Lohnt sich der Anbau von Demeter-Schälsonnenblumen?

Ein Bericht aus Brandenburg

Lohnt sich der Anbau von Demeter-Schälsonnenblumen?

29.03.2012

Erfahrungsbericht aus der Arbeit für die Bäckerei Märkisches Landbrot GmbH in Berlin.

Der Bezug von regionalem Demeter-Getreide hat für die Bäckerei Märkisches Landbrot  (MLB) Tradition. Darüber hinaus bestand immer schon der Wunsch, regionale Sonnenblumenkerne verarbeiten zu können. Vor diesem Hintergrund haben wir vor zwei Jahren damit begonnen, Schälsonnenblumen in Brandenburg anzubauen.

Der Anbau:

In der Fruchtfolge können die Sonnenblumen als abtragendes Glied nach Getreide gebaut werden. Sie haben geringe Nährstoffansprüche, zu starke Düngung verhindert sogar die Abreife und fördert die Gefahr von Pilzbefall. Als Standort kommen vor allem eher trockene Gebiete mit mittleren Böden und Frühjahrshitze in Frage. Wichtig ist, dass die Pflanzen nach der Aussaat möglichst bald keimen und dann auflaufen, sonst halten sie dem Beikrautdruck nicht stand.

Idealer Saatzeitpunkt ist Mitte April. Die Sonnenblumen werden idealerweise nach der Winterfurche in ein feines, gut rückverdichtetes Saatbett mit einer Einzelkornsämaschine in entsprechendem Hackabstand gedrillt. Bei Schälsonnenblumen ist es gut, nicht zu dicht zu säen, denn die Köpfe werden sehr groß und vor allem schwer, so dass diese herunterhängen und dadurch mehr Platz brauchen. Ideal sind 50.000 – 60.000 Körner/ Hektar (ha) mit 50 cm Reihenabstand, 32 cm Abstand in der Reihe und 5 cm Saattiefe.

Das Saatgut ist bei Schälsonnenblumen die halbe Miete. Leider eignet sich dafür nur Hybridsaatgut, was große schälfähige Körner hervorbringt die eine Schälung möglich und vor allem wirtschaftlich darstellbar machen. Wir haben in dem letzten Jahr die Sorte Birdy angebaut, die in der Regel konventionell ungebeitzt verfügbar ist.

Die Sonnenblumen sollten nachdem sie gekeimt haben, 1 x vorsichtig blind gestriegelt werden. Anschließend empfiehlt sich das erste Hacken mit Schutzscheiben im Keimblattstadium und wenn die Pflanzen etwas größer sind, sollten zusätzlich 1 – 2 Hackdurchgänge erfolgen.

Geerntet werden die Sonnenblumen meistens im Oktober, wenn die Abreife erfolgt ist. Geerntet wird mit einem normalen Mähdrescher und umgebauten Schneidwerk. Entscheidend für die Lagerung ist ein Feuchtigkeitsgehalt von 8 - 9%. Dieser Wert ist unbedingt einzuhalten. Liegt dieser höher besteht die Gefahr, dass die Sonnenblumen warm werden. Dadurch fangen sie nicht nur an unangenehm zu riechen, sondern können sich auch entzünden. Wichtig für die Lagerung ist zudem sauberes Erntegut ohne Nester mit Stengel und/ oder Korbresten.

Zur Vermeidung von Pilzkrankheiten wie Sklerotinia (Abknicken der Stängel) oder Botrytis (Schimmel der Körbe) ist besonders die Einhaltung einer 4 – 5 jährigen Anbaupause wirksam, ebenso wie gut durchlüftete Bestände und sauberes Saatgut.

Wirtschaftlichkeit aus Sicht des Landwirtes

Der hier dargestellte Deckungsbeitrag (DB) orientiert sich an den im Jahr 2010 auf dem BAUERNGUT Libbenichen durchgeführten Anbau und basiert auf reellen Zahlen. Dort wurden im Auftrag der Bäckerei MLB auf 16 ha Sonnenblumen angebaut. Der Betrieb befindet sich östlich von Berlin im Oderbruch, umfasst 300 ha, bei einem mittleren Jahresniederschlag von 420 mm und Bodenpunkten zwischen 48 u. 52.

Insgesamt wurden in dem hier dargestellten Jahr auf dem Betrieb insgesamt 296,4 Dezitonnen (dt) schälfähige Sonnenblumenkerne geerntet. Umgerechnet entspricht das einem Ertrag von 18,53 dt/ ha. Der Landwirt hat für die Rohware 60 €/dt von MLB bekommen. Daraus errechnet sich eine Leistung der Sonnenblumen von 1.112 €/ha.

Direkt zugeteilt werden können die Kosten für das Saatgut, welche netto gerechnet bei einer Saatstärke von 50.000 Körnern pro Hektar 85 € betragen. Entsprechend dem Marktwert der benötigten Menge an Hornkiesel und Hornmist, der pro Hektar aufgewendet werden sollte, sowie den variablen Maschinenkosten für die Präparateausbringung errechnen sich anteilig Kosten von insg. 15 €/ ha für Präparate. Für Bodenbearbeitung, Saatbettbereitung, Aussaat, Striegeln und Hacken ergeben sich variable Maschinenkosten von 189 €/ ha. In dem hier aufgeführten Beispiel wurden die Sonnenblumen im Lohn gedroschen. Dafür sind hier im Osten der Republik 200 €/ ha einzuplanen. Unter Berücksichtigung der hier dargestellten direkt dem Sonnenblumenanbau zuteilbaren Kosten, sowie einem geringen Wert für sonstige var. Kosten, errechnet sich der DB wie in der Tabelle dargestellt. Dieser lag hier bei 568 € pro ha. Nicht dargestellt sind hier Kosten für Trocknung. Das kann in schlechten Jahren durchaus notwendig sein und sollte daher bei der Planung mit einbezogen werden. Die Kosten für Trocknung liegen zwischen 3,5 € und 4,50 €/dt, wenn von 15 % auf 7 % runter getrocknet werden muss.

Wenn Sie mehr wissen wollen, wenden Sie sich an:

Demeter Erzeuberberatung, Brandschneise 1, 64295 Darmstadt, Tel.: 06155-84 69 37, Email: oliver [ / dot \ ] alletsee[ / at \ ]demeter [ / dot \ ] de
 

Lohnt sich der Anbau von Demeter-Schälsonnenblumen?
Ein Bericht aus Brandenburg

Erfahrungsbericht aus der Arbeit für die Bäckerei Märkisches Landbrot GmbH in Berlin.

Der Bezug von regionalem Demeter-Getreide hat für die Bäckerei Märkisches Landbrot  (MLB) Tradition. Darüber hinaus bestand immer schon der Wunsch, regionale Sonnenblumenkerne verarbeiten zu können. Vor diesem Hintergrund haben wir vor zwei Jahren damit begonnen, Schälsonnenblumen in Brandenburg anzubauen.

Der Anbau:

In der Fruchtfolge können die Sonnenblumen als abtragendes Glied nach Getreide gebaut werden. Sie haben geringe Nährstoffansprüche, zu starke Düngung verhindert sogar die Abreife und fördert die Gefahr von Pilzbefall. Als Standort kommen vor allem eher trockene Gebiete mit mittleren Böden und Frühjahrshitze in Frage. Wichtig ist, dass die Pflanzen nach der Aussaat möglichst bald keimen und dann auflaufen, sonst halten sie dem Beikrautdruck nicht stand.

Idealer Saatzeitpunkt ist Mitte April. Die Sonnenblumen werden idealerweise nach der Winterfurche in ein feines, gut rückverdichtetes Saatbett mit einer Einzelkornsämaschine in entsprechendem Hackabstand gedrillt. Bei Schälsonnenblumen ist es gut, nicht zu dicht zu säen, denn die Köpfe werden sehr groß und vor allem schwer, so dass diese herunterhängen und dadurch mehr Platz brauchen. Ideal sind 50.000 – 60.000 Körner/ Hektar (ha) mit 50 cm Reihenabstand, 32 cm Abstand in der Reihe und 5 cm Saattiefe.

Das Saatgut ist bei Schälsonnenblumen die halbe Miete. Leider eignet sich dafür nur Hybridsaatgut, was große schälfähige Körner hervorbringt die eine Schälung möglich und vor allem wirtschaftlich darstellbar machen. Wir haben in dem letzten Jahr die Sorte Birdy angebaut, die in der Regel konventionell ungebeitzt verfügbar ist.

Die Sonnenblumen sollten nachdem sie gekeimt haben, 1 x vorsichtig blind gestriegelt werden. Anschließend empfiehlt sich das erste Hacken mit Schutzscheiben im Keimblattstadium und wenn die Pflanzen etwas größer sind, sollten zusätzlich 1 – 2 Hackdurchgänge erfolgen.

Geerntet werden die Sonnenblumen meistens im Oktober, wenn die Abreife erfolgt ist. Geerntet wird mit einem normalen Mähdrescher und umgebauten Schneidwerk. Entscheidend für die Lagerung ist ein Feuchtigkeitsgehalt von 8 - 9%. Dieser Wert ist unbedingt einzuhalten. Liegt dieser höher besteht die Gefahr, dass die Sonnenblumen warm werden. Dadurch fangen sie nicht nur an unangenehm zu riechen, sondern können sich auch entzünden. Wichtig für die Lagerung ist zudem sauberes Erntegut ohne Nester mit Stengel und/ oder Korbresten.

Zur Vermeidung von Pilzkrankheiten wie Sklerotinia (Abknicken der Stängel) oder Botrytis (Schimmel der Körbe) ist besonders die Einhaltung einer 4 – 5 jährigen Anbaupause wirksam, ebenso wie gut durchlüftete Bestände und sauberes Saatgut.

Wirtschaftlichkeit aus Sicht des Landwirtes

Der hier dargestellte Deckungsbeitrag (DB) orientiert sich an den im Jahr 2010 auf dem BAUERNGUT Libbenichen durchgeführten Anbau und basiert auf reellen Zahlen. Dort wurden im Auftrag der Bäckerei MLB auf 16 ha Sonnenblumen angebaut. Der Betrieb befindet sich östlich von Berlin im Oderbruch, umfasst 300 ha, bei einem mittleren Jahresniederschlag von 420 mm und Bodenpunkten zwischen 48 u. 52.

Insgesamt wurden in dem hier dargestellten Jahr auf dem Betrieb insgesamt 296,4 Dezitonnen (dt) schälfähige Sonnenblumenkerne geerntet. Umgerechnet entspricht das einem Ertrag von 18,53 dt/ ha. Der Landwirt hat für die Rohware 60 €/dt von MLB bekommen. Daraus errechnet sich eine Leistung der Sonnenblumen von 1.112 €/ha.

Direkt zugeteilt werden können die Kosten für das Saatgut, welche netto gerechnet bei einer Saatstärke von 50.000 Körnern pro Hektar 85 € betragen. Entsprechend dem Marktwert der benötigten Menge an Hornkiesel und Hornmist, der pro Hektar aufgewendet werden sollte, sowie den variablen Maschinenkosten für die Präparateausbringung errechnen sich anteilig Kosten von insg. 15 €/ ha für Präparate. Für Bodenbearbeitung, Saatbettbereitung, Aussaat, Striegeln und Hacken ergeben sich variable Maschinenkosten von 189 €/ ha. In dem hier aufgeführten Beispiel wurden die Sonnenblumen im Lohn gedroschen. Dafür sind hier im Osten der Republik 200 €/ ha einzuplanen. Unter Berücksichtigung der hier dargestellten direkt dem Sonnenblumenanbau zuteilbaren Kosten, sowie einem geringen Wert für sonstige var. Kosten, errechnet sich der DB wie in der Tabelle dargestellt. Dieser lag hier bei 568 € pro ha. Nicht dargestellt sind hier Kosten für Trocknung. Das kann in schlechten Jahren durchaus notwendig sein und sollte daher bei der Planung mit einbezogen werden. Die Kosten für Trocknung liegen zwischen 3,5 € und 4,50 €/dt, wenn von 15 % auf 7 % runter getrocknet werden muss.

Wenn Sie mehr wissen wollen, wenden Sie sich an:

Demeter Erzeuberberatung, Brandschneise 1, 64295 Darmstadt, Tel.: 06155-84 69 37, Email: oliver [ / dot \ ] alletsee@demeter [ / dot \ ] de