes, Christian Rossel, Hauterive, und Jean-Michel Henrioud, Auvernier, entschlossen sich, eine Parzelle für Versuche zur Verfügung zu stellen und gemäß der Versuchsanordnung zu bewirtschaften. Eine weitere Versuchsparzelle stellte das FiBL selbst zur Verfügung; die biologisch-dynamisch korrekte
Ausbringung der Präparate gewährleistet hier der Demeter-Winzer Walter Häfliger aus Oberdorf, Aargau. Schließlich schloss sich auch ein Winzer in der waadtländischen La Côte an, Jean-Philippe Barilier (Abb. 1). Mit unserem Versuchsansatz sollen die Präparatewirkungen in ihrem Zusammenspiel mit der Betriebsindividualität geprüft und damit die Übertragbarkeit der Erfahrungen auf andere Betriebe besser verstanden werden.

Das Projekt
Während drei Jahren, bis 2006, erhoben die FiBL-Mitarbeiter verschiedene Wachstumsparameter und führten pro Standort und Verfahren separate Vinifikationen durch. Die Resultate dieser ersten Untersuchungsphase wiesen auf einen Einfluss der Spritzpräparate sowohl auf das Pflanzenwachstum als auch auf die Weinqualität hin (LÉVITE
2005). Um diese vielversprechenden Zwischenergebnisse zu erhärten, musste ab 2007 das Versuchsverfahren gestrafft, die Probennahme standardisiert
und zur statistischen Absicherung die Vinifikationen in zweifacher Wiederholung durchgeführt werden. Diese wissenschaftliche Vertiefung wurde durch die finanzielle Unterstützung der Software AG Stiftung (D), der Zukunftsstiftung Landwirtschaft (D) und des Vereins für biodynamische Landwirtschaft (CH) möglich. Im Sinne wissenschaftlicher Kooperation tauscht sich das Schweizer Versuchsteam regelmäßig mit der Begleitgruppe des Ende 2005 begonnenen Systemvergleichsversuchs1 der Forschungsanstalt Geisenheim (D) aus.

Forschungsansatz und -plan
Jeder Rebbaubetrieb unterscheidet sich bezüglich Mikroklima, Bodeneigenschaften, Rebsorte, Niederschlagsmenge, Sonnenstunden usw. Aber auch die  unterschiedliche Vorgehensweise der Praktiker im Rebberg prägt die Betriebsindividualität sehr stark. Um im Versuch vergleichbare, statistisch auswertbare Daten zu erhalten, wurde auf jedem Betrieb eine Versuchsfläche ähnlicher Größe ausgewiesen, die in vier Verfahrensparzellen gegliedert wurde. In diesen Parzellen werden die Spritzpräparate jeweils einzeln, in Kombination (praxisüblich) und gar nicht ausgebracht. Der angewandte Hornmist und -kiesel ist in allen  Versuchen ein und derselbe, wird